"Vatileaks": Papst begnadigt seinen Ex-Kammerdiener

22.12.2012 | 13:32 |   (DiePresse.com)

Der Papst besuchte Paolo Gabriele in dessen Zelle. Danach hat der wegen Dokumentendiebstahls verurteilte Ex-Kammerdiener das Gefängnis verlassen.

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Der Papst hat seinem wegen Dokumentendiebstahls zu 18 Monaten Haft verurteiltem ehemaligen Kammerdiener, Paolo Gabriele, verziehen und ihn begnadigt. Dies teilte der Vatikan am Samstag mit. Der Papst besuchte Gabriele in der Zelle im Gefängnis der Vatikan-Gendarmerie, in dem dieser die Haftstrafe verbüßte, und unterhielt sich mit ihm 15 Minuten. Danach habe Gabriele die Zelle verlassen, berichtete der Vatikan.

Italienische Medien hatten in den vergangenen Wochen wiederholt über die Absicht des Papstes berichtet, seinem 46-jährigen Ex-Kammerdiener vor Weichnachten zu begnadigen. Schon im Sommer ließ Benedikt XVI. den im Mai festgenommenen Paolo Gabriele eine von ihm geweihte Ausgabe des Alten Testaments zukommen. Der ehemalige Kammerdiener soll seinerseits dem Oberhaupt der katholischen Kirche einen Brief geschrieben haben, in dem er um Verzeihung bat.

Der Vatikan hatte gleich nach Gabrieles Verurteilung dessen Begnadigung in Aussicht gestellt. Allerdings ließ er offen, wann diese erfolgen werde.

Buch sorgte weltweit für Schlagzeilen

Gabriele war am 6. Oktober von einem vatikanischen Gericht verurteilt worden, weil er in der sogenannten Vatileaks-Affäre vertrauliche Dokumente kopiert und an den Journalisten Gianluigi Nuzzi weitergegeben hatte. Dieser hatte sie in seinem Enthüllungsbuch veröffentlicht. Laut Ermittlungen hatte Gabriele Nuzzi zahlreiche kopierte Briefe und Geheimdokumente aus der Wohnung des Papstes weitergereicht.

Als die Dokumente veröffentlicht wurden, spekulierten Beobachter, innervatikanische Flügelkämpfe seien die wahre Ursache für den Vertrauensbruch gewesen, eines der Angriffsziele sei Kardinalstaatssekretär Tarcisio Bertone. Nuzzis Buch sorgte in den vergangenen Monaten weltweit für Schlagzeilen.

(APA)

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27 Kommentare
 
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Scheiterhaufen

vor 400 Jahren wäre die Zukunft dieses Kammerdieners der Scheiterhaufen gewesen - na da hat sich doch was weiterentwickelt in der Kirche

Re: Scheiterhaufen

lol der war gut

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Deal?

War die Begnadigung der Deal für sein Schweigen?

Wahrscheinlich bekommt er jetzt einen "Überseeposten" in Südamerika.
Als Radio Vatikan diese Nachricht verbreitete waren die Moderatoren zu "Tränen" gerührt.

Im Vatikan geschieht nichts ohne Kalkül!


Re: Deal?

Gnade = Deal ????
Wenn Gnade waltet ist Deal ausgeschlossen denn Deal und Gnade schließen sich gegenseitig aus.

Ein anscheinend so intimer "Vatikan-Kenner" wie Sie es vorgeben zu sein, sollte auch einmal darüber nachdenken, ob er nicht selber alles aus einem Kalkül heraus - was er so selbst im grauen Alltag - tut. Ohne einen Grund ( "Motivation " ) ist doch gar kein eigenes Handeln denkbar, ja, möglich. Und seien es auch nur Gründe, die im emotionalen Bereich angesiedelt sind.

Re: Re: Deal?

