25.05.2012 23:29 | Meine Presse Merkliste 0

Detlef Wimmer: Der Stadtwächter von Linz

25.04.2010 | 18:36 |  GEORGIA MEINHART (Die Presse)

Der Obmann der Freiheitlichen in Linz hat einen „Ordnungsdienst“ durchgesetzt. Gegen den vor den Wahlen deklarierten Willen der übermächtigen SP.

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Die Bücher im verglasten Holzschrank hat Detlef Wimmer selbst ausgesucht: „Germania“ von Tacitus steht da, auch „National und liberal. Die Geschichte der dritten Kraft in Österreich“, von Dieter Grillmayer, oder Heinrich Drimmels „Österreichs Sternstunden“.

Als der Fünfundzwanzigjährige nach den Gemeinderatswahlen im vergangenen Herbst Raum 5001 im Neuen Linzer Rathaus bezog, veränderte er, abgesehen von der privaten Bibliothek, kaum etwas. Derselbe Orientteppich, dieselbe historische Stadtansicht, dieselbe japanisch anmutende Stehleuchte, wie sie schon seine nun pensionierte Vorgängerin für das Büro ausgesucht hatte. Damals besetzte es noch die SPÖ, nun nimmt er von hier aus seine kommunalpolitischen Agenden wahr.

Den Stadtratsposten hatten die Freiheitlichen 2003 verloren, es war Wimmer, der ihn letzten September im Aufwind der erstarkten FPÖ wiedergewann. Für ihn wurde auch ein neues Ressort geschaffen: Wimmer, im Ring freiheitlicher Jugend sozialisiert, ist nun Sicherheitsstadtrat und soll nach Grazer Vorbild die umstrittene Stadtwache aufbauen: achtzehn Mann, die gegen Lärm, Müll, Bettelei, Verstöße gegen Leinenpflicht oder auch für die Beseitigung von Hundekot eintreten sollen. Die SP hatte die Truppe nicht gewollt, bis sie bei den Wahlen ihre absolute Mehrheit (von 34 auf 26 Mandate der insgesamt 61) verlor und Bürgermeister Franz Dobusch erklärte, mit dem Sicherheitsressort und der Stadtwache die richtige Reaktion auf den Wählerwillen gefunden zu haben.

 

„Ehre, Freiheit, Vaterland“

Er trägt eine randlose Brille, ein blaues Hemd zum Trachtenanzug mit Hirschknöpfen. „Heimat“ sei wichtig, sagt er, sie müsse beschützt werden, Integration, „Multikulti“ funktionierten nicht, meint Wimmer. „Zuwanderung kann außerdem keine Antwort auf gesellschaftspolitische Fragen sein: Man muss heimische Familien besser unterstützen, Frauen, die überdurchschnittlich viele Kinder hätten, dürfen nicht belächelt werden.“ Integration als Miteinander der Kulturen lehnt Wimmer ab: Der Heimatbegriff werde „durch Zuwanderer, die nicht Deutsch sprechen und sich nicht zu unseren Sitten und Gebräuchen bekennen“, verwässert.

Die Schmisse im Gesicht und über Wimmers linkem Ohr zeugen von blutigen Mensuren für die schlagende, deutschnationale Burschenschaft Arminia Czernowitz. Vor einem Jahr geriet sie in die Schlagzeilen, als sie unter dem Motto „Ehre, Freiheit, Vaterland“ einen Festkommers in den Redoutensälen des Landestheaters abhielt. Das Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes stuft die Korporation als rechtsextrem ein.

 

Stärke am rechten Rand

Tendenziell, wird Wimmer nachgesagt, habe er innerparteilich unter anderem durch die Personalpolitik im Gemeinderat den rechten Rand gestärkt und die gemäßigten Freiheitlichen vergrault. Seiner Fraktion gehören unter anderem etwa der deutschstämmige Horst Rudolf Übelacker, ein früherer Aktivist der rechtsextremen „Republikaner“, sowie auch Sebastian Ortner, ein ehemaliger Aktivist der Neonazi-Organisation VAPO, an, die für die Neugründung der NSDAP eingetreten ist. Was in Bezug auf seine Mitarbeiter, die alle „unbescholtene Bürger“ seien, zähle, sei, betont Wimmer, „ein untadeliger Lebenswandel, und ob sie auf dem Boden einer freiheitlichen Gesinnung stehen“.

