Fukushima: Wohin mit dem radioaktiven Wasser?

09.04.2013 | 14:19 |   (DiePresse.com)

Tepco hat Probleme, die riesige Menge verseuchtes Kühlwasser zu lagern. Wieder ist Wasser aus einem Tank ausgelaufen. Die Pannenserie geht weiter.

Drucken Versenden AAA
Schriftgröße
Kommentieren

Mehr zum Thema:

Die Hiobsbotschaften aus dem havarierten Atomkraftwerk Fukushima reißen auch zwei Jahre nach Beginn der Katastrophe nicht ab. In einem weiteren unterirdischen Kühlwassertank sei ein Leck aufgetreten, gab der Betreiber Tepco am Dienstag bekannt. Im Behälter 1 befindet sich Wasser, das aus einem anderen zuvor leckgeschlagenen Tank stammt. Zwischen der äußeren und mittleren der insgesamt drei Ummantelungen des Behälters wurde nach Angaben der Atomaufsichtsbehörde eine Strahlung von 10.000 Becquerel gemessen.

Wegen des neuen Lecks stoppte Tepco das Umleiten verseuchten Wassers aus dem anderen zuvor beschädigten Tank. Aus diesem waren bis zu 120 von rund 10.000 Litern ausgetreten und laut japanischen Medien im Erdreich versickert.

Mehr zum Thema:

Problem Wasser-Lagerung

Tepco hat enorme Probleme, die gewaltigen Mengen an radioaktivem Wasser zur Kühlung der beschädigten Reaktoren in dem Atomkraftwerk zu lagern. In den Reaktoren 1 bis 3 war es in Folge des Erdbebens und Tsunamis vom 11. März 2011 zu Kernschmelzen gekommen. Seither pumpt Tepco ständig riesige Mengen an Wasser in die Reaktoren, um sie zu kühlen.

Tepco wolle jetzt Wasser aus den beiden leckgeschlagenen unterirdischen Behältern in andere Tanks auf dem Gelände umleiten, hieß es. Doch sei es nicht möglich, alle sieben unterirdischen Tanks zu leeren, da man gegenwärtig nicht über genügend Auffangbehälter verfüge und der Bau neuer Behälter Zeit brauche.

Anfangs hatte Tepco geplant, das kontaminierte Wasser aus dem Behälter 1 auf die anderen unterirdischen Tanks zu verteilen in der Annahme, dass bei einem Auffüllen der Tanks von bis zu 80 Prozent der Kapazität kein Leck auftreten würde. Aber das Leck im Behälter 1 sei am Dienstag entdeckt worden, als der Tank nur zu 57 Prozent gefüllt gewesen sei, meldeten japanische Nachrichtenagenturen.

Pannenserie

Die gigantischen Wassermengen sind nicht das einzige Problem, mit dem Tepco zu kämpfen hat. Erst am Freitag war nach Angaben der Atombehörde das Kühlsystem eines Abklingbeckens bei Reaktor drei ausgefallen. Ein Warnsystem habe Probleme mit der elektronischen Anlage gemeldet, zitierte die Nachrichtenagentur Kyodo die Behörde. Das Kühlsystem konnte später wiederhergestellt werden. Ende März hatte vermutlich eine Ratte die Kühlsysteme mehrerer Abklingbecken lahmgelegt. Das Tier hatte einen Kurzschluss ausgelöst.

Die Katastrophe von Fukushima vor zwei Jahren war das folgenschwerste Atomunglück seit dem Unfall von Tschernobyl im Jahr 1986. Die Lage in dem Atomkraftwerk im Nordosten Japans gilt seit Dezember 2011 als stabil, dennoch bleibt die Anlage äußerst anfällig, insbesondere für den Fall eines neuen Erdbebens oder Tsunamis. Zahlreiche provisorische technische Hilfsmittel in der Anlage, mit denen die Sicherheit garantiert werden soll, gelten als störanfällig.

(APA/Reuters)

Testen Sie "Die Presse" 3 Wochen lang gratis: diepresse.com/testabo

Lesen Sie hier weiter zum Thema:

Mehr aus dem Web

16 Kommentare

Wohin mit dem radioaktiven Wasser?

Ganz einfach: in Flaschen abfüllen und den unfähigen Tepko-Managern einflößen.

ich glaube nicht an Pannen

Ich denke die machen das mit Absicht

weil sie nicht wissen wie sonst - TEPCO hat außerdem nicht (mehr) genug Geld.

Aber sich bei Pressekonferenzen dutzende Male verbeugen und Entschuldigen kostet halt nichts.

in flaschen füllen und den befürwortern und profiteuren der atomkraftwerke servieren.

das wär der gerechte lohn für ihre bemühungen.

Jede Menge Cocktails

für die Verantwortlichen.

Einfach ins Meer damit

Was soll das Theater, es ist schliesslich eine Natursubstanz.

Es ist mir vollkommen unklar,

warum nicht einfach einen Wärmetauscher zwischen Kühlwasser für die Heizstäbe und frischem Kühlwasser installiert. Pumpen für die Kühlung müssen ja bereits da sein.

So könnte man Meerwasser zum Kühlen nehmen und das erwärmte Wasser wieder in das Meer leiten.

Re: Es ist mir vollkommen unklar,

die originalen kühlwasserbehälter waren leck, und der tank in den dieses noch nicht ausgeronnene kühlwasser umgefüllt wurde, war dann auch leck, und der tank wo dieses kühlwasser hingepumpt wird ist auch ...

Endlösung für Fukushima

ein Jahrtausend - Tsunami.
Der letzte Tsunami war viel zu schwach.

Übrigens hörte man nicht viel, wo das verseuchte Löschwasser entsorgt wurde
aber die Fische in der Gegend haben schön leuchtende Augen

Wohin mit dem radioaktiven Wasser?

Wie immer-ins Meer..................(leider).

Der Schärdinger

Tepco sagt, dass das alles nicht gesundheitsgefährdend ist. Vor kurzem hat man auch noch angenommen, dass die Erde eine Scheibe ist.

Neues Leck?

Eher ein weiteres Leck, welches seit dem Erdeben vorhanden, jedoch nicht enteckt wurde!

Ich hätte 3 gebrauchte 1000 Liter Tanks abzugeben. Öl - und Wasserdicht !!!

Satz- und Druckfehler sehr wahrscheinlich möglich.

Totale Kapitulation

Wer immer die Lage des Atomkraftwerkes Fukushima, keine 200 Meter vom Pazifik entfernt, betrachtet, kann - selbst ohne jeglicher wissenschaftlicher Kenntnis und Expertise - angesichts der Aussage
"Es sei aber unwahrscheinlich, dass verseuchtes Wasser ins Meer gelange."
nur mehr kapitulieren!

Alles ganz ungefährlich!


Re: Alles ganz ungefährlich!

Sagt wer genau?

Re: Re: Alles ganz ungefährlich!

Alle Atomfreaks!

Wetter

  • Aktuelle Werte von
    15:00
    Wien
    -4°
    Steiermark
    -2°
    Oberösterreich
    -2°
    Tirol
    -1°
    Salzburg
    -2°
    Burgenland
    -4°
    Kärnten
    -2°
    Vorarlberg
    -2°
    Niederösterreich
    -1°

Jetzt Panorama-Newsletter abonnieren

Der tägliche Überblick mit den wichtigsten Meldungen zu den Themen Chronik, Wien und Umwelt. Kostenlos.

Newsletter bestellen

Code schwer lesbar? » Neu laden

AnmeldenAnmelden