Sorge um Papstleben

Der Theologe Zulehner warnt: Es gebe Gerüchte, Fundamentalisten könnten Franziskus umbringen.

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Sorge Papstleben – (c) REUTERS (TONY GENTILE)

Wien/D.n./Kap. Einer der profiliertesten Theologen Österreichs, Paul Zulehner, lässt aufhorchen. „Manche fürchten, dass es den Konservativen zu viel ist, und dass manche daran denken, ihn umzubringen. Es gibt solche Gerüchte.“ Dies erklärte er im ORF mit Bezug auf Papst Franziskus und dessen Reformbemühungen. Im Gespräch mit der „Presse“ präzisiert er auf Anfrage und legt noch nach: „Rom muss sehr sorgsam sein. Man sollte gut auf ihn achtgeben, Gott möge ihn behüten.“

Viele, die er in Rom treffe, würden eine derartige Befürchtung hegen, so der Pastoraltheologe. Zulehner erklärt, den Begriff Konservative in diesem Zusammenhang zurücknehmen zu wollen. Aber: „Es gibt in jeder Religion ein fundamentalistisches Potenzial, leider auch in der katholischen Kirche.“ Die bisher von Franziskus eingeleiteten oder angekündigten Reformen seien eine totale Wende und stellten für nicht wenige auch eine Bedrohung dar.

Wie beispielsweise auch die zuletzt im Vatikan begonnene Debatte um die Verpflichtung von Priestern, ehelos zu leben (Pflichtzölibat).

 

Stopp für „Beförderungen“

Gleichzeitig wurde am Freitag aus dem Vatikan die nächste Neuerung bekannt: Der Bischof von Rom stoppt die Verleihung von Ehrentiteln an Priester. Zumindest vorerst wird von ihm niemand zum Monsignore oder Prälaten „befördert“ (die Titel gewähren, außer bei der Kleidung, keine besonderen Privilegien). Betroffen sind nicht nur Mitarbeiter der Kurie, sondern Kleriker der gesamten Weltkirche. Möglicherweise will der Papst damit auf die Kurienreform einstimmen, die auf Bescheidenheit und Einfachheit abzielen soll.

Zuletzt hat Benedikt XVI. bei einem zumindest in Österreich viel beachteten Akt einem Landpriester den Monsignore-Titel sogar entzogen. Der Name des Klerikers: Helmut Schüller.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 14.09.2013)

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