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Akte Kampusch: FBI-Spezialisten starten Ermittlungen

26.10.2012 | 14:27 |  von Manfred Seeh (DiePresse.com)

Gegencheck. Ab Montag prüfen zwei US-Ermittler die Tätigkeit der österreichischen Behörden.

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[Wien]. Haben die österreichischen Behörden bei den Ermittlungen zur Entführung von Natascha Kampusch Fehler gemacht? Haben sie etwas übersehen?
Um dies zu überprüfen, ist seit Mitte Juli ein international besetzter, siebenköpfiger Lenkungsausschuss (Steering Committee) sowie ein operatives Team bestehend aus Kripobeamten und Staatsanwälten im Einsatz. Am Montag beginnt nun heiße Phase des Projekts. Zwei Spezialisten der US-Bundes-Ermittlungsbehörde FBI (Federal Bureau of Investigation) reisen eigens dafür nach Wien. Und verstärken bis einschließlich Mittwoch das Operativteam.

Die Beamten kommen aus Quantico (US-Bundesstaat Virginia), wo das FBI seine Technologieabteilung (Operational Technology Division) oder etwa seine berühmte Akademie hat. Eingefädelt wurde dies durch das österreichische Innenministerium und den Leiter der Rechtsabteilung der US-Botschaft in Wien, Legal Attaché Steven Lee Paulson. Er fungiert als Verbindungsbeamter für das FBI. Und sitzt auch im oben erwähnten Steering Committee.

Akten wälzen im Sicherheitsraum

Die entsprechenden „Arbeitskreise" finden in einem speziell gesicherten Raum im Innenressort statt. Dort lagert die 270.000 Seiten starke „Akte Kampusch" (großteils in elektronischer Form) - inklusive jener Protokolle, die gleich nach der Flucht des Opfers im August 2006 (Beginn der Gefangenschaft: März 1998) von der Polizei angefertigt wurden. Diese wurden zuletzt im Tresor der Staatsanwaltschaft Wien strikt unter Verschluss gehalten. Nicht einmal der Polizei wurden sie ausgehändigt.

Die FBI-Beamten werden nun gemeinsam mit zwei Kollegen vom deutschen Bundeskriminalamt (diese halten sich bereits in Wien auf) und mit österreichischen Kripobeamten und Staatsanwälten ans Werk gehen. Hauptaufgabe ist die Analyse der behördlichen Schritte, die infolge der Kampusch-Entführung gesetzt wurden. Vergleiche zu den amerikanischen und deutschen Ermittlungsmethoden sollen angestellt werden.

„Berechtigte Zweifel" an Ernst H.

Auch wenn seitens des Innen- und des Justizressorts betont wird, dass es sich um einen „Cold Case", also um einen fertig ermittelten Fall, handle, hält sich hartnäckig die Frage: Hatte der offiziell als Einzeltäter gehandelte Entführer Wolfgang Priklopil möglicherweise doch - zumindest einen - Mittäter? Priklopil selber hatte sich gleich nach der Flucht seines Opfers vor einen Zug geworfen.

Als noch immer offener Ermittlungsansatz bzw. Versäumnis gilt der Umstand, dass der langjährige Priklopil-Vertraute und Geschäftspartner Ernst H. noch nie durchgehend und konsequent von einem Staatsanwalt oder einem Haftrichter einvernommen wurde. Bisher war nämlich allein die Polizei am Werk. Allerdings stand H. bereits wegen Begünstigung vor Gericht. Und wurde freigesprochen. Ursprünglich war H. in Verdacht geraten, jener zweite Mann im Entführungsfahrzeug gewesen zu sein, den eine Zeugin, die beobachtete, wie Kampusch in einen weißen Lieferwagen gezerrt wurde, gesehen haben will. Er bestreitet dies.

Bemerkenswert ist jedoch: Selbst die Oberstaatsanwaltschaft Innsbruck spricht H. die Glaubwürdigkeit ab. In der fast 600 Seiten starken Begründung zur Einstellung des Amtsmissbrauchsverfahrens gegen fünf frühere Kampusch-Staatsanwälte heißt es: „Die widersprechenden Aussagen des Ing. Ernst H. zeigen auf, dass grundsätzlich berechtigte Zweifel an der Zuverlässigkeit seiner Angaben bestehen."
Strafrechtliche Konsequenzen blieben für ihn dennoch aus. Ob der Lenkungsausschuss in seinem bis Jahresende erwarteten Abschlussbericht auf die Rolle des Mannes eingeht, bleibt abzuwarten.

 

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40 Kommentare
 
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Mulder und Scully werden den Fall jetzt lösen!