Nur noch als erklärenden Nachsatz: Gnade ist nur so lange Gnade ( oder auch Barmherzigkeit ) wie sie nicht an Bedingungen geknüpft wurde. Ein Deal aber hat immer auch zugrunde liegende Bedingungen, sonst wär´s kein Geschäft ( neusprachlich Deal )

stellt euch eine Welt vor

in der das Wort "Rache" einfach nicht vorkommt. Oder, um es biblisch zu hinterlegen "liebe deine Feinde, wie dich selbst."
Wie zerfressen von Selbsthass muss die Welt da draußen sein, wenn man nicht einmal dem obersten Vertreter der Christenheit das Recht auf "Gnade" zugesteht.
advenio

geweihte Ausgabe Altes Testament

Der Papst hat ein Buch persönlich geweiht, wow, und vermutlich mit persönlichem Weihwasser besprengt, aus seiner persönlichen Flasche und selbstverständlich das heilige Buch auch geküsst.
Wie kann man nur so einen Götzenkult verstehen.
Heute wird doch alles gesegnet, vom Auto über Tiere, Weinflasch bis...Spezialist Toni Faber, der segnet im akkort einfach alles, wenn er eingeladen wird. Ich verstehe nicht, dass es nach wie vor Menschen gibt die ihre Finger in einen Weihwasserkessel mit verseuchtem Wasser halten und sich damit ins Gesicht fahren. <Schüttel>
Ich nehme schon an, dass er vor der Begnadigung bei dem Exdiener zumindest gedanklich einen Exorzismus vorgenommen hat.

Hauspersonal

man findet ja heute so schwer Hauspersonal

Re: Hauspersonal

...und intelligente Poster, die etwas zu sagen haben.

Erfreuliche Tradition - dem Beispiel Jesu folgend --

wenn Johannes-Paul II seinem ( versuchten ) Mörder nach einiger Zeit vergibt, dann kann Benedikt XVI dem nicht nachstehen und schon gar nicht bei einer solchen ( im Vergleich ) Geringfügigkeit wie im vorliegenden Fall.

Alles in allem aber schöne Beispiele für vorgelebtes Christentum ..... und sicherlich auch wertvoll als "vertrauenbildende Maßnahme" zumindestens für jene, die noch frei und offen sind für Gott und Kirche ( womit nicht ausschließlich die rkKirche gemeint sein soll )

Re: Erfreuliche Tradition - dem Beispiel Jesu folgend --

Das sehe ich leider absolut nicht so!
Diese Aktion verhindert nicht künftigen Verrat , sondern fördert ihn. Was meinen Sie, wqs der "Täter" sich nun insgeheim denken wird? Und nicht nur dieser, sondern auch alle potentiellen Täter!

Christentum hin oder her, Kirche oder Gott...hier geht es um Vehinderung von vorsetzlichen Straftaten oder ähnlichen Delikten, und da ist der Vatikan absolut kein Beispiel. Und war es auch nie!

Ich hoffe sehr dass die Maachias Prophezeiungen sich erfüllen und diesr Papst der vorletzte in der Geschichte der Kirche sein wird. Dann gibt es gute Hoffnung dass wir von allen künftigen vatikanischen Auswüchsen bald verschont bleiben werden und die Kirche endlich ein Ablaufdatum hat! Ich hoffe ich darf das noch erleben!

Re: Re: Erfreuliche Tradition - dem Beispiel Jesu folgend --

Es ist schon ein Kreuz mit den Antiklerikalen. Was auch immer Vertreter der Kirche machen, es ist in deren Augen immer verkehrt. Dabei wissen wir doch spätestens seit dem Fall des eisernen Vorhangs ganz genau, wie gut es die Feinde der Religion mit dem Menschen meinen und zu welchen Grauslichkeiten sie dafür im Stande sind. Aber offensichtlich ist für sie ein Leben ohne Feindbild nicht lebenswert.

