26.05.2013 04:28 Merkliste 0

Wiener Spitäler: Was kommt, was geht

15.07.2012 | 18:22 |  DUYGU ÖZKAN (Die Presse)

Das Kaiserin-Elisabeth-Spital wird Ende November abgerissen, das Wilhelminenspital wird erneuert und sukzessive aufgewertet. In den Ordensspitälern stehen ebenfalls Zusammenlegungen oder Auslagerungen an.

Artikel drucken Drucken Artikel versenden Senden Merken AAA Textgröße Artikel kommentieren Kommentieren

Bilder zum Thema

Wien. Die Wiener Spitalsreform – bis 2030 soll die Zahl der Gemeindekrankenhäuser von zwölf auf sieben reduziert werden – nimmt konkrete Formen an. Während der Bau des neuen Krankenhauses Nord in Floridsdorf bereits auf Hochtouren läuft, werden demnächst Teile des über 100 Jahre alten Wilhelminenspitals abgerissen – auf dem Gelände wird bis 2024 ein neues Krankenhaus entstehen. Das Spital hat in den vergangenen Monaten nicht gerade für positive Schlagzeilen gesorgt: Zum einen wurde einem Arzt vorgeworfen, Kolleginnen sexuell belästigt zu haben, zum anderen warnten Ärzte in einem Rundbrief vor Überbelegung und Gangbetten. Für Kritik sorgte auch die Tatsache, dass Teile des Spitals erst kürzlich kostenintensiv renoviert wurden (etwa die Palliativstation) – und nun zum Abbruch bereitstehen.

„Wenn es Renovierungsbedarf gibt, dann machen wir das“, heißt es dazu aus dem Krankenanstaltenverbund KAV. Die neue Palliativstation werde auch nach dem Umbau weitergeführt, neu angeschaffte Geräte würden weiterhin zum Einsatz kommen. Insgesamt könne man (auch, weil es um das Wohl der Patienten gehe) nicht von Geldverschwendung reden. Der Baubeginn steht noch nicht fest, jedenfalls soll im nächsten Jahr mit der Errichtung des Spitalskindergartens begonnen werden.

 

Nur mehr Akutfälle

Im Wilhelminenspital neu werden mehrere Schwerpunkte angesiedelt – Innere Medizin, Dermatologie sowie Kinder- und Jugendheilkunde. Auch zwei psychiatrische Regionalabteilungen des nahe gelegenen Otto-Wagner-Spitals werden hierherverlegt. Betroffen sind Patienten der Bezirke Innere Stadt, Mariahilf, Neubau, Josefstadt, Alsergrund, Ottakring, Hernals, Währing und Döbling. Die beiden Krankenhäuser – Otto-Wagner- und Wilhelminenspital – werden, wie im Rahmen der Spitalsreform angekündigt, de facto zusammengelegt. Ziel ist eine Krankenhauszentrale, damit die Patienten für verschiedene Untersuchungen nicht von einem Pavillon in den nächsten wandern müssen.

Ab September stehen auch im Kaiserin-Elisabeth-Spital in Rudolfsheim-Fünfhaus, das 1890 errichtet wurde und somit eines der ältesten Krankenhäuser Wiens ist, Veränderungen an: Ab dann werden nur mehr akute Fälle stationär aufgenommen. Ende November wird der Spitalsbetrieb hier eingestellt, die Abteilungen übersiedeln unter anderem in das Wilhelminenspital und Krankenhaus Hietzing und das renommierte Schilddrüsenzentrum in die Rudolfstifung. Das Kaiserin-Elisabeth-Krankenhaus wird abgerissen, auf dem Areal sollen ein neues Pflegewohnhaus mit Geriatriezentrum (30.000 Quadratmeter für rund 330 Bewohner) und mehrere Wohneinheiten errichtet werden. Spätestens 2016 soll das Wohnheim dann eröffnet werden.

 

Auch Ordensspitäler betroffen

Die Wiener Spitalsreform betrifft auch die Ordensspitäler. So hat Gesundheitsstadträtin Sonja Wehsely (SPÖ) angekündigt, dass es im Bereich der Urologie eine Kooperation zwischen dem Hanuschkrankenhaus und dem Krankenhaus Göttlicher Heiland geben soll; deren Geburtshilfe wiederum soll nach St. Josef (Schwestern Salvatorianerinnen) wandern. Eine weitaus intensivere Kooperation wird es zwischen dem Hartmannspital der Franziskanerinnen (Margareten) und dem Krankenhaus St. Elisabeth der Elisabethinen (Landstraße) geben: Bis 2020 werden die Spitäler administrativ zusammengelegt – ein Spital, zwei Standorte.

