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USA: "Sandy" schlug eine Schneise der Verwüstung

30.10.2012 | 22:56 |  von THOMAS VIEREGGE (Die Presse)

U-Bahn-Schächte unter Wasser, überflutete Straßen, geknickte Bäume, Stromausfälle: Der Hurrikan richtete an der Ostküste an schwere Schäden an. Mehr als 30 Menschen sind gestorben.

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Washington. Die Ruhe nach dem Sturm wurde immer wieder jäh unterbrochen von den Sirenen der Feuerwehr-, Polizei- und Ambulanzwagen. Als der Hurrikan „Sandy“ in der Nacht auf Dienstag mit einer Spitzengeschwindigkeit von 150 Stundenkilometern und bis zu vier Meter hohen Wellen über die US-Ostküste hinwegbrauste, da rüttelte und zerrte er heulend und pfeifend an den Grundmauern und Fenstern. Bäume knickten wie Zahnstocher um, Metallteile knallten blechern auf den Asphalt.

Die Explosion eines Umspannwerks in New York ließ den Nachthimmel grell aufleuchten, im Stadtteil Queens loderten Brände, im Süden Manhattans verdunkelte sich die Skyline – die Lichter fielen aus. Von Connecticut bis North Carolina trafen die Stromausfälle bis zu sieben Millionen Amerikaner, mindestens 30 Menschen ließen bei Unfällen – meist durch umgestürzte Bäume – ihr Leben. Die Notrufnummer 911 war völlig überlastet.

Schneise der Verwüstung: Die Auswirkungen von ''Sandy''

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New-York-Marathon soll stattfinden

Vor der Küste North Carolinas kam für zwei Crewmitglieder des Dreimasters „Bounty“, Kulisse im Film „Die Meuterei auf der Bounty“ mit Marlon Brando, jede Rettung zu spät. Die Küstenwache barg 14 Seeleute des Schiffs. Die „Bounty“ war in Wellenbergen von bis zu zehn Metern in Seenot geraten.

Als die Amerikaner Dienstagfrüh nach einer kurzen und unruhigen Nacht aufwachten, stand das öffentliche Leben an der Ostküste weitgehend still. Vor dem Biosupermarkt Whole Foods in der Hauptstadt war ein Aushang angebracht: „Wir sperren um zehn Uhr Vormittag auf – mit Glück.“ Der Alltag normalisierte sich erst allmählich.

Die Ministerien in Washington und die Börse an der Wall Street in New York blieben weiterhin geschlossen, der öffentliche Verkehr war weiter lahmgelegt. Die Fluggesellschaften strichen mehr als 14.000 Flüge, die großen Flughäfen in New York und Washington waren zumindest bis Mittwochfrüh gesperrt. Dennoch waren die Organisatoren bemüht, den New-York-Marathon am Sonntag mit dem traditionellen Finish im Central Park durchzuführen, der jährlich zehntausende Touristen und bis zu zwei Millionen Zaungäste in die Stadt lockt.

Die Gefahren lauerten zu Wasser, am Boden, wie in der Luft. In New York sorgte ein Kran in schwindelerregender Höhe von 300 Metern für Panik. Vor der Baustelle des neuen Luxuswolkenkratzers „157“ an der 57th Street in Midtown Manhattan, einer künftigen Residenz für Multimillionäre und Milliardäre unter anderem aus China und Russland, war der Trägerarm auf halber Länge umgeknickt und baumelte bedrohlich über den Hochhausschluchten.

Washington und die Vorstädte Alexandria und Georgetown bangten vor einem Anschwellen des Potomac. An der Südspitze Manhattans wiederum standen die U-Bahn-Schächte bereits unter Wasser, zahlreiche Zug-Garnituren wurden in Mitleidenschaft gezogen. Wann wieder ein Betrieb möglich sein würde, war völlig unklar.

Am Battery Park in Lower Manhattan, als Ausblick auf die Freiheitsstatue beliebt, war die Flut in hohen Wogen übers Ufer geschwappt. Am Dienstag war die See noch aufgewühlt. Bis auf den Lincoln-Tunnel, die Verbindung zu New Jersey, war Manhattan von der Außenwelt abgeschnitten.

U-Bahn fällt bis zu fünf Tage aus
Die U-Bahn, die werktags 5,3 Millionen Menschen Passagiere befördert, wird laut Bürgermeister Michael Bloomberg vier bis fünf Tage ausfallen. Die Stadt hoffe, am bald den Busbetrieb zumindest in Teilen wiederaufzunehmen, sagte Bloomberg. Er hoffe, dass ab Mittwoch wieder alle Busse fahren. Sie werden dann zum Nulltarif verkehren, weil Gouverneur Andrew Cuomo die Fahrpreise aussetzte.

