Gruppenvergewaltigung: Kritik an indischer Polizei

05.01.2013 | 14:28 |   (DiePresse.com)

Der Freund des Vergewaltigungsopfers beklagt die schleppende Hilfe durch die Polizei. Auch Passanten habe er vergeblich um Unterstützung gebeten.

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Nach der Gruppenvergewaltigung einer indischen Studentin werden schwere Vorwürfe gegen die Polizei laut. Der ebenfalls attackierte Freund sagte am Freitag, der schwer verletzten, nackten 23-Jährigen sei fast eine Stunde lang niemand zu Hilfe gekommen. Erst nach 45 Minuten seien Polizisten eingetroffen. Doch obwohl die mehrfach vergewaltige Frau stark blutete, sei zunächst eine Diskussion unter den Polizisten entbrannt, welches Revier für die Tat zuständig sei. Der Freund sagte dem Sender Zee News, er habe auch Passanten vergeblich um Hilfe gebeten.

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Die Polizei verteidigt ihr Vorgehen. Nach Eingang des Notrufs seien lediglich vier Minuten bis zum Eintreffen der ersten Streife vergangen, sagte ein Sprecher in Neu-Delhi. Die Beamten hätten die Frau und ihren ebenfalls attackierten Begleiter binnen 24 Minuten ins Krankenhaus gebracht.

Bruder: Raschere Versorgung hätte Leben retten können

Auch der Bruder der Verstorbenen hat sich inzwischen zu Wort gemeldet. Raschere medizinische Versorgung hätte das Leben seiner Schwester retten können, sagte der Mann zur indischen Nachrichtenagentur Press Trust of India (PTI) am Samstag.

"Sie erzählte mir, dass sie nach dem Vorfall Passanten um Hilfe bat, aber ohne Erfolg", schilderte der Mann ähnlich wie zuvor bereits der Freund der jungen Frau. Bis sie ins Spital gebracht wurde, seien fast zwei Stunden vergangen. "Bis dahin hat sie viel Blut verloren. Hätten ihr Passanten geholfen und wäre sie schnell versorgt worden, wäre sie jetzt vielleicht noch am Leben", so der Bruder. Die indische Bevölkerung müsste ihre Einstellung ändern und Bereitschaft zur Hilfe zeigen, forderte er.

In Kleinbus brutal vergewaltigt

Die Physiotherapie-Studentin war Mitte Dezember in einem privaten Kleinbus in der Hauptstadt Neu-Delhi von mehreren Männern vergewaltigt, mit einer Eisenstange misshandelt und aus dem fahrenden Fahrzeug geworfen worden. Polizeiangaben zufolge versuchte der Fahrer des Busses anschließend, die Frau zu überfahren.

Zwei Wochen nach der Tat war die Frau ihren Verletzungen erlegen. Die Brutalität des Falles hat international für Entsetzen gesorgt und in Indien eine Debatte über schärfere Gesetze für Vergewaltiger ausgelöst. Fünf der sechs Beschuldigten sind des Mordes und der Gruppenvergewaltigung angeklagt. Das Gericht entschied am Samstag beim eigentlichen Prozessbeginn, dass die Angeklagten am Montag erstmals vor Gericht erscheinen sollten.

Die Staatsanwaltschaft verfügt nach eigenen Angaben über eindeutige Beweise gegen die Angeklagten. DNA-Tests hätten ergeben, dass auf Kleidung der Angeklagten gefundenes Blut von der 23-jährigen Studentin stamme, sagte ein Staatsanwalt am Samstag. Außerdem seien Besitztümer der jungen Frau und ihres Freunds bei den Männern gefunden worden.

(APA/Reuters)

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17 Kommentare

Ad xxxlutz

Trotz intensiver Gegenwehr zu meinem Kommentar möchte ich Ihnen sagen, dass Ihre Antwort von Intelligenz zeugt und nicht unoriginell ist. Ich nehme sie zur Kenntnis.

Ich möchte versuchen, sachlich zu bleiben, und erklären, was ich sagen wollte.
Als oftmaliger Indienreisender bin ich durchaus mit den Verkehrsverhältnissen in Delhi oder Mumbai vertraut und kann daher tatsächlich nicht verstehen, warum die Beiden sich irgendeinem - privaten - Busfahrer, noch dazu in betrunkenem Zustand, anvertraut haben.
Es gibt eben Dinge, die man besser meiden sollte. Ob das nun Gegenden in Grossstädten sind (speziell nächtens), oder eben in Delhi NICHT einen Linienbus oder ein offizielles Taxi zu besteigen, um nach Hause zu fahren. Nicht, dass man sofort um sein Leben bangen muss, aber eine gewisse Leichtgläubigkeit gehört da schon dazu.
Es möge mir auch niemand vorwerfen, das Opfer zum Täter zu machen, zu traurig ist diese Geschichte, und ich könnte heulen vor Wut, dass das Ganze geschehen ist.

Indische Verhältnisse

dürfen in diesem Forum diskutiert werden - ein ähnlicher Fall in Österreich, und es wäre längst "zuagspirrt".

eindeutige Schuldfrage unklar

die betrunkenen Personen (eine mnderjährig) bezichtigen sich gegenseitig der Schuld.
Eine eindeutige Zuordnung der Straftat erscheint schwierig und damit eine "gerechte" Strafe unwahrscheinlich.

Re: eindeutige Schuldfrage unklar

Bin sonst kein Freund des US Strafsystems, aber da gebe ich ihm recht - wer bei sowas dabei ist, ist gleich schuld und wird gleichermaßen abgeurteilt.

