Bis 2031 nur noch jeder Zweite katholisch

11.01.2011 | 18:29 |  DIETMAR NEUWIRTH (Die Presse)

87.393 Österreicher haben 2010 die katholische Kirche verlassen. Der Katholikenanteil in Österreich sinkt damit auf 65,1 Prozent und in Wien ist er mittlerweile schon auf 39,8 Prozent abgesackt.

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Wien. In spätestens 20 Jahren werden weniger als 50 Prozent der österreichischen Bevölkerung Mitglied der katholischen Kirche sein. Dies prognostizieren Experten nun nach den am Dienstag veröffentlichten offiziellen Zahlen über die Austritte. Denn 2010 wird mit dem plötzlichen Bekanntwerden hunderter Opfer (sexueller) Gewalt durch katholische Priester und Ordensleute als ein Rekordjahr bei den Austrittszahlen in die jüngste Kirchengeschichte dieses Landes eingehen.

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87.393 Österreicher haben sich 2010 von „ihrer“ Glaubensgemeinschaft verabschiedet – ein bisher nicht gekannter Anstieg um 64Prozent gegenüber 2009, das selbst bereits ein Rekordjahr gewesen ist. Damit hat sich der seit dem Jahr 1961 zu beobachtende Rückgang des Katholikenanteils beschleunigt. Derzeit sind zwei von drei Personen, die in Österreich leben, Katholiken (65,1Prozent). Vor zehn Jahren lag der Anteil noch bei 74 Prozent, 1981 bei 84 Prozent, 1961 bei 89 Prozent. In Wien bekennen sich nach den neuen Zahlen mittlerweile nur noch 39,8 Prozent zur katholischen Kirche.

(c) DiePresse

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Prognosen werden korrigiert

Bisher hat das Institut für Demografie der Akademie der Wissenschaften damit gerechnet, dass bis zum Jahr 2051 der Katholikenanteil in der österreichischen Bevölkerung auf unter 50 Prozent gesunken sein wird. Die Prognose stützt sich allerdings lediglich auf Zahlen bis zum Jahr 2001. Die signifikant zunehmende Dynamik gerade der letzten (beiden) Jahre lässt Demografie-Experten Alexander Hanika von der Statistik Austria auf Anfrage der „Presse“ sehr plausibel erscheinen, dass der Katholikenanteil schon in ungefähr 20 Jahren, also bis 2031, unter diese magische 50-Prozent-Grenze fallen wird. Hanika: „Neben den Austritten ist zu berücksichtigen, dass mehr Katholiken sterben als getauft werden. Und unter den Zuwanderern sind Katholiken eine kleine Gruppe.“

Tatsächlich belegt die gleichfalls am Dienstag veröffentlichte Gesamtkirchenstatistik über das Jahr 2009 (für 2010 liegen eben nur die Austrittszahlen vor), dass die Zahl der Taufen und auch die der Eintritte in die Kirche gesunken ist, während es demgegenüber bei den katholischen Begräbnissen einen Anstieg zu verzeichnen gab.

Die Interpretationen der Austrittsstatistik fielen dem Absender entsprechend extrem unterschiedlich aus. Für Kardinal Christoph Schönborn ist jeder Austritt schmerzlich.

(c) DiePresse

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Schönborn: Vor Frühling in Kirche

Er spricht aber auch von einem „Zeichen neuer Freiheit“. Österreich entwickle sich von einem „Traditionschristentum“ zu einem „Entscheidungschristentum“. Und Schönborn wörtlich weiter: „Bald werden die ersten Krokusse aus dem Schnee kommen. Ich sehe überall solche Krokusse, auch in der Kirche. Ich wage zu sagen: Es gibt einen neuen Frühling in der Kirche.“

Die Plattform „Wir sind Kirche“ schätzt dies ganz anders ein. Sprecher Hans Peter Hurka sieht als Gründe für die Austrittswelle eine Verweigerung von Dialog und Reformen und Vertuschung sexueller Gewalt durch die Kirchenführung. Und die Plattform „Betroffene kirchlicher Gewalt“ interpretiert die jüngsten Zahlen als „Solidaritätsbarometer“ mit Missbrauchsopfern. Bei den Menschen herrsche Unmut darüber, dass die Kirche so wenig gegen Täter in den eigenen Reihen unternehme.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 12.01.2011)

