Wiens DC Tower wird um 30 Meter höher als angegeben

29.11.2012 | 14:04 |   (DiePresse.com)

Der Turm wird samt Antenne dann 250 Meter hoch sein. 50 Prozent der Nutzfläche sind bereits vermietet. Der zweite Turm wird nicht vor 2015 gebaut.

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Österreichs höchstes Haus wird höher als bisher kommuniziert: Der noch in Bau befindliche DC Tower 1 in Wien-Donaustadt misst mit Fertigstellung im Herbst 2013 sogar 250 Meter, nicht 220 Meter, wie es bisher geheißen hat. Der Grund: Man habe bis dato vergessen, einen Fassadenaufbau sowie die Antenne in den Berechnungen zu berücksichtigen, räumte Thomas Jakoubek, Vorstand des Bauträgers WED, am Donnerstag in einer Pressekonferenz ein. 50 Prozent der auf 60 Geschoße verteilten Nutzfläche seien bereits vermietet, versicherte er.

Mit seinen 250 Metern ist der von Architekt Dominique Perrault konzipierte Monolith zwar das höchste Haus, aber nicht das höchste Bauwerk des Landes. Der nahe gelegene Donauturm überragt den DC Tower weiterhin - wenn auch nur mehr um ganze zwei Meter. Laut Jakoubek würde man damit in der Rangliste der höchsten Häuser Europas auf Platz drei landen. Eine Wertung, die allerdings nicht ganz stimmig ist. Sowohl die Emporis-Datenbank der höchsten Gebäude Europas als auch ein schneller Check auf Wikipedia zeigen, dass der DC Tower samt Antenne eher um den zehnten europäischen Rang einzuordnen ist.

Zweiter Turm liegt auf Eis

Die Arbeiten am Wiener DC Tower laufen derzeit auf Hochtouren. Bis Jahresende soll die Außenfassade fertig sein, im kommenden Herbst wird der insgesamt 250.000 Tonnen schwere Riese endgültig vollendet sein. Ursprünglich war auch ein niedrigerer zweiter Turm geplant, der derzeit allerdings auf Eis liegt. Jakoubek kündigte an, dass das kleinere Pendant jedenfalls gebaut werde. Vor 2015 werde aber keinesfalls damit begonnen.

DC Tower: Österreichs höchstes Haus

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Laut Jakoubek sind beim Tower 1 bereits 50 Prozent der Nettonutzfläche von knapp 73.000 Quadratmetern vermietet. Bei weiteren 25 Prozent gebe es bereits "ernsthafte Vertragsverhandlungen", so der WED-Vorstand. Eine Vollvermietung bis zur Eröffnung des Baus strebt er nicht zwingend an: "Wir wollen uns die Latte nicht dorthin legen, weil wir sonst eher Zugeständnisse machen müssten." Die entscheidende Frage sei, wer zu welchen Konditionen miete. Für bessere Abschlüsse nehme man auch ein wenig Leerstand in Kauf.

Hotel, Fitnesscenter, Büros

Fix ist bereits, dass in den 15 untersten Etagen ein Hotel einzieht. Die Arbeiten auf diesem Niveau sind - freilich bis auf die Innenausstattung - so gut wie abgeschlossen. Im zweiten Geschoß wird es eine Fitnesscenter-Kette auf 1.700 Quadratmetern geben, im 57. und 58. Stock ein Restaurant und eine Sky-Bar. Der Rest ist für Haustechnik und Büroräumlichkeiten reserviert.

Ob in vier oberen Geschoßen auch Wohnungen eingerichtet werden, ist noch offen. Die Entscheidung muss Jakoubek zufolge spätestens im Frühjahr fallen.

Der Turmbau zu Wien schlägt mit rund 300 Millionen Euro zu Buche. "Es schaut sehr gut aus", dass dieser Finanzrahmen halte, zeigte sich Reinhard Madlencnik, Bereichsleiter Real Estate bei der UniCredit Bank Austria, optimistisch. Die Bank ist wesentlicher Finanzpartner des Projekts.

"Donaustadt schaut auf Rathaus hinunter"

Für Donaustadt-Bezirksvorsteher Norbert Scheed (SPÖ) ist der Wolkenkratzer ein Beweis dafür, dass sich "Transdanubien von einer nördlichen Randlage zur Premiumlage" verwandle. Für den Bezirkschef hat der Tower aber auch durchaus politische Symbolkraft. "Jetzt ist es soweit: Die Donaustadt schaut auf das Rathaus hinunter", witzelte er. Finanzstadträtin Renate Brauner (SPÖ) sah im Gebäudegiganten wiederum ein Sinnbild für ganz Wien: "Wir stehen gut da und wollen hoch hinaus."

