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Tangentenbrücke: Abriss oder Denkmalschutz?

09.08.2012 | 12:18 |   (DiePresse.com)

Laut "Kronen Zeitung" prüft das Bundesdenkmalamt, ob die Erdberger Brücke unter Denkmalschutz gestellt wird. Die Asfinag will die Brücke abreißen.

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Eine der meistbefahrenen Brücken Österreichs, die Erdberger Brücke auf der Wiener Südosttangente (A23), könnte unter Denkmalschutz gestellt werden. Das Bundesdenkmalamt prüft derzeit. Das Ergebnis soll bald vorliegen: "Ich denke, wir werden 14 Tage, drei Wochen brauchen", informierte Denkmalamtspräsidentin Barbara Neubauer am Donnerstag. Das könnte die Pläne der staatlichen Autobahnholding Asfinag durchkreuzen, die derzeit die Autobahn generalsaniert. Diese wollte das dringend sanierungsbedürftige Bauwerk eigentlich abtragen und neu errichten.

"Sind verpflichtet Informationen nachzugehen"

Das Bundesdenkmalamt habe nach Hinweisen des Konstrukteurs der Brücke, Alfred Pauser, und des Präsidenten der Architektenkammer für Wien, Niederösterreich und Burgenland, Walter Stelzhammer, bezüglich der Bedeutung des Objekts ihre Arbeit aufgenommen, berichtete Neubauer. "Wir sind eine Behörde. Wir sind einfach verpflichtet, wenn wir eine Information bekommen, dieser nachzugehen", erklärte sie das Prozedere.

Zum weiteren Fahrplan meinte die Präsidentin: "Es ist eigentlich eine ganz normale Vorgangsweise. Wir haben jetzt davon erfahren. Wir werden schauen, dass wir das zügig machen, wie bei jedem anderen Objekt." In diesem speziellen Fall handelt es sich den Darstellungen Neubauers zufolge um eine komplexere Materie, da bei einem Brückenbauwerk die Qualitäten in der technischen Konstruktion bzw. Ausformulierung liegen. Dies sei schwieriger zu prüfen als zum Beispiel ein Haus aus dem 18. Jahrhundert.

(c) APA/HERBERT PFARRHOFER (HERBERT PFARRHOFER)

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Bevor das Denkmalamt zu einem Ergebnis kommt, müssen zahlreiche Fragen geklärt werden. Ein Kriterium sei zum Beispiel, ob der Erdberger Brücke im Rahmen der Brückenbaukunst eine besondere Stellung zukommt, "die nicht nur österreichweit von Bedeutung, sondern durchaus von europäischer Bedeutung ist". Hierfür müsse der Bedeutungsrahmen festgelegt werden. Wenn die Experten festgestellt haben, ob das Werk Denkmalqualitäten besitzt, gilt es laut Neubauer zu bewerten, ob diese für eine Unterschutzstellung ausreichen.

200.000 Fahrzeuge pro Tag auf der Brücke

Wie groß die Chancen sind, dass die Erdberger Brücke unter Denkmalschutz gestellt wird, darauf wollte sich Neubauer nicht festlegen: "Ich kann das jetzt nicht sagen, weil das wirklich auch eine sehr komplexe Materie ist. Das wäre fahrlässig von mir, da jetzt irgendetwas zu sagen."

Die Asfinag sieht allerdings keine Alternative zum Abriss: "In umfangreichen Variantenuntersuchungen ist die Asfinag zum Schluss gekommen, dass nach sämtlichen technischen und wirtschaftlichen Gesichtspunkten aufgrund der baufälligen Substanz nur ein Neubau der Brücke ab 2016 sinnvoll ist", betonte die Asfinag in einer Aussendung. Daraufhin sei routinemäßig das Bundesdenkmalamt über den geplanten Abriss und die Neuerrichtung in Kenntnis gesetzt worden.