Republikaner lobt Barack Obama

Überall fällte der Sturm Äste und Bäume, insbesondere an der Küste von New Jersey schlug Hurrikan Sandy eine Schneise der Verwüstung. In der Casino-Stadt Atlantic City standen die Straßen zeitweise knietief unter Wasser. Gummistiefel gehörten zum unverzichtbaren Inventar. Vereinzelt rutschten Strandhäuser weg.

Doch auch fernab der Atlantikküste, in Chelsea, einem Viertel Manhattans, stürzte ein Gebäude wie ein Puppenhaus zusammen. Der zum Sturm herabgestufte Hurrikan zog unterdessen ins Landesinnere, nach Pennsylvania, ehe er laut Prognosen in die Neuengland-Staaten abdrehen sollte.

Schlagzeilen zu ''Sandy'': ''New York säuft ab''

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Der Präsidentschaftswahlkampf legte eine Zwangspause ein. Der Republikaner Mitt Romney hielt in Ohio eine Benefizveranstaltung ab. Für Präsident Barack Obama standen Ehefrau Michelle, Vizepräsident Joe Biden und Ex-Präsident Bill Clinton bereit, in die Wahlschlacht zu ziehen.

Der Präsident selbst ging ganz in seiner Funktion als Krisenmanager auf. Er hielt ständigen Kontakt zur Katastrophenschutzbehörde Fema – deren Mittel Romney übrigens im Vorwahlkampf noch kürzen wollte – und zu den Gouverneuren der betroffenen Bundesstaaten. Mit ernster, entschlossener Miene trat Obama gleichsam als überparteilicher Staatsmann vor die Presse – und bekam dickes Lob von unerwarteter Seite. Chris Christie, der schwergewichtige Gouverneur von New Jersey und prominente Romney-Wahlhelfer, pries den Präsidenten für seinen Einsatz.

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("Die Presse", Print-Ausgabe, 31.10.2012)

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76 Kommentare
 
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Gast: Kirchenbeitrag
31.10.2012 00:31
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KEINE SOLIDARITÄT …

Ja sapperlot, wo bleibt denn der längst überfällige Spendenaufruf von Nachbar & Not oder von Menschen 4 Menschen, samt den in den EURF-Nachrichten ständig eingeblendeten Kontonummern? Ist eine Katastrophe in den Vereinigten Staaten weniger wert als anderswo?

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Re: KEINE SOLIDARITÄT …

na die werden sich schon selber helfen koennen. als in pakistan mega ueberschwemmungen waehrend der sommermonsunregenfaelle waren, dauerte es wochen bis es zu den spendenaufrufen kam. ist sicher weit weniger schlimm in den usa eine relativ kleine katastrophe zu haben als in einem 3. welt land

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Zum Glück hat noch nach dem glimpflichen Verlauf und dem Abflauen des Sturms . . .

. . . der Herr Vieregge seine Propaganda für die Demokraten anbringen können.

Gast: UserA
30.10.2012 20:18
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Sehr merkwürdig !

Sehr merkwürdig , auf die Live Webcams ist nicht viel von dem Unwetter zu sehen.

http://www.earthcam.com/usa/newyork/timessquare/

ob da nicht Soetoro

mit seiner Wettermodifikationswaffe HAARP nachgeholfen hat so kurz vor der Wahl...

Antworten Gast: werbistdu
30.10.2012 21:16
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Re: ob da nicht Soetoro

HAARP = Gehirngespinnst

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Re: Re: ob da nicht Soetoro

Haarp soll schon fuer kathrina fuer das schwere erdbeben in haiti und japan verantwortlich sein. bush hatte den 9/11 und obama hat jetzt auch seine katastrophe...

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Re: Re: ob da nicht Soetoro

Echelon und die Bilderberger waren auch einmal ein Hirngespinst. Ich weiß nicht ob an Haarp was dran ist, aber kategorisch ausschließen würde ich es nicht.

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kann mir wer sagen

Ob unser Norbert d. rechtzeitig heim gekommen ist von seinem besuch in washington oder ob er beim Katastropheneinsatz hospitieren darf?

11 september...

Anschlag auf das World Trade Center war wann? Laut presse am 11 September 2011. da habe ich ja was verpasst ;)

Re: 11 september...

Vielen Dank für den Hinweis. Wir bedauern den Fehler und haben ihn ausgebessert. Mit freundlichen Grüßen, die Redaktion.

es ist schlimm, aber positif alles sehen.

alles was zerstört ist schlecht. lieber eine zerstörung durch die natur als mit bomben. durch wiederaufbau, verbesserung, sanierung, usw schaft arbeitplâtze und kurbelt die wirtschaft an.

