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Sexueller Missbrauch: Papst will Erneuerung der Kirche

07.02.2012 | 13:21 |   (DiePresse.com)

Mehr als 100 Bischöfe nehmen bis Donnerstag an der Konferenz "Heilung und Erneuerung" in der Gregoriana-Universität in Rom teil. Benedikt XVI. fordert den effektiven Schutz und Hilfe für die Opfer.

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Zum Auftakt einer Konferenz der katholischen Kirche zum Thema Kindesmissbrauch hat Papst Benedikt XVI. eine "tiefgehende Erneuerung" der Kirche gefordert. Die "Heilung" der Opfer müsse für die christliche Gemeinschaft von größter Bedeutung sein und Hand in Hand mit einer Erneuerung der Kirche "auf allen Ebenen" gehen, hieß es in einem Grußwort des Papstes an die Teilnehmer der am Montag in Rom begonnenen Konferenz. Benedikt XVI. mahnte in der vom Vatikan veröffentlichten Botschaft zudem eine "rigorose Kultur des effektiven Schutzes und der Hilfe für Opfer" an.

Bei der viertägigen Konferenz diskutieren Würdenträger und Kirchenexperten aus aller Welt hinter verschlossenen Türen über Maßnahmen zur Verhinderung sexuellen Missbrauchs Minderjähriger in der katholischen Kirche. An dem seit etwa zwei Jahren geplanten Kongress an der von Jesuiten geführten Päpstlichen Universität Gregoriana nimmt der St. Pöltner Diözesanbischof Klaus Küng teil. Missbrauchsskandale in mehreren Ländern hatten die katholische Kirche in den vergangenen Jahren in eine tiefe Krise gestürzt.

An der Konferenz nehmen unter anderem die Bischöfe aus 110 Staaten und die Führer von 34 Religionsorden teil - aber nur ein Missbrauchsopfer, die Irin Marie Collins. Opferverbände übten am Montag heftige Kritik an der Konferenz. Sue Cox von der Opfervereinigung Survivors Voice sprach von einer "PR-Aktion". "Das ist wirklich nur Theater. Das ist sinnlos." Roberto Mirabile von der italienischen Opfergruppe La Caramella Buona sagte, es müsse eine "konstruktive Debatte geben". Collins dagegen sprach von einem "Schritt in die richtige Richtung".

"Kirche muss sich Verantwortung stellen"

Der Missbrauchsskandal hatte in den vergangenen Jahren vor allem in Europa und den USA die katholische Kirche in schwere Bedrängnis gebracht. "Die Kirche muss sich ihrer Verantwortung stellen", sagte der deutsche Jesuitenpater und Psychologe Hans Zollner, ein Mitorganisator der Konferenz, dem Radio Vatikan. Der Missbrauch sei verdrängt worden, man habe Opfer und Täter falsch behandelt und Schuld auf sich geladen, erklärte Zollner. Vermieden werden soll, das Problem nur aus europäischer und nordamerikanischer Sicht zu sehen. Deshalb hat der Kongress die gesamte Weltkirche im Blick.

Der Präfekt der Glaubenskongregation, Kardinal William Levada, hat ein stärkeres Vorgehen gegen sexuellen Missbrauch gefordert. Der "Ernst dieser Verbrechen" dürfe nicht aus den Augen verloren werden. Sexuell übergriffige Geistliche machten zwar nur eine kleine Minderheit unter Klerikern aus, hätten aber den Opfern und der Kirche großen Schaden zugefügt.

Kardinal Levada rief die Bischofskonferenzen weltweit zu mehr Eigeninitiative beim Erstellen von Richtlinien im Umgang mit sexuellem Missbrauch auf. Viele Konferenzen hätten schon eigene Normen erlassen, beispielsweise die USA, Deutschland, Frankreich, Südafrika und Australien. Oft seien sie aber erst in Reaktion auf die Aufdeckung skandalöser Fälle durch die Medien entstanden, so Levada.

Mit zivilen Behörden zusammenarbeiten

Die Kirche müsse bei der Aufklärung mit zivilen Behörden zusammenarbeiten, unterstrich der Kardinal, bei dessen Kongregation auch die kirchenrechtliche Strafverfolgung angesiedelt ist. Das Beichtgeheimnis müsse aber weiterhin unantastbar bleiben. Seelsorgliche Aufgabe der Kirche sei es, den Opfern zuzuhören und sie zu begleiten. Ein persönliches Beispiel habe Benedikt XVI. durch seine Treffen mit Missbrauchsopfern während verschiedener Auslandsreisen gegeben.

Zum Schutz Minderjähriger müsse die Kirche ihre Mitarbeiter schulen und für das Thema stärker sensibilisieren, sagte Levada. Zugleich müsse sie Eltern und Kinder über sexuellen Missbrauch in der Gesellschaft aufklären. Der Kardinal forderte eine angemessene Ausbildung künftiger Priester. Vor allem beim Wechsel von Priesteramtskandidaten in andere Diözesen sei Aufmerksamkeit geboten.

Durch die größere öffentliche Aufmerksamkeit für das Thema ist in den vergangenen Jahren die Zahl der an seine Behörde gemeldeten Fälle von sexuellem Missbrauch an Minderjährigen deutlich gestiegen, berichtete Levada. Seit 2001 seien bei der Glaubenskongregation mehr als 4000 Fälle gemeldet worden, sagte der Präfekt. Dies mache deutlich, dass eine nur kirchenrechtliche Antwort unangemessen sei. Neben Normen für straffällige Kleriker gehe es auch um den bestmöglichen Beistand für Opfer, Förderung von Kinderschutzprogrammen und die Ausbildung von künftigen Priestern.