Unbescholten sind Wimmers Meinung nach auch die der Wiederbetätigung angeklagten Mitglieder des Bundes Freier Jugend (BfJ), nachdem sie 2007 von einem Schöffengericht freigesprochen worden ist. Kontakt zu ehemaligen BfJ-Mitgliedern pflegt Wimmer wie eh und je, auch wenn das bekanntlich der Grund dafür gewesen ist, dass ihm vom Verteidigungsministerium eine Offizierslaufbahn verwehrt worden ist. Eine Intrige politischer Gegner, glaubt Wimmer.

 

„Mehr Kinder als der Durchschnitt“

Aktuell beschäftigt ihn aber nicht nur die Stadtwache – er hat auch ein privates Projekt: In Kürze kommt sein erstes Kind zur Welt. Es soll aber nicht das einzige bleiben: Der Obmann der FPÖ Linz und seine 20-jährige Frau Angelika – sie studiert derzeit Jus – wollen nämlich viele Kinder. Wie viele? „Jedenfalls mehr als die österreichische Durchschnittsfamilie“, sagt er.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 26.04.2010)

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20 Kommentare
Gast: gerlind
04.05.2010 09:11
1 0

detlef und seine kameraden

hier wieder mal ein beitrag mehr dazu, mit welchen personen sich der liebe detlef umgibt: http://alpendodelinfo.wordpress.com/2010/05/03/burschenschaft-arminia-antisemit-zum-vortrag-naziplakat/

Gast: gast
03.05.2010 15:23
0 0

zum DÖW

Zum DÖW fällt mir nur ein Satz ein:

Das größte .... im ganzen Land, das ist und bleibt der Denunziant!

Gast: Heribert Schiedl
01.05.2010 13:22
0 0

Einschätzung des DÖW

Ich kann mir nicht wirklich vorstellen, dass Burschenschaften ihre politische Arbeit nach einem Persilschein des DÖW ausrichten. (oder auch sonst irgendjemand Wert auf die Meinung dieses Hetzvereines legt.)

www.burschenschaft.de

Gast: andreas peham
29.04.2010 09:27
0 0

DÖW-einschätzung

ja, das döw hat seine einschätzung, wonach die arminia dem rechtsextremen milieu zuzurechnen sei, 2009 nach deren austritt aus der (eben rechtsextremen) burschenschaftlichen gemeinschaft nicht mehr aufrecht erhalten! dass dies aber nicht als persilschein zu verstehen ist, zeigt etwa die tatsache, dass die arminen für den 30. 4. einen vortrag mit richard melisch planen. bei melisch handelt es sich um einen antisemitischen verschwörungsmystiker ohne berührungängste zum neonazismus im in- und ausland...

www.doew.at

parapente
27.04.2010 11:17
0 0

Ich weiss nicht, was daran so böse sein soll?


Laut (NÖ !!) Gemeindeordnung liegt die Aufrechterhaltung von Ordnung und Sicherheit im eigenen Wirkungsbereich des jeweiligen BÜRGERMEISTERS!

Bundespolizei gibt es nur in Gemeinden, die sich eine eigene (Stadt)-Poizei nicht leisten wollen oder können.

Linz aber will - und kann. Und was jetzt??

Piwoli
27.04.2010 01:00
0 1

Samma wieder so weit

Statt Heimwehr und Schutzbund gibts jetzt dann eine Stadtwache. Die wird dann bei künftigem Bedarf auf die Polizei feuern.

An unsere Politiker in bester Kreisky-Tradition: Lernen's Geschichte meine Herren!

Gast: Dreyfuss
26.04.2010 17:27
0 0

Weiß nichts

Bitte , der ist 25 Jahre alt.
Als er aufwuchs waren die Totalitären Regime Europas am Ende.
Also kann ihm nicht einmal bewußt sein was es heißt im Kalten Krieg zu leben.