Hat Wehsely zunächst gemeint, dass die Elisabethinen über keine Akutbetten mehr verfügen werden, heißt es indessen aus dem Spital, dass 70 Akutbetten sehr wohl weitergeführt werden – aber eben in Kooperation mit den Franziskanerinnen. Fix scheint, dass die Elisabethinen ihren Schwerpunkt auf die Pflege verlegen werden. Derzeit verfügen sie über knapp 150 Betten, die Franziskanerinnen über rund 160.

Auf einen Blick

Spitalsreform. Bis 2030 sollen die zwölf Gemeindespitäler auf sieben reduziert werden. Dabei wird das Wilhelminenspital aufgewertet, das wiederum mit dem Otto-Wagner-Spital gemeinsam geführt wird. Aus dem Kaiserin-Elisabeth-Spital wird ein Pflegewohnheim.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 16.07.2012)

Testen Sie "Die Presse" 3 Wochen lang gratis: diepresse.com/testabo

Mehr aus dem Web

24 Kommentare
Gast: elder care
24.08.2012 10:14
0 0

hitze

Hoffentlich werden auch endlich Klimageräte auf die Bettestationen kommen, gerade bei älteren Gebäuden!!!

Gast: Medicus
25.07.2012 08:27
0 0

Das "Wiener Spitalskonzept" ist

ein Jahr nach seiner "Verkündigung" ohnehin keinen Pfifferling mehr wert. Der KAV mißversteht sich als Bauherr, die Reinvestitionen in die Geräteinfrastruktur wird seit einem Jahrzehnt vernachlässigt
http://wp.me/p1kfuX-jr
http://wp.me/p1kfuX-k5

Gast: ende - fin
18.07.2012 20:36
0 0

Kaiserin Elisabeth Spital

ewig schade um dieses Haus, insbesonders um die Chirurgische Abteilung !!!

derzeit eine über Jahrzehnte gewachsene, tadellos fuktionierende Institution, mit top renovierten Stationen und dem modernsten OP ganz Wiens

sämtliche Leistungskennzahlen im oberen Drittel

wie hat der KAV Generaldirektor Marhold bei der Infostunde (Verkündigung der Schließung) so schön gemeint: "das KES wird nicht wegen, sondern trotz der Leistung geschlossen" der Reinvest lohne angeblich nicht

also lieber alles wegreißen und in unüberschaubaren Großprojekten versenken - dort lohnt es sich dann wenigstens, siehe das diesbezüglich ja völlig skandalfrei AKH (Ironie Ende)

unglaublich unsympathisch ist er obendrein der Dr. Marhold - wer etwas über seinen Umgang mit Kritik weiß kann sich vorstellen wovon ich spreche

however

Spitalsreform

hab den leisen Verdacht daß die gesamte Spitalsreform nichts anderes als ein Politikerdenkmal werden soll

dass dann, wenn es nur mehr 7 Großspitäler in Wien gibt, alles billiger und besser ist stimmt jedenfalls keinesfalls

den volkswirtschaftlichen Gesamtrechner der ebendies genau ausgerechnet hat muß man nämlich erst erfinden

schade um die vielen gut funktionierenden kleinen Einheiten

Gast: "Unser" Spitalwesen
16.07.2012 18:35
2 0

...und bitte alle Politiker genauso behandeln...

wie jeden normalen Bürger. Kein Vorziehen von OPs, sodass andere, die bereits auf die OP vorbereitet waren, wieder ins Zimmer zurückgebracht werden. Gangbetten auch für Politiker (macht sich besonders gut bei einer Hitzewelle und in Erwartung einer OP) etc etc etc

Und dann schauen wir uns bitte doch nochmal an, wie die Reformen dann aussehen!

wieder ein Altbau der noch lange verwendbar wäre gegen

einen gesichtslosen zweckbau geopfert.

typisch

Gast: Denkmalschutz ist modern!
16.07.2012 15:11
6 0

Skandal!

"Das Kaiserin-Elisabeth-Krankenhaus wird abgerissen, auf dem Areal sollen ein neues Pflegewohnhaus mit Geriatriezentrum (30.000 Quadratmeter für rund 330 Bewohner) und mehrere Wohneinheiten errichtet werden."

Wien verliert gegenüber Prag immer mehr Touristen. Prag pflegt den Denkmalschutz, Wien tritt in mit Füßen. Wien braucht dringend ein Umdenken. Das Kaiserin-Elisabeth Spital gehört erhalten!!!

Antworten Gast: Denkmalpfleger
16.07.2012 16:10
0 6

Re: Skandal!

Frage:
Welche Touristenhorden haben denn das Spital bislang besichtigt?

Re: Re: Skandal!

Es geht ums Stadtbild!

