Der Ärger bei den Gastronomen sei groß, berichtete Richard Lugner, der Betreiber des Wiener Einkaufszentrums Lugner-City, am Dienstag. Denn selbst wenn deren Lokale über abgetrennte Raucherbereiche verfügen, drohen Strafen. Der Grund dafür ist eine Entscheidung des Verwaltungsgerichtshofs (VwGH): Lokale gelten als Teil des Einkaufszentrums, sofern sie baulich nicht klar vom Einkaufszentrum abgetrennt sind. Und laut Tabakgesetz darf in öffentlichen Räumen, dazu zählen auch Einkaufszentren, nicht geraucht werden.
Laut einer Weisung aus dem Gesundheitsministerium darf nunmehr in teilweise bereits genehmigten Raucherräumen nicht mehr geraucht werden, informierte Lugner. Der Grund: Die Nichtraucherbereiche in den betroffenen Gaststätten seien keine von Wänden umgebene Räume. Vielmehr seien sie zur Mall hin offen oder würden zur Gänze in der Mall liegen. Einige Gastronomen seien deswegen bereits gestraft worden.
"Weil der Nichtraucherbereich nicht in einem Glaskäfig ist, darf man im Raucherbereich nicht mehr rauchen", ärgerte sich Lugner. Vor Jahren hätten die Lokalbetreiber in der Lugner-City Geld in die Hand genommen, umgebaut und abgetrennte Raucherbereiche geschaffen. Doch jetzt sei alles umsonst. Bauliche Maßnahmen bei den betroffenen Sitzarealen in der Mall seien nicht möglich.
Betroffene Wirte wollten nicht vor die Medien treten: "Weil sie sagen, dass sie nicht mit der Behörde Krieg führen wollen", erklärte Lugner. Bei Nichtraucherlokalen, die zur Mall hin offen seien, gebe es hingegen keine Beanstandungen. "Wenn einer einen Raucherbereich hat, dürfen die Leute in der Mall nicht sitzen, sie brauchen einen Käfig. Wenn einer ein Nichtraucherlokal hat, dann dürfen die Leute in der Mall sitzen", verdeutlichte Lugner die Situation und betonte auch, dass es sich dabei nicht allein um ein Problem der Lugner-City handle.
Er berichtete weiters, dass der Einkaufszentrenverband mit dem Gesundheitsministerium über eine Adaptierung des Tabakgesetzes verhandle. Im Gesundheitsministerium habe man jedoch gemeint, dass ein Jahr vor der Nationalratswahl wenig Chance bestehe, eine Gesetzesänderung im Parlament durchzubringen, führte er aus. Lugners Wunsch ist, dass man "Nichtraucher nicht in einen Käfig sperrt": "Wir sind ja nicht in Schönbrunn."
(APA)
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