(c) APA

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(APA/Red.)

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16 Kommentare

max01

der dc tower ist doch winzig verglichen mit anderen bauwerken der eu. als wäre es was tolles wenn er um 30 meter höher als geplant wird

Wo wird das Haus um 30m höher?

Soviel ich weis, wr es inklusive Antenne mit 248m geplant. Jetzt soll wohl die Antenne 2m höher werden. Das ganze Gebäude (ohne Antenne) wurde schon mal mit 230m beziffert und wird jetzt wahrscheinlich sogar niedriger als früher geplant.

Vergessen?

Sehr geehrter Herr Jakoubek,
als "Der Mann mit dem ganz großen Gefühl" wurden sie am 9.10.2011 in der Gratiszeitung "Heute" glorifiziert. Das haben Sie wahrscheinlich auch wieder schon vergessen.
Wenn man solche Details wie Fassadenaufbau und Antenne nach jahrelanger Planung und Expertenarbeit vergisst, handelt es entweder um Dilettanismus oder um Alzheimer. Würde eine nachhaltige Nutzung der freistehenden Stockwerke für Alzheimerpatienten vorschlagen. Sie hätten jetzt die Chance einer der ersten Interessenten zu sein. Bitte schreiben Sie sich das gleich auf.

Lächerlich

Eine Antenne ist doch nicht Teil des Gebäudes (im Sinne von Fassade und Architektur). Die nimmt man ja mangels Volumen auch gar nicht als Teil des Gebäudes wahr.

Ich finde es lächerlich, dass Antennen immer zur Gesamthöhe eines Gebäudes dazugezählt werden.

Re: Lächerlich

Wie hoch ist Ihrer Meinung nach das Hochhaus Neue Donau auf der gegenüberliegenden Seite der Reichsbrücke. Was nehmen Sie als Teil des Gebäudes wahr.

Re: Re: Lächerlich

Schlechtes Bsp.!
Am Hochhaus Neue Donau ist keine Antenne im üblichen Sinne (Flachdach, Antenne drauf) angebracht, sondern die ist integrierter Teil der Architektur des Hauses.

halb vermietet?

was kosten die wohnungen dort bitte, will auch eine ;-)

wer kann sich das heutzutage nur leisten, war arbeiten die?

aja habs vergessen, sind sicher politiker od i welche die die einfachen leute mit einem minilohn abspeisen :-/

grazer vorstadtkritiker

Wenn des nur guat geht?
Na ja, da Bin Laden lebt eh nimma.

Wo hat sich der Architekt noch überall geirrt

Also bei einem Haus sich um 30m Höhe zu irren ist als grober Fehler anzusehen.
Wenn nicht der genehmigte Bau umgesetzt wird, dann müßte es eigentlich einen Abburuchbescheid geben.
Oder sind bestehende Gesetze mittlerweile vollkommen egal?
Leider verliert Wien mit diesen amerikanischen Skyscraper immer mehr seinen Charme.

Re: Wo hat sich der Architekt noch überall geirrt

Richtig erkannt. Die Gesetzte sind vollkommen egal. Flächenwidmungen und Bauklassen sind nur kleine Hürden wenn es um Umwidmungen nach Wunsch geht.

Re: Wo hat sich der Architekt noch überall geirrt

Wenn sich jemand geirrt hat, dann die Journalisten, die nicht ordentlich recherchieren können, denn es war von Anfang an klar, dass eine Antenne raufkommen wird und die Endhöhe 248 Meter beträgt.

Re: Wo hat sich der Architekt noch überall geirrt

Die Antenne war schon 2007 Teil der Baubehördlichen Einreichung MA 37BB

Der Architekt hat sich nicht geirrt - die Behörde auch nicht!

Re: Re: Wo hat sich der Architekt noch überall geirrt

Man hat halt nur in der Pressarbeit etwas optimiert

Ein kleines Weihnachtsgeschenk an die zuständige Stellen

und schon ist wieder alles OK.

So funktioniert Österreich. Wegen 30 Meter wird man doch nicht eine neue Bauverhandlung abhalten......


So läuft das ÜBERALL in der Welt. Stell dir vor...


Re: Ein kleines Weihnachtsgeschenk an die zuständige Stellen

Wäre es möglich zumindest in der Vorweihnachtszeit weniger zu raunzen ?
Wird Ihnen auch gut tun!

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