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Wien: Dekadenz in neuer Höhe in der City

01.07.2012 | 18:08 |   (Die Presse)

Am Hohen Markt entstehen Wiens teuerste Wohnungen. In Wien haben sich JP Immobilien mit dem Superluxus-Bau nicht nur Freunde gemacht. Speziell das riesige Transparent an der Baustelle haben viele als Affront betrachtet.

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27.500 Euro für einen Quadratmeter. Mal 520 (die Wohnfläche) plus 80 (die Terrasse). Ergibt? Die teuerste Wohnung der Stadt um 14,2 Mio. Euro. Mit den beiden Penthäusern im Palais Principe (benannt nach der „Via Principalis“ im einstigen Vindobona) bei der Anker-Uhr am Hohen Markt (das zweite ist 380m groß, plus 75m Terrasse) wachsen Wiens Immobilienpreise in nicht gekannte Sphären. Dekadenz und Luxus in neuer Höhe, schließlich residieren die künftigen Bewohner über allen anderen Dachgeschoßen der City.

Martin Müller, einer der Geschäftsführer der verantwortlichen JP-Immobilienmakler, erzählt auf der Terrasse mit 360-Grad-Blick von einem eigenen Dienstboten-Lift, teilweise sieben Metern Raumhöhe, eigener „Dirty Kitchen“ fürs Personal und „Show Kitchen“, Klimaanlagen oder Mediacenter, vom iPhone aus dem Ausland steuerbar oder Spas und Schrankräumen, so groß wie ganze Wohnungen. Zwei Interessenten, ein Saudi und ein Deutscher, hätten sich bereits gemeldet. Die 14 Wohnungen in den Geschoßen darunter (200 bis 700 m groß, der m ist ab 6000 Euro zu haben) sind sechs Monate vor Fertigstellung verkauft. Wer dort einzieht, ist freilich geheim. „Die Hälfte sind Österreicher. Auch die anderen, drei Russen, Schweizer, Deutsche, Südamerikaner und Araber, haben einen Wien-Bezug“, sagt Müller. Jeder Dritte will die Wohnung nur gelegentlich nutzen.

 

Provokation und Kritik

In Wien haben sich JP Immobilien mit dem Superluxus-Bau nicht nur Freunde gemacht. Speziell das riesige Transparent an der Baustelle („You don't have to live in these apartments to love Vienna. Owning them will do.“) haben viele als Affront betrachtet. Müller spricht von „bewusst provokativer, aggressiver Werbung.“ Ein Spiel mit Dekadenz, Präpotenz, als Verkaufsmasche? „Nicht umsonst sagen wir auch, hier gibt es ein Stück vom Himmel zu kaufen.“

("Die Presse", Print-Ausgabe, 02.07.2012)

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43 Kommentare
 
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Neid?

Wer hat der hat.

Gast: Tim Stani
02.07.2012 12:20
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Mehr Bilder zum Projekt:

www.timstani.com/hoher_markt_12

Gast: Raffraff zackbumm, raffraff zackbumm
02.07.2012 11:14
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Die Mietpreise der anderen Objekte werden dadurch steigen

Der Luxus ist nicht das Problem und der "Newspeak" der angeblichen Manager ist auch nicht das Problem für die Allgemeinheit.

Das Problem für die anderen Wiener ist, dass dadurch ein furchtbar schlechtes Beispiel für den ganzen Markt gegeben wird. Denn so kann ein zukünftiger "Developer"/Makler/Realitätenvermittler sagen: Was wollen Sie, wir haben in dieser Stadt auch Objekte, die 14 000 000 € (14 Millionen Euro, das wirkt erst, wenn man's ausschreibt) kosten. Und das kann die Preise für alles andere hochtreiben. Das ist mMn das Hauptproblem.

