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Schmierereien: Feindbild Islam an der Wand

06.07.2009 | 18:22 |  ERICH KOCINA (Die Presse)

Islamfeindliche Parolen sind auf dem Vormarsch. Muslime klagen über zu wenig Bewusstsein für Hetze gegen Islam. Auch Neonazi-Beschmierungen nehmen derzeit zu.

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WIEN. „Einst: Jud – jetzt: Moslembrut“. Dieser Spruch ist – in leichten Variationen – zuletzt häufig als Graffiti an Wänden aufgetaucht. An der KZ-Gedenkstätte Mauthausen im Februar, im Juni an der Tür eines Linzer Kindergartens und vergangene Woche auf einer Absperrvorrichtung vor dem Wiener Westbahnhof.

Für Karim Saad vom Dokumentationsarchiv Islamophobie ein krasser Fall von Islamfeindlichkeit. Ein Thema, das seiner Ansicht nach nie beim Namen genannt werde. Ständig werde von Rassismus und Ausländerfeindlichkeit gesprochen. In ein ähnliches Horn stößt Tarafa Baghajati, Mitgründer der Initiative muslimischer ÖsterreicherInnen: „Nach den Schmieraktionen in Mauthausen hat keine einzige Partei die Islamfeindlichkeit thematisiert“, meint er.

 

„Deckmantel Frauenrechte“

Man habe sich – „richtigerweise“ – gegen Antisemitismus ausgesprochen, gleichzeitig auch gegen Fremdenfeindlichkeit. Doch Muslime seien mit keinem Wort erwähnt worden. Eine deutliche Islamfeindlichkeit würde auch unter dem Deckmantel anderer Themen verbreitet – etwa die Kopftuchdebatte unter dem Aspekt der Frauenrechte, so Baghajati.

Polizei und Verfassungsschutz ermitteln in puncto Schmieraktionen in Hinblick auf das Verbotsgesetz und den Verdacht auf Verhetzung. „Das ist ein Offizialdelikt“, sagt Rudolf Gollia, Sprecher des Innenministeriums, „und die Polizei hat dem nachzugehen.“

Im österreichischen Verfassungsschutzbericht wurden diese Delikte bisher allerdings nur unter den Punkten Rechtsextremismus, Fremdenfeindlichkeit/Rassismus und Antisemitismus ausgewertet, in Zukunft soll die Statistik der Tathandlungen auch um den Punkt „Islamophobie“ erweitert werden.

Ob hetzerische Schmierereien tatsächlich zunehmen, ist empirisch derzeit aber nicht so leicht zu beantworten. Ein systematisches Monitoring gibt es nämlich nicht. Bekannt sind nur die Fälle, die dem Antirassismusverein Zara von aufmerksamen Passanten gemeldet werden. Dort hat man 2008 insgesamt 64Fälle gezählt, den überwiegenden Teil davon in Wien. 2007 waren es noch 251, im Jahr 2006 sogar 793 gewesen.

 

Bewusstsein gesunken

Den Rückgang führt man bei Zara aber nicht darauf zurück, dass es weniger Fälle gäbe, sondern dass es 2006 zwei Sensibilisierungskampagnen gegeben habe, die in den Jahren darauf nicht weitergeführt wurden. Danach seien Wachsamkeit und Bewusstsein in der Bevölkerung wieder gesunken.

Im aktuellsten Bericht ist der Anteil islamfeindlicher Beschmierungen mit fünf Prozent gering, dazu kommen neun Prozent mit antitürkischen Beschimpfungen. Am häufigsten (52 Prozent) wurden 2008 Schmierereien gemeldet, die unter dem Punkt „Hakenkreuze und Antisemitisches“ zusammengefasst sind. Und die Meldungen von Neonazi-Beschmierungen, heißt es bei Zara, würden derzeit eher zunehmen.

Auf einen Blick

Schmieraktion: Im Februar wurde eine Wand der KZ-Gedenkstätte Mauthausen mit einer antisemitisch/islamfeindlichen Parole beschmiert. Ein ähnlicher Spruch fand sich im Juni an einem Linzer Kindergarten und im Juli am Westbahnhof. Österreichs Muslime klagen, dass Islamfeindlichkeit häufig nur als Fremdenfeindlichkeit oder Rassismus gesehen wird.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 07.07.2009)

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201 Kommentare
 
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hat die zensur in der schule gelernt, was man mit zensoren anno 1848 gemacht hat?

ich schreibs jetzt nochmal:

ich bin doch nicht blöd, daß ich mir ein zweites babylon vor die tür bauen lasse. es hat damals nicht funktioniert und bevor der turm in heutiger zeit auch nur geplant ist, scheitert er schon an der vorbereitung. auch wenn es sich da einige ewige trotteln in den kopf gesetzt haben, es hier in mitteleuropa nochmals zu versuchen, es wird nicht funktionieren und ich werde an diesem "experiment" sicher nicht teilnehemen bzw. es bis zum letzten atemzug bekämpfen. wie gesagt, ich bin doch nicht blöd...

untertan
07.07.2009 19:26
0 0

Mehr wird es durch die Arbeitsplatzverluste werden.