Aber wie immer bei Akte X wird dann die Wahrheit vertuscht!

Gast: Consuela
29.10.2012 11:18
0 0

ob es 2 Versionen der Übersetzung geben wird ...

Did he kill himself? Hod a'se umbrocht?
Did he kill her? Hod a's umbrocht?

Go go go Agent Cooper!


Gast: Horst Safi
28.10.2012 08:29
1 6

Nochmals

War da Rauschgift im Spiel?

Es ist eine Menge Geld geflossen.

Und N.K. wurde fürstlich ausbezahlt.

Gast: Horst Safi
28.10.2012 07:57
1 6

Schon mal darüber nachgedacht:

N.K. erzählt immer den selben Schund.

Sie wurde fürstlich bezahlt.
Kein Mensch überschreibt seinen Grund so einfach, wenn nicht mehr zu erwarten ist.

Ging es um Rauschgift?

Gast: Special Agent von der Specialeinheit Lt. Frank Drebin
28.10.2012 01:09
2 4

jaaaaaaaa, wir machen das! Eine klare message!

Wenn es wo Probleme gibt, wenn der Wasserhahn tropft oder das Klo rinnt: wir amerikanischen Special Agents von der Specialeinheit, wir machen das!

Gast: ökono-mist
27.10.2012 21:52
0 2

Schüchterne Frage:


Was passiert (mit dem Lenkungsausschuß), wenn der Abschlußbericht nicht bis zum Jahresende fertig sein sollte, weil noch Dinge auftauchen, die in eine solche Untersuchung unbedingt einfließen müßten?

Wird er dann auch vom Parlament - nach dem bereits bestens bewährten Skandalabtausch-Muster - zu Silvester eigenhändig erwürgt?

P. S.: 270.000 Aktenseiten fehlerfrei zu übersetzen, dann sinnerfassend zu lesen, jedes Detail in den richtigen Kontext zu stellen und daraufhin eine Gesamtschau zu haben, die möglicherweise völlig neue Erkenntnisse ermöglicht - dafür scheint ein knappes halbes Jahr wohl allzu knapp bemessen zu sein ("arschknapp", würde dazu ein für seine überfallsartige Jovialität weithin bekannter, honoriger österreichischer Bundespolitiker wohl sagen...).

P. P. S.: Und wie sollte dem Lenkungsausschuß da noch Zeit bleiben, zur Einstimmung auf österreichische Verhältnisse das neueste Buch von Max Edelbacher übersetzen zu lassen, (sinnerfassend) zu lesen und zu resümieren?

Geschweige denn bei den umfangreichen Recherchen von Manfred Seeh und Florian Klenk nachzuschlagen...

Gast: Häschen
27.10.2012 15:15
2 3

Nebelgranaten

Ein nichts sagender, vollkommen unkritischer Artikel, kaum wert gelesen zu werden. Dazu noch die üblichen Nebel- und Blendgranaten der auftragsschreibenden Heike P. - eine wirklich schöne Visitenkarte für Die Presse.

Re: Nebelgranaten

wieso "nichtssagend"? hier werden doch geradezu vielsagend die (zumindest Mit-)täterschaft einer ganz bestimmten person an einer entführung sowie die ursache des ablebens dieser person durch suizid als JEDENFALLS unumstößliche tatsachen suggeriert ...............

Gast: Hemingway
27.10.2012 14:26
3 1

Das FBI kocht auch nur mit Wasser. Die K. sollte mit der Whrheit herausrücken......


Antworten Gast: geoopster Heike
27.10.2012 15:23
17 4

Jawoll, Herr Oberst

Eher fließt die Donau bergauf, als dass Frau Kampusch von den Anschmeißungen der amtlichen Polizeifehlerbehübschungs-Kommission noch einmal rehabilitiert wird. Beraten wurde die bereits damals vom FBI ….

http://www.wienerzeitung.at/nachrichten/archiv/84588_Kampusch-Bericht-zeigt-Fehler-aber-nicht-gravierend.html

Der ADAMOVICH-Bericht kommt zum Schluss, dass es Fehler gegeben hat, diese aber keine RECHTLICHEN Konsequenzen haben werden, weil sie - so Adamovich - nicht so "gravierend" waren.
gezeichnet: Kasperlkommission

Und Hunde hätten sie sowieso nicht finden können ... niemals nicht, befundet diese allwissende "Evaluierungskommission" auch noch extra.

Alles klar auf der Andrea Doria?
:-)

Gast: Horst Safi
27.10.2012 13:11
1 5

Manfred SEEH

selektiert wie immer.