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295 Kommentare
 
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Gast: ROTER OKTOBER
13.01.2011 16:37
2 5

Die Wahrscheinlichkeit sexuell missbraucht zu werden

und dann auch noch von der Tätergemeinschaft veräppelt und als Lügner hingestellt zu werden, wobei gleichzeitig alles vertuscht wird und auf Verjährung hingearbeitet wird, sinkt also bis 2050 oder vielleicht noch schneller bis 2030!
Die Verbrechensstatistik wird sich freuen!!!
Wann sind die Missbraucher dann überhaupt weg und wann können wir unsere Kinder frei laufen lassen?
Wann ist der Katholikenanteil bei 0,00 %?

Antworten Gast: werbistdu
13.01.2011 23:50
3 0

Re: Die Wahrscheinlichkeit sexuell missbraucht zu werden

Bevor der Katholikenanteil gegen Null sinkt, verfault früher der allerletzte Kommunist, und wird von Maden und Würmern gefressen

Re: Die Wahrscheinlichkeit sexuell missbraucht zu werden

Der Katholikenanteil wird nie bei 0,00 % liegen, weil es genug Menschen gibt, die fähig sind zu begreifen, dass nicht alle Mitglieder einer Institution für einige sündige Mitglieder verantwortlich sein können.
Wenn es bei den Lehrern Missbrauchsfälle gibt, lassen Sie dann Ihre Kinder zu Hause unterrichten und verurteilen den ganzen Berufsstand?
Ich bin zufrieden, wenn die schuldigen Priester der gerechten Strafe zugeführt werden.

Gast: helmut-wk
13.01.2011 13:54
4 0

Kirchenaustritt oder Übertritt

Was mich interessieren würde: wie viele von dene, die sich aus der kath. Kirche verabschiedet haben, sind nun bei einer anderen Kirche gelandet? Aus Bayern ist bekannt, dass die evangelische Landeskirche dort eine Rekord von Kircheneintritten verzeichnen kann. Und in Österreich?

Gast: Wer glaubt, ein Christ zu sein, weil er die Kirche besucht, irrt sich. Man wird ja auch kein Auto, wenn man in eine Garage geht!
13.01.2011 01:14
4 1

Also, ich fühle mich wohl in der Kirche.....

....sogar so wohl, dass ich heute eine zweite Mitgliedschaft beantragt habe(Partnerkarte, wie beim ÖAMTC), seitdem der Russ weg ist, ist endlich Platz in der Kirche! GOTT SEI DANK!
Ps: allen Ungläubigen sei gesagt, versucht bessere Menschen zu werden - die Kirchenskandale waren ja nur vorgeschoben um austreten zu können, damit ihr keine Kirchensteuer mehr zahlen müsst!!!! Schämt Euch - Taufe gibts keine mehr - und Begräbniss könnt´s euch auch in die Haare schmieren, da könnt´s Euch beim Wirt´n eingraben lassen, wo ihr Euch permanent über den jährlichen Kirchenbeitrag beschwert habt´s, aber diesen beim Wirt´n in einer Nacht versoffen habt`s!! Weil´s Wahr ist!!

Antworten Gast: JOJOJO
22.11.2010 06:04
3 2

Re: Also, ich fühle mich wohl in der Kirche.....

Der Vorwand mit der Kirchensteuer trifft sicher auf einen Teil der Austreter zu.

Nur, die größere Zahl der Austreter sind Sozialhilfeempfänger, Mindestrentner, Einkommenslose, Kinder, udgl. die gar keine Kirchensteuer bezahlen müßten.
Die haben einen anderen Grund.

Und:
Die Kirchensteur ist meist nur der Anlass, nicht aber der Grund für den Kirchenaustritt.


