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Permafrostböden tauen schneller als erwartet auf

18.02.2011 | 18:24 |  Von unserem Korrespondenten GERD BRAUNE (Die Presse)

Man habe in Modellberechnungen ermittelt, dass bis zum Jahr 2200 ein bis zwei Drittel der Permafrostregionen der Erde auftauen. Die Folge davon wäre eine stärkere Erderwärmung.

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Ottawa/Washington. Auf das Weltklima kommt laut US-Forschern eine zusätzliche Belastung zu: Das unerwartet schnelle Auftauen sogenannter Permafrostregionen, wie es sie etwa in den polaren Regionen der Erde gibt, wird gewaltige Mengen an Kohlendioxid schneller als bisher berechnet freisetzen. Damit würde die Durchschnittstemperatur der Luft noch schneller steigen und das Erreichen der bisher gesetzten Klimaschutzziele der UNO erschweren.

„Es ist ohnehin schwer genug, die menschlichen Emissionen zu senken, aber wir werden sie noch mehr senken müssen“, sagt Professor Kevin Schaefer, einer der Verfasser der Studie des Nationalen Schnee- und Eisdatenzentrums an der Universität von Colorado (USA). Allerdings gelingt es schon mit den bisherigen Klimaschutzabkommen nicht, die von Menschen verursachten Kohlendioxyd-Emissionen dauerhaft zu senken.

Man habe in Modellberechnungen ermittelt, dass bis zum Jahr 2200 ein bis zwei Drittel der Permafrostregionen der Erde auftauen und große Mengen Kohlenstoff in die Atmosphäre abgeben werden. Diese Mengen würden etwa 20 Prozent der bereits jetzt in der Atmosphäre befindlichen CO2-Menge entsprechen. Schaefer und seine Kollegen modellierten das Auftauen und den Zerfall von organischen Stoffen, hauptsächlich Pflanzenmaterial, die gegenwärtig im Permafrost in gefrorenem Zustand eingeschlossen sind. „Es dauerte Zehntausende von Jahren, dass sich dieser Permafrost bildete, nun wird er in weniger als 200 Jahren schmelzen“, sagt Schaefer.

 

Bis zu 254 Milliarden Tonnen CO2 zusätzlich

Damit, so die Schätzung, würden zusätzlich 190 Gigatonnen (Milliarden Tonnen) Kohlendioxyd in die Atmosphäre austreten. Die Bandbreite dieses Wertes betrage plus/minus 64 Gigatonnen, sodass er zwischen 124 und 254 Milliarden Tonnen pendeln könne.

Nach Angaben des in Bremerhaven ansässigen Alfred-Wegener-Instituts für Polar- und Meeresforschung sind etwa 25 Prozent der Landmasse der Erde von Permafrostgebieten bedeckt. Permafrost ist ein Boden, der das ganze Jahr gefroren ist, er bildet sich, wenn die Temperatur im Jahresmittel unter minus ein Grad Celsius liegt und es weniger als 1000 Milliliter Niederschlag pro Jahr gibt. Diese gefrorenen Landschaften decken sich mit den Regionen der baumlosen Tundra und der nördlichen Nadelwaldzone (auch „Taiga“) und liegen zum überwiegenden Teil in polnahen Regionen: also im Norden Kanadas, Russlands und Skandinaviens, in Alaska sowie auf arktischen Inseln wie Grönland und Spitzbergen. Kleinere Permafrostgebiete gibt es in der Antarktis und auf Inseln des Südmeeres wie Südgeorgien.

Permafrostböden gibt es auch in hoch gelegenen Regionen, etwa in den Alpen, im Kaukasus, im Himalaja und im Hochland von Tibet. Die Fläche Chinas etwa besteht bis zu 20 Prozent aus Permafrostböden. In Kanada und Russland sind es 40 bis 50 Prozent, in Alaska 80 Prozent. Die nicht mit Eis bedeckten Gebiete Grönlands, der Antarktis und der nord- und südpolaren Inseln sind zu fast 100 Prozent ganzjährig gefroren.

 

Bis zu 1500 Meter Tiefe gefroren

In Zentralsibirien kann der Boden bis zu einer Tiefe von über 1500 Metern gefroren sein, sagt Professor Hans Wolfgang Hubberten vom Alfred-Wegener-Institut. In Skandinavien beträgt die Tiefe hingegen weniger als 20 Meter. Das Institut hat in Permafrostgebieten mehr als 600 Bohrlöcher mit Thermometern ausgestattet und beobachtet, dass sich in vielen Regionen Alaskas, Kanadas und Sibiriens der Boden bis in Tiefen von 40 Metern dauerhaft erwärmt.