Zwei kleine, andere Problemchen wurden ebenfalls noch nicht beachtet: Wenn eine Werbung für das Objekt ausschließlich auf Englisch verfasst ist ("owing them will do"), dann zeigt das auch, dass an zukünftige Bewohner gedacht ist, die sich überhaupt nicht integrieren wollen. Was wiederum beweist, dass der Zwang zur Integration (beinhaltet das Lernen der Sprache) nur etwas für die Armen ist.

Und schließlich die "dirty kitchen" und die "show kitchen": In Versailles war's ähnlich, wo der König WIRKLICH (und mit wem) geschlafen hat, war ziemlich wurst, das öffentliche Aufstehen ("lever"), wo der Hof dabei war, wurde in einem Show-room absolviert.

Ein dirty Zimmer für "das Personal" und eines zum Herzeigen: Klassengesellschaft pur.

Vergessen wurde von den Immobilien-Verkäufern auch das Ende, das der letzte französische König genommen hat, ein Ende, das Niemandem zu wünschen ist.

Gast: mumumu
02.07.2012 10:25
6 1

Saudis

gehörten von jeglichem Besitz in Ö ausgeschlossen.

Antworten Gast: Herbert Fux
02.07.2012 12:43
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Re: Saudis

Schon Ferien?

Gast: Wie wäre es mal mit Pflichten?
02.07.2012 10:14
4 1

Hätte auch seine Vorteile...

Das Wohnungsinhaber in Wien auch in Wien als Hauptwohnsitz gemeldet sein müssen, sowie an dem Besitz der öst. Staatsbürgerschaft gebunden ist und das derartige Wohnungen zumindest an 200 Tagen vom Eigentümer bewohnt sein muß?

Immerhin kommt die Allgemeinheit für die Infrastruktur auf, daher kann ein Eigentümer nicht nur Rechte haben sondern hat auch Pflichten. Dazu kommt, das ein Stadtteil nicht davon leben kann wenn ihre normale Bevölkerung abhaut die dort auch arbeitet, das schadet dem Tourismus genauso wie dem Bezirk!

Warum?

Wenn er nicht anwesend ist, benutzt er auch keine Infrastruktur, und wenn er es ist, zahlt er wahrscheinlich genug Steuern, daß eine ganze Horde Armutschgerln davon leben kann.

Warum

macht man es nicht so, wie ich es rund um den Gardasee gesehen habe? Dort wird das Innenleben alter Häuser komplett ausgeräumt, die Fassade restauriert. Innen wird das Haus komplett neu und modern wieder aufgebaut. So bekommt manein neues Haus mit restaurierter, alter Fassade, das sich bestens der Umgebung anpaßt.

Re: Warum

Weiß ich leider auch nicht - ich vermute aber, dass das einfach teurer ist als abreißen und neues Monster hinbauen.

Schade :(

Gast: trollblume
02.07.2012 09:44
0 0

dekadenz

dagegen nimmt sich das grassersche loft noch bescheiden aus

Re: dekadenz

Der Grasser wird schon sparen, der weiß noch nicht, was auf ihn zukommt...gggg

Re: Re: dekadenz/fireone

Jetzt weiß ich, warum "die Grassers" aus Wien weg wollen! Die Eigentümer dieser Wohnungen halten ihn wohl aufgrund seiner bescheidenen Wohnfläche (im Gegensatz zu der ihren) für den "Hausmasta". Und das will er natürlich nicht - da müsst' er ja was arbeiten. ;o))

Gast: julischka
02.07.2012 08:52
8 0

Mal ehrlich...


JP ist mM einer der größten Zerstörer von altbaubestand in Wien, man denke beispielsweise nur an den wunderbaren Bau mit giftgrüngelben Fesntern in der Zieglergasse, bzw. an die Ausschlachtung aus Beton im 3. sowie im 8. Bezirk, oder den Bunker mit Gucklöchern in der Schottenfeldgasse... etc.

Traurig, dass man nicht "erhaltend" sanieren kann.

Re: Mal ehrlich...

Das ist leider ein generelles Problem.

