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Österreich: Das "Land der Verliese"

30.04.2008 | 10:24 |   (DiePresse.com)

Das Image von Österreich leidet unter dem Inzest-Fall in Amstetten - allerdings nur kurzfristig, glauben Marketing-Experten. Im Urlaub werde man als Österreicher noch oft auf den Fall angesprochen werden.

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Der einzigartige Inzest-Fall in Amstetten füllt die Titelseiten rund um den Globus und rückt Österreich in ein zweifelhaftes Licht. "Natürlich tut es dem Image Österreichs nicht sehr gut", sagte Karin Cwrtila vom Österreichischen Institut für Marketing (OGM). "Es schreiben ja alle: Österreich - das 'Land der Verliese'." Bundeskanzler Alfred Gusenbauer kündigte an, rasch gegen die Rufschädigung aufzutreten. "Wir müssen klarstellen, dass es sich um einen einzigartigen Kriminalfall handelt, aber dass es keinen Fall Amstetten und schon gar keinen Fall Österreich gibt."

Langfristig wird sich die Berichterstattung jedoch nicht auf Österreichs Ruf im Ausland auswirken, sind sich Cwrtila und OGM-Chef Wolfgang Bachmayer sicher: Das romantische Bild mit Dirndl-Kleid und Kaiserin Sisi werde am Ende überwiegen. "Das internationale Image Österreichs wird dadurch sicher keinen Schaden nehmen", betonte Bachmayer. Tradition und Gemütlichkeit - diese Vorstellungen über die Alpenrepublik seien sehr gut gefestigt.

Negativ-Image der Schlampigkeit

Hinzu komme möglicherweise allerdings der Image-Aspekt der Schlampigkeit, sprich "laxe Behördenkontrolle", da der Inzest-Fall so lange unentdeckt geblieben sei, betonte Bachmayer.

Von Bedeutung sei auch die Reaktion in Österreich und das Ziehen der richtigen Konsequenzen aus diesem unfassbaren Fall, betonte Bachmayer. Die Aussage "man sei geschockt, aber habe es nicht wissen können", werde nicht ausreichen. "Man kann nur hoffen, dass innenpolitisch die richtigen Schlüsse gezogen werden", meinte der Marketing-Experte. "Ohne Frage ist das gesamte Ereignis ein Hinweis, dass bestimmte Systeme nicht funktionieren, versagt haben." Eine Schlussfolgerung sei dennoch schwierig: "Die Behörde kann nicht überall ihre Augen haben und in jedes Schlafzimmer sehen", so Bachmayer. "Es ist eine Frage der funktionierenden Gesellschaft."

Schock über Inzest im "Happy-Peppi"-Land

Das Interesse des Boulevards sei nun enorm, werde aber bald abebben. Mittel- bzw. langfristig werde Österreich als "Land der Musik" und nicht als "Land der Gewalt" da stehen.Österreich gelte eher als kleines Bergland und "Insel der Seligen" mit einem "Happy-Peppi"-Image. Das Erstaunen, dass so etwas trotz dieses Rufes oder gerade deshalb passieren könne, sei sicher mit ein Grund für den Aufruhr.

Nach dem Wiederauftauchen von Natascha Kampusch habe jeder gedacht, "schlimmer geht es nicht", nun sei es doch so gekommen, so die Marketing-Expertin. Die zeitliche Nähe der beiden Fälle und ihre Einzigartigkeit seien der Grund, warum es derzeit überhaupt zu einem "Imagewandel" komme. Seriöse Medien würden damit allerdings ganz anders umgehen als Sensationsblätter, am Ende werde daher der Aspekt "Es könnte überall passieren und ist ein Zufall" übrig bleiben. Ähnlich argumentiert Bundespräsident Heinz Fischer in einem Interview mit der "Kleinen Zeitung": "Das Monströse, zu dem der Mensch fähig ist, offenbart sich überall."