5 2

1.Fortsetzung:

Man fragt sich, wo ist die Zeit geblieben, als christliche Werte noch „etwas wert waren“? Die Geschäftswelt belässt uns nur noch Halloween-Kürbisse, verkleidete Rentiere, Osterhasen und anderen „Unfug“, nimmt uns aber christliche Werte und Traditionen. Aus Rücksicht auf die vielen Moslems und aus übertriebener Toleranz entfernt man in Schulen, Kindergärten und anderen öffentlichen Einrichtungen die sichtbaren Zeichen der Christen, die Kreuze oder andere lieb gewonnene christliche Bilder und Symbole. Bald werden nicht nur der heilige Nikolaus oder das Christkind verschwunden sein, sondern auch die Marterln und Kapellen am Wegesrand, die Kreuze in den Friedhöfen… aber die Kirche schweigt! Wo bleibt der Aufschrei der Vertreter der Kirchen, wenn sich Österreichs „feine“ meist linke Kabarettisten-Schar über das Christentum, vor allem die katholische Kirche und den Papst geschmacklos in ihrer unnachahmlichen Fäkalsprache lustig machen?

1 2

Re: 1.Fortsetzung:

Na ja, ob Jesus das gewollt hätte daß
... der Papst Ländereien, Schätze und sogar eine Bank besitzt
... das sich einige seiner Hirten an Kindern vergreifen und nix passiert
... das die Hl Schrift von der Kirche zensuriert wird (Apokryphen)
... das die Kirche keinen Aufschrei gg die Nazidiktatur gemacht hat
.... Hexenverbrennung
..... und und und!!!
Die Kirche hat halt in einer aufgeklärten Wissensgesellschaft auch ein Glaubwürdigkeitsproblem.

Ich bin trotzdem Christ und bin noch Mitglied.

Re: Re: 1.Fortsetzung:

Im Christentum hat die Willensfreiheit eine Schlüsselstellung, denn nur wenn der Mensch sich frei entscheiden kann, kann er letztlich die Verantwortung für sein Tun tragen. Ein gerechter Gott könnte einem Sünder sonst dessen Sünden nicht als Schuld anlasten.

Wenn der Mensch Willensfreiheit hat, dann wird das auch die Institution Kirche haben, oder?

Antworten Antworten Antworten Gast: 1. Parteiloser
22.11.2010 06:07
1 1

Re: Re: Re: 1.Fortsetzung:

Eine tolle Erklärung für die Vorfälle in der Kirche.

Weil die Kirche die Willensfreiheit der Menschen respektiert konnte ein Teil der Kleriker die niederen Triebe ausleben. Weil das aber nur die Willensfreiheit dieser Einzelpersonen war, so mussten diese durch die Institution Kirche systematisch geschützt werden.

Das war die Willensfreiheit der Institution Kirche. Ein systematischer Schutz der Willensfreiheit von Gewaltverbr.echern. Es war ja nur der gerechte Gott, welcher am Ende diesen Sündern deren Sünden vergeben hat!

Jetzt verstehe ich warum es dazu kommen konnte und über Dekaden aufrecht erhalten werden musste.

Danke für die Aufklärung.

Re: Re: Re: Re: 1.Fortsetzung:

Sie schreiben: ...Das war die Willensfreiheit der Institution Kirche. Ein systematischer Schutz der Willensfreiheit von Gewaltverbrechern. Es war ja nur der gerechte Gott, welcher am Ende diesen Sündern deren Sünden vergeben hat!...

Wieso sind Sie der Ansicht, dass Gott diesen Sündern deren Sünden vergeben hat?
Vielleicht vergibt er sie ihnen nicht?

Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Gast: 1. Parteiloser
13.01.2011 12:21
1 0

Re: Re: Re: Re: Re: 1.Fortsetzung:

Sie verwechseln nun aber etwas.

Ich wollte damit Ausdrücken, dass sich die Kirche angemasst hat Gott auf Erden zu spielen. Ist das nicht eine unglaubliche Fehlleistung?

Übrigens: Wo keine Sünden sind, da können auch keine Sünden vergeben werden. Nur Menschen, welche Verbre.chen begangen haben und Menschen, welche sich eine Schuld einreden lassen, haben Bedarf an einer Vergebung. Ich habe keinen Bedarf daran.

