Nach schweren Beben: Tsunami-Warnung aufgehoben

11.04.2012 | 17:37 |   (DiePresse.com)

Vor der indonesischen Insel Sumatra gab es innerhalb von zwei Stunden zwei heftige Erdbeben der Stärken 8,6 und 8,2. Über Schäden oder Opfer gibt es noch keine Berichte. Eine Tsunami-Warnung für den Indischen Ozean wurde wieder aufgehoben.

Drucken Versenden AAA
Schriftgröße
Kommentieren

Mindestens zwei schwere Erdbeben erschütterten am Mittwoch die indonesische Provinz Aceh auf der Insel Sumatra. Vorübergehend wurde eine Tsunamiwarnung für den gesamten Indischen Ozean ausgegeben. Wenig Stunden später teilte das Pazifische Warnzentrum der USA mit, dass die Gefahr einer Flutwelle "fast oder ganz für fast alle Regionen gebannt sei".

Das erste Beben der Stärke 8,6 ereignete sich um 15.38 Uhr Ortszeit (10.38 Uhr MESZ) etwa 430 Kilometer von der Provinzhauptstadt Banda Aceh entfernt vor der Küste Indonesiens. Es war etwa fünf Minuten lang zu spüren. Über Schäden oder Opfer gab es zunächst keine Berichte. Etwa zwei Stunden später, um 17.43 Uhr Ortszeit, gab es ein weiteres schweres Beben, das der Geologische Dienst der USA (USGS) auf der Stärke 8,2 nach Richter einstufte. Das Epizentrum lag diesmal rund 620 Kilometer von Banda Aceh entfernt.

In der Provinzhauptstadt fiel der Strom aus, Menschen rannten auf die Straßen, Sirenen heulten. "Ich war im Hotel beim Duschen, als die Erde bebte", berichtete Timbang Pangaribuan dem Radiosender Elshinta aus Medan auf Sumatra. "Wir sind alle in Panik rausgerannt. Ich habe jemand gesehen, der aus dem Fenster sprang."

Die Einwohner flüchteten in höherliegende Gegenden, es sei zu einem Verkehrschaos gekommen, sagte ein Sprecher der indonesischen Katastrophenschutzbehörde dem US-Sender CNN.  "Die Situation in Aceh ist unter Kontrolle", teilte Indonesiens Präsident Susilo Bambang Yudhoyono nach dem ersten Erdbeben mit.

Österreicher in Banda Aceh

Die österreichische Botschaft in Jakarta sei mit den rund zehn auf Sumatra lebenden Österreichern in Kontakt, sagte der Sprecher des Außenministeriums, Peter Launsky-Tieffenthal. Es gebe keine Informationen, dass Österreicher zu Schaden gekommen seien.

Caritas-Mitarbeiter Andreas Zinggl hat das Beben an Ort und Stelle in Banda Aceh miterlebt. Schäden habe es in seiner Umgebung zwar kaum gegeben, die Menschen seien aber in völliger Panik mit Fahrrädern, Motorrädern und Autos so schnell und so weit weg wie möglich geflohen, so Zinggl am Telefon zur Caritas: "Man hat einfach gemerkt, wie tief der Schrecken des Tsunami den Menschen hier noch in den Knochen sitzt."

(c) REUTERS/Junaidi Hanafiah Menschen flüchten in Banda Aceh ins Landesinnere

vergrößern

Panik in Indien

Das Beben der Stärke 8,6 war bis in die thailändische Hauptstadt Bangkok sowie in den Süden Indiens zu spüren. Hunderte Menschen verließen in Panik in der indischen Stadt Bagalore ihre Bürogebäude. Der Nachrichtensender NDTV zeigte Bilder aus der Metropole Kalkutta, auf denen zu sehen war, wie die Erdstöße Gegenstände wie etwa Studioscheinwerfer zum Schwanken brachten.

Vier Meter hohe Welle, Warnung aufgehoben

Das Tsunami-Warnzentrum rief nach den Beben alle Länder rund um den Indischen Ozean auf, nach Anzeichen eines Tsunamis Ausschau zu halten. In der Nähe des Epizentrums ging das Wasser rund zehn Meter zurück. Vor den zu Indien gehörenden Inseln der Andamanen und Nikobaren wurde eine fast vier Meter hohe Flutwelle registriert.

In Thailand mahnten die Behörden die Menschen an der Küste und in den westlichen Provinzen, sich in höhere Gebiete zu bewegen. "Wir beobachten die Lage und haben die Provinzen an der Andamansee aufgerufen, wachsam zu sein", sagte ein Sprecher des thailändischen Katastrophenschutzes im Fernsehen. Auf der Ferieninsel Phuket wurde der Flughafen geschlossen.

Etwa drei Stunden nach dem zweiten Erdbeben konnte das US-amerikanische Tsunami-Warnzentrum auf Hawaii die Tsunami-Warnung für den Indischen Ozean wieder aufheben. "Jetzt registrierte Ausschläge weisen darauf hin, dass die Gefahr fast oder ganz für fast alle Regionen gebannt sei", teilte die Behörde mit. Für das Tsunami-Warnsystem vor Indonesien war es eine gelungene Bewährungsprobe. "Das System hat super funktioniert", sagte Winfried Hanka, Experte des Geoforschungszentrums Potsdam.