Legende wie Jack the Ripper

Da das Schicksal der Elisabeth F. ein Einzelfall und kein Dauerereignis sei, könnte es durchaus als Ausnahmebeispiel lange im Gedächtnis der Menschen sein: "Es hat so einen sprichwörtlichen Exempel-Charakter, wie Jack the Ripper in London", erklärte der OGM-Chef Bachmayer. Dieser habe das Image von Großbritannien allerdings ebenfalls nicht beeinträchtigt.

Dies zeige auch das Beispiel Belgien, dass nach dem Fall des Kinderschänders Dutroux nicht als das gesellschaftlich verwahrloste Land gelte, in dem Sitte und Moral nicht mehr existieren würden, so Bachmayer. Den Unterschied zwischen Einzelfall und Dauerereignis zeige besonders deutlich die Mafia, die Italiens Image durchaus geprägt habe.

Fragen im Urlaub

Im Urlaub werde man als Österreicher sicher noch Monate auf den einzigartigen Fall angesprochen, erklärte Karin Cwrtila. Nach etwa einem halben Jahr dürften die Ereignisse dann aber in den Hintergrund treten. Generell hänge dies jedoch auch stark von der weiteren Berichterstattung ab, ob zum Beispiel noch mehr Bilder veröffentlicht würden. Auf die bevorstehende EM seien keine Auswirkungen zu erwarten, diese beiden Ereignisse würden getrennt wahrgenommen.

(APA/Red.)

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21 Kommentare
Gast: Sarah
06.04.2009 17:34
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Frage

Weist jemand wen diese Artikel geschrieben hat? Vielen Dank.

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Einen ähnlichen Fall gab¿s auch in Frankreich!

Auch dort wurde ein Mädchen bereits im Kindesalter von seinem Vater sexuell mißbraucht und später sechsmal geschwängert. Dazu auch noch von "Vater" und "Mutter" so brutal traktiert, daß sie öfters ins Spital eingeliefert werden mußte! Sie hat es Nachbarn, Lehrern, Polizisten, Behörden und auch Ärzten erzählt, wie¿s bei ihr daheim zugeht (einschließlich des massiven Inzestes samt Schwängerung): Niemand hat ihr¿s geglaubt und wenn doch - war es den angesprochenen Personen scheißegal!

Mediale Sensationen verlieren in der Regel rasch an Bedeutung, wenn sie bereits bald von anderen abgelöst, wenn nicht gar sogar übertroffen werden. Insofern halte ich es für problematisch, etliche Millionen in "Wiedergutmachungs-Imagekampagnen" zu investieren. Diese Summen wären anderwärtig besser andgelegt.

Ich empfehle daher: Durchaus schonungslos sämtliche Hintergründe der Vorgänge in und ums "Horrorhaus von Amstetten" aufzuklären; darüber hinaus jedoch ruhig Blut zu bewahren!

aknl
01.05.2008 11:44
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jack de ripper

ist wohl zu lange her, aber vor jahren gab es in england das horrorhaus von gloucester...
hat england dadurch einen image-schaden gelitten??

Gast: acidrain
01.05.2008 09:21
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Wäre ja möglich

dass es noch andere gibt in ähnlichen Umständen. Wieviele Kinder, junge Frauen sind in den letzten Jahren, Jahrzehnten spurlos verschwunden? Sollte nicht alles getan werden, um diese zu finden und nicht zu gefährden.

Wäre doch ein tolles EU-Projekt.

Gast: dotzmeier
30.04.2008 21:00
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Austria, das Land der Verliesse

Liebe Österreicher, lasst Euch von der bekloppten Presse, ich meine nicht die aus Wien, nicht verrückt machen. Dass, was in Amstetten passiert ist, kann überall auf der Welt passieren, nur in einigen Regionen erfährt kein Mensch davon. Auch bei uns in der BRD passiert genug Mist, was Kindestötung oder Kindesmißhandluung betrifft einschließlich Inzest. Die Extremfälle Kampusch und Josef F. sind Ausnahmen, sind aber nicht typisch österreichschisch, wie dies die englische Presse weiß machen will. Der angeblich liberale Guirdian verweist sogar auf Hitler und die führende Rolle beim Holocaust. Mozart und die Berge würden nur deshalb vermarktet, um von der dunklen Vergangenheit abzulenken. Dümmer gehts bei den Island Monkeys nicht.
Nichts für ungut, wir zwei "Piefkes" aus Düsseldorf sind seit knapp 20 Jahren mit einem Ehepaar aus Wels befreundet und dabei wollen wir es auch belassen.