Und was Schmisse angeht , zeugen sie eher davon,das man ein schlechter Fechter ist.
Weil man sie ursprünglich dem Verlierer , zur Demütigung ins Gesicht schnitt

Gast: Joseph II
26.04.2010 15:23
0 1

Und wieder 10 Kinder

um die sich keiner kümmert.

Hutten
26.04.2010 14:20
1 0

von wegen "rechtsextrem"

Das DÖW hat die Definition der akad. B! Arminia Czernowitz als rechtsextrem längst widerrufen.

Es zeugt nicht unbedingt von der Qualität einer Zeitung, wenn offensichtlich falsche bzw. veraltete Informationen veröffentlicht werden.

Antworten Gast: Leser54964
26.04.2010 15:23
0 0

Detelef,

bist du's?

Gast: Finsy
25.04.2010 20:26
2 1

und

Detlef ist aber auch kein österreichischer, sondern ein deutscher Vorname - da wird wohl der Apfel nicht weit vom deutschen Stamm gefallen sein.

Antworten Gast: Österreicher mit Leib und Seele!
26.04.2010 15:24
0 0

Deutsche nach Deutschland

und bei uns herrscht endlich Ruhe!

Antworten Gast: hutten
26.04.2010 14:07
1 0

Re: und

Folgt man dem Staatsvertrag von 1955, so muss man feststellen, dass es autochthone Minderheitsvölker gibt (zB kroatische und slowenische Minderheit im Burgenland, in Kärnten und in der Steiermark). Diese Minderheitsvölker werden über Sprache, Kultur und Abstammung definiert.

Wenn es also verfassungsgemäß Minderheitsvölker gibt, muss es im Umkehrschluss auch ein Mehrheitsvolk geben. Dieses Mehrheitsvolk ist (per Definition über Sprache, Kultur und Abstammung) deutsch.

Wenn man also kein kroatischer oder slowenischer Österreicher ist, muss man wohl oder übel ein deutscher Österreicher sein.

Die ständige Abgrenzung vom "Deutschtum" ist also falsch und völlig überflüssig.

Antworten Antworten Gast: Detlev
26.04.2010 17:22
0 0

Re: Re: und

Folgt man der Definition weiter , dann sind Deutschnationale Hochverräter am Staat Österreichs , da sie dessen Existenz leungen.

Antworten Antworten Gast: Brech
26.04.2010 15:21
0 0

Und die Amis

sind Engländer, weil sie Englisch sprechen. Soso.

Antworten Antworten Antworten Gast: Besserwisser
26.04.2010 17:28
1 0

Re: Und die Amis

Wenn die Sprache, Kultur und Abstammung angel-sächsich ist, dann gehören sie zur angel-sächsischen Volksgruppe. Egal ob sie in Amerika oder in England geboren sind.

(Wird eine Katze in der Fischhandlung geboren, dann ist sie noch lange kein Karpfen!)

Gast: Steffen
25.04.2010 19:27
2 2

Republikaner

Die Republikaner sind keine rechtsextreme Partei, weshalb sie auch nicht vom Verfassungsschutz beobachtet werden. Vielmehr sind die Republikaner rechtskonservativ und demokratisch, was inzwischen auch allgemein bekannt ist.

Antworten blablub
26.04.2010 08:37
0 1

Re: Republikaner

Und wieder hat ein lustiger Rechter sein Stehsatzerl auswendig gelernt....gut gemacht!

Solche hatten wir in den letzten Wochen öfters: "Ich distanziere mich hiermit von ...."

Natürlich "extrem" wirkt bei eventuellen Wechselwählern abschreckender als "konservativ", aber die widerliche Ideologie bleibt die gleiche.

Antworten Antworten Hutten
26.04.2010 14:26
0 0

Re: Republikaner

Und wieder hat ein lustiger Gutmensch sich nicht mit Inhalten beschäftigt, sondern lieber mit populistischen Schlagwörtern umsichgeworfen....gut gemacht!

Solche hatten wir in den letzten Wochen (auch schon) öfters.

Antworten Antworten Antworten Gast: Hohenberg
26.04.2010 15:22
0 0

Inhalte?

Mach dich nicht lächerlich.