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Liechtenstein: Volk gegen Legalisierung der Abtreibung

18.09.2011 | 16:50 |   (DiePresse.com)

Bei einem Schwangerschaftsabbruch droht in Liechtenstein ein Jahr Gefängnis. Bei einer Volksabstimmung wurde die Einführung einer Fristenregelung am Sonntag abgelehnt.

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Der Schwangerschaftsabbruch steht in Liechtenstein nach wie vor unter Strafe. Die Gesetzesinitiative zur Einführung einer Fristenregelung wurde mit 52,3 Prozent Nein-Stimmen am Sonntag in einer Volksabstimmung knapp verworfen. Das Stimmvolk folgte somit Erbprinz Alois.

Die von der "Arbeitsgruppe Schwangerschaftskonflikte" vors Volk gebrachte Gesetzesinitiative "Hilfe statt Strafe" wurde von 5760 Bürgerinnen und Bürgern abgelehnt und von 5246 Personen angenommen. Die Stimmbeteiligung lag bei 61 Prozent, was für liechtensteinische Verhältnisse niedrig ist.

In acht der elf liechtensteinischen Gemeinden wurde die Initiative abgelehnt. In den Gemeinden Vaduz, Schaan und Triesen stimmte eine Mehrheit dafür.

Bis zu ein Jahr Gefängnis

Die Initianten verfolgten das Ziel, Abtreibungen in den ersten zwölf Schwangerschaftswochen bei vorausgehender Pflichtberatung zu legalisieren. Dafür sollte das Strafgesetzbuch entsprechend abgeändert werden.

Ein Schwangerschaftsabbruch wird im Fürstentum mit bis zu einem Jahr Gefängnis bestraft, selbst wenn der Eingriff im Ausland durchgeführt wurde. Zu einer Verurteilung ist es aber seit Jahren nicht mehr gekommen.

Erbprinz: Reformen, "die wirkliche Hilfe bieten"

Erbprinz Alois von und zu Liechtenstein, der sich im Vorfeld der Abstimmung gegen die Initiative ausgesprochen hatte, zeigte sich zufrieden mit dem Abstimmungsergebnis. Allerdings könne das Thema Schwangerschaftsabbruch nun keineswegs von der politischen Agenda genommen werden.

Der Thronfolger will umgehend mit dem Landtag und der Regierung Gespräche aufnehmen, um möglichst rasch Reformen zu realisieren, "die wirkliche Hilfe bieten".

Die Regierungsparteien hatten im Vorfeld der Abstimmung angekündigt, einen Alternativvorschlag ins Parlament einzubringen, falls die Initiative abgelehnt werde. Dieser Vorschlag sieht vor, dass Schwangerschaftsabbrüche zwar verboten bleiben sollen, aber nicht mehr bestraft werden, wenn der Eingriff im Ausland erfolgt.

Welche Chancen auf Erfolg diese von vielen als "scheinheilige Mogelpackung" bezeichnete Alternativlösung nach dem Abstimmungsresultat haben wird, ist noch unklar.

Streit um Abtreibung von Kindern mit Behinderung

Der Abstimmungskampf hatte im katholisch geprägten Kleinstaat hohe Wellen geworfen. Im Zentrum der öffentlichen Diskussion stand jedoch nicht der straffreie Schwangerschaftsabbruch in den ersten zwölf Wochen, sondern eine Bestimmung zur Abtreibung von Kindern mit Behinderung.

Die überparteiliche "Aktionsgemeinschaft lebenswert" war mit einer groß angelegten Medienkampagne gegen diese ihrer Meinung nach diskriminierende Bestimmung ins Feld gezogen. Die Initianten hatten vorgeschlagen, dass Abtreibungen unbefristet straffrei werden, "wenn eine ernste Gefahr besteht, dass das Kind geistig oder körperlich schwer geschädigt sein wird".