Die Kirche kann aber keine Sünden vergeben. Das müsste auch jeder Christ wissen. Trotzem masst sich die Kirche nicht nur an die Sünden vergeben zu können, bzw. Sünder, welche schwere Verbr.echen gegen die Menschlichkeit begangen haben, zu schützen.

Ich will damit sagen, dass die Kirche als Insititution einen Willensfreiheit nutzt, welche gegen die Menschengrundrechte war und auch entgegen den eigenen Anspruch. Das ist nicht nur falsch gewesen, das war auch kriminell.
Und weil das so gewesen ist hat sich die Kirche als Institution selber in Frage gestellt. Die Kirche symbolisiert heute eher eine Gottlosigkeit. Es scheint, dass Gott in dieser Kirche nicht mehr Zuhause ist. `

Wenn man die Vorgänge positiv sehen möchte, dann könnte Gott der Kirche aber auch nur einen Tritt in den Hintern versetzt haben, damit die Kirche ihrer Aufgabe wieder nachkommt. Das ist aber alles nur eine phantastische Interpretation und nur noch vom Glauben abhängig.

Tatsache im irdischen Leben bleibt aber, dass Verbr.echen begangen wurden.

Re: Re: Re: Re: Re: Re: 1.Fortsetzung:

In der römisch-katholischen Kirche gibt es das Bußsakrament, bei dem die Sünden einem Priester gebeichtet werden, durch den Jesus Christus diese vergibt. Zusätzlich kann der Priester Bußübungen auftragen.

Mir scheint, dass Gott sehr wohl in der Kirche zu Hause ist. Aber da in der Kirche auch nur Menschen arbeiten, gibt es dort sicher auch gute und schlechte Menschen, wie in jedem Berufsstand. Wobei ich zugebe, dass die Arbeit mit Kindern schon verlangt, dass man überprüft und kontrolliert, ob diese Menschen dafür geeignet sind. Ich hoffe, die Kirche hat aus den Verbrechen und verschiedenen Vorfällen gelernt und bemüht sich um Christlichkeit in ihren eigenen Reihen.

Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Gast: 1. Parteiloser
17.01.2011 09:52
0 1

Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: 1.Fortsetzung:

Entgegen Ihren Behauptungen, dass die Kirche oder auch Kleriker für die Buße zuständig sind, bin ich überzeugt, dass diese Vorgangsweise eine Gotteslästerung ist.

Ich kann mit einfach nicht vorstellten, dass ein geweihter Priester, welcher eventuell selber ein Sexualstraftäter war, oder eine Straftäter beschützt hat, ein Recht anderen Menschen zu vergeben oder andere Menschen Bußübungen auferlegen zu können.

Genau das war aber, teilweise, gängige Praxis der Kirche. Eine solche Kirche kann nicht glaubwürdig sein und hat, meiner Meinung nach, selber den Zugang zu Gott verloren.

Der Klerus hat auch nichts gelernt. Es wurden keine Maßnahmen getroffen, welche diese Vorfälle, besonders den systematischen Schutz der Täter, auch verbessert hat. In Österreich bemüht sich die Klasnik Kommission ja nur um Verschleppung und wirtschaftlicher Schadensminimierung.

Das kann keine Kirche sein, welche Gott ein Zuhause bietet, auch wenn es nur sehr kleine Teile der Kirche betrifft.

Ich würde meinen, dass das schon sehr wesentliche Gründe sind, warum viele Menschen Gott in der Kirche nicht mehr suchen können. Die Wahrscheinlichkeit Gott in der Kirche zu berühren sind eben sehr gering, wenn der Mensch Gott nicht schon in sich trägt.

Jeder Mensch wird den Weg zu Gott finden, auch wenn nicht im irdischen Leben gefunden wird!

Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: 1.Fortsetzung:

Sie haben die Antwort schon selber gegeben:
.....auch wenn es nur sehr kleine Teile der Kirche betrifft.....
Wieso verurteilen Sie die ganze Kirche, wenn nur ein kleiner Teil davon gesündigt hat?