Antworten Gast: Günther Mayer
02.05.2008 02:37
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Re: Austria, das Land der Verliesse

In England gab es vor Jahren auch einen Fall, der Täter hieß mit Nachnamen "West", dieser mißbrauchte seine Kinder und brachte auch einige von ihnen um und vergrub sie im Garten...

Gast: ipe
30.04.2008 17:46
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typisch für diese gesellschaft

ist die sorge ums image! hauptsache außen ist alles wunderbar und sonnenschein. jeder fährt mercedes und trägt hilfiger, prada und co. wen interessiert es schon wie es drinnen aussieht! wenn ich so durch die staßen gehe sehe ich geisterlose menschenhüllen und aus den häusern gaffen monster. bücher werden nur nach dem umschlag beurteilt.
ich wünsche dieser gesellschaft genau die kinder die so werden wie sie selbst sind.

individual
30.04.2008 22:52
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was - "geister"-lose menschen"hüllen" und gaffende monster sehen sie ?

hören sie auch noch einflüsternde stimmen dabei... ??

(wohl zuviel horrormovies konsumiert u sie nicht verarbeitet :-(
bitte mein beileid.)

da ich mich sehr gern u täglich mehrmals in begleitung meiner freundlichen caniden unterwegs befinde ist dies oft der anlass zu spontanen gesprächen mit menschen:
die allermeisten sind kluge nette u liebenswürdige personen.

dass es durchaus auch abweichler u kriminelle subjekte gibt ist _absolut__kein__grund_ gleich die bevölkerung pauschal & dumm herunterzumachen !!

schreiben sie sich das bitte hinter die ohren.
wenn sie schon unbedingt "generalisieren" müssen dann können sie sich einen satz merken der da heisst:
' wie man in den wald hineinruft
so schallts zurück. '

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Re: was -

individual, auch ich habe mich über Gast:ipe¿s Posting "Vision" recht herzlich amüsiert. Mich hat diese von ihm geschilderte Szenerie an eine Sequenz in Ingemar Bergmanns "Wilde Erdbeeren" (und andere Streifen dieses schwedischen Meisterregisseurs) erinnert: Eben Schwarz-WeißHHorror vom Feinsten.

Das Posting von Gast: ipe ist für mich jedenfalls ein neuer Beweis dafür, daß kein Geschehen so schlimm und schrecklich ist, als daß es NICHT von übereifrigen Kommentatoren und Analysten ins Lächerliche gezogen wird. JEDE Übertreibung ist ja erfahrungsgemäß in sich bereits unfreiwillig komisch...

Vergil
30.04.2008 18:16
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Re: typisch für diese gesellschaft

Solange wir über so herzerfrischend "geisterlose" Kritiker verfügen, wird es uns immer gut gehen.
So traurig die ganze Angelegenheit ist und so grausam für die Betroffenen, so kabaretthaft muten mich diese "gesellschaftskritischen" Pamphleterln an.

freeman
30.04.2008 18:05
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Amen.

Unsere Tägliche Dosis Gesellschaftskritk gib uns heute -
da fühlt man sich gleich so viel erhabener und kann "die Masse" mal wieder nach Strich und Faden verachten, das hebt das eigene, beschädigte Selbstwertgefühl.

Gast: Gast
30.04.2008 17:44
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Jodelhedühi

Na sehts, es ist wieder alles in Ordnung in Kürze. Alles halb so schlimm. Nur durchstehn müß mas. Wie halt alles hierzulande. Jodelhedühi.

