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Stadtwache für Wien: "Täglich grüßt das Murmeltier"

28.06.2010 | 21:11 |  KLAUS STÖGER (Die Presse)

Über die Zusammenlegung aller Wiener Ordnungsdienste zu einer Stadtwache wird seit Jahren diskutiert. Die ÖVP wird am Mittwoch einen neuerlichen Vorstoß unternehmen.

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WIEN. Die Wiener ÖVP unternimmt morgen wieder einmal einen Anlauf zur Einführung einer Stadtwache. Diese seit Jahren von der ÖVP gebetsmühlenartig geforderte – und von der SPÖ stets ebenso postwendend immer wieder abgelehnte – Zusammenlegung aller Wiener Ordnungsdienste wird Mittwochnachmittag in Form eines dringlichen Antrags im Gemeinderat behandelt. Es ist zu erwarten, dass der ÖVP auch diesmal kein Erfolg beschieden sein wird.

Dort ist man dennoch hartnäckig: Immerhin hat die ÖVP bisher nicht weniger als 18 Anträge zu diesem Projekt in Gemeinderat und Landtag eingebracht. Und fast ebenso viele Wortführer haben sich dafür stark gemacht. Im vergangenen Jahr waren vor allem Sicherheitssprecher Wolfgang Ulm und Ex-VP-Wien-Chef Johannes Hahn in dieser Frage federführend.

Nun versucht sich Landesparteiobfrau Christine Marek verstärkt in die Sicherheitsthematik einzubringen. Beobachter meinen, sie wolle sich damit als künftige Sicherheitsstadträtin positionieren. „Wir wollen entgegen der Propaganda der SPÖ keinen neuen Wachkörper. Daher ist auch eine Änderung der Bundesverfassung nicht notwendig“, meinte sie am Montag. Wien könne die Stadtwache „ganz alleine umsetzen, wenn der politische Wille der SPÖ da ist“.

Marek sieht sich durch einen Gemeinderatsbeschluss in Linz im Aufwind: Dort haben SPÖ (sie stellt in Linz den Bürgermeister), ÖVP und FPÖ eine Stadtwache beschlossen, die am Ende des Sommers ihre Tätigkeit mit vorerst 18 Mann aufnehmen wird. „Was in Linz geht, muss auch in Wien möglich sein“, fordert nun Marek.

Die SPÖ lehnt diese Forderungen ab. Dort sieht man bis heute keine Notwendigkeit, die einzelnen Überwachungstruppen – die Opposition spricht je nach Definition von 15 bis 20 – zu einer gemeinsamen Einheit zusammenzuführen. Vielmehr sei es Aufgabe des Bundes, für mehr Polizisten zu sorgen. SP-Sicherheitssprecher Godwin Schuster zur „Presse“: „Reden wir lieber ernsthaft über Kriminalitätsbekämpfung und nicht über Kosmetik.“ Er hat bereits im März zum Thema Stadtwache in Richtung ÖVP gemeint: „Und täglich grüßt das Murmeltier.“ Das Thema sei mittlerweile so spannend wie ein „ausgelutschter Kaugummi“.

Die Wiener Polizei hält sich seit Jahren aus dieser Diskussion heraus. Dort wird stets diplomatisch beteuert, man freue sich über jede Arbeitsentlastung. Wie die Stadt Wien allerdings ihre Ordnungskräfte organisiere, sei allein Sache des Magistrats. Auch aus dem Innenministerium waren bisher keine konkreten Aussagen dazu zu hören. Sehr wohl nahm man dort aber zur Einführung eines Sicherheitsstadtrates Stellung: Das hat Innenministerin Maria Fekter im Juni 2009 klipp und klar gefordert. SP-Sicherheitssprecher Schuster dazu: „Was soll ein Sicherheitsstadtrat für Kompetenzen haben? Für die Polizei ist der Bund zuständig.“

29 neue Ordnungshüter


Unterdessen wurden gestern, Montag, wieder neue Ordnungshüter angelobt. Die 29 neuen Bediensteten, darunter auch mehrere Frauen, gehören zu jener Truppe, die den ruhenden Verkehr in der Stadt überwacht (sogenannte „Weißkappler“).

("Die Presse", Print-Ausgabe, 29.06.2010)

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18 Kommentare
Gast: Alien (Dauerzensuriert)
29.06.2010 14:05
1 0

Die SPÖ kann die Ordnungsdienste nicht zusammenlegen:

Dann hätten sie weniger Chefposten, die sie mit ihren Günstlingen besetzen kann...

ichmeine
29.06.2010 09:08
1 0

Wahnsinn, Stadtwache, Uniform (noch dazu ohne Kopftuch und Turban)

da werden doch gleich Erinnerungen an 1934 wach

andererseits dachte man ernsthaft daran, für die Umgebung der Großen Wiener Moschee einen eigenen Ordnungsdienst der muslimischen Glaubensgemeinschaft zu bewilligen

eine Stadtwache ist halt auch eine Vertrauenssache

Gast: Anonymus
29.06.2010 08:13
0 0

Warum

soll Wien für etwas zahlen, was in jeder kleinen schwarzen Gemeinde ohne mit der Wimper zu zucken der Bund zahlt?