Re: Re: Re: Erfreuliche Tradition - dem Beispiel Jesu folgend --

Leider verwechseln sie hier Äpfel mit Birnen! Eine christliche Betrachtungsweise ist ja grundsätzlich in Ordnung, aber bitte stehen sie doch trotzdem zur Realität und dazu, wie diese (unsere) Welt eben funktioniert.
trotzdem: Frohe Weihnachten!

Re: Re: Re: Re: Erfreuliche Tradition - dem Beispiel Jesu folgend --

Sie leben in einem Paralleluniversum. Es gibt keine - katholische, orthodoxe, evangelische usw. - Konfession ohne Amtsträger (mit all ihren Vor- und Nachteilen), genausowenig wie es Politik ohne Politiker gibt. Die Vorstellung einer Kirche ohne Amtsträger ist absurd. Ihre Bewertung der Rolle des Vatikans sei Ihnen unbenommen. Faktum ist aber, dass weltweit vor allen christlichen Konfessionen der Vatikan als d e r Vertreter des Christentums ernstgenommen wird. Und das wird sich in Ihrer und Ihrer Enkelkinder Lebenszeit nicht ändern. Sie sollten sich also damit zu ihrem eigenen psychischen Wohl abfinden. Und noch was: Zitieren Sie nicht dermaßen lächerlich Jesus oder sonstwen aus der Bibel! Sie haben es wirklich nicht verdient.
Gesegnete Weihnachten!

Re: Re: Re: Re: Re: Erfreuliche Tradition - dem Beispiel Jesu folgend --

Jesus wurde nicht zitiert.

PROSIT MMXIII

Re: Re: Re: Re: Re: Erfreuliche Tradition - dem Beispiel Jesu folgend --

Ach, Leute - gemeint sind alle meiner "Vorredner" - Sie können einem leidtun, weil Sie vom Wesen des "Christentums" nichts gehört und/oder begriffen haben. Schade ....

Nur die Welt, die Sie offensichtlich vertreten ( geistig ) ist genau jene, die Sie alle verdient haben ---- Rechts-Streitigkeiten, Mord und Totschlag ..... Es ginge auch anders, aber niemand von den Mächtigen, den Politikern, den Parteiführern will den ersten Schritt machen - mangels Erkenntnis, Einsicht, gutem Willen und ..................... Nur zu; er kommt, eine etwas andere Art von "Weltuntergang"


BP Fischer

Henzi Fische begnadigt Gabi burgstaller und Uwe Scheuch und Graf Ali und den schönen Karl Heinz und besucht sie in der Zelle.
Julius M. muss weiter braten Heinzi ist kein kaffetrinker.

Nächstenliebe

Ein Beispiel tätiger Nächstenliebe des Papstes! Im sogennanten Enthüllungsbuch steht ohnehin nur Banales.

Kammerdiener in der Kirche

Hat man sich das leicht verrucht vorzustellen? Oder eher streng? Oder eh ganz normal und kinderliebend?


Re: Re: Kammerdiener in der Kirche

Wieder der Beitrag eines Psychohistorikers!

Re: Re: Re: Kammerdiener in der Kirche

Einer was nicht lügt und euch zeigt was ihr nicht macht und euch als christ ausgibt lol bilde dich weiter und maul hier nicht rum geh in die Kirche und bilde dich weiter !! So ein sp.....

Re: Re: Re: Re: Kammerdiener in der Kirche

Bitte auf Deutsch!
Die Achtung vor dem Mitmenschen beginnt mit der Sprache (Konfuzius). Minimalinterpretation: Trink weniger, dann wird es Dir auch gelingen, Dich etwas verständlicher auszudrücken!

Re: Re: Re: Re: Re: Kammerdiener in der Kirche

Naja Bildung ist nicht deine Stärke so weit weiß ich ja:)))

Vorstellungen

Die höchst individuellen Vorstellungen sagen bekanntlich manchmal mehr über den Fragsteller aus als über die tatsächliche Situation.

Re: Vorstellungen

Meine Antwort liegt noch beim Zensor der ehemals "Neuen Freien Presse".

 
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