Gast: Tralala
30.04.2008 14:12
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ach geh!

die oesterreicher sind weltmeister in verdraengen, wegschauen, und "vergessen"... man spricht dann halt nicht mehr darueber und damit hat sich's! man erinnere sich an die typische aussage eines oesterreichers nach dem WWII: "ich hab von nichts gewusst!..." (siehe WWI / WWII / usw.)

panda82
30.04.2008 14:02
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Wenn ich einen Österreicher antreffe, werde ich...

nach dem Anteil der Inzestkinder bei der Bevölkerungswachstum fragen!!!

leokoller3
03.05.2008 22:34
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Re: Wenn ich einen Österreicher antreffe, werde ich...

Ihren Deutschkenntnissen nach zu schliessen, sind Sie ein Einwanderer, oder ein Kind solcher, aus dem Balkan oder Kleinasien in ein deutschsprachiges Land. Vielleicht sollten Sie einmal in Ihrem eigenen Kulturkreis nach der Zusammensetzung des Bevoelkerungszuwachses nachfragen. Und wenn Sie schon dabei sind, vielleicht auch nach den Frauenhaltungs- bzw. -bekleidungssitten und Verehelichungsbedingungen. Wenn Sie all das in Erfahrung gebracht und Deutsch gelernt haben, melden Sie sich wieder.

4x4
30.04.2008 15:46
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Re: Wenn ich einen Österreicher antreffe, werde ich...

panda, am besten kommst erst gar nicht nach Österreich und gehst keinem Österreicher auf die Nerven, dann passts schon!

panda82
30.04.2008 15:51
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Re: Re: Nach Österreich werde ich sicherlich nicht kommen...

Allerdings werde ich nach den Inzestkindern fragen...

Ausserdem solltest du oben den Tralala lesen. Er hat die Sache auf den Punkt gebracht...

4x4
30.04.2008 17:18
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Re: Re: Re: Nach Österreich werde ich sicherlich nicht kommen...

Da sollten sich aber auch endlich die Türken bei eigenen Nase nehmen.
Im Aufarbeiten eines Völkermordes gibts da noch sehr viel mehr zu tun!

panda82
30.04.2008 17:30
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Re: Re: Re: Re: Nach Österreich werde ich sicherlich nicht kommen...

Vielleicht arbeiten die Türken die Sache nicht auf aber sie sagen nicht wie die Österreicher nichts davon gewusst.

Österreicher haben immer kollektiv Gedachtnisschwund....

Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Gast: TKO
02.05.2008 10:49
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Re: Re: Re: Re: Re: Nach Österreich werde ich sicherlich nicht kommen...

weis ja nicht wo du her kommst, nehme mal an aus deutschland,wie sonst könnte mann zu solch einem thema einen deraart saudummen kommentar ablassen...soviel zur pauschalisierung...ich denke mal das in manchen ländern unter anderm sicherlich auch in D die behörden mindestens ebenso schlampig arbeiten....und daher solche fälle gar nicht erst an die öffentlichkeit gelangen...oder wie im fall aus frankreich sogar vertuscht werden....Ich bin sehr oft in diesem Land..und habe nicht dass gefühl dass sie an kollektiven gedächtnissschwund leiden!...wie hat das gemeine volk in die entdeckung der KZ s durch die aliierten ( kommentiert?!" wir haben von all dem nichts gewusst"?!!
dies hörte mann aber auch aus deutschland!
Es gibt überall freundliche- intelligente wie dumme leute...
ignoranten aber auch nachbarn mit ferngläsern sowie halbintellektuelle tiefflieger wie dich...warum sollte dass in Österreich anders sein...


Antworten Gast: nafein
30.04.2008 15:21
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Re: Wenn ich einen Österreicher antreffe, werde ich...

Damit würde ich im Wiener Wurstelprater beginnen. Am besten mit einem schmächtigen Einheimischem mit dicken Goldketten. Viel Spaß!

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