(Ag.)

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10 Kommentare
Nowatschek
09.02.2012 20:11
0 0

Täterliste der hauseigenen Pädos und Kinderfolterknechte der kath.Kirche-Nun schlagen die ehemaligen Kindopfer zum Schutz der heutigen Kinder zurück

Zitat aus der obigen Reportage:
Die Kirche müsse bei der Aufklärung mit zivilen Behörden zusammenarbeiten, unterstrich der Kardinal, bei dessen Kongregation auch die kirchenrechtliche Strafverfolgung angesiedelt ist.

dazu die Meinung von E.Nowatschek:
Das ist eine wissentlich Lüge,damit sich die endlich aufgewühlten Gemüter, der dummen kath.Schäfchen wieder beruhigen sollen.
Nach dem Motto, die tu ja eh was,aber machen tun wir nichts.

Denen geht es nach wie vor um den Schutz ihrer hauseigenen Verbrecher und nicht um Kindesschutz, der ihnen anvertrauten Kinder.

Eine Täterliste mit den Bildern der Täter, wird frei zugängig veröffentlicht werden,

Wenn hier ehemalige Kindopfer mitlesen,so schreibe uns den Namen deines Täters.
Nur dein Name als Opfer, bleibt bei uns für andere nie einsehbar.

Aber der Name deines Täters soll jeder wissen,damit jeder gewarnt wird
und sein Kind vor den erkannten Tätern schützen kann.

Melde dich !!!
nowatschek.snap@gmail.com

1 0

Zölibat ist geistige Zwangskastration

So lange die kath. Kirche an ihrer überkommenen und extrem unnatürlichen Sexualmoral festhält werden ihre Priester weiter mit dieser Psychose leben müssen, die eine zwanghafte Unterdrückung jener Freuden mit sich bringt, die die Existenz der menschlichen Rasse überhaupt erst ermöglicht.

Einie, wahrscheinlich nur sehr wenige, dieser Priester werden sich dieser geistigen Zwangskastration vielleicht durch extreme Willensanstrengung unterwerfen können.

Andere werden ihre sexuellen Energien wohl in homeerotische Kanäle lenken und mit ihren Mitbrüdern in, von kirchlicher Seite, verbotener Liebe leben.

Wieder andere werden sich heimlich als Stammkunden in diverse Häuser hinter roter Lichtreklame schleichen.

Und eine andere, unbekannte Anzahl der zur sexuellen Untätigkeit gezwungenen "Seelsorger" werden sich zu Monstern entwickeln und die ihnen anvertrauten Seelen mit dem vertraut machen, was ihre Obrigkeit all jenen, die ihr die Gefolgschaft verweigern, unter dem Begriff "Hölle" androhen.

Wer diesen "Teufels"-Kreis durchbrechen will, muss zu allererst dazu stehen, dass auch Priester Menschen sind. Menschen mit ALLEM, was einen Menschen ausmacht. Auch mit seiner natürlichen Sexualität.

Antworten Gast: ein katholik
07.02.2012 22:13
1 0

Re: Zölibat ist geistige Zwangskastration

Wer den Zölibat, als Ursache nimmt, verkennt, in der Missbrauchsdebatte, das nahezu 99,9% der fälle von Familienangehörigen begangen wird, bzw von Menschen die sich nicht dem Zölibat verpflichten.
Ich lebe seit jahren Zölibatär und komme bisher ohne größere Schwierigkeiten zurecht.

Steininger
07.02.2012 14:26
2 0

Daß die Entscheidungsträger hinter verschlossenen Türen tagen

ist schon der Geburtsfehler dieser Konferenz! Wenn man nicht die Betroffenen einschließt dann kommt das nur wie unerträglicher Absolutismus rüber.
Die r. k. Kirche ist lernunfähig!

Gast: Johann S
07.02.2012 13:50
1 0

Mit

zivilen Behörden zusammenarbeiten.

Eine tiefschürfende Erkenntniss.

Ob das nicht wieder ein "Hornbacher Schiessen"wird?

Erich Bahn
06.02.2012 22:27
9 1

Kardinal William Levada

Hier wird der "Bock zum Gärtner" gemacht.

Kyniker
06.02.2012 20:16
18 1

@ „Sue Cox von der Opfervereinigung Survivors Voice sprach von einer "PR-Aktion". "Das ist wirklich nur Theater…“






immerhin…






Kyniker
06.02.2012 20:15
19 1

@ „Hand in Hand mit einer Erneuerung der Kirche "auf allen Ebenen"






also auch in der Ursache, der Einstellung zur Sexualität…?






Gast: Darum wurde gelöscht.
06.02.2012 17:08
14 1

Kardinal William Levada, wollte über Richtlinien sprechen………

……… ausgerechnet der, der einen pädophilen Priester der Diözese Portland Oregon, neun Jahre lang schützte, der damit zum Bankrott dieser Diözese beitrug.
Levada stand unter schwerster Kritik weil er Priester, die des sexuellen Missbrauchs beschuldigt worden waren, nicht aus dem Amt entfernte, dafür aber Dokumente über diese Priester geheim hielt.

Antworten Nowatschek
09.02.2012 19:57
0 0

Re: Kardinal William Levada, wollte über Richtlinien sprechen………

Das selbe Vertuschungsspielchen geschieht auch in Österreich und Deutschland.

Die jenigen die das ausbaden mußten und müssen,sind die wehrlosen Kinder,die der kath.Kirche anvertraut wurden und werden.

nowatschek.snap@gmail.com