Die Initianten zeigten sich trotz Niederlage zufrieden mit dem Ergebnis: Helen Konzett Bargetze von der Arbeitsgruppe Schwangerschaftskonflikte bezeichnete den Ja-Stimmenanteil von 47,7 Prozent als "Riesenerfolg". Das Ergebnis ermutige sie, das Thema Fristenregelung weiterhin voranzutreiben, sagte sie gegenüber Radio Liechtenstein.

Abstimmungssieger enttäuscht

Demgegenüber waren die eigentlichen Abstimmungssieger bitter enttäuscht: Marlies Amann-Marxer von der "Aktionsgemeinschaft lebenswert" sagte, sie habe sich ein eindeutigeres Ergebnis gewünscht.

Das Parlament, der Landtag, hatte die Initiative wie Erbprinz Alois zur Ablehnung empfohlen, ebenso das Erzbistum. Die Vaterländische Union, welche die Mehrheit in Regierung und Landtag stellt, entschied vor dem Urnengang auf Stimmfreigabe, ihre Regierungspartnerin, die Fortschrittliche Bürgerpartei, gab die Nein- Parole heraus.

Erbprinz Alois von und zu Liechtenstein hatte im Vorfeld sogar angekündigt, die Initiative auch dann abzulehnen, wenn sie vom Volk angenommen würde.

(APA)

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25 Kommentare
 
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Gast: Anti-Zensur-Fan
19.09.2011 20:42
1 0

"Stimmvolk?!"

Schon spannend, dass gleich die Rede vom "Stimmvolk" ist, wenn ein demokratischer Prozess einmal anders ausgeht als von der (ver) öffentlichten Meinung gewünscht!! Mutiges Liechtenstein! Trotz des knappen Ergebnisses ein Votum gegen den Tod!

Gast: Freier Bürger
18.09.2011 21:23
1 7

Selbstbestimmung...

.. ist ein hohes Gut in der westlichen Welt. Die Liechtensteiner Regelung würde ich im 21. Jahrhundert eher in unterentwicklten Ländern mit der Sharia als "Rechtssystem" verorten.

6 1

Re: Selbstbestimmung...

Einen Mörder würde ich auch nicht selbst bestimmen lassen wen er tötet!
Selbstbestimmung auf Kosten des anderen geht nicht!

Gast: Kindergärtnerin
18.09.2011 20:06
1 1

Glauben schenkt Freiheit!

....und schon ist der Artikel unter "ferner liefen" verschwunden.
Wer veranlasst das ...

Bernhardus
18.09.2011 19:36
9 4

Endlich

Endlich einmal eine positive Nachricht aus dem in Dekadenz versinkenden Europa. Vivant Erbprinz Alois und alle anderen Politiker mit Rückgrat!

Silvester
18.09.2011 19:16
8 4

80 % hätte ich mir schon erwartet!

Daß dem nicht so ist zeigt, daß leider auch in Liechtenstein sich Übles eingeschlichen und ausgebreitet hat. Die Gefahr ist vorerst zwar gebannt aber nicht für immer! Die linken Wühlmäuse werden nicht ruhen bis sie ihr Ziel erreicht haben.

Gast: Gasti
18.09.2011 19:03
7 1

Warum duerfen die Oesterreicher in ihrem eigenen Land nicht abstimmen?

Was haben wir hier bloss fuer eine merkwuerdige Demokratie?

Gast: Kontra Tourismus
18.09.2011 18:39
2 3

Abstimmung respektieren und Abtreibungstourismus

verhindern.

Nun ist die EU gefordert: es bedarf ein Gesetz, dass Abtreibungen bei Liechtensteiner-Staatsangehörigkeit in der EU verbietet.

jackmeyer
18.09.2011 17:50
16 8

Lichtensteiner?

Da möchte man doch glatt Lichtensteiner sein! Tausche Faymann, Stöger, Galwischnig und die restlichen Zukunftsvernichter gegen Erbprinz Alois weil bei ihm Leben noch einen Wert hat.

Antworten free11
18.09.2011 18:35
3 12

Re: Lichtensteiner?

ich tippe mal: Sie sind im Besitz eines Schniedels.

