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RH zum Hauptbahnhof: „Unausgereifte Planungen“

01.11.2012 | 17:01 |  Von Andreas Wetz (Die Presse)

Die ÖBB weisen Kritik an der Kostenexplosion beim Bau des Hauptbahnhofs zurück. Dabei bemängelte 2010 schon der Rechnungshof deren Planungen. Seither stiegen die Kosten erneut.

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Wien. Mit einer geschätzten Bausumme von 422 Mio. Euro wurde 2003 bei Österreichs Steuerzahlern für den Bau des neuen Wiener Hauptbahnhofs geworben. Nun sollen es zumindest 1,001 Milliarden Euro werden („Die Presse“ berichtete). Laufende Vergrößerungen des Projekts machten es möglich. Und ein Blick in den Bauakt des Projektes zeigt: Schon vor über zwei Jahren hatte der Rechnungshof vor diesem Szenario gewarnt.

Obwohl die ÖBB die Zahlen an sich bestätigen, weisen sie Kritik an der Kostenexplosion als „oberflächlich“ und „falsch“ zurück. Zum einen habe man nicht auf das Ausweisen der Umsatzsteuer vergessen. Die Bahn dürfe diese nämlich im Sinne des Vorsteuerabzugs gegenverrechnen.

>> Der Rechungshofbericht als PDF

Und: Die Summe von 422 Mio. Euro, mit der das Megaprojekt sozusagen auf Schiene gebracht worden war, sei lediglich die Schätzung für ein „Vorprojekt“ gewesen, das mit dem Bauwerk, das derzeit auf dem Gelände des alten Südbahnhofs entsteht, wenig zu tun habe. Die ÖBB berufen sich dabei auf einen Bericht des Rechnungshofes aus dem Frühling 2010.

Wer das 140 Seiten starke Dokument aus den Archiven holt, kann darin allerdings nachlesen, dass die Prüfer des Bundes die umfangreichen Änderungen des Bahnhofes nicht positiv, sondern – Zitat – „äußerst kritisch“ bewerten. Und das, obwohl die Autoren des Berichtes ihr Verständnis für die „komplexe Aufgabenstellung“ des Großvorhabens sogar schriftlich festhielten.

Bund übernimmt Haftungen

Trotzdem: Den Anstieg der Schätzkosten von 422 auf damals noch 784 Millionen Euro interpretierte der Rechnungshof schon 2010 so, „dass unausgereifte Planungen die Basis für grundlegende Vereinbarungen über die im Rahmenplan enthaltenen Infrastrukturprojekte bildeten“. Anders formuliert bedeutet das, dass die ÖBB nach Ansicht der Kontrolleure Großprojekte auch ohne Baubeschlüsse faktisch in die Wege leiteten, ohne auch nur ungefähr zu wissen, wie viel sie am Ende den Steuerzahler kosten würden.

Immerhin übernimmt der Bund nach § 47 Bundesbahngesetz dafür auch die Haftungen. Zum Zeitpunkt des Rechnungshofberichtes betrugen diese 2,4 Mrd. Euro an Kapital sowie 2,4 Mrd. Euro an Zinsen und Kosten.

Die ÖBB rechtfertigten sich schon damals damit, dass mit den Kosten von 422 Mio. Euro aus dem Rahmenplan 2005 ein „wesentlich kleineres Projekt grob abgeschätzt“ worden sei.

Und dennoch verblieben die RH-Prüfer ausdrücklich bei ihrer Kritik. Stellenweise verschärften sie sie sogar. Die Vergrößerung des Vorhabens sei nämlich nicht immer unmittelbar mit dem Kernprojekt, dem Bau eines Durchgangsbahnhofs, in Zusammenhang gestanden und dafür verantwortlich, dass die Kosten stiegen. Auf Amtsdeutsch las sich das dann so: „Die Zusammenfassung von Infrastruktur– und Absatzanlagen sowie Immobilienprojekten in einem Gesamtprojekt – mit jeweils unterschiedlichen Finanzierungsträgern – verstärkte die Gefahr von fehlerhaften Kostenzuordnungen und von Kostenerhöhungen durch terminliche Abhängigkeiten.“

("Die Presse", Print-Ausgabe, 02.11.2012)

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39 Kommentare
 
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Gast: bpetz
04.11.2012 22:02
0 0

1 milliarde für ein Vogelhaus

Der nächste Wahnsinn in Österreich!
Wegen ein paar Durchgangsgleise, gleich ein Milliarde aus dem Steuertopf zu nehmen ist ein Skandal. Der alte Bahnhof, auf der Südseite um 2*2 Durchgangsgleise inkl Inselbahnsteig erweitert hätte es genauso getan. Meidlung funktioniert als Provesorium eigentlich prächtig. Bequem ist es nicht aber wofür ist der Bahnhof denn da. Zum ein und aussteigen, und ein paar beheizte Wartebereiche und Sanitärräume wären halt toll, aber sonst braucht es nix.

