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Tabakgesetz: „Nur Nichtraucherlokale sicher“

30.05.2011 | 18:13 |   (Die Presse)

Die Akademie der Wissenschaften sieht bereits Verbesserungen der Feinstaubsituation im Freien und Nachholbedarf in geschlossenen Räumen. Die Experten kritisieren die Rauchergesetzgebung in Gaststätten.

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Wien/APA. Solange in Lokalen geraucht werden darf, sollte man Familien mit Kleinkindern darauf hinweisen, dass nur reine Nichtraucherlokale wirklich sicher seien: Dies erklärt Marianne Popp, Obfrau der Kommission für Reinhaltung der Luft der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW). Tabakrauch produziere große Anteile extrem kleine Partikel, und diese dringen laut den Experten nachweislich auch in die Nichtraucherabteile von Gaststätten vor.

Während sich die Feinstaubsituation im Freien wenigstens teilweise verbessert habe, steht es laut einhelliger Meinung der Experten der Kommission in geschlossenen Räumen oft nicht zum Besten. Die Wissenschaftler kritisierten in einer Pressekonferenz am Montag in Wien die Rauchergesetzgebung in Lokalen: „Nichtraucherzimmer sind Mitraucherzimmer“, sagte Umweltmediziner Manfred Neuberger.

Sorgenkind der Forscher ist der ultrafeine Staub, mit Größen im Nanometerbereich, also unter 100 Nanometern (1000 Nanometer sind ein Mikrometer, und 1000 Mikrometer sind ein Millimeter). Derart feiner Staub wird von Routinemessungen kaum erfasst, es stelle sich aber immer mehr heraus, dass diese Partikel für die menschliche Gesundheit besonders bedenklich sind. Physiker sind mittlerweile in der Lage, die Konzentrationen des ultrafeinen Staubs zu bestimmen. Bis entsprechende Geräte für flächendeckende Messungen zur Verfügung stehen, wird es allerdings noch einige Zeit dauern.
Eine Maßnahme zur Reduktion von ultrafeinen Stäuben in der Außenluft sieht Popp in der Einführung von 100-km/h-Limits für den Straßenverkehr. Auch dadurch würde der Anteil der gefährlichen Partikel in der Luft deutlich gesenkt.

Ultrafeine Stäube werden von Medizinern sowohl als chronische wie auch als akute Gesundheitsgefährdung gesehen. Besonders gefährdete Personen, etwa mit Herz- oder Gefäßerkrankungen, könnten durch Rauchen oder durch den Aufenthalt in Raucherräumen unmittelbar krank werden, etwa einen Infarkt erleiden. Die aufgenommenen Partikel werden durch die geringe Größe im Körper verteilt und seien selbst im Gehirn nachweisbar, berichtete Neuberger. Die winzigen Teilchen werden nicht zuletzt für Entzündungsreaktionen und Störungen der Blutgerinnung in Verbindung gebracht.

Ärztekammer: Teurere Zigaretten

Gleichzeitig setzte sich am Montag die Ärztekammer für ein strengeres Rauchverbot im öffentlichen Raum und in Lokalen ein: Das derzeitige Tabakgesetz ist für ÖÄK-Präsident Walter Dorner eine „halbherzige, typisch österreichische Lösung“. Ein Blick über die Landesgrenzen zeige, dass in Ländern, die ein absolutes Rauchverbot praktizieren, die Erkrankungen rückläufig sind. Auch von einem Wirtesterben könne keine Rede sein, betonte Dorner. Gefordert werden auch eine spürbare Erhöhung der Zigarettenpreise sowie eine Ausweitung des Angebots an Rauchertherapie.

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8 Kommentare
Gast: Zahlen
31.05.2011 07:55
1 0

Die leiben Zahlen

Ein Mathematisches Problem, Zahlen lt. Wikipedia, Presseaussendung, tlw. Gerundet.

EW/Österreich: 8.404.452
Raucher Todesfälle: 14.000
8.404.452*5.500.000/14.000=3.301.749.000
Damit würde die Welt nur 3.301.749.000 EW haben.

EW/Welt: 6.930.000.000 Ca.
Raucher Todesfälle: 5.500.000
8.404.452*5.500.000/6.930.000.000=6670
Es sind "nur" 6.670 Todesfälle in Österreich

Oder:
14.000*6.930.000.000/5.500.000=17.640.000
Österreich müßte 17.640.000 EW haben.
Oder:
14.000*.6.930.000.000/8.404.452=11.543.882
Die 5.5 Million müßten 11.5 Million lauten

Selbst unter Berücksichtigung aller Fakten wird man kaum hinkommen diese Differenz von mehr als das doppelte Erklären zu können.