Allerdings tauen viele Permafrostböden im Sommer oberflächlich auf, in Tiefen von 30 Zentimetern bis zwei Metern – stehen darauf Gebäude, muss man sie auf tief in den Boden gerammte Säulen stellen, sonst würden sie einsinken. Diese Bauweise ist etwa in Sibirien weitverbreitet.

 

Zusätzliche Gefahr durch Methan

Neben CO2 kann dauerhaft aufgetauter Permafrostboden auch das viel gefährlichere Methan freisetzen, nämlich, wenn Sümpfe entstehen. Methan ist als Treibhausgas 25-fach stärker als CO2, das heißt, eine Tonne davon in der Atmosphäre stört die Abstrahlung von Wärme ins All so stark wie 25 Tonnen CO2.

Lexikon

Permafrostregionen sind Gebiete, in denen der Boden permanent gefroren ist und höchstens im Sommer oberflächlich bis in einige Meter Tiefe taut. Sie entstehen in Gebieten, in denen es im Jahr im Mittel weniger als minus ein Grad Celsius hat, und liegen daher vor allem in polnahen Gebieten wie in Sibirien, Alaska, im Norden Kanadas und Skandinaviens sowie in eisfreien Randzonen der Antarktis und auf polaren Inseln wie Grönland, Spitzbergen, Südgeorgien. Es gibt sie auch in hoch gelegenen Gebieten, etwa in den Alpen und im Himalaja. Die vorherrschende Vegetation dort ist baumlose Tundra oder Nadelwald (Taiga).

("Die Presse", Print-Ausgabe, 19.02.2011)

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78 Kommentare
 
1 2 3
geologic
25.02.2011 08:51
0 1

"Man habe in Modellberechnungen ermittelt"

Also wieder nur ein Computermodell... Auf gut deutsch reine Fanatsie. Merke: ein Computermodell macht nur das, was ihm in den Parametern vorgegeben wird, es denkt nicht.
Außerdem haben tatsächliche Erhebungen ergeben, dass das erhöhte Pflanzenwachstum auf den aufgetauten Flächen den Effekt mehr als wett macht.

0 0

Kleines Geheimnis: Die "tatsächlichen Erhebungen" sind auch Computermodelle.


Antworten Alfie
25.02.2011 09:27
1 0

Re:

Alle modernen Wissenschaftsgebiete arbeiten mit Modellen. Haben Sie die selben Bedenken wenn Sie in ein Flugzeug steigen, dass auch an Hand eines Computermodells gebaut wurde?

Die Aussagekraft von Klimamodellen laesst sich leicht ueberpruefen und siehe da - sie ist sehr gut. Schon 1988 hat Jim Hansen von der NASA die Erwaermung von CO2 vorhergesagt, und das mit nur 25% Abweichung von der dann tatsaechlich beobachteten Erwaermung. Und damals hatte ein "Supercomputer" ungefaehr so viel Rechenpower wie heute ein iPhone.

Haben Sie eine Quelle zu Ihren Permafrost "Erhebungen", oder brauchen Sie sowas nicht?

periskop
22.02.2011 15:58
3 0

An "Alfie", der hier die Klimaschützer verteidigt und unzählige Antworten geschrieben hat:

Sie sagen zu der vom Menschen gemachten Erderwärmung: "bei einem so komplexen Thema nach einem einzelnen Beweis zu verlangen, ist doch wirklich unterste Schublade".
Damit geben Sie zu, dass es keinen Beweis für die Schuld des Menschen an der Erderwärmung gibt.
Ihr ganzes Argument ist, dass es "hunderte" Arbeiten gibt, die das bestätigen (aber keinen Beweis haben).

Das erinnert mich sehr an Jean-Jacques Sempé: "Esst Scheiße, hundert Millionen Fliegen können nicht irren!".

Antworten Alfie
22.02.2011 22:19
3 1

Re: An

Nennen Sie einen einzigen Beweis fuer Evolution!

Gibt es keinen.

Es gibt eine Beweiskette, die aus hunderten Beobachtungen und Einzelbeweisen besteht. Einen einzelnen Beweis zu fordern und die gesamte Beweiskette dabei zu ignorieren ist einfach nur dumm.

