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Island will Zigaretten nur noch auf Rezept erlauben

05.07.2011 | 12:16 |   (DiePresse.com)

Im isländischen Parlament wird im Herbst ein Gesetzesvorschlag debattiert, der Rauchen nur noch unter ärztlicher Anleitung erlauben soll.

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Im Parlament in Reykjavik steht eine Debatte über einen Gesetzesentwurf bevor, der den Verkauf von Zigaretten verbieten soll. Einzig Apotheken wären berechtigt, Zigaretten auf Rezept zu verkaufen. Das berichtet die britische Tageszeitung The Guardian auf ihrer Website.

Dieses umstrittene Konzept würde Ärzte ermutigen, Süchtigen beim Bezwingen ihrer Sucht zu helfen. Wenn dies scheitern sollte, wären sie befugt, Zigaretten zu verschreiben – und auch das nur unter der Bedingung regelmäßiger medizinischer Untersuchungen.

Anders als bei anderen verschreibungspflichtigen Medikamenten bekäme der Käufer allerdings keine finanzielle Unterstützung vom Staat. Eine Packung Zigaretten würde weiterhin zum vollen Marktpreis von ca. 900 Kronen (ca. 5,40 Euro) verkauft werden. Die Befürworter der Aktion rechnen allerdings vor, dass eine Packung allerdings 3000 Kronen (ca. €18,30) kosten müsste, würde man den Preis nach den realen Kosten für die Gesellschaft inklusive Gesundheitssystem richten.

Die Initiative wird von der ehemaligen Gesundheitsministerin Siv Fridleifsdottir angeführt. Sie behauptet von fünf Parteien im Parlament unterstützt zu werden. Gegenüber der Zeitung Frettabladid sagt sie, dass die Gesellschaft endlich „aufwachen“ müsse um sich der Gefahren des Rauchens bewusst zu werden.

"Ein sehr seriöser Vorschlag"

Eine Sprecherin des Gesundheitsministeriums sagte am Montag, dass der Vorschlag sehr ernst zu nehmen sei, jedoch nur begrenzte Chancen auf Erfolg habe. „Siv Fridleifsdottir ist eine sehr seriöse Politikerin und dies ist ein sehr seriöser Vorschlag.“, sagte Anna Baldursdottir, politische Beraterin des Gesundheitsministers. „Ob es Gesetz wird, oder nicht, weiß ich nicht. Allerdings bezweifle ich es ernsthaft.“ Die Idee wird im Herbst in Islands Parlament debattiert werden.

Island hat über die letzten 20 Jahre die Raucherquote unter der Bevölkerung erfolgreich halbiert. 1991 rauchten noch 30 Prozent der Isländer, heute tun es nur mehr in etwa 15 Prozent der 15 bis 89 jährigen regelmäßig. Das beschert Island laut Baldursdottir die niedrigste europäische Raucherquote. Im Vergleich dazu liegt der Anteil der österreichischen Bevölkerung, der regelmäßig zum Glimmstängel greift bei über 35 Prozent. Damit hält Österreich den Guinness-Weltrekord.

Zum Einen wird der Erfolg in Island dem Anstieg der Tabaksteuer zugeschrieben, die derzeit bei 1,37 Euro pro Packung liegt. Andererseits trägt auch die Wirtschaftskrise einen großen Anteil daran. Außerdem war Island der erste europäische Staat, der Werbung für Zigaretten in Geschäften verbat.

Als isolierte Insel hätte Island beim Einführen solch drakonischer Maßnahmen größere Erfolgschancen. Mit strengen Zollkontrollen und ohne Nachbarländer wäre es ein schwieriges Unterfangen, Zigaretten zu schmuggeln.

(Red.)

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15 Kommentare
Gast: Atouk
07.07.2011 19:28
0 0