Ich verstehe schon, dass es sich bei manchen Altbauten finanziell nicht mehr rentiert, sie zu sanieren. Aber kann man dann nicht so bauen, dass das neue Gebäude in die Umgebung passt?

Wie schaut denn das aus, wenn hypermoderne Beton- und Glasmonster neben Gründerzeithäusern stehen? Meiner Meinung nach: furchtbar.

Kreative Selbstverwirklichung von Architekten in allen Ehren - aber bitte dort, wo es hinpasst. Die ganzen neuen Wohn- und Bürobauten, die jetzt wie die Schwammerl aus dem Boden schießen, sind ja außer hässlich nicht mehr besonders viel. Dort würd ich nur im äußersten Notfall leben wollen.

Re: Re: Mal ehrlich...

Das beste Beispiel ist der Neubau Ecke Schwarzenbergplatz - Lothringer Straße. Dieses Haus wurde neu, im Stil der Gründerzeithäuser aufgebaut und paßt bestens zu den umliegenden Häusern.

Re: Re: Re: Mal ehrlich...

Gibt es davon Fotos, bzw. kennen Sie einen Link? Das würde mich nämlich sehr interessieren!

Re: Re: Re: Re: Mal ehrlich...

Ich hab noch etwas gefunden. Unter http://de.wikipedia.org/wiki/Schwarzenbergplatz_3 kann man einiges zur Geschichte dieses Hauses erfahren.

Re: Re: Re: Re: Re: Mal ehrlich...

Danke für die interessante Info! Ich hab das Haus immer für ein Original gehalten - man lernt nie aus!

Re: Re: Re: Re: Re: Re: Mal ehrlich...

Sie sehen, es geht auch anders.

Re: Re: Re: Re: Mal ehrlich...

Das Haus gehört der Raiffeissen Capital Management GmbH, die Adresse ist: Schwrzenbergplatz 3 1010 Wien. Bei Google Earth kann man das Haus in der Satellitenansicht von vorne sehen.

Re: Re: Mal ehrlich...

Wie schaut denn das aus, wenn hypermoderne Beton- und Glasmonster neben Gründerzeithäusern stehen?

Antwort: so ist es nun einmal in einem lebendigen stadtzentrum, dass auch die jeweils aktuelle architektur platz haben muss.
von 130 jahren sind gründerzeitmonster neben barockhäusern gestanden.
vor 250 jahren sind barockmonster neben renaissancehäusern gestanden

Re: Re: Re: Mal ehrlich...

Natürlich kann man Ensemles total zerstören, indem man alles, wie Kraut und Rüben hinsetzt. Warum glauben sie ist die Innenstadt in die Liste als Weltkulturerbeaufgenommen worden? Sicher nicht, weil man wild durcheinander gebaut hat. Die Architekten sollten sich besser in Neubauvierteln austoben.

Re: Re: Re: Re: Mal ehrlich...

d.h. also, nach Ihren vorstellungen sollte die architektur eines stadtzentrums die epochen von der antike bis zum jugendstil beinhalten - origineller ansatz.

Re: Re: Re: Re: Re: Mal ehrlich...

Heißt es nicht, ich mag nur nicht, wenn bestehende Ensembles von profilierungswütigen Architekten zerstört werden. Wo moderne Architektur hinpaßt, gefällt sie auch mir.

Re: Re: Re: Mal ehrlich...

Also wenn ich es mir aussuchen dürfte, dann hätte ich lieber die Barockhäuser als die moderne Architektur. Ich stehe einfach nicht auf Glas, Beton und Stahl in Verbindung mit grellen Farben.

Mal ehrlich....

Welcher normale Mensch will für 14 Mio. am Hohen Markt wohnen, wo an den Wochenenden stets die gröhlenden Massen unten vorbeigehen und wo es praktisch keine Parkplätze gibt.

Für 14. Mio ließe ich mir ein Haus irgendwo in einer abgelegenen Gegend bauen, wo ich keine Nachbarn habe.

 
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