Die in sicheren Arbeitsplätzen ihre Hintern wärmen, Beamte, Bankangestellte, öffentlich bedienstete Vertragsangestellte, im Gesundheitswesen Tätige und in anderen geschützten Bereichen, dann die Pensionisten haben andere "Sorgen". Nicht um den Arbeitsplatz. Sondern wie sie ihren Lebensabend möglichst genießen können. Und aus ihren Reihen kommt kein "Schmierer".

Gast: sid
07.07.2009 17:14
2 2

islamfeindlich ??

wenn sich sunniten und schiiten gegenseitig hassen, in die luft sprengen oder sonst irgenwie umbringen nennt man es machtkampf. aber wehe, wenn europäer die muslime nicht mögen nennen es die linken gutmenschen islamophobie.

Re: islamfeindlich ??

sollns es nennen wies wollen, der isla¿m ist in europa unerwünscht und daran werden sich die gutlinxn gewöhnen müssen. ich werd mir doch von ein paar realitätsfernen spinnern kein zweites babylon vor die tür bauen lassen...

Antworten Gast: sirnicha
07.07.2009 20:27
0 0

Re: islamfeindlich ??

bei dir hat die dummheit gesiegt, oder?

Gast: Nudelauge
07.07.2009 17:09
2 2

Alle können bleiben - nur die Türken zurück nach

Anatolien, da gehören sie nämlich hin!

Dann können¿s einem Kurden sagen " ich weiss wo dein Haus wohnt", der wird im dann eine ädequate Antwort geben, dann weiss Ali - ich bin endlich wieder daheim!


Gast: miami bass
07.07.2009 16:32
3 3

keine moslems in europa

dann gibts auch keine islamophobie.

diese angst vor moslems haben die moslems selber verursacht mit ihren terrorisierung der weltbevölkerung.

Antworten Ophicus
07.07.2009 21:08
0 0

Re: keine moslems in europa

Es gibt nicht "die Moslems".
Eine Studentin mit iranischen Wurzeln die in Wien lebt und arbeitet, mit österreichischen Freunden deutsch spricht usw. kann für den Terror eines Osama Bin Laden genausoviel wie Sie für die Folter in Guantanamo.

Es gibt einen große Menge von islamistischen Fanatikern auf der Welt und leider breiten die sich auch bei uns aus. Das ist ein Problem und darf nicht weggeleugnet werden. Aber deswegen im Namen einer abstrusen Kollektivschuld alles muslimische zu jagen ist auch nicht besser.

0 0

Re: Re: keine moslems in europa

leider erleben wir zur zeit eine renaissance und radikalisierung des islam in den heimatländern und das hat klarerweise auch auswirkung auf die europäische und ausserislamische diaspora.

mfg
mc

Re: Re: keine moslems in europa

es ist aber nunmal so, daß sich der islam in wien extrem feindseelig darstellt. spazierens mal wuer durch favoriten und sprechens ein paar musln an. wenn man ihnen nicht grad vor die füße spuckt, dann habens eine in der goschn oder wenns fragen, was die denn eigentlich in wien wollen, dann könnens mit einer leberprellung und einer gerissenen milz rechnen. es sei denn sie gehen mit vier freunden spazieren und fragen einen einzelnen turk-angehörigen. der wird ihnen dann das blaue vom himmel heruntererzählen, wie lieb und nett er doch ist und was für großartige berufliche ziele er doch hat. wenn er aber das handy zückt, dann würde ich die füße unter die arme nehmen, weil in 5 minuten hat er seine 10 brüder und 20 onkeln herbeizitiert und dann gibts rambazamba.

das ist leider die realität in wien. und aufgrund von diversesten medienberichten und dokumentationen stellt sich der islam europaweit so dar. die ganz wenigen, die brav studieren, wie sie sie beschreiben, die werden auch in favoriten ihre probleme haben. insofern orientiere ich mich an der (bei weitem) überwiegenden mehrheit und sage ganz einfach: der islam als solches ist schlecht. er ist der untergang der welt. (wenn wir ihn nicht auf ewig in die schranken weisen.)

Antworten huhu
07.07.2009 17:06
0 0

Re: keine moslems in europa

Hacken Sie sich auch den Kopf ab, wenn Sie Kopfschmerzen haben?

Antworten Antworten Gast: Crusader
07.07.2009 19:56
0 1

Re: Re: keine moslems in europa

Nein nur dem Problem....

Antworten Antworten Antworten huhu
09.07.2009 11:08
0 0

Re: Re: Re: keine moslems in europa

Na, da hammas kapiert, gell...?

*kopfschüttel*

Antworten B.Kiddo
07.07.2009 16:44
1 2

Re: keine moslems in europa

Wie schön wär erst eine Welt ohne Menschen - ein Paradies auf Erden, nicht wahr.