Hier nochmals die Beweiskette, grob simplifiziert:

1. Gewisse Gase verursachen einen Treibhauseffekt. Das wissen wir seit ueber 100 Jahren.

2. Wir emittieren grosse Mengen dieser Gase. Die genauen Mengen wissen wir an Hand der Foerderquoten, den anthropogenen Anteil in der Atmosphaere koennen wir an Hand von Isotopenmessungen bestimmen.

3. Die Erde erwaermt sich. Die Beweise dafuer sind i) direkte Temperaturmessungen am Boden ii) Satellitenmessungen iii) indirekte Indikatoren, wie Flora, Fauna, Eis- und Gletscherschmelze usw.

4. Es gibt keine Erklaerung fuer diese Erwaermung, die ohne den Effekt von anthropogenen Treibhausgasen auskommt. Wir kennen im Prinzip alle Faktoren die das Klima beeinflussen. Der groesste davon, die Sonne, kann fuer die beobachtete Erwaermung nicht verantwortlich sein. Im Gegenteil, wir befinden uns in einem Solarminimum und sehen trotzdem signifikante Erwaermung. Weiters ist die Signatur der Erwaermung eindeutig auf den Treibhauseffekt zurueckzufuehren, es erwaermen sich etwa Naechte staerker als Tage.

Ich fordere damit jetzt Sie auf, einen einzelnen Beweis gegen anthropogene Klimaerwaermung zu nennen.

Antworten Antworten periskop
23.02.2011 18:05
5 0

Re: Re: An

Zu Ihren Punkten.
1. Stimmt.
2. Dass maximal 3% (laut IPCC, andere Forscher sagen 1,5%) des globalen CO2-Ausstoßes vom Menschen stammt, ist keine große, sondern eine sehr kleine Menge.
3. Stimmt.
4. "Es gibt keine Erklärung für diese Erwärmung" ist richtig. Die Argumentation dass der Mensch daran schuld sein soll, ist hinten und vorne fehlerhaft, daher höchst unglaubwürdig!

Einen Beweis, dass etwas NICHT IST, gibt es nicht, das ist unmöglich!
Die Beweislast liegt ausschließlich bei jenen, die behaupten, dass etwas IST!


Antworten Antworten Antworten Gast: o.w.
24.02.2011 22:44
0 0

Re: Re: Re: An

ad 4) keine Erklärung für Erwärmung?
Es gab schon oft Warmzeiten, zuletzt war's in den 30iger Jahren ähnlich warm. Also gibts genügend matürliche Mechanismen wie Umstellung der Ozeanströmungen, erhöhte Sonnenaktivität usw.

Antworten Antworten Antworten Antworten Alfie
24.02.2011 23:37
0 0

Re: Re: Re: Re: An

Natuerlich gibt es andere Faktoren. Aber die treffen halt momentan nicht zu. Statt erhoehter Sonnenaktivitaet sind wir zB momentan am Ende eines ausgedehnten Solarminimums.

Ist das so schwer zu verstehen?

Ausserdem ist das mit den 30er Jahren nicht richtig. Schaun Sie sich mal die Temperatur der letzten 150 Jahre an: http://www.woodfortrees.org/plot/hadcrut3vgl

Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten geologic
25.02.2011 08:43
1 0

Re: Re: Re: Re: Re: An

Wir stehen nicht am Ende eines ausgedehnten Solarminimums, sondern am Anfang. Darum hat es auch die letzen Jahre keine weitere Erwärmung mehr gegeben.
In den hadcrut Daten ist zwischen 1910 und 1940 eine starke Erwärmung zu sehen, die genauso wie die jetzige Erwärmung dann ausläuft. Also alles schon mal dagewesen.

Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Alfie
25.02.2011 09:23
0 0

Re: Re: Re: Re: Re: Re: An

Wo haben Sie das denn her? Hier ein Vergleich von Temperaturentwicklung vs. Solaraktivitaet: http://www.skepticalscience.com/solar-activity-sunspots-global-warming-basic.htm

Schaun Sie mal was da seit den 80ern passiert und kommen Sie dann wieder.

Antworten Antworten Antworten Alfie
24.02.2011 02:28
0 0

Re: Re: Re: An

Oh, Sie Ahnungsloser.