Antworten Antworten Silvester
18.09.2011 20:33
6 2

Re: Re: Lichtensteiner?

und Verstand hat er auch!

Antworten Antworten Antworten free11
19.09.2011 18:17
0 3

Re: Re: Re: Lichtensteiner?

un noch ein schniedel! schon wieder einer, der sich vor der selbstbestimmung der frau fürchtet.

gott sei dank gibt's aber auch mutige männer... die übrigens dann tatsächlich über den von dir erwähnten verstand verfügen... und meist auch über eine klasse frau an ihrer seite haben.

während frauen fürchtende schniedel-männer stets frauen bekommen, die eh froh sind, wen der schniedel neben ihnen über sie bestimmt. erbärmlich!!!

Antworten Antworten Antworten Antworten Gast: Antiabtreibung
27.09.2011 19:36
1 0

Re: Re: Re: Re: Lichtensteiner?

Selbstbestimmungsrecht der Frau?
Dann ist es einer Frau erlaubt, ohne Konsequenzen unschuldiges Leben auszulöschen?

Gast: g749+
18.09.2011 17:38
2 8

aber reich geworden mit blutgeld

ganz im christlichem sinne

Antworten Gast: Kindergärtnerin
18.09.2011 18:03
1 0

Re: aber reich geworden mit blutgeld

Bereit, aus Fehlern zu lernen!

Antworten Antworten Gast: bona
18.09.2011 19:37
1 0

Re: Re: aber reich geworden mit blutgeld

was für blutgeld?

Gast: Kindergärtnerin
18.09.2011 17:30
15 7

Allein Gott entscheidet über Leben und Tod!

Danke allen Liechtensteins und Liechtensteinern!!!


Antworten Gast: Gos
18.09.2011 17:59
7 12

Re: Allein Gott entscheidet über Leben und Tod!

"Gott" ist eine Erfindung des Menschen!

2 7

Re: Re: Allein Gott entscheidet über Leben und Tod!

Diese Feststellung ist mindestens so dumm wie derjenige der behauptet Gott beweisen zu können!

Antworten Antworten Antworten Gast: Gos
18.09.2011 19:31
2 2

Re: Re: Re: Allein Gott entscheidet über Leben und Tod!

Dazu kann ich nur mit den Worten von Christopher Hitchens antworten: "What can be asserted without proof can be dismissed without proof!"

Nur das fliegende Spaghetti-Monster gibt's wirklich! Glauben Sie nicht? Beweisen Sie mir doch das Gegenteil .... (ist die aller Logik der 'Gottesanbeter', die sich seit Menschengedenken darüber streiten, wer den besseren imaginären Freund hat...).


1 0

Re: Re: Re: Re: Allein Gott entscheidet über Leben und Tod!

Würden die Menschen nach diesen Worten des selbsternannten Paradeatheisten vorgegangen sein, würde es nicht einmal den geringsten Ansatz zu Wissenschaft und Forschung geben und wir würden einer erscheckend armen Welt gegenüberstehen.
Die Ansage mit dem Spagettimonster beweist mir leider auch, dass einiges Wissen von Jahrtausenden der Menschheitsgeschichte an Ihnen bislang spurlos vorübergegangen sind. Da haben Sie ja vielleicht noch eine faszinierende und spannende Zeit vor sich!

0 0

Re: Re: Re: Re: Allein Gott entscheidet über Leben und Tod!

>"What can be asserted without proof can be dismissed without proof!"<

So kann man auch ausdrücken, was die kleinefreiheit geschrieben hat.

1 0

Re: Re: Allein Gott entscheidet über Leben und Tod!

Nein, umgekehrt.

Antworten Antworten Gast: Kindergärtnerin
18.09.2011 18:08
3 2

Re: Re: Allein Gott entscheidet über Leben und Tod!

Andersrum.Der Mensch ist Gottes Erfindung!

Antworten Antworten Antworten Gast: xxxx
18.09.2011 21:32
1 2

Re: Re: Re: Allein Gott entscheidet über Leben und Tod!

Sie gehören wirklich in den Kindergarten - aber als Kind

 
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