.....Die Wahrscheinlichkeit Gott in der Kirche zu berühren sind eben sehr gering, wenn der Mensch Gott nicht schon in sich trägt.....
Die Kirche hat die Aufgabe, die Menschen über die Religion zu informieren. Erst wenn Sie etwas über Gott gehört, gelesen oder erfahren haben, können Sie Gott in sich tragen. Zu welcher Religion Sie sich hingezogen fühlen, können Sie auch erst beurteilen, wenn Sie sich von den verschiedenen Religionen ein Bild gemacht haben.
Wenn Sie glauben, dass Sie keine Kirche brauchen, dann ist das Ihre Entscheidung, die Sie mit Gott in Einklang bringen müssen.

Was siehest Du aber einen Splitter
in deines Bruders Auge,
und des Balkens in deinem Auge
wirst Du nicht gewahr.
(Neues Testament, Lukas 6,41)

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17.01.2011 18:06
0 0

Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: 1.Fortsetzung:

Die Institution Kirche ist zu verurteilen weil es zu schweren Verb.rechen an den Menschen gekommen ist.

Nicht zu verurteilen sind die Gläubigen, welche die Darstellung von Gott, so wie von der Kirche und der Bibel gezeichnet angenommen haben.

Gott findet in der Kirche, als Institution oder auch Gebäude, kein Mensch. Gott ist in Dir und ein Teil von Dir, wenn Du es zulässt. Dass sich in diese Beziehung eine Institution drängen will ist vielleicht legitim, dem Zugang zu Gott aber wenig zuträglich.

Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: 1.Fortsetzung:

Ohne die Kirche hätten wir keine Bibel. Welche Bücher zur Bibel zusammen gefasst wurden, hat sich im Judentum des ersten Jahrhunderts nach Christus bzw. in der Kirche der ersten Jahrhunderte entschieden. Die Kirchen haben durch all die Jahrhunderte das Wort Gottes aus ihr verkündet. Die Bibel legt auch heute noch, den Maßstab für die Kirche und für die Christen.

Warum sollte der Mensch also Gott nicht mit Hilfe der Bibel und der Kirche finden?
Dass Gott in uns selbst und ein Teil von uns ist, widerspricht dieser Ansicht nicht.

Nichts geschieht ohne den Willen des Allmächtigen.
Entweder lässt er zu, dass es geschehe,
oder er tut es selbst.
(Augustinus von Hippo)

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18.01.2011 10:39
0 0

Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: 1.Fortsetzung:

Ein Buch, welches erst durch 2 Religion durch das Zusammentragen von Einzelgeschichten soll eine Rechtfertigung für die Kirche als Institution sein?

Dieses Buch, geschaffen vor 2.000 Jahren von Menschen, soll dann die alleinige Grundlange für den Zugang zu Gott sein?

Dieses Buch soll nun der einzige Maßstab für den Glauben sein?

Es kann schon sein, dass es Menschen gibt, welche das genügt, um einen Zugang zu einem gezeichneten Gott zu bekommen. Ich selber habe da dann doch erhebliche Zweifel. Diese Zweifel werden dann verstärkt, wenn diese alten Geschichten von Interessensgruppen zur Manipulation von Menschen genützt werden. Diese Zweifel wurde auch nicht zerstreut als ich den Weg von Jesus nachvollzogen habe und die biblischen Stätten von Golan über den See Genezareth und bis nach Bethlehem besucht habe. Die Gespräche mit den Christen, den Moslems und den Juden in diesem geschichtlich wichtigen Teil der Erde haben die Skepsis noch weiter ansteigen lassen.

Menschen, welche die Bibel und die Kirche aber vorbehaltlos annehmen, sollten das auch frei tun dürfen. Das Limit ist dann erreicht, wenn in das Leben anderer Menschen eingegriffen wird oder auch, andere Menschen in ihrer eigene Entfaltung beeinflusst werden. Die Kirche, als Institution, hat diese Limits sehr oft sehr weit überschritten und wird daher zu Recht hart kritisiert.