Ich empfehle Ihnen, Popper zu studieren: eine Theorie ist nur dann wissenschaftlich, wenn Sie falsifizierbar ist.

Ueblicherweise reicht ein konkretes Gegenbeispiel, etwa eine Beobachtung, um eine Theorie zum Umfallen zu bringen. Zum Beispiel haben Michelson und Morley durch einen negativ-Beweis, also durch eine Nicht-Beobachtung eines Effekts nachgewiesen dass die Theorie des Aethers falsch war.

Die Klimawissenschaft hat durch den Prozess der Eliminierung einwandfrei gezeigt, dass anthropogene Treibhausgase an der Erwaermung mitverantwortlich sind: es gibt einen physikalischen Effekt A, dieser fuehrt theoretisch zu Erwaermung. Wir beobachten diese Erwaermung, das Ausmass entspricht der Vorhersage von A. Kein anderer moeglicher Effekt B, C , D kann die Erwaermung erklaeren. Ergo: Effekt A verursacht die beobachtete Erwaermung.

Es liegt nun an Ihnen, den Gegenbeweis anzutreten.

Bis jetzt haben Sie nur ein paar Skeptikerpunkte wiedergekaut, die alle voellig substanzlos sind.

Antworten Antworten Antworten Antworten periskop
24.02.2011 09:05
1 0

Es stimmt wirklich hinten und vorne nicht!

Nicht einmal der “Prozess der Eliminierung” ist “einwandfrei”.
So wurde z. B. der Einfluss der Wolkenbildung nur ungenügend untersucht. In 3.4.4, S. 377 heißt es dazu: “there is no clear consensus on changes in total cloudiness over decadal time schales.”

Die Aufzeichnungen des Sonnblick-Observatoriums zeigen für die Zeit von 1887 bis 2007 eine ganz ähnliche Erwärmung wie auch der IPCC. Für diese Zeit wurde auch die Sonnenscheindauer aufgezeichnet. Es ergibt sich eine ganz enge Korrelation dieser Kurven, die Erwärmung erklärt sich dann ganz zwanglos und ohne das CO2 herbeiziehen zu müssen, durch weniger Wolken und mehr Sonnenschein!
Seit langem ist bekannt, dass zur Wolkenbildung Kondensationskerne, die hauptsächlich von Vulkanausbrüchen stammen, nötig sind. Die Anzahl dieser Kerne ist je nach Vulkan sehr verschieden. Nach manchen Ausbrüchen gab es kaum Sonnenschein und “Jahre ohne Sommer”, die Hungersnöte zur Folge hatten.
Es ist doch durchaus möglich, dass die Erderwärmung einfach daher kommt, dass die Vulkane in den letzten Jahrzehnten weniger Kondensationskerne ausgestoßen haben, was zu weniger Wolken und mehr Sonnenschein führte!
Das müsste auch untersucht werden!

Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Alfie
24.02.2011 09:21
0 0

Re: Es stimmt wirklich hinten und vorne nicht!

Wolken werden untersucht, es ist bekannt dass die eine grosse Rolle spielen. Es ist weiters richtig, dass es da noch Unischerheiten gibt, das wird auch ganz offen zugegeben.

Ihre Kondesationskerne sind Aerosole, die nicht nur von Vulkanen sondern auch anders in die Atmosphaere gelangen, etwa durch - ja, richtig, anthropogene Emissionen.

Sie koennen ueber die echten Schwachpunkte in der Klimawissenschaft hier nachlesen: http://www.nature.com/news/2010/100120/full/463284a.html

Wolken werden da unter "Aerosols" besprochen. All diese Schwachpunkte, insgesamt 54, werden genau im IPCC Report aufgelistet. Sie sind in der Klimawissenschaft und in Modellen durch dementsprechend grosse Fehlerbalken (etwa bei Aerosolen) abgebildet.

Kein einziger davon ist aber gross genug, um die Grundaussage der Klimawissenschaft zu devalidieren, wie das auch im Nature Beitrag festgehalten wird: "Such holes do not undermine the fundamental conclusion that humans are warming the climate, which is based on the extreme rate of the twentieth-century temperature changes and the inability of climate models to simulate such warming without including the role of greenhouse-gas pollution."


Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten periskop
24.02.2011 17:17
2 0

Re: Re: Es stimmt wirklich hinten und vorne nicht!

