Sieben Tote bei Flugzeugkollision in Deutschland

09.12.2012 | 10:24 |   (DiePresse.com)

Bei der Kollision zweier Flugzeuge nördlich von Frankfurt starben nach Polizeiangaben mindestens sieben Menschen. Die Trümmer liegen über mehrere hundert Meter verstreut.

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Mindestens sieben Menschen sind bei der Kollision zweier Kleinflugzeuge im deutschen Bundesland Hessen ums Leben gekommen. Darunter seien auch drei Kinder, teilten Polizei und Feuerwehr nach ersten Erkenntnissen mit. Das Unglück ereignete sich laut Angaben der Gießener Polizei rund 30 Kilometer nördlich von Frankfurt nahe Wölfersheim. Die beiden Maschinen waren nach der Kollision am Samstagnachmittag abgestürzt. Möglicherweise gebe es noch ein achtes Todesopfer.

"Es ist ein schreckliches Bild, das sich hier den Einsatzkräften bietet", sagte der Landrat des Wetteraukreises, Joachim Arnold, an der Absturzstelle: Die Trümmer lagen über mehrere hundert Meter auf einem Feld nahe dem Ortsteil Melbach verstreut. Ein Polizeihubschrauber leuchtete die weiträumig abgesperrte Unglücksstelle aus. Ein Großaufgebot von Polizei, Feuerwehr und Rettungskräften war im Einsatz.

Ursache ungeklärt

Wie es genau zu der Kollision der beiden Maschinen gekommen war, blieb zunächst völlig unklar. Der Polizeisprecher Jörg Reinemer sagte: "Die sind aneinandergeraten in der Luft und danach gab es diesen schrecklichen Absturz, aber warum wissen wir nicht." Bei dem Unfall gegen 16.15 Uhr habe gerade noch die Sonne geschienen. "Es war noch sehr klare Sicht", erklärte Reinemer. Auch die Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung (BFU) in Braunschweig sei alarmiert worden. "Wahrscheinlich dauert es Tage, bis Ergebnisse vorliegen", sagte der Sprecher.

Nur wenige Kilometer von der Absturzstelle entfernt liegt der Flugplatz Reichelsheim, der vor allem von Geschäfts- und Freizeitmaschinen angeflogen wird. Dort ist auch der Rettungshubschrauber des Luftrettungszentrums Hessen stationiert. Dieser wurde von der Leitfunkstelle Frankfurt alarmiert, für die Opfer kam aber jede Hilfe zu spät.

Traurige Bilanz

Erst im März war in der Nähe des südhessischen Flugplatzes Egelsbach ein Flugzeug abgestürzt. Auch dieser wird hauptsächlich von kleineren Maschinen angeflogen. Dabei waren drei Männer und zwei Frauen gestorben.

Im August 2011 waren beim Zusammenstoß zweier deutscher Kleinflugzeuge in Österreich drei Menschen ums Leben gekommen. Im Sommer 2009 starben vier Menschen, als ein Hubschrauber und ein Kleinflugzeug stoßen nahe Ellwangen im Ostalbkreis (Baden-Württemberg) zusammenprallten.

(APA/dpa)

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4 Kommentare

bfu...

beide flugezeuge hatten sicher eine blackbox, auch der funkverkehr wird aufgezeichnet. über das ergebnis werden wir dann nicht mehr informiert...

Re: bfu...

Maschinen dieser Größe haben leider keine black box. Aber es wäre schon viel früher anzusetzen: Wenn man per ICAO Annex weltweit Kollisionswarnsysteme als Mindestausrüstung festlegen würde, würden solche Zusammenstöße vl. verhindert (zumindest gemindert) werden. Technisch möglich ist es allemal (und auch sehr effektiv!), jedoch leider noch nicht weit verbreitet in der Allgemeinen Luftfahrt...

tragisch, aber...

Wie viele Autos kollidierten in diesem Jahr in Deutschland, wobei es Tote gab? Fakt ist, an tödliche Autounfälle haben wir uns alle schon gewöhnt, weshalb es nicht mehr bemerkenswert ist. Mein Beileid an die Hinterbliebenen, aber von einer Panikmache im Bezug auf den Flugverkehr haben sie auch nix.


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Re: tragisch, aber...

Ähnlich bei der Lawinenmeldung. Ein sinnvoller Tipp wie man sie zu 98% überlebt, auf einmal steht was anderes drin und rutscht von Platz 1 runter auf -10 :D

Auch mein herzlichstes Mitgefühl den Hinterbliebenen.

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