Gebiet am pazifischen "Feuerring"
Der "Ring aus Feuer" ist eine hufeisenförmige Zone entlang der Küsten des Pazifischen Ozeans, die häufig von Erdbeben und Vulkanausbrüchen heimgesucht wird. Entlang dieses Gürtels liegt etwa die Hälfte aller aktiven Vulkane. Dort schieben sich im Erdinnern auch verschiedene Erdplatten untereinander. Experten sprechen von Subduktion. Eine der längsten Subduktionszonen weltweit ist mit rund 6000 Kilometern der Sundabogen von Neuguinea bis Sumatra, wo sich die Indo-Australische unter die Eurasische Platte schiebt.

"Ungewöhnliches" Beben

Anders als etwa bei dem verheerenden Beben Weihnachten 2004 habe sich der Meeresboden bei dem ersten Beben horizontal bewegt, nicht vertikal, sagte der Geophysiker Bruce Pressgrave von der US-Erdbebenwarte dem Sender BBC. Dadurch sei die Tsunamigefahr geringer als bei einem Beben, bei dem der Meeresboden absackt. Das Beben sei ungewöhnlich gewesen, weil es nicht zwischen zwei tektonischen Platten sondern innerhalb der Indischen Platte passiert sei.

Das Beben mit dem verheerenden Tsunami Ende 2004 war ebenfalls vor Sumatra und hatte eine Stärke von 9,1. Damals starben rund 230.000 Menschen. Das schwere Erdbeben vor der Ostküste Japan am 11. März 2011 hatte eine Stärke von 9,0.

(Ag.)

Testen Sie "Die Presse" 3 Wochen lang gratis: diepresse.com/testabo

Mehr aus dem Web

12 Kommentare

Die Warnsysteme haben gut funktioniert

Thailand war vorbildlich:

http://bit.ly/HChXhS

Gast: lalexaluna
12.04.2012 07:58
0 0

beben bei sumatra

Gut das die Warnsystheme funktionieren und sich Menschen rechtzeitig in Sicherheit bringen können!!! Zum Glück ist dieses mal nichts passiert.

Antworten Gast: gast3242
12.04.2012 08:08
0 0

Re: beben bei sumatra

ok...

na Gott sei dank

aber die nächste Naturkatastrophe lässt bestimmt nicht lange auf sich warten.
gute Nacht!

Warum ist dieser Artikel auf der Titelseite?

Wie die Postings beweisen interessiert das niemand und wichtig für Österreich ist es auch nicht. Das einzige was daran interessant ist, dass die Aufträge der dortigen Bauwirtschaft wieder steigen werden. Leider habe ich keine Aktien und von daher für mich belanglos.

Antworten Gast: sid
12.04.2012 09:55
0 0

Re: Warum ist dieser Artikel auf der Titelseite?

genau! In Zukunft soll die Presse erst die postings abwarten, bevor sie einen Artikel veröffentlichen (!?)

Und weils nicht um dein Geld geht, ist's belanglos? Kommentierst du jeden Artikel, der für dich ohne Belang ist? Interessant....rein Verhaltenspsychologisch.

Re: Re: Warum ist dieser Artikel auf der Titelseite?

Da Hochegger hat jetzt 36, und dieser Artikel hat nach über 24 Stunden gerade mal 11 Postings! Von daher kann meine Aussage nicht ganz so falsch sein. Und nach ein paar Stunden kann man das schon abschätzten!

Frage: Kommentierst du jeden Artikel, der für dich ohne Belang ist?

Antwort: Nur die, die es nicht verdienen als Aufmacher geführt zu werden. Oder wie reagieren Sie, wenn z.B das Wetter von morgen als Titelseite geführt wird? (Sofern es nichts ausergewöhnliches gibt)

Frage: Und weils nicht um dein Geld geht, ist's belanglos?

Antwort: Nicht immer, in diesem Fall ja.

Gast: Demokierkratie
11.04.2012 16:11
3 0

Deutsche Sprache, schwere Sprache!

Die Gefahr ist gebannt, steht da! Wie wurde sie denn gebannt? Wie bannen Menschen die Gefahr bei einer drohenden Naturkatastrophe?


Gast: gast342
11.04.2012 12:34
0 29

Einleitung zum Weltuntergang 2012!


0 0

Re: Einleitung zum Weltuntergang 2012!

Lesen Sie "HEUTE"! Sie sind hier falsch!

Re: Einleitung zum Weltuntergang 2012!

Mein Gott wie deppert.......

Wetter

  • Aktuelle Werte von
    02:00
    Wien
    11°
    Steiermark
    10°
    Oberösterreich
    10°
    Tirol
    Salzburg
    Burgenland
    11°
    Kärnten
    10°
    Vorarlberg
    10°
    Niederösterreich

Jetzt Panorama-Newsletter abonnieren

Der tägliche Überblick mit den wichtigsten Meldungen zu den Themen Chronik, Wien und Umwelt. Kostenlos.

Newsletter bestellen

Code schwer lesbar? » Neu laden

AnmeldenAnmelden