Auch dieser Artikel beschäftigt sich nicht kritisch mit dem Ar4, sondern geht einfach davon aus, dass der Mensch an der Klimaerwärmung schuld ist.
Deshalb kann er auch keinen meiner Einwände entkräften.

Die Permafrostböden sind inzwischen unaktuell, niemand schaut sich das noch an, deshalb höre ich auf, dazu noch etwas zu schreiben.
Bye-bye!

0 6

Danke für Ihre Ehrlichkeit.

Ich entnehme daraus, dass Sie nicht an Diskussion und Wahrheitsfindung interessiert sind sondern ausschließlich an Missionierung.

Viel Spaß noch in deiner eigenen kleinen Welt.

0 2

Zu 2)

Folgendes ist der Fall:

Rund 3 Prozent des jährlichen Gesamtausstoßes an CO2 in die Atmosphäre stammen aus menschlichen Quellen.

Bis zum Eingreifen des Menschen (~1850) entsprach der jährliche Ausstoß aus natürlichen Quellen auch der jährlichen Aufnahme in natürliche Senken.

Durch zusätzliche anthropogene Emissionen verlagert sich dieses Gleichgewicht: Die natürlichen Senken nehmen zwar mehr CO2 auf, aber nicht den gesamten anthropogenen Zuwachs, sondern nur rund 50% davon.

Die restlichen 50% verbleiben somit in der Atmosphäre und erhöhen jedes Jahr den Anteil von gesamtem CO2 in der Atmosphäre. Dies erklärt den Anstieg von 280 ppm (~1850) auf 390 ppm (heute). Dies ist auch durch Isotopenmessung (Fossiles CO2 hat eine andere Zusammensetzung als "Oberflächen"- bzw. Biosphären-CO2).


Kurzfassung: Es sind vielleicht nur 3%. Aber das ist wie bei einem Konto. Wenn Sie 1000€ im Monat auf das Konto überweisen und gleichzeitig 1000€ Rechnugen abbuchen lassen, ist alles in Ordnug. Wenn Sie dann zusätzlich Ihren Kindern 30€ Taschengeld monatlich überweisen sind Sie nach 2 Jahren mit ~700€ im Minus.

Antworten Antworten Antworten Antworten periskop
24.02.2011 09:14
3 0

Re: Zu 2)

Das ist die Argumentation des IPCC, wofür er allerdings jeden Beweis schuldig bleibt!
Dort wird sogar behauptet, dass bis zu 85% des anthropogenen CO2 als "airborne fraction" in der Atmosphäre verbleiben, während die 97% natürliches CO2 absorbiert werden!
Wie soll denn das gehen? Wie unterscheidet die Natur, was vom Menschen stammt und warum weigert sie sich auch dieses CO2 zu absorbieren!
Man weiß auch von Gewächshäusern, dass umso mehr CO2 absorbiert wird, je mehr vorhanden ist!

0 2

"Beweis schuldig bleiben?"

Und was ist mit der Keeling-Kurve? http://de.wikipedia.org/wiki/Keeling-Kurve

Bitte geben Sie mir die genaue Stelle im IPCC an. Es scheint mir ein bisschen wirr zu sein, was Sie da von Sich geben.

Oder es sind Zahlenspielereien. Die Natur kann jedenfalls fossiles CO2 von atmosphärischem sehr leicht unterscheiden, weil das fossile stark an C^13 abgereichert ist. Isotopenuntersuchung eben.

Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten periskop
26.02.2011 18:00
1 0

Re: Obwohl ich nicht mehr schreiben wollte:

Was soll ich zur Keeling-Kurve sagen? Dass CO2 in der Atmosphäre zunimmt, stimmt wohl. Dass das anthropogene CO2 (bzw. 57% davon) einen ganz ähnlichen Verlauf haben sollen, haben die Autoren des AR4 scheinbar nicht gewusst, sonst hätten sie den anthropogenen C-Ausstoß nicht nur für die Jahre 1970 bis 2005 angegeben! Auch ist die "airborne fraction" dort nicht konstant. In Figure 7.4 (b), S.516. schwankt das zwischen 28% und 85%.

Der Schneeball-Effekt wird im AR4, S. 116 so beschrieben:
"as the atmosphäre warms due to rising levels of greenhouse gases, its concentration of water vapour increases, further intensifying the greenhouse effect. This in turn causes more warming, which causes an additional increase in water vapour, in a self-reinforcing cycle.This water vapour feedback may be strong enough to approximately double the increase in the greenhouse effect due to added CO2 alone."