Verhältnismässigkeit

Die Idee einiger IsländerInnen zur Vermeidung von Tabakkranken, Personen zum aufhören zu animieren, finde ich OK. Die vorgeschlagene Methode erinnert aber eher an "autoritäre/totalitäre" Systeme.
Das das Einatmen von Tabakrauch schädlich sein kann, ist unlängst bekannt. Die Folgen, die gerauchter Tabak für die Gesundheit haben kann, sind unbestritten, hängen jedoch auch von den Individuen ab. Es gibt Forschungsgruppen, die sich mit der Entgiftung von "Asche/PCKs" in der Lunge beschäftigen und Stoffwechselwege untersuchen. Es gibt scheinbar Menschen, die mit einem Genmix ausgestattet sind, der eine relativ gefahrlose Entgiftung ermöglicht. Vermutlich hat ein ehemaliger Bundeskanzler eine solche genetische Ausstattung; sein permanenter Tabakkonsum -geraucht und geschnupft- hat bisher scheinbar zu keinem Krebs geführt. Andere Menschen haben eine andere Verstoffwechselung der "Asche" in der Lunge und können "einfacher/leichter" an Krebs erkranken.
Eine Studie in den Niederlanden hat ergeben, dass Raucher keine Mehrkosten für das Gesundheitssystem (in den NL) verursachen. Die meisten Raucher versterben dort -nach Diagnose- so schnell an ihren Erkrankungen, dass die verursachten Kosten ähnlich hoch sind, wie für "gesunde" Menschen in ihren letzten Lebensjahren (Oma).
Das Haupargument, das für ein Verbot herangezogen wird, ist das die Kosten für das Gesundheitssystem sehr hoch wären - und damit werden Raucher als Sündenböcke instrumentalisiert - sie sind Schuld an den hohen Kosten.

Gast: cives iratus
05.07.2011 19:10
0 0

Eine vernünftige Idee.

Sprechen wir die Fakten doch mal offen aus: Raucher sind Drogensüchtige. Ich glaube nicht, dass wir Drogensucht der freien Entscheidung überlassen sollen. Ein paar 68er mögen das vielleicht anders sehen...

Antworten Gast: DiedicksetnKartoffeln
05.07.2011 19:43
0 0

Re: Eine vernünftige Idee.

Wie wäre es denn gleich mit einem "Lebensberater" an der Seite, der stets souffliert und bei drohender Abweichung vom gewünschten Verhalten Eingreift und dank der modernen Edv permanenten Bericht und statistische Auswertungen dazu liefert.
Das kann sicher auch lebensverlängert sein.
Aber wer hat ein Interesse, dass Huhn in der Legebatterie lange überlebt?

Antworten Antworten Gast: cives iratus
05.07.2011 21:14
0 0

Re: Re: Eine vernünftige Idee.

Sie empfinden Drogenverbote als Freiheitsverlust? Ihr Problem.

Gast: ajoux
05.07.2011 17:36
1 0

die methode eignet sich besser um das übergewicht zu behandeln

weil man die sachen die fett und krank machen und zu viel gegessen werden im gegensatz zu tabak nicht einfach im garten oder glashaus anbaun kann.

aber so als insellösung vertreibt man die einwohner damit nur in länder wo die freiheit einen höheren wert hat.

Gast: Ggrufti
05.07.2011 17:21
0 0

Vermutung

Ich vermute, das ist eine kombinierte Wirkung von Vulkanasche und Kaelte.

Antworten Gast: tigerenter
05.07.2011 21:36
0 0

Re: Vermutung

ich tippe eher auf die heißen quellen.
zu heiß gebadet...

Gast: ja, klar...
05.07.2011 15:53
1 0

informieren Sie bitte weiter über dieses thema...

...damit ich mich rechtzeitig als zigaretten-schmuggler in position bringen kann!
...als nächsten schritt der gesundheits-faschos stell' ich mir verpflichtend vorgeschriebene anal-sonden für JEDEN vor, damit überprüft werden kann ob hinten auch das rauskommt was oben reingeschaufelt wurde
...irgendwen interessiert das sicher!

Gast: gkcv
05.07.2011 15:19
0 1

Gute Idee

Dazu die Tschick auf 18 Euro und passt schon

Gast: Gerhard
05.07.2011 14:59
0 1

Wir hätten den Anfängen wehren sollen, als das Rauchen begann.

Dieser Vorschlag ist ausgezeichnet geeignet um die Bauernfängerei bei den Jugendlichen zu unterbinden. Jede Maßnahme die das Rauchen eindämmt ist, wegen der allseits bekannten Folgen des Rauchens, zu begrüßen.
Ein komplettes Tabakverbot wäre das sinnvollste. Die Isländische Lösung kommt diesem sehr nahe mit dem Kompromiss, den schwerst abhängigen für eine Übergangszeit etwas entgegen zu kommen um die Entzugserscheinungen zu minimieren.