5 0

Na endlich

Wird in Österreich die med.Versorgung an das Niveau des ehemaligen Ostblock angepaßt.
Es lebe die Klassenmedizin.

2 0

Schade ist es um das Elisabethspital.


Gast: poldine
16.07.2012 09:32
0 0

es ist leider wieder schlecht, wie es umgesetzt wird, denn ...


... früher oder später werden zentren kommen, d.h.

- kopfzentrum hat mund, kiefer, augen, gesicht usw.
- kinderbereich hat kinderinterne, kinderchirurgie, kinderpsychiatrie
- medizinisch (alle medizinischen fächer zusammengefasst)

jetzt werden einfach nur mit vielen millionen die befindlichkeiten einiger ärzte und pseudo-ökonomen durchgeführt.

danach wird es noch viel schwieriger richtige reformen durch zu führen.

ich muss artverwandte fachrichtungen in ein haus integrieren, damit ich symbioseeffekte hab und nicht auf personen ausgerichtete organisationsänderungen

Re: es ist leider wieder schlecht, wie es umgesetzt wird, denn ...

Wenn es "mund, augen, kiefer, ..." (sic!) besitzt, dann ist es ein Kopf und kein "kopfzentrum" (sic!).

Synergien können gut sein

wie man an der Vincentgruppe sehen kann.
Der Manager der Vincentgruppe gehört zu den besten Österreichs.
Kooperationen mit öffentlichen Häusern können schwierig sein!

Antworten Gast: OEKONOM
16.07.2012 09:28
0 0

Re: Synergien können gut sein


Mit dieser Aussage würde ich ganz vorsichtig sein.

Die Vincentgruppe ist gut, aber diese erbringt nur Leistungen, die viele LKF-Punkte bringt.

Ein öffentliches Krankenhaus muss ALLE Leistungen erbringen

Re: Re: Synergien können gut sein

... dann schauen Sie einmal genauer - Onkologie im St. Josef, Geburtshilfe im St. Josef, ... In Linz große Onkologie (die öffentliche Hand AKH Linz spielt gar nicht mit).

Na wunderbar ...

Göttliches Heiland (eines der besten Spitäler aus meiner Sicht) und Hanusch (dort schickens die Leute zum Sterben hin) werden eine "Kooperation eingehen. Fazit: das Niveau kann nur sinken! Kein Gewinn für Niemanden!

Re: Na wunderbar ...

Was für ein dummer einfältiger Kommentar. Das Hanusch gehört zu den besten Spitälern Wiens und ist auch bei den Patientenbwertungen immer top. Zum Sterben geht dort sicher niemand hin...

Antworten Antworten Gast: cash
18.07.2012 20:41
0 0

Re: Re: Na wunderbar ...

das Hanusch gönnt seinen Mitarbeitern jedenfalls Gehälter die weit über denen der Mitarbeiter im KAV angesiedelt sind

insofern ist das Hanusch schon etwas besonderes *gg*

so wird halt gleiches gleich behandelt in unserem schönen Land :-)

sicher nur ein pars pro toto Beispiel

Re: Re: Na wunderbar ...sicher nicht Hanusch

Bitte nicht solche Postings, bleib bei der Wahrheit, noch nie so arogantes Pfegepersonal auf den Stationen, und auch die ätztliche Leistung ist zu hinterfragen, hätte mir das Augenlicht kosten können,.............
Es liegt aber mirr an der jeweiligen Führung wie eine Abteilung tickt

Re: Na wunderbar ...

... die Urologie im Hanusch ist phantastisch - Doz. Plass ist einer der besten Urologen Wiens.
Woher kommt die Einstellung ins Hanisch geht man nur zum Sterben????

Re: Re: Na wunderbar ...

Die Einstellung kommt einfach daher, dass mich dort bald umgebracht hätten. Ein Routineeingriff (Laporoskopie) der anscheinend völlig daneben gegangen ist inkl. totalem Kreislaufzusammenbruch aber das Beste bei dem ganzen war, dass mir einfach niemand sagen wollte was passiert war. Es wurde mir immer nur versichert, dass eh alles bestens ist, dann hat man mich (damals 21) zu zwei Sterbenden ins Zimmer verfrachtet und dort einfach "vergessen". Das war auch einfach, da ich tagelang bettlägrig war. Und selbst auf Revers wolltens mich nicht gehen lassen. Also dort geh ich wirklich nur mehr hin, wenn ich beabsichtige zu sterben.

0 1

Re: Re: Na wunderbar ...

Von den Seelen der " Ghostwriter "

Antworten Gast: globetrotterneu
16.07.2012 03:54
1 0

Seit wann hast du in Internet

in deinem Pavillion?

Und jetzt erspar uns bitte so einen Unsinn ...