Estibaliz C. will ihren Sohn wochenweise bei sich haben

Die Doppelmordverdächtige will eine gemeinsame Obsorge mit dem Kindesvater. Das Kind soll auch in der Zelle von Estibaliz C. aufwachsen.

Kellerleichen Estibaliz Kind
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Kellerleichen Estibaliz Kind
Archivbild Estibaliz C. – (c) APA/ROBERT JAEGER (Robert Jaeger)

Die unter Doppelmordverdacht stehende Estibaliz C., die in der vergangenen Woche einen Sohn zur Welt gebracht hat, möchte ihr Kind zumindest wochenweise bei sich im Gefängnis haben. Wie ihr Anwalt Werner Tomanek am Mittwochabend in der ORF-Sendung "Club 2" bekräftigte, strebt die 32-Jährige eine gemeinsame Obsorge mit dem Kindesvater an.

Es spreche nichts gegen eine "Timesharing-Lösung", zumal das auch vom Vater gewollt sei, stellte Tomanek fest. Das Kind soll demnach jeweils ein paar Wochen beim 47-jährigen Roland R. verbringen, der Estibaliz C. demnächst heiraten möchte, und dann für eine oder zwei Wochen zur derzeit in U-Haft befindlichen Mutter in die Justizanstalt wechseln.

Der renommierte Kinder- und Jugendpsychiater Ernst Berger bezeichnete diesen Vorschlag im "Club 2" als "problematisch". Die Entscheidung über die endgültige Obsorge liegt beim zuständigen Pflegschaftsgericht. Das Jugendamt hatte die vorläufige Obsorge dem Vater übertragen und sich dabei auf einen angeblich gemeinsam mit den Eltern getroffenen Lösungsansatz berufen.

Kindesentzug wegen "Gefahr im Verzug"

Der Frau war das Baby - angeblich wegen "Gefahr im Verzug" - unmittelbar nach der Geburt abgenommen worden. Sie soll über die genauen Umstände der Entbindung nicht vorab informiert worden sein. "Das deckt sich mit meinen Informationen", kommentierte Tomanek entsprechende Gerüchte. Demnach soll Estibaliz C. in Bezug auf das Baby weder von einem "Ausfolgeverbot" noch davon gewusst haben, dass eine Kaiserschnitt-Geburt geplant war.

Tomanek behauptete weiters, seine Mandantin sei nach der Geburt mit einer Injektion ruhig gestellt worden, "wo sie vorübergehend weg war , so dass sie den Akt der Kindeswegnahme nicht bewusst erlebt hat". Im Zusammenhang mit diesen Vorgängen sollen mittlerweile Anzeigen bei der Staatsanwaltschaft und der Ärztekammer vorliegen.

Der Wiener Krankenanstaltenverbund (KAV) hatte in der Vorwoche betont, die Abnahme des frühgeborenen Kindes wäre primär aus medizinischen Gründen erfolgt. Der Kleine sei ins Preyer'sche Kinderspital verlegt worden, weil dort eine kinderfachärztliche Abteilung existiert, auf der unverzüglich die nötigen Untersuchungen durchgeführt worden.

Estibaliz C. steht im Verdacht, 2008 ihren deutschen Ex-Mann und 2010 ihren Ex-Liebhaber getötet zu haben. Die zerstückelten Leichen der beiden Männer waren Anfang Juni 2011 im Keller ihres Eissalons "Schleckeria" in Wien-Meidling von Bauarbeitern entdeckt worden.

(APA)

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