Eigentlich wollte und hat man mit den Immobilien/Grundstücken gezockt und erhofft dass dabei ein neuer Bahnhof rausspringt. Ein paar nicht gebrauchte Bürotürme sozusagen als "Privatinvestitition" werden die nötigen Euronen schon in die richtigen Kassen spühlen. Der Bahnhof ist Nebensache. Und der Steuerzahler hat dafür zu zahlen. Griechenland ist auch in Österreich.

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der skandal ist das presse-niveau .......

journalismus auf tiefstem boulevard-niveau.

ahnungslose redakteure verbreiten miese stimmungsmache, anstatt selber zu recherchieren und sich ein bild vom projekt zu machen.

Antworten Gast: A.C.
02.11.2012 14:38
1 0

Re: der skandal ist das presse-niveau .......

Das haben Sie jetzt unter diesem Artikel bereits 3 mal und sonst unzählige mal gepostet.

In den Forenbedingungen heißt es:

"Vermeiden Sie bitte das mehrfache Posten desselben Inhalts. Dies behindert die Lesbarkeit des Forums stark und stört den Diskussionsfluss."

Räumen SIe lieber in ihren wenig sauberen Reihen auf.


Re: der skandal ist das presse-niveau .......

Sind sie Honorarschreiber der SPÖ, oder der ÖBB?
Natürlich könnten sie auch in der Löwelstraße sitzten.
Nur keine Scham geben sie es einfach zu.
Geld brauchen wir alle, das ist keine Schande.

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aber

- ausgereifte Geldvernichtung.

Gast: Sauer G
02.11.2012 09:16
19 2

Unausgereifte SPÖ

"Unausgereifte Planungen“
Ursache und Folgen !

Antworten Gast: sowiesoirgendeiner
02.11.2012 09:49
11 0

Re: Unausgereifte SPÖ

Planung ab 2003, Baubeginn 2006
Regierung Schüssel II: 28.02.2003 - 11.01.2007

Antworten Gast: sowiesoirgendeiner
02.11.2012 09:32
10 0

Re: Unausgereifte SPÖ

Nur, dass die SPÖ damit nichts zu tun hatte. Planung und Baubeginn fallen in die Ära Schüssel.
Sie dürfen also noch einmal von vorne beginnen mit ihren Ursache/Wirkungs-Betrachtungen.

"„Die Zusammenfassung von Infrastruktur– und Absatzanlagen sowie Immobilienprojekten in einem Gesamtprojekt..."

die RH-kritik kurz gefasst:
die kosten sind gestiegen, weil zusätzliche shopping-meilen und wohnungen/büros ins reine bahnhofsprojekt hineingenommen wurden.

einerseits klingt das nach kuddelmuddel.
andererseits: wie sonst sollte man diese zusätzlichen investitionen (die wohl auch miete/verkaufserlöse bringen werden) umsetzen? durch eigene errichterfirmen? DAS wäre garantiert noch teurer.

allerdings ist eine problematik dieser vermengung offensichtlich: ein presse-redakteur versteht den inhalt des rh-berichts nicht und stellt die sache so dar, als wären die schienen um vieles teurer geworden.
ahnungslosigkeit des 'redakteurs'? oder bewusste fehlinterpretation zwecks leserverdummung?

Re: "„Die Zusammenfassung von Infrastruktur– und Absatzanlagen sowie Immobilienprojekten in einem Gesamtprojekt..."

Nun ja, Ihr Einwand greift, so finde ich, zu kurz. Natürlich kann man sagen: Mehr Leistung kostet mehr Geld. Ob das ständige Vergrößern und Abändern eines offenbar kleineren Projekts sinnvoll, wirtschaftlich und fair gegenüber den Steuerzahlern ist, ist eine andere Frage. Wenn ich den Rechnungshofbericht lese, war ja offenbar auch der Rechnungshof da sehr skeptisch.

Gast: total crash
02.11.2012 08:17
18 2

Kostenexplosion ?

Ein Schelm wer denkt,da sind/ist verwirrend- parteiliche Anerkennungspräsente ,Freunderl & Habara und sonstig Honorige überzeugt worden, dass sie ein Kouverterl verloren haben und das das soeben gefundene Kouverterl ihnen gehört.

Gast: Baenkster
02.11.2012 07:06
16 2

ÖBB

da glaubt man immer wieder, man liest über Griechenland...

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wann wird der fpö rechnungshofchef,

endlich abgesetzt!

Re: wann wird der fpö rechnungshofchef,

wer es schafft, in einem plastiksackerl bestechungsgeld zu seinem jörgi zu bringen, der ist auch für den rh qualifiziert!