Warum nicht mit alkohol beginnen? Warum ? Warum nicht mit dem beginnen, was nicht nur einen selber schädigt sondern Unbeteiligte gegend eren ausdrücklichen Willen.
Offensichtlich zieht auch das Rauchen und besonders das rücksichtslose Verhalten der Raucher momentan den größen gesellschaftlichen Unmut auf sich. Für Alkohol gibt es schon etliche Verbote. Diese Kindergartenvergleiche sind absolut unpassend. Wir hätten den Anfängen wehren sollen, als das Rauchen begann.

Gast: sepp123
05.07.2011 14:46
0 0

Österreich

Laut Sratistik Austria rauchen in Österreich nicht 35 sondern 23 Prozent regelmäsig!

Gast: wirdbaldzerfleischt
05.07.2011 14:40
0 1

ich bin raucher

1.) Ich bin Raucher und stelle die Überlegung an, ob es nicht sinnvoller wäre Zigaretten komplett zu verbieten. Bevor ich hier zerfleischt werde, betrachtet es bitte objektiv und lest zuerst meine Argumente. Und dann zerfleischt mich...

.) Argument: Ich möchte es mir aussuchen, freie Wahlmöglichkeit und Entmündigung.
Also es ist klar dass niemand gezwungen zu Rauchen, das ist ein blödes Argument. Denn auch zum fettigen Essen wird niemand gezwungen, dennoch werden wir immer dicker. Jedoch macht Rauchen süchtig. Und Suchtmittel sind nunmal verboten. Schon ein paar Zigaretten machen abhängig. Wenn wir doch so stark sind, und es uns aussuchen können, können wir gleich die "Tüterl" und "Naserl" auch legalisieren. Dazu wird auch niemand gezwungen, jedoch machen sie süchtig. Ja, sie sind bewusstseinserweiternd und richten Schaden im Körper und Geist an. Zigaretten richten aber auch Schaden an Körper und Geist an. Wie jedes Suchtmittel. Wenn man ehrlich darüber nachdenkt, wirkt die Unterscheidung von Staat und Menschen verwirrend.
.) Argument: Auch Alkohol macht süchtig.
Ja klar. Aber auch Internet kann süchtig machen. Oder Bodybuilding. Wie viele andere Dinge. Kann ich nicht alles verbieten. Was ich jedoch kann, ist die Unterscheidung zwischen Dingen die schon nach wenigem Konsum süchtig machen, oder solche, wozu man schon übermässigen Konsum braucht. Sogar von wöchentlichen 4 Bier bin ich nicht süchtig, von 4 Zigaretten schon...

Antworten Gast: wirdbaldzerfleischt
05.07.2011 15:08
0 1

Re: ich bin raucher

2.)
.) Argument Steuer. Als wenn auch nur ein einziger Staatsbürger sich Sorgen um den armen Fiskus machen würde. Ist doch nur ein Argument, welches nicht ganz unberechtigt ist, dass die Raucher viel an Steuer zahlen und diese Einnahmen die Ausgaben für die kranken übersteigen.
.) Argument dass verbotenes erst recht Interessant wird. Jain. Denn es würde wohl weit weniger Raucher geben. Es gibt ja auch weit weniger Drogensüchtige als Raucher, und die sind verboten. Vor allem kann man dann nur mehr zu Hause Rauchen da man wo anders schief angesehen wird.
.) Argument Schwarzmarkt. Klar blüht der, aber der blüht bei allem was verboten, oder im Nachbarstaat billiger ist.

Für mich ist das Fazit, dass Suchtmittel verboten gehören, aber nicht Mittel bei der die Gefahr besteht dass sie süchtig machen könnten (Alkohol, Internet, übermäßiges Training).
Ich bin selbst Raucher. Und ich treibe Sport und baue ein Haus so gut es geht. Denn ich hab eine Raucherlunge mit nur mehr 63%. Das mit 31. Ich werde an einem Programm teilnehmen damit ich es schaffe aufzuhören ehe es zu spät ist.

Gast: grau
05.07.2011 14:32
1 0

blöder



gehts nicht.

Gast: kopfschuettel
05.07.2011 12:56
2 0

waehret den anfaengen ...

als nichtraucher sollte ich dem eigentlich zustimmen, aber wer sind die naechsten? die dicken, die duerren, die wasweissich-anderen?

manche dinge sind nicht zu verordnen ausser man entschliesst sich, dinge per gesetz zu regeln und nur ein generelles verbot wuerde dann sinn machen! aber warum nicht mit dem alkohol beginnen, oder dem fetten essen, oder ...

zum glueck ist island eine insel, aber zwangsbeglueckungen sind ja gerade weltweit modern ... :(