Estibaliz C. will ihren Sohn wochenweise bei sich haben

19.01.2012 | 11:03 |   (DiePresse.com)

Die Doppelmordverdächtige will eine gemeinsame Obsorge mit dem Kindesvater. Das Kind soll auch in der Zelle von Estibaliz C. aufwachsen.

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Die unter Doppelmordverdacht stehende Estibaliz C., die in der vergangenen Woche einen Sohn zur Welt gebracht hat, möchte ihr Kind zumindest wochenweise bei sich im Gefängnis haben. Wie ihr Anwalt Werner Tomanek am Mittwochabend in der ORF-Sendung "Club 2" bekräftigte, strebt die 32-Jährige eine gemeinsame Obsorge mit dem Kindesvater an.

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Es spreche nichts gegen eine "Timesharing-Lösung", zumal das auch vom Vater gewollt sei, stellte Tomanek fest. Das Kind soll demnach jeweils ein paar Wochen beim 47-jährigen Roland R. verbringen, der Estibaliz C. demnächst heiraten möchte, und dann für eine oder zwei Wochen zur derzeit in U-Haft befindlichen Mutter in die Justizanstalt wechseln.

Der renommierte Kinder- und Jugendpsychiater Ernst Berger bezeichnete diesen Vorschlag im "Club 2" als "problematisch". Die Entscheidung über die endgültige Obsorge liegt beim zuständigen Pflegschaftsgericht. Das Jugendamt hatte die vorläufige Obsorge dem Vater übertragen und sich dabei auf einen angeblich gemeinsam mit den Eltern getroffenen Lösungsansatz berufen.

Kindesentzug wegen "Gefahr im Verzug"

Der Frau war das Baby - angeblich wegen "Gefahr im Verzug" - unmittelbar nach der Geburt abgenommen worden. Sie soll über die genauen Umstände der Entbindung nicht vorab informiert worden sein. "Das deckt sich mit meinen Informationen", kommentierte Tomanek entsprechende Gerüchte. Demnach soll Estibaliz C. in Bezug auf das Baby weder von einem "Ausfolgeverbot" noch davon gewusst haben, dass eine Kaiserschnitt-Geburt geplant war.

Tomanek behauptete weiters, seine Mandantin sei nach der Geburt mit einer Injektion ruhig gestellt worden, "wo sie vorübergehend weg war , so dass sie den Akt der Kindeswegnahme nicht bewusst erlebt hat". Im Zusammenhang mit diesen Vorgängen sollen mittlerweile Anzeigen bei der Staatsanwaltschaft und der Ärztekammer vorliegen.

Der Wiener Krankenanstaltenverbund (KAV) hatte in der Vorwoche betont, die Abnahme des frühgeborenen Kindes wäre primär aus medizinischen Gründen erfolgt. Der Kleine sei ins Preyer'sche Kinderspital verlegt worden, weil dort eine kinderfachärztliche Abteilung existiert, auf der unverzüglich die nötigen Untersuchungen durchgeführt worden.

Estibaliz C. steht im Verdacht, 2008 ihren deutschen Ex-Mann und 2010 ihren Ex-Liebhaber getötet zu haben. Die zerstückelten Leichen der beiden Männer waren Anfang Juni 2011 im Keller ihres Eissalons "Schleckeria" in Wien-Meidling von Bauarbeitern entdeckt worden.

(APA)

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12 Kommentare

Hat

die was zu fordern? Weit hammas bracht, die Häfninsassen schreiben dem Staat vor, was zu geschehen hat. Sorry, es gilt ja noch die Unschuldsvermutung. also kann sie fordern.

Gast: Be-obachter
20.01.2012 16:53
1

Warum

sollte das Kind ins Gefängnis, wenn die Mutti was "ausgefressen" hat???

Geh, die bekommt lebenslang

und regelmässig Freigang um das Kind zu besuchen.
Und die gar so arme Doppelmörderin wird dann vorzeitig entlassen.
So ein armes Hascherl!

Antworten Gast: Reminiszenz: Lainz wie es bangt und weint…
20.01.2012 17:01
1

Re: Geh, die bekommt lebenslang

Ihre übellaunige Vorsehung ist schlicht genial. Österreichische Häfen-Kompromisse kennen wir doch in und auswendig. Denken Sie nur an die Lainzer-Massenmörderinnen. Rund 50 Mundspülungs-Opfer heimtückisch-hin gemeuchelt, sollen damals aktenkundig geworden sein. Nach 18 Jahren wurde selbst die Haupttäterin wieder in die
"wohlverdiente Freiheit" entlassen. Der großzügige Anstaltsleiter von Schwarzach: „Die Frau W. sei eine phantastische Köchin…“ Diese (…) Argumentation hab i c h nie verstanden. Übrigens, die kranken Alten, waren damals ziemlich wehrlos an die Betten gefesselt.

Antworten Antworten Gast: Entschuldigung... Es müsste natürlich "Schwarzau" heißen
20.01.2012 22:56
0

Re: Re: Geh, die bekommt lebenslang


Gast: joseph
20.01.2012 03:29
0

auch ihre opfer

auch ihre opfer haben es nicht bewusst erlebt !

Gast: nina blum
19.01.2012 12:40
0

Unglaublich! Wird einem Menschen einfach das Kind aus dem Körper geschnitten!

Ist ja wie unterm Mengele!

Gast: Hudriwudri
19.01.2012 12:29
0

noch davon gewusst haben, dass eine Kaiserschnitt-Geburt geplant

Wie bitte? Wie kann man ohne Einverstaendnis der Mutter einen Kaiserschnitt durchfuehren?

Antworten Gast: Orwell1984
20.01.2012 10:28
0

Re: noch davon gewusst haben, dass eine Kaiserschnitt-Geburt geplant

Das kann man dann wenn eine medizinische indikation vorlieg. Ansonst gilt es als Körperverletzung

Antworten Gast: ROTFRONT
19.01.2012 13:30
0

Re: noch davon gewusst haben, dass eine Kaiserschnitt-Geburt geplant

Wie kann man ohne Einverständnis jemanden Pfefferspray in die Augen sprühen?

Hmmmmmmmmmm?!

Antworten Gast: xxxx
19.01.2012 12:41
2

Re: noch davon gewusst haben, dass eine Kaiserschnitt-Geburt geplant

Na glauben Sie, dass die Kriminellen alle mit deren Einverständnis und aus freiem Willen im Gefängnis sitzen?

Gast: brathuhn
19.01.2012 12:06
2

Estibaliz C. will ihren Sohn wochenweise bei sich haben

Und wer soll im Fall des Falles die Stücke wegräumen?

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