Dann kommt noch dazu das Altersangabe zu den 14.000, btw. 5.500.000 fehlt die eine Beurteilung auch nicht leichter machen.

Weiteres Problem, Tschernobyl, Kehlkopfkrebs ist sehr leicht dem Rauchen zuzuordnen, kann aber detto genau so aus die Ursache aus jener Zeit sein, immerhin war Österreich außerhalb der Ukraine einer der stärksten betroffenen Länder, und hier die Ursache zu suchen würde Hand und Fuß bekommen.

Gescheiter wäre, das die Produkte zum Abgewöhnen des Tabakkonsumes erschwinglich werden als mit irgendwelchen Zahlen zu Schonglieren, und vor allem auch ein Grundlage dafür, bei Mindestlohngehältern die heute bezahlt werden, das ist die denkbar schlechteste Grundlage die gegen Rauchen spricht!

Antworten iedo
31.05.2011 09:55
0 0

Re: Die leiben Zahlen

Erstmal gesagt: Wenn du schon irgendwelche Berechnungen anstellst, wäre es toll, wenn du zuerst erläuterst, was du da gerade rechnest, und wenn du eine Quelle (Link! - nicht nur sagen "von Wiki") zu den Zahlen angibst, damit man sich das nicht selbst zusammensuchen muss.

Deine Rechnungen sind ja an sich schön und richtig, aber du ignorierst dabei komplett, das in Österreich ein überdurchschnittlich hoher Anteil der Bevölkerung raucht (42% lt. Wiki, http://de.wikipedia.org/wiki/Tabakrauchen, ich nehme an das ist der Artikel auf den du dich auch berufen hast?)
Wenn man das mit der ca. 1 - 1,5 Mrd. Raucher weltweit vergleicht, dann stimmt die Rechnung wieder.

Gast: Get Real
31.05.2011 04:38
2 0

Aseptisch

Bald sind alle so neurotisch wie Michael Jackson und leben in einem Sauerstoffzelt oder einer Glasglocke.

Antworten Gast: Jako
31.05.2011 08:30
0 1

Re: Aseptisch


Klingt nach "Was mich nicht umbringt, macht mich härter!".

Wie wäre es mit einer kräftigen Portion Ehec-Gurken oder einem Urlaubsaufenthalt in Fukushima?


Gast: gerechtiker
31.05.2011 00:07
3 2

N.Y.

jaja, in new york darf man nimmer im freien (park) rauchen , weil auf 2 meter das passivrauchen auch so schädlich sein soll.

wie geistig krank wird unsere gesellschaft?

Antworten local
10.06.2011 17:22
0 1

Re: N.Y.

die frage ist: wie geistig krank sind raucher, die mitmenschen, insbesondere kindern, den produzierten dreck so einfach zumuten und jene, die das nicht haben wollen als geistig krank abqualifizieren. so eine schlussfolgerung wie die ihre, kann nur durch abhängigkeit erklärt werden. daher, versuchen sie zuerst von ihrer sucht loszukommen, dann können sie möglicherweise wieder klar denken

Antworten Vinyl
31.05.2011 08:00
0 3

Re: N.Y.

Vielleicht wollen sie auch einfach nicht mehr ihren schönen Park mit weggeworfenen Zigarettenstummeln schmücken...

Raucher müsste man sein, da hat man gleich einen viel objektiveren Zugang zu dem Ganzen.

Warten wir nich ein paar Monate ab, die EU wird's schon richten und dann sind alle Gastwirte wieder recht schockiert weil sie ja achso tolle Glasabteile (wo man offensichtlich absichtlich immer die Türen offen lässt - wahrscheinlich damit es den Rauchern nicht zu sehr qualmt -) angekauft haben.

Mein Zugang dazu, kein Mitleid.!.

2 1

Re: Re: N.Y.

Unter Zuhilfenahme N.Y.-Rulez werden es die geschäftstüchtigen EU-Tugendbolde gewiss schaffen, das Rauchen komplett auszurotten. Dann werden dem Staat zwei Milliarden (Tabaksteuer + MWSt) fehlen. Weil aber die Ausgaben nicht sinken, wird jeder Ösiländer dann 238.- Euronen für das Nichtrauchen abdrücken dürfen (eine 4-köpfige Familie also einen knappen Tausender im Jahr).

Mein Zugang dazu, kein Mitleid.!.
Saubere Luft muss uns das wert sein und - ich erspar mir ja was dabei... :-)