Gast: gast
07.07.2009 16:27
1 2

Na dann gehts doch endlich zurück in

euer heimatland, liebe moslems, dort kann euch sowas nicht passieren!

analogo
07.07.2009 16:06
2 1

Skespis od. Feindbild ? Fremdkulturen ...

Leider wird d. Multikulti Aberglaube noch immer halluziniert von d. Grünen...Siehe Schmelztiegel Wien,islamische/türk. Vierteln in einigen Bezirken in Wien, ebenso "Jugo "Gebiete/u.Teilghettos .Noch trifft man sich friedlich beim Sozialamt od. AMS. Wie lange noch soll die österr. Gesellschaft dies noch verkraften müssen ? Ein Fehlverhalten der Politik (d.polit. Elite) ist offensichtlich. Die Integration gilt als ziemlich gescheitert (nur ein Bruchteil d.Zuwanderer Masse ist gut integriert). Die Hauptproblematik betrifft den fehlenden Integrationswillen von bestimmten etnischen Gruppen, meistens Fremdkulturen u.a. Asiaten(=Türken) od. Afrikaner (leider d.ungeschminke Wahrheit/Analyse) um es auf d.Punkt zu bringen. So kann es nicht weitergehen !!!

Antworten curcuma
07.07.2009 17:43
0 0

Re: Skespis od. Feindbild ? Fremdkulturen ...

verdanken wir den rot-grünen totengräbern dieser republik.

Steininger
07.07.2009 15:39
1 0

Oh, ich bin auch islamfeindlich,

aber nur soweit ich allen Religionen feindlich bin, in dem ich Religion überhaupt für einen schädlichen Obskurantismus halte.

Gast: Leviathan
07.07.2009 15:23
0 0

Hehe

Die Presse ist nicht auf den Gedanken gekommen, die eigene Leserkommentare zu studieren ...?

Gast: Crusader
07.07.2009 15:07
0 0

Na da macht die Zensur wieder den Bückling!

Man weis ja nie wann die Scharia kommt...gell?

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Statistik der Tathandlungen

"Im österreichischen Verfassungsschutzbericht wurden diese Delikte bisher allerdings nur unter den Punkten Rechtsextremismus, Fremdenfeindlichkeit/Rassismus und Antisemitismus ausgewertet, in Zukunft soll die Statistik der Tathandlungen auch um den Punkt „Islamophobie“ erweitert werden."

Bei uns im Gemeindebau gibt es in etlichen Stiegen österreich- und christenfeindliche Schmierereien. Wird die Statistik der Tathandlungen auch um diese beiden Punkte erweitert? Was sagt die Zara eigentlich dazu?

"Polizei und Verfassungsschutz ermitteln in puncto Schmieraktionen in Hinblick auf das Verbotsgesetz und den Verdacht auf Verhetzung. „Das ist ein Offizialdelikt“, sagt Rudolf Gollia, Sprecher des Innenministeriums, „und die Polizei hat dem nachzugehen, was selbstverständlich weit höhere Priorität hat, als den Anstieg der Kriminalität in den Griff zu bekommen. Wir füllen die Gefängnisse mit österreichischen, jugendlichen Schmierern und zeigen Einbrecherbanden aus Osteuropa auf freiem Fuß an. Um solch sinnwidrige Amtshandlungen vorzunehmen, testen wir, Justiz und Polizei, zunächst die Beute des Rauschgiftdezernats auf seinen Wirkstoffgehalt."

Antworten untertan
07.07.2009 19:40
0 0

Re: Statistik der Tathandlungen

Das Multikultibeispiel aus den USA dürfte nicht Warnung genug gewesen sein. Das ganze Integrationsgelaber bleib Wunschdenken. Je größer eine Bevölkerungsgruppe ist, deste unwahrscheinlicher wird die Integration. Das ist Realismus. Die Religion wird nur als Vorwand benutzt. Die Ausdünnung der Sozialleistungen, die Reduktion der Einkommen durch die Billigkonkurrenz, der überproportionale Anspruch auf Sozialleistungen. Das ist der wahre Grund der Animositäten. Denn immer mehr ÖSIS erkennen, daß ihr so mühsam aufgebauter Sozialstaat durch die immer zahlreicher werdenden Zuzügler ausgehöhlt wird.

Gast: Marquis
07.07.2009 13:01
1 0

Ursachenforschung

Wir wir wissen sollten hat die Moral keine unbedingte Geltung sondern ist entweder Zweck-Gebunden oder nutzlos.
Wir wir weiter wissen reicht das Bewusstsein der Meisten nicht aus sich heraus.
Was wir auch wissen sollten ist das wenn man sich selbst fremd ist folgernd das Fremde zum Feind wird.
Folgernd sind wir fuer dies alle selbsverantwortlich und nicht eine abstrakte Welt.
Jedoch ist es tragischerweise am einfachsten dies sich selbst nicht einzugestehen.

Antworten cybercon
07.07.2009 15:51
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Hä??


Bjargi
07.07.2009 12:54
0 0

Interessant!

Es gibt scheinbar tatsächlich ein "Dokumentationsarchiv Islamophobie" in Österreich.

Tu felix Austria...

 
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