Wieso sind sie überhaupt in den Bus gestiegen?

Das mag ja alles stimmen, mit der fehlenden Zivilcourage und so, aber eines verstehe ich bis heute nicht:

Wieso steigt jemand in einen Bus, in dem sämtliche Insassen inklusive Fahrer (!) betrunken sind?

Ich denke, es wäre leicht vermeidbar gewesen.

Re: Wieso sind sie überhaupt in den Bus gestiegen?

Also Sokrates hätte nicht so dumm argumentiert. Suchen Sie sich bitte einen anderen Nickname. Mir fällt leider keiner ein, der passen würde.

Re: Wieso sind sie überhaupt in den Bus gestiegen?

Also Sokrates hätte nicht so dumm argumentiert. Suchen Sie sich bitte einen anderen Nickname. Mir fällt leider keiner ein, der passen würde.

Re: Wieso sind sie überhaupt in den Bus gestiegen?

der Dr. wurde ihnen sicher geschenkt! wieso haben sie internet? dann hätte sich die welt den dümmsten kommentar, den ich je gelesen habe, ersparen können! des weiteren hätten sie sich viel hohn und spott erspart! Weitere Fargen an sie: Wieso machen sie den Mund auf wenn eh nur blödsinn raus kommt. Wieso atmen sie die kostbare Luft wenn sie eh nur für solch dumme Kommentarer verbraucht wird. usw usw
leider kann man nur einmal einen Kommentar bewerten darum setzte ich zusätzlichen 1000000000000000000 rotschricherl hier im kommentarfeld ab!!!

Mögen sie Frieden finden in ihrer (kranken?) welt!

Fals die Zensurabteilung zuschlägt!
wenn mein Kommentar nicht durchgeht, warum lässt ihr dann so einen Kommentar durch, wie den den ich beantworten will!

Re: Wieso sind sie überhaupt in den Bus gestiegen?

si tacuisses philosophus mansisses

Re: Re: Wieso sind sie überhaupt in den Bus gestiegen?

Ich fürchte, ich habe mich nicht klar ausgedrückt und möchte trotz intensiver Gegenwehr versuchen, sachlich zu bleiben.
Ich war beruflich oft genug in Indien (Delhi, Mumbai, etc.), und es gibt eben Dinge, die man besser meiden sollte.
Genauso wie man gewisse Gegenden in Grossstädten besser meidet (speziell nächtens), so sollte man - übrigens nicht nur als Nichtinder - stets ein offizielles Taxi oder einen Linienbus nehmen, um von A nach B zu kommen (wenn schon kein eigenes Auto verfügbar ist).
Keinesfalls sollte man sich irgendeinem privaten Anbieter aussetzen, der noch dazu betrunken ist und eine ebenso betrunkene Horde junger Inder mitnimmt.
Wer die Verkehrsverhältnisse in Delhi kennt und auch schon die Aggressivität betrunkener Inder erlebt hat, der kann sich daher nur mehr wundern, warum die beiden es dennoch getan haben.
Es möge mir im übrigen auch niemand vorwerfen, das Opfer zum Täter zu machen, nichts liegt mir ferner - es ist ohnehin schon schlimm genug, und ich könnte heulen vor Wut!
Das war's, was ich sagen wollte. Danke!

Re: Wieso sind sie überhaupt in den Bus gestiegen?

Welt

Re: Wieso sind sie überhaupt in den Bus gestiegen?

jetzt ist wiedereinmal das Oper schuld. Verkehrte Welz

Re: Wieso sind sie überhaupt in den Bus gestiegen?

ihre Einstellung ist ignorant. es geht nicht darum nicht vergewaltigt zu werden, sondern nicht zu vergewaltigen. ich hoffe sie verstehen den unterschied.

Re: Re: Wieso sind sie überhaupt in den Bus gestiegen?

Andere Länder, andere Sitten.
Dass das in Österreich noch immer nicht durchgedrungen ist, spricht nicht gerade für uns.

Re: Re: Re: Wieso sind sie überhaupt in den Bus gestiegen?

wobei Österreich auch nicht gerade der strafrechtlich strengste Rechtsstaat ist...
mir wird teilweise schlecht wenn ich lese wie mit Sexualstraftätern umgegangen wird. gerade so streng um potentielle Täter nicht noch zu ermutigen sich an "Frauen" zu vergehen...

Re: Wieso sind sie überhaupt in den Bus gestiegen?

Wieso haben Sie überhaupt Ihr Haus verlassen wenn Sie lauter Menschen treffen können?
Falls Ihnen je einmal etwas passiert wäre das leicht vermeidbar indem Sie einfach zu Hause bleiben...

Wieso steigt man in einen Bus? Meistens um woanders hinzukommen, dass zu Fuß zu weit weg ist.
Außerdem hatte das Opfer ihren Freund als Begleitung, hat Sie ihr Leben nach derartigen Primitivlingen wie den Vergewaltigern auszurichten?

Mit ihrem Kommentar haben Sie soeben die indische Gesellschaft überboten, Hut ab

Re: Re: Wieso sind sie überhaupt in den Bus gestiegen?

"Weißt du noch, was Bilbo (Beutlin) immer gesagt hat?
'Es ist eine gefährliche Sache aus deiner Haustür hinauszugehen. Du betrittst die Straße und wenn du nicht auf deine Füße aufpasst, kann man nicht wissen, wohin sie dich tragen.' "

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