Antworten cwebb
29.06.2010 10:27
0 0

Re: Warum

Weil wir es so oder so zahlen, wieso sollten nicht die Parküberwacher auch gleich Hundescheisseliegenlasser ermahnen.

Antworten Antworten Gast: Anonymus
29.06.2010 12:31
0 0

Re: Re: Warum

Einverstanden - alle Gemeinden und alle Länder sofort abschaffen und alles zentral verwalten! (Oder zumindest den Finanzausgleich abändern und Wien eben entsprechend mehr Geld geben!)

fireone
29.06.2010 07:09
5 0

Ich versteh schon,

daß sich die Roten gegen eine Stadtwache wehren. Wo sollen sie sonst ihre Parteigänger unterbringen?

Gast: Gast1234
29.06.2010 06:55
1 6

ÖVP ruht erst wenn alle Sicherheitsorgane zusammengefasst

und dem Heimatschutzministerium unterstellt sind.
Sicher und effizient - ihr Heimatschutzministerium!

Eintritt in den ersten Bezirk nur nach Ganzkörperscan und Echtzeit DNA Analyse.

Gast: Gast
28.06.2010 23:38
6 0

Stadtwache wäre effizienter

Warum die SPÖ sich gegen eine Stadtwache so wehrt, kann ich nicht verstehen. Was spricht dagegen, wenn ein Ordnungsorgan zugleich für Parkraumüberwachung, Hundstrümmerl, etc. zuständig ist? Ich habe heute fast amüsiert zugesehen, wie Parksheriffs brav Mandate ausstellten, einen seit Tagen auf unserer Straße herumirrenden kaputten Bürostuhl aber nur neugierig mustern, ohne ihn beseitigen zu lassen. Und oft sehe ich, wie Hundebesitzer die Trümmerln ihrer Vierbeiner liegen lassen, unter den Augen eines Parksheriffs. Ich glaube nicht, dass ein Ordnungsorgan überlastet wäre, wenn die Kompetenzen ausgeweitet würden.

Antworten JoL
29.06.2010 09:47
4 0

Re: Stadtwache wäre effizienter

--> Warum die SPÖ sich gegen eine Stadtwache so wehrt, kann ich nicht verstehen. <---

Ganz einfach, weils keine Idee der SPÖ ist, und somit schlecht ist!
Logisch oder?

Antworten Gast: speibender regenbogen
29.06.2010 00:31
6 0

Re: Stadtwache wäre effizienter

es ist alles ganz leicht zu verstehen: jede überwachungstruppe braucht ihre eigene verwaltung, da können natürlich wieder einige parteigänger für wenig arbeit teuer untergebracht werden. und den derzeitigen truppenmitgliedern mehr kompetenzen aufzuerlegen würde eine unzahl an fortbildungskosten und in weiterer folge sogar eine komplette neuaufstellung der truppen erfordern, und unter den neu eingestellten beamten würden sich dann wesentlich denkfreudigere personen befinden (aufgrund der anforderungen) und solche leute haben fast immer kein rotes parteibuch.

die rote klientel hätte also darunter zu leiden und solange man ohne maß und ziel die stadt dunkelrot beherrschen kann, solange wird kein intelligenter und wirklich gebildeter bmensch einen job bei der stadt wien erhalten.

Antworten petarius
29.06.2010 00:25
5 0

Re: Stadtwache wäre effizienter

die SPÖ stellt ja vorwiegend SPÖler in diesen Dienst, die durch eine Zusammenlegung einfach überfordert wären!

Lucius
28.06.2010 20:49
4 3

Marek und ihre Plakatkampagne

Dass die Stadt-VP in den Farben von Raiffeisen affichiert, ist nicht weiter verwunderlich. Aber das Layout der Plakate erinnert seltsamerweise an die Buchserie "For Dummies": http://luxxx.wordpress.com/2010/06/25/mehr-wien-fur-dummies/

Antworten Gast: UKW
28.06.2010 20:56
6 2

Witzig, Witzig, Witzig

Du solltest deine Beiträge in einer (Volks)Schülerzeitschrift veröffentlichen.

Gast: Gast
28.06.2010 20:17
1 1

„Weißkappler“?

„Weißkappler“?
Ich nenn sie nur Parkraum-Mafia.

Welches Sicherheitsgewinn bringt uns dieser Trupp? Ausser das es eine Geldbeschaffungsmaßnahem der Stadt Wien ist?

Antworten JoeJo
29.06.2010 01:42
1 3

Re: „Weißkappler“?

Die bringen uns das, daß nicht überall alles zugeparkt wird, jeder Gehsteig etc.
Das ist schon gut so!

Antworten Antworten Gast: thoreau
01.07.2010 08:25
0 0

Re: Re: „Weißkappler“?

haha
das mit den gehsteigen uebersehen sie einfach bei mir in der gasse. wenn man glueck hat bleibt der halbe steig uebrig. der rest gehoert den autokofferraeumen.

Gast: dermarv
28.06.2010 19:53
0 0

Keine Stadtwache

ohne Hauptmann Mumm

Antworten Gast: angua
29.06.2010 10:24
0 0

Re: Keine Stadtwache

Aber Colons und Nobbys sind schon in rauhen Mengen unterwegs ;)