Re: es ist schlimm, aber positif alles sehen.

niveau der presse leser steigt langsam;)!

Re: Re: es ist schlimm, aber positif alles sehen.

aber positiv ist es noch nicht!

Gast: geoopster Heike
30.10.2012 16:48
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Was die Halblustigen hier

vergessen:

In weniger als drei Wochen ist Supersturm "Sandy" auch bei uns – beginnend mit einem Wettersturz, der sich gewaschen haben wird, von Starkregen, Schneesturm, Blizzard bis Gewitter. Jeder Hurricaine kommt von den USEN zu uns nach Europa, jeder. Je dicker dort – je dicker da. Und dann bitte net rearn, dass in halb Europa keine Züge fahren und Stromleitungen reißen. Gruß und Kuss von "Sandy".
Könnts euch schon im Kalender eintragen, dass in drei Wochen kein fröhliches Outdoor-Wetter sein wird.

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Re: Was die Halblustigen hier

Es würde mich wundern, wenn Wien von Meerwasser überflutet würde. Bei uns sind die Häuser nicht aus Pappkarton und die STromleitungen sind vorwiegend unter der Erde. Auch falls das kommt, wird das bei uns nicht so viel anrichten können.

Re: Was die Halblustigen hier

ja und am 21.12 geht die Welt unter.

Re: Re: Was die Halblustigen hier


Kommt alles zu spät, Vassilakou schafft's im Alleingang...

Gast: eso-policier
30.10.2012 16:31
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Katastrophen

Es wird in der Zukunft weniger Katastrophen geben, wenn die Menschen sich ökologisch verhalten. Z. B. kann der Rohstoffverbrauch innerhalb von 50 Jahren um 90 % gesenkt werden. Siehe dazu "Factor 10" im englischsprachigen Wikipedialexikon. Zudem soll sowohl der Gottglaube, als auch der Atheismus bekämpft werden. Wir brauchen eine praxisorientierte Freie Religion. Mehr dazu auf dem Blog Esopolice (bitte googlen).

Re: Katastrophen

hab's gegoogelt u zb so einen Blödsinn gefunden wie: "Sexuelle Kontakte zwischen Menschen zweier Völker, die wesentlich verschieden sind (z. B. Türken und Deutsche), müssen verboten werden."
ist echt toll!
oder noch ein guter-"Erotikfilme und u. a. die Rock- und Popmusik müssen verboten werden. Es darf nur noch lebensfrohe (mediterrane) Musik geben"
und noch viel mehr von so einem Schwachsinn!


Antworten Antworten Gast: Eso-Policier
31.10.2012 00:45
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Re: Re: Katastrophen

@ romapersempre
Hahaha .......
Die Heavy-Metal-Musik, und erst recht die Technomusik, ist sogar satanistisch. Im Gegensatz dazu empfehle ich z. B. die Lieder "Je veux" und "Eblouie par la nuit" von Zaz.

Re: Re: Re: Katastrophen

Ich höre Heavy Metal und schlachte jeden Morgen eine Ziege und bete dabei den großen Cthulhu an. Das ist mein Glaube, und ich werde ihn mit meinem Leben verteidigen. Und mit dem Text bin ich um einige Ecken normaler, als sie mit dem Stuss den sie auf ihrem Blog schreiben...

Re: Re: Re: Katastrophen

was heißt da hahaha?
ich find solche Sachen eher traurig, dass dies ernsthaft die Meinung einiger Leute sein kann..
ich höre Rockmusik u teilweise Heavy Metal u bin kein satanist!
die Leute die Metal hören u satanisten sind bezw die die glauben, dass alle rockhörer satanistisch sind, sind zu blöd um die Ironie der Musiker zu verstehen!

Re: Katastrophen

Was ist so schlecht daran, Glauben wider besseres Wissen abzulehnen, dass das bekämpft werden muss? Ich meine, so ganz nüchtern betrachtet...

Antworten Antworten Gast: Klaus
30.10.2012 21:02
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Re: Re: Katastrophen

hmm ... also, Religion kann man wohl nur angesoffen erst so richtig betrachten.

Antworten Antworten Gast: eso-policier
30.10.2012 18:05
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Re: Re: Katastrophen

Bestimmte religiöse Dinge sind Realität. Z. B. hat Jesus wirklich gelebt und Wunder gewirkt. Aber Jesus ist nicht der Sohn eines "Gottes".

 
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