Religionen haben kein Recht Leid über die Menschen zu bringen!

Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: 1.Fortsetzung:

Ich finde schon, dass die Bibel eine Grundlage, wenn auch nicht die einzige, für den Zugang zu Gott sein kann. Sie kann auch ein Maßstab, wenn auch nicht der einzige, für den Glauben sein.

Die christliche Religion und die Kirche nehmen in meinem Leben nur einen kleinen, aber doch bedeutenden Platz ein. In der Bibel lese ich nur selten, aber ich mag Zitate und Gleichnisse, und finde in ihr immer wieder etwas, worüber ich nachdenken kann.

Nicht die Religionen bringen das Leid über die Menschen, sondern die Menschen, die im Namen der Religion oder im Namen der Kirche, ihre Sünden oder Verbrechen begehen.
Gäbe es keine Religion oder keine Kirche, dann würden sich die Menschen andere Dinge oder Institutionen suchen, die sie als Vorwand für das Böse in ihrem Inneren, verwenden könnten.

Man kann einen Menschen nichts lehren,
man kann ihm nur helfen,
es in sich selbst zu entdecken.
(Galileo Galilei)

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18.01.2011 16:11
0 0

Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: 1.Fortsetzung:

Es ginge auch mit den Menschengrundrechten sehr gut ein Zusammenleben der Menschen zu steuern. Wahrscheinlich auch viel besser als mit den Religionen wo sich dann immer wieder Fanatiker an die Schaltstellen setzen und die eigenen Spielchen (Interpretationen) machen.

Dazu wäre die Menschengrundrechte auch viel einfacher zu lesen und zu verstehen. Sehr gut formuliert ist die EU Menschengrundrechtscharta, welche leider aber auch schon von den EU Bonzen selber nicht eingehalten wird.

Vielleicht ist es am Ende aber immer so, dass sich jeder Mensch seiner eigenen Verantwortung stellen muss und keine Steuerung oder Hilfe von außen annehmen sollte? Vielleicht ist genau das der Weg zu Gott?

Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: 1.Fortsetzung:

EU Menschengrundrechtscharta:
Diskriminierungen insbesondere wegen des Geschlechts, der Rasse, der Hautfarbe, der ethnischen oder sozialen Herkunft, der genetischen Merkmale, der Sprache, der Religion oder der Weltanschauung, der politischen oder sonstigen Anschauung, der Zugehörigkeit zu einer nationalen Minderheit, des Vermögens, der Geburt, einer Behinderung, des Alters oder der sexuellen Ausrichtung sind verboten.

Ja, das hört sich gut an. Haben Sie gemerkt, dass auch die Religion dabei ist?

Der Weg zu Gott ist vermutlich für jeden Menschen anders. Ich selber bin noch auf der Suche nach ihm, obwohl ich 100%ig weiß, dass es ihn gibt.

Und einer von ihnen, ein Schriftgelehrter,
versuchte ihn und fragte:
Meister, welches ist das höchste Gebot im Gesetz?
Jesus aber antwortete ihm:
“Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben
von ganzem Herzen,
von ganzer Seele
und von ganzem Gemüt”.
(Matthäus 22,35-37)

Re: Re: 1.Fortsetzung:

Ja, Gott, in seiner großen Güte, hat auch mir einen "Saumagen" gegeben. *g*

5 2

Austritte...?