Antworten Antworten Gast: Tonus
02.11.2012 17:23
0 0

Re: Re: wann wird der fpö rechnungshofchef,

Sie verwechseln da wohl den Elsner und den Konsumfallisten

Re: Re: Re: wann wird der fpö rechnungshofchef,

nein, ich verwechsle hier nichts.

der heutige rh-chef moser hat seinerzeit als blauer clubdirektor laut zeugenaussagen 5 mio schilling, die haider von turnauer im plastiksackerl bekommen hat, in empfang genommen.
in einem anderen fall hat er eine ähnlich hohe summe in der kanzlei böhmdorfer deponiert.
leider wurden die staatsanwaltlichen untersuchungen in der zeit vor der existenz einer korruptionsstaatsanwaltschaft (also in der 'guten alten Zeit') eingestellt weil "Niemand schreit, das Geld ist weg, keiner will es angenommen haben. Da war außer einer Einstellung nichts zu machen."

Antworten Antworten Gast: NN
02.11.2012 14:54
0 0

Re: Re: wann wird der fpö rechnungshofchef,

ist das nicht usus unter "sozial"demokraten?

http://diepresse.com/home/wirtschaft/economist/599068/PlastiksackerlKredit_Fussfessel-fuer-Hermann-Gerharter

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die presse - null ahnung von so einem tollen projekt ...

da sind durch die bank österreichische weltmarktführer-firmen beschäftigt.

die voest mit den winterfesten weichen in einem stück, die firma unger-stahl mit dem spektakulären flugdach.

und natürlich muß ein derartiges projekt auf umgebung und zeitplan anderer (wiener linien, straßenbau, anrainer, etc.) rücksicht nehmen.

nur der rechnungshof meint: nichts um die anderen sch ......, das erhöht nur die kosten.

Gast: Bärenfalle..
01.11.2012 22:18
19 2

Halb so wild ...

Ist ja nur Geld

Einfach bei Draghi anrufen und der tippt gegen ein paar sichere öst. Staatsanleihen schnell mal ein paar Milliarden in seinen Rechner und überweist ans FMA.


Gast: bahnfahrer
01.11.2012 21:30
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traurig

es ist traurig und unverständlich, dass bahn so tun, als wäre nichts gewesen. kostensteigerungen?musste leider sein. der Bürger hat keine wahl. schuldig sind wie immer die überbringer der schlechten nachrichten.

uns geht es offensichtlich noch immer nicht schlecht genug, um dieser ganzen beschwichtigungs- und schönfärb-maschinerie endlich entschieden entgegen zu treten. :)

Gast: bahnfahrer
01.11.2012 21:29
16 2

traurig

es ist traurig und unverständlich, dass bahn so tun, als wäre nichts gewesen. kostensteigerungen?musste leider sein. der Bürger hat keine wahl. schuldig sind wie immer die überbringer der schlechten nachrichten.

uns geht es offensichtlich noch immer nicht schlecht genug, um dieser ganzen beschwichtigungs- und schönfärb-maschinerie endlich entschieden entgegen zu treten. :)

traurig

Die ÖBB halten sich ganz offensichtlich nicht an Empfehlungen des Rechnungshofes. Bei Kritik schlagen sie dann wild um sich, vergattern ihre Vasallen zum Kampfposten hier im Forum um anschließend weiterhin das Geld des Steuerzahlers leichtfertig an Strabag, Porr und Konsorten zu verteilen. Ist da irgendjemand?

Re: traurig

ich finde es eher traurig, dass sie wie viele andere hier (und auch der 'redakteur') eine leseschwäche haben!

es steht doch sogar im RH-bericht ausdrücklich, dass die kostensteigerung auf zusätzliche IMMOBILIENprojekte zurückzuführen ist.
auf deutsch: es werden mehr shopping-möglichkeiten gebaut, als ursprünglich geplant. es werden mehr wohnungen/büros gebaut.
ich bin kein genauer kenner des wiener immobilienmarktes, aber wenn diese shops/wohnungen/büros beim vermieten/verkaufen geld bringen werden, dann handelt es sich um eine INVESTITION und nicht um eine von kampfpostern verteidigte steuergeldverschwendung.

daher meine empfehlung an sie: zuerst lesen, dann denken und dann erst kampfposten!

Antworten Gast: Dr. Eisendraht
01.11.2012 22:01
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Re: traurig

Aus der Differenz zwischen Plan und Ergebnis lassen sich viele Inserate für den Fayrbrecher schalten

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Re: traurig

Haha, keine Argumente, aber andere Leute als Kampfposter bezeichnen. Sie sind schon ein ganz Lustiger.

Antworten Antworten Gast: sid
02.11.2012 09:46
11 0

Re: Re: traurig

-der RH kritisierte schon vor 2 Jahren
-der ÖBB war's Wurscht
-jetzt reagieren sie gereizt auf Kritik

sorry, aber die Argumente fehlen nur bei ihnen.
Mir stellt sich nur die Frage: Warum reagieren SIE so gereizt?

(schön blöd, wenn man diktiert bekommt, was man zu schreiben het, gelle?)

 
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