Gast: Swirlo
27.10.2012 13:07
1 7

Ist meine Privatsache

Es ist die Privatsache von Kampusch, mit wem sie geschlafen hat.
Was sie mit ihrem ergaunerten Geld macht.
Es ist ihre Sache alleine.

Gast: Phil Decker und Jerry Cottan in Wien
27.10.2012 09:41
2 5

Im Kampf gegen das Böse für die Guten...

Da kann jetzt nix mehr passieren, alle Fakten kommen auf den Tisch und Österreich endlich die Wahrheit, wenn nicht anders dann in einem Sonderheft...

Phil gab mir Rückendeckung, ich trat die Türe ein und schon schwirrten heiße Bohnen im Raum herum - um haaresbreite um die Ohren, ich zog meinen Wildwest-Revolver 15kg schwer Stahl beendeten im nu den Spuck, Österreich war gerettet....

Gast: Re
27.10.2012 07:47
6 7

was kostet die welt

Ich hoffe nur dass künftig jeder Kriminalfall mit solch einer Besessenheit verfolgt wird. Mich würde interessieren wieviel dieses Theater bis jetzt schon gekostet hat. Könnte mir vorstellen, dass da sicher schon mindestens 1 Mio an Steuergeldern durch ist.
Schade , dass der Hausverstand in dieser Republik vollständig verloren gegangen ist.

Gast: Blankensteiner Husar
26.10.2012 22:49
6 5

Na, was wird wohl rauskommen?

Buffets, Schweizerhausbesuch, Babylon-Abend, Praterrunde, Gürtel-sightseeing......
Und zum Schluss die überraschende Meldung: österreichische polizei ist die beste von ganz Österreich und hat alles österreichisch super erledigt!
Kosten: ein paar Mille.....

Re: Na, was wird wohl rauskommen?

...genau : und die "investigativen " österreichischen journalisten könnten aufatmen .................

Re: Re: Na, was wird wohl rauskommen?

erg.: weil ihnen so die blamage ihres bisherigen totalversagens erspart bliebe !

Akten wurden nicht einmal der Polizei ausgehändigt...

... Das "globalisierte Österreich", unsere Führungs- und Kontrollelite in Parlament und Justiz haben echt einen bickn.

Da siehts im Ausland auch nicht besser aus, wenn man zum toten TV-Moderator (Ikone) nach England schaut ...

Gast: geoopster Heike
26.10.2012 21:00
15 4

Akte Priklopil

als korrekte Bezeichnung wird sich nach dem Willen des Boulevard wohl nicht mehr spielen.

Der Neuigkeitswert vom Cold Kas ist übrigens genau null, aufgeregte/r Wappler.

15 3

Dann können sie gleich damit anfangen,

herauszufinden, was Kampusch weiß, aber nicht sagt.

Antworten Gast: xxxx
27.10.2012 10:32
3 0

Re: Dann können sie gleich damit anfangen,

Wenn die auch weiß, dass die Ingwersocke supraflüssige Kommentare absondert, dann ist das kein Geheimnis.
Das stand gestern sogar auf dem Leopardpanzer auf der Rückseite am Heldenplatz, wenn ich mich recht entsinne.
Oder hab Ichs auf die Backbordseite gekritzelt?
Hmm?

0 2

Re: Re: Dann können sie gleich damit anfangen,

Weißt eh, die Dosis macht's. Reduzieren. Das tut anfangs weh, lohnt sich aber langfristig.

Re: Dann können sie gleich damit anfangen,

Damned! Gebt den FBIlern einen Kübel Wasser, und die finden´s raus. Die können sowas... ;-)

Gast: Zufall?
26.10.2012 18:15
7 2

Pädophilenring in GB

http://www.bbc.co.uk/news/uk-politics-20070093
" target="_blank">http://www.bbc.co.uk/news/uk-politics-20070093


Die eingefleischten VTler vermuten ja, dass mit derartig belastendem Material ein Teil unserer Eliten auf "Linie" gehalten wird.
Kampusch könnte natürlich Licht ins Dunkel bringen, dass sie es nicht tut, könnte verständliche Gründe haben.

Antworten Gast: geoopster Heike
26.10.2012 20:14
24 15

"zirkelschlussartige Argumentation"

(die Begründung eines Umstandes durch eine bloße Annahme, Verdachtsdiagnosen). Zirkelschlüsse gelten in der Wissenschaft als BEWEISFEHLER.

Hat sich in Österreich zu ein paar verschrumpelten Höchstrichtern noch nicht herumgesprochen ...

 
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