Der große Katzenjammer über die Zunahme der Kirchenaustritte ist – so meine ich – kein Wunder. Mehr oder weniger Austritte hat es aus den verschiedensten Gründen schon immer gegeben. Die derzeitige Austrittswelle nur mit den Verfehlungen einiger katholischer Geistlicher zu begründen, ist zu primitiv und stimmt so nicht. Es ist schon klar, diese „Kriminalfälle“ gehören - selbst wenn sie schon lange verjährt sind - aufgearbeitet und zwar sowohl psychologisch, wie auch eventuell materiell. Einige Gründe für die Austritte werden ignoriert oder falsch interpretiert. Die katholische Kirche war von jeher eine absolutistische Wahlmonarchie (Papstwahl, Kardinals- und Bischofsernennungen), die - zum Unterschied zur evangelischen Kirche - keine Demokratie kennt. Durch das Zweite Vatikanische Konzil (1962-1965) hat man der Kirchenbasis eine „Scheindemokratie“ zugestanden und jetzt wundert man sich, dass so viele Leute plötzlich mitreden wollen. Tatsache aber ist, eine derartige demokratische Monarchie gibt es nicht und sie „funktioniert“ auch nicht. Wenn man sieht, wie andere Religionen (z.B. der Islam) mit Feuereifer an ihrer Verbreitung und Festigung ohne Kompromisse arbeiten, kann man nur neidisch den Kopf schütteln. Vor lauter falsch verstandener Toleranz wird bei uns alles „geduldet“ und zur Kenntnis genommen. Das geht soweit, dass christliche Symbole oder christliche Traditionen in Frage gestellt werden.

Re: Austritte...?

Zu den von Ihnen genannten Gründen kommt noch die Todfeindschaft einer Linken, die sich schon immer als Feind Roms betrachtet hat. Diese hat heute in Europa die Medienführerschaft und nutzt diese auch einmal ganz offensichtlich einmal verschämter zu einem Kulturkampf gegen das Christentum vor allem in seiner katholischen Ausprägung. Interessant und erschütternd dabei aber ist, daß gerade jene, oft eine unverständliche Toleranz gegenüber Auswüchsen eines radikalen Islam haben. Ein weiterer Grund ist, daß die Menschen heutzutage in einer metaphysischen Obdachlosigkeit und einem "Ich will alles und es steht mir!" zu leben. Da stört eine Instanz, die manches verbietet, anderes reglementiert den Hedonismus. Trotzdem sind viele möglicherweise gerade deshalb sehr anfällig für obskure Sekten. Insofern hat die Kirche sicher auch ein echtes spirituelles Problem. Möglicherweise war deshalb auch die Änderung der Messordnung vor über 40 Jahren ein Fehler.

Gast: Hitiwauti
12.01.2011 20:40
2 2

Wir sind die Kirche!

Christus ist immer bei seiner Kirche, besonders in den liturgischen Handlungen Gegenwärtig, in den eucharistischen Gestalten. Gegenwärtig ist er mit seiner Kraft in den Sakramenten, so daß, wenn ein Priester tauft, Christus selbst tauft. Gegenwärtig ist er in seinem Wort, da er ja selbst spricht, wenn die heiligen Schriften in der Kirche gelesen werden. Gegenwärtig ist er schließlich, wenn die Kirche betet und singt, er, der versprochen hat: ‚Wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, da bin ich mitten unter ihnen‘ (Matthäus 18,20) deswegen ist es nicht bedeutend ob die Bischöfe, Priester u.s.w. sündig sind. Wir müssen verzeihen. (Matthäus 6,14-15)
Wir sind die Kirche, wir können die Kirche heiligen in dem wir nicht verurteilen, sondern vergeben!
Die Kirche selbst war und ist aber trotzdem heilig, da Jesus Christus selbst in der Kirche wohnt und Gott durch denn Hl. Geist wirkt. Sie besteht nicht nur aus Sündern, sondern sie hat auch viele Heilige die vom Hl. Geist erfüllt sind, die die Kirche aufrecht halten und tragen, die nach der Lehre Jesus Christus liebten und lebten und in der Kirche Gutes tun. Leider hört man immer nur das Schlechte und selten das Gute der Kirche. Versuchen wir ohne Vorurteile die Kirche zu sehen!
Wenn man die Geschichte der Kirche von Anfang an bis heute ansieht, wird man erkennen, dass die Kirche langsam wieder zum Ursprung Jesu führt. Satan kann sie nicht überwinden!

Re: Wir sind die Kirche!

Macht euch frei von allem, was ihr in euch oder außerhalb findet -
Religion, Tradition und Gesellschaft-, denn nur dann werdet ihr Befreiung finden. Seid ihr nicht in die Dinge verstrickt, so gelangt ihr ungehindert zur Selbstständigkeit.

Lin-chi

 
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