0 1

Ich fürchte, ich verstehe nicht ganz...

Was ändert das, was Sie da sagen, an der messbaren Tatsache, dass der Mensch für zusätzliches CO2 in der Atmosphäre verantwortlich ist?

Ach ja, und jetzt haben Sie endlich die Stelle mit dem Feedback gefunden: Der Effekt wird verdoppelt. Das ist dann schon die Aufsummierung über alle Iterationen der Rückkoppelung. Also eben genau nicht ein Zuwachs ins Unendliche.

Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten periskop
01.03.2011 07:14
3 0

Re: Ich fürchte, ich verstehe nicht ganz...

Die Verdoppelung ist keine Obergrenze sondern die Wasserdampfwirkung, die man braucht, um die Erderwärmung erklären zu können. CO2 allein kann das ja nicht!
Zu mehr Wasserdampf kommt man mit Clausius-Clapeyron. Dazu bei
www.wissenschaft-technik-ethik.de/wasser_dampfdruck.html :
“Die häufig zitierte Clausius-Clapeyron’sche Gleichung ist eine theoretisch abgeleitete Gleichung, die nicht alle Einflüsse erfasst, und führt in der Praxis nicht zu wirklich brauchbaren Ergebnissen.”

0 3

Worte verdrehen? Hä?

War da jetzt irgendwo ein Argument versteckt?

Ach, "die man braucht, um die Erwärmung zu erklären". So heißt das wohl in Denialistenkreisen, wenn man etwas misst.

Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten periskop
02.03.2011 08:30
3 0

Re: Worte verdrehen? Hä?

Sie sollten sich jemanden suchen, der den IPCC-Report sinnerfassend lesen und Ihnen erklären kann!
Dann wüssten Sie, dass dort immer wieder steht, dass 60% der Erwärmung durch Wasserdampf verursacht werden!
Weiter wüssten Sie, dass es für die dafür nötige Zunahme des Wasserdampfs in der Atmosphäre keine Beweise gibt und dass der IPCC statt dessen die Gleichung von C.-C. heranzieht.

0 2

Re: Re: Worte verdrehen? Hä?

Ich glaube eher, dass Sie in der Bringschuld stehen.

Wer etwas behauptet, muss es belegen. "Such selber" ist nicht Teil einer rationalen Debatte.

Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Gerald
25.02.2011 08:06
4 0

Re:

"Die Natur kann jedenfalls fossiles CO2 von atmosphärischem sehr leicht unterscheiden, weil das fossile stark an C^13 abgereichert ist. Isotopenuntersuchung eben."

Bitte was? Diese Aussage ergibt hinten und vorne keinen Sinn.


0 0

Ok, dann ausführlicher und ganz von vorn:

Kohlenstoff hat zwei stabile Isotope, C^12 und C^13.

Das Verhältnis dieser beiden Isotope ist aber nicht konstant und ändert sich, je nach der Quelle des Kohlenstoffes.

Kohlenstoff aus fossilen Treibstoffen hat beispielsweise einen geringeren Anteil an C^13 als der Kohlenstoff, der als CO2 in der Atmosphäre hängt.

Emission von CO2 aus fossilen Quellen "verdünnt" nun eben das C^13 aus der Atmosphäre. Das Ausmaß dieser Verdünnung ist messbar, man hat es auch bereits gemessen und der Trend entspricht den Erwartungen für unser Emissionsverhalten. Wer es selbst nachvollziehen will: Hier die Messreihe: ftp://ftp.cmdl.noaa.gov/ccg/co2c13/flask/month/mlo_01D0_mm.co2c13 und hier die Formel: http://de.wikipedia.org/wiki/Pee_Dee_Belemnite

Der zweite Punkt: Obwohl chemisch gleich ist CO2 mit C^12 leichter als mit C^13. Diffusionsprozesse (wie etwa das Wandern in Pflanzenblätter) funktionieren besser mit leichteren Teilchen. C^12-CO2 wird also bevorzugt von Pflanzen aufgenommen.

Das ist die Antwort auf die Frage, wie die Natur unterscheidet, welches CO2 woher kommt. Sozusagen eine Miniatur-Isotopenanalyse.


Ergibt das jetzt einen Sinn oder klinge ich schon wie der Ammer?

 
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