Vatikan verteidigt Recht auf Beschneidung

Gerhard Ludwig Müller, Präfekt der Glaubenskongregation, bezeichnet die Beschneidung als jüdische und islamische Tradition, "die wir respektieren müssen".

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Archivbild: Gerhard Ludwig Müller, aufgenommen vor zwei Jahren – AP

Der Präfekt der vatikanischen Glaubenskongregation, Kurienerzbischof Gerhard Ludwig Müller, hat Kritik an der Beschneidung von Buben aus religiösen Gründen zurückgewiesen. "Bei einer Beschneidung geht es weder um Verstümmelung noch ist es ein Eingriff in die Menschenrechte", sagte Müller in einem Interview mit dem Münchner Nachrichtenmagazin "Focus". Es handle sich um eine jüdische und islamische Tradition, "die wir respektieren müssen".

Die Debatte um die Beschneidung entspringe "auch einem gewissen deutschen Wahn der Gleichmacherei", sagte der Kurienerzbischof und emeritierte Bischof von Regensburg.

Bundestag stimmt am Mittwoch ab

Der Deutsche Bundestag stimmt am kommenden Mittwoch über einen neuen Gesetzentwurf zur Beschneidung ab. Dieser erlaubt die Beschneidung aus nicht medizinischen Gründen unter bestimmten Voraussetzungen.

Auslöser der Beschneidungsdebatte war ein Urteil des Landesgerichts Köln im Mai, welches die Beschneidung von Knaben aus rein religiös motivierten Gründen als strafbare Körperverletzung gewertet hatte. Jüdische und muslimische Verbände übten scharfe Kritik an der Entscheidung.

(APA/kathpress)

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