"Aus Sicht der Asfinag hat jedenfalls die Aufrechterhaltung des Verkehrsflusses auf der A23 oberste Priorität, was nur durch einen Neubau der Brücke langfristig möglich und im öffentlichen Interesse ist." Laut der Holding passieren knapp 200.000 Fahrzeuge täglich die Erdberger Brücke am Knoten Prater, die über den Donaukanal führt und die Bezirke Leopoldstadt und Erdberg verbindet. Konstruiert wurde sie 1968 und sie ist laut Asfinag-Angaben die meistbefahrene Brücke im Asfinag-Netz.

(APA)

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18 Kommentare

was ist da schützenswert?


Antworten Gast: yes-
12.08.2012 17:39
0 0

Re: was ist da schützenswert?

frage ich mich auch. wegsprengen und fertig.

Gast: Mieses Karma
10.08.2012 19:55
0 0

Cui bono?

Hat man eigentlich vom Präsidenten der Architektenkammer für Wien, Niederösterreich und Burgenland, Walter Stelzhammer, schon einmal EIN STERBENSWÖRTCHEN zur Preisgabe des Ostteils des berühmten Otto-Wagner-Spitals/Steinhof und die Zubetonierung mit einem VAMED-Brachialbau durch einen seiner Kollegen gehört? Nein? Dann wirds aber Zeit!

Und das sog.“ Bundesdenkmalamt“?
Das hat die Verschandelung des Ensembles durch den riesigen VAMED-Hotelkomplex im Ostteil wohlwollend zur Kenntnis genommen, goutiert Neubauten im DENKMALGESCHÜTZTEN Jugendstilenseble durch die gemeindeeigene Gesiba (!), will aber eine alte Brücke unter Schutz stellen;
wozu gibt es eigentlich dieses Salzamt und seine Hofräte überhaupt noch?
Zum Abnicken eines sölchen Frevels?

http://www.steinhof-erhalten.at

http://www.aktion21.at/themen/index.html?menu=183

Sehr geehrte Frau Präsidentin Neubauer, bitte walten Sie Ihres Amtes!

Für eine Brücke, die nach nicht einmal 50 Jahren schon baufällig ist, muss man sich schämen!

Diese Brücke, die nach unglaublich kurzer Zeit schon baufällig ist, zeigt wohl das Gegenteil von "Qualitäten der technischen Konstruktion"! Es kann doch nicht Aufgabe des Denkmalschutzes sein, so ein schleissiges Machwerk der Nachwelt zu erhalten!

Gast: django
09.08.2012 21:54
1 0

Man könnte die Brücke erhalten und die Ingenieurskunst noch toppen:

Die Brücke als Fussgängerübergang stehen lassen und mit einer weiteren Brücke, etwa im "Golden Gate Stil"schwebt mir da vor, mit den Fahrbahnen der A23 ca 3m drüber überbrücken.

Wäre sicher weltweit einmalig.

Gast: bergziege
09.08.2012 20:43
0 0

Tangentenbrücke : Steinhof

Was haben die beiden gemeinsam? Richtig! Mit beiden beschäftigt sich das Denkmalamt. Ein Teil der MASSIVEN Steinhofmauer musste abgetragen werden, weil die VAMED komfortabel ihren Therapieklotz aufziehen will. Das Bundesdenkmalschutzamt gestattete es. Plötzlich war dieser Teil NICHT MEHR denkmalgeschützt.
Es gibt auch keine Bedenken für die Bebauung des Ostteils des OWS-Areals, obwohl, wie sich jetzt herausstellte, das die Chancen für Steinhof als Weltkulturerbe erheblich schmälern würde. Gut, diese Information ist auch für das Bundesdenkmalamt noch sehr neu. Die Pressekonferenz mit Schuhböck fand erst letzte Woche statt. Vielleicht wird noch darüber nachgedacht, wie es derzeit für die Tangentenbrücke getan wird. Noch ein Punkt, der Tangentenbrücke und Steinhof eint: Wird in Steinhof am OWS-Gelände gebaut und meint das Bundesdenkmalamt, dass die Tangentenbrücke unter Denkmalschutz gestellt werden muss, greift der Steuerzahler in die Tasche. So sieht es in der Weltstadt Wien aus. Die Gemeinde und das Bundesdenkmalamt schützen unsere Kulturgüter nachhaltig!

