Saudi-Arabien: Feuerwehr darf ab sofort Mädchen retten

Nachdem bei einem Brand vor acht Jahren 15 Mädchen gestorben waren, weil Religionswächter sie am Verlassen ihrer brennenden Schule gehindert hatten, zieht die Regierung jetzt Konsequenzen.

Die saudische Feuerwehr darf ab sofort auch unverhüllte Frauen retten.
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Die saudische Feuerwehr darf ab sofort auch unverhüllte Frauen retten.
Die saudische Feuerwehr darf ab sofort auch unverhüllte Frauen retten. – Mohamed Messara

In Saudi-Arabien dürfen Feuerwehrmänner künftig auch Mädchen retten, die nicht entsprechend den islamischen Kleidungsvorschriften verhüllt sind. Acht Jahre nach dem Brand einer Mädchenschule in Mekka hat das Erziehungsministerium des streng muslimischen Landes entsprechende Konsequenzen aus einem Skandal gezogen, der 15 Schülerinnen das Leben gekostet hatte. Die Zeitung "Saudi Gazette" berichtet, das Ministerium habe allen Schulleitern und dem Wachpersonal "klare Anweisungen" gegeben, dass Rettern in Notfällen sofort Zugang zum Schulgelände gewährt werden muss.

Im März 2002 hatten Wächter der islamischen Religionspolizei Schülerinnen am Verlassen eines brennenden Schulgebäudes gehindert, weil sie keine Kopftücher und keine langen Gewänder trugen. Augenzeugen hatten damals berichtet, die Religionspolizisten hätten die Schülerinnen sogar geschlagen, um sie an der Flucht zu hindern.

Die Beamten der Behörde für die Förderung der Tugend und die Verhinderung des Lasters bewachen auch heute noch die saudi-arabischen Mädchenschulen. Sie sorgen dafür, dass niemand gegen die staatlich vorgeschriebene Geschlechtertrennung verstößt. Weil Männer das Schulgelände nicht betreten dürfen und die Mädchen nur von Lehrerinnen unterrichtet werden, ziehen die Schülerinnen ihre Kopftücher und Gewänder normalerweise am Eingang aus.

 

 

((APA))

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