Gast: Lecter
09.08.2012 19:22
2 0

Denkmalamt

Abgesehen von historischen Bauwerken hat der Denkmalschutz keine Berechtigung-die Beamten leben in einer vergangenen Welt und versuchen den technischen Fortschritt zu verhinden zb. Kastenfenster und ähnliche kostenintensive Dummheiten. Die Welt ändert sich und die Altstädte werden entweder verwarlosen oder zeitgemäß umgebaut werden.
Die aktuelle Diskussion ist einfach zu dumm um sie zu kommentieren-offebar gehört das Amt drastisch verkleinert.

Sprengen.


Re: Sprengen./McCarthy the Great

Was tun's, wenn Sie gerade in dem Moment drüberfahren und eine "Beamtenleiche" vergessen hat, die Strecke zu sperren? ;o))

Die Dichte an intellektbefreiten Primitivlingen

ist heut wieder mal grenzwertig. Auweh.
Aber wie schon der selige Mussolini sagte: Kultur und Demokratie passen nicht zamm.

Gast: Ösi
09.08.2012 14:39
0 3

Ja, diese Brücke ist wirklich und wahrhaftig ein Meilenstein in der Betonbauweise! Solche Schalenkonstruktionen sind eine Pionierleistung!

Warum man auf einmal diese Brücke abreissen will, ist unverständlich. Es gibt derzeit viel schlimmere Brücekntragwerke, z.B. in Inzersdorf. Die fallen schon auseinander.
Aber was rede ich da von so hochtrabenden Themen?
Was will der Presseposter vom Ösi denn eigentlich hören?
"Bei Blau wird mit übel! Bringts mir einen Kübel!"

So, jetzt habe ich das Ösi-Klischäh bedient.

Ösenpower

Gast: ökono-mist
09.08.2012 14:23
0 0

Also sprach die "Kronen Zeitung" (ins Sommerloch?)


Und das, was sie spricht, ist einfach - aber möglicherweise doppelbödig angelegt...

Bevor sich jetzt ein ganzes Rudel potentieller "Krone"-Leserbriefschreiber in die "Presse" verirrt und politisch korrekte, für den Lancierer im Hintergrund erwartbare Pauschalierungs-Phrasen drischt, möge jeder von ihnen erst mal überlegen, wem ein eventuelles mediales (Schwarzweiß-)Scheingefecht in diesem Fall nützen könnte. (Dem boulevardesken Standing des Denkmalschutzes ganz sicher nicht!)

Dazu wäre es allerdings erforderlich, sich mit dem sozialen Habitus des österreichischen Denkmalschutzes - und mit jenem der ASFINAG - auseinanderzusetzen - geht das? (Fragt's nicht den Inder, sondern den Markus Rogan... - doch Vorsicht: auch der kann sich bei seinen nicht ganz unpolitischen Ferndiagnosen ordentlich verschätzen...)


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Es ist bloss eine Autobahnbrücke...

...wenn sie ihrem Zweck nicht mehr erfüllt, muss sie ersetzt werden.
Das sollte man sich vielleicht auch mal mit dem Denkmalamt überlegen.

Denk ich mir beim Stephansdom auch

Eh nur eine Kirche... viel zu groß für heute - abreissen und MC Donalds rein...

Gast: Bundesnichtdenkmalamt
09.08.2012 13:59
4 0

Denkmalamt

Kein Problem ECHTE historische Bauten verschandeln oder abreissen zu lassen, aber 60er Jahre Betonklötze schützen.

Gast: justerix
09.08.2012 13:35
2 1

Erdberger Brücke unter Denkmalschutz?

Was soll denn an dieser Brücke schutzwürdig sein? Reisst sie ab und baut eine neue!

WTF?!

Erstens ist die Brücke hässlich und zweitens total marod, da gibts eindeutig schon wieder einen Beamten zuviel der sich selbst Arbeit sucht weil ihm langweilig ist.

6 1

Es fehlen einem die Worte...

Würde mich nicht wundern (hoffe aber, es ist nur mein Verfolgungswahn), dass da wieder irgendwelche links-grüne Verbindungen ins Bundesdenkmalamt versuchen, der ASFINAG - und damit den Autofahrern - das Leben zu erschweren.