Wiener Indoor-Marathon um 1,8 Kilometer zu kurz

17.12.2012 | 12:39 |   (DiePresse.com)

Der Grund für viele persönliche Bestzeiten zeigte sich erst am Tag danach. Viele Teilnehmer waren vom ersten Event dieser Art jedoch positiv angetan.

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Auch wenn die marathonlose Jahreszeit vielen endlos lang erscheint und sich einige Laufbegeisterte im Winter nach einen Zwischenbewerb sehnen: Die Ankündigung, in der Donaumetropole einen Hallenlauf zu veranstalten, traf im Vorfeld nicht auf ungeteilte Begeisterung. Skepsis gab es nicht zuletzt bezüglich des Austragungsortes – die Community bezweifelte, ob Kurs, Boden, Luft und die zahlreichen teils recht engen Kurven in den Räumlichkeiten der Messe Wien ein gutes Gesamtergebnis bringen könnten. Am Sonntag absolvierten knapp 850 Personen den Spezialparcours unter Dach.

Für die Veranstalter und auch für manchen Teilnehmer der einzige Wermutstropfen: Die Strecke des Marathons war um 1760 Meter zu kurz. Die Veranstalter räumten am Montag ein, dass es bei der Vermessung ein "kleines Problem" gegeben hatte, weshalb jede Runde um 110 m zu kurz geraten sei. Im kommenden Jahr werde man sich die Strecke von offizieller Stelle zertifizieren lassen, wurde versprochen. Die zu kurze Strecke erklärt auch die auffallend guten Zeiten des Teilnehmerfeldes.

Promis laufen Fast-Marathon

Die Limitierung auf höchstens 999 Läufer in allen Distanzen wäre nicht notwendig gewesen: Knapp 850 dürften sich laut Veranstaltern insgesamt der Herausforderung gestellt haben. Unter anderem Wohnbaustadtrat Michael Ludwig (SPÖ) und Kinderbuchautor Thomas Brezina, die beide die Viertel-Distanz wählten. 176 wagten sich an die (fast) volle Strecke in ungewohnter Umgebung heran. Sieger Dick Demeter (Startnummer 119) absolvierte die 16 Runden in einer Zeit von 2:23:55. „Das war erst mein zweiter Marathon überhaupt“ meinte er direkt im Ziel, ohne zu wissen, dass ihm noch 1760 Meter auf einen vollen Marathon gefehlt haben. Der Linzer empfand den Bewerb ohne Wind, Wetter und Steigung als „sehr anstrengend“.

Vor allem an einigen Stellen tat sich der oberösterreichische Newcomer schwer: „Ein paar Kurven waren besonders eng.“ Trotz Beeinträchtigung - er klagte über Probleme mit dem Schienbein - hatte er schlussendlich den bis in die vorletzte Runde führenden Extremsportler Rainer Predl klar hinter sich gelassen. Der mehrfach Rekordhalter lief 2:24:39. Bronze ging an der Ungarn Gabor Muhari mit 2:29:12.

Die Teilnehmer zeigten sich mit den Gegebenheiten eines Indoor-Marathons durchaus zufrieden: Von „gleichmäßig, aber ohne Routine“, „viel besser als sonst“, „sehr, sehr schnell“ und „total nett“ reichten die Beschreibungen. „Durchaus zu empfehlen!“ resümierte ein euphorisches Pärchen, das sich gemeinsam der Herausforderung Halbmarathon gestellt hatte. Viele freuten sich über persönliche Bestzeiten und führten das unmittelbar nach dem Rennen vor allem auf "Grip" und die Temperatur- und Luftverhältnisse in der Halle zurück. Von fehlenden Metern war da noch keine Rede.

Schon unmittelbar nach dem Rennen dementierten die Veranstalter von "echo events" erste Gerüchte, die Strecke sei zu kurz. Sie gestanden lediglich, dass eine Versetzung der Gitter wegen der Notausgänge eventuell zehn bis 15 Meter gekostet haben könnte. Am Montag ließen sich die fehlenden Meter aber nicht mehr leugnen. Die Veranstalter entschuldigten sich auf der Homepage des Events bei den Teilnehmern.

(APA/Red.)

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15 Kommentare

Erster!

Ich hätte den Marathon auch bei richtiger Vermessung nicht in meine Bestenliste aufgenommen. Aufgrund der vielen Kurven wird ein Indoor Marathon meines Erachtens auch bei exakter Vermessung nie 42,2 km lang sein. Laut RUNNER'S WORLD ist meine Siegerzeit hochgerechnet 2:30:11. Das ist auch passabel, zumal dieser Bewerb für mich ein Vorbereitungslauf für einen 50 km Ultralauf (Rodgau, 26.01.2013) war. Ich schätze mal, meine Form passt ;-)

eine region, in der man nicht einmal

solche zahlenmäßige pimperlgschichtln richtig vermessen kann, dort hat man natürlich auch im korrekten umgang mit klaren zahlen wie bilazen und kontoständen absolut keine ahnung, was sehr viel erklärt.

mit dieser rekordfreundlichen messmethode

wird es bei der sommerolympiade 2028 - so das ioc so ordentlich geschmiert wird wie die wiener - und innen bei der befragung angeschmiert werden - und wien den zuschlag bekommt, zu wasser und zu lande täglich neue weltrekorde purzeln.

wie immer

niemand, der den veranstalter kennt, wundert sich. einmal mehr eine veranstaltung die sicher nicht dazu gedient hat sport zu betreiben.

Welcher Depp läuft in einer Halle einen Marathon?

...und können die Journalisten kein Deutsch mehr - was bitte ist Indoor? Ein Inder der bohrt?

Hahaha! Wiener Indoor Marathon! Sind das die 30 Krügerl Bir auf 3 Meter Tresen wie bei der FPÖ?

Oder sinds gar 6 Meter, also der freiheitliche Kindermarathon?

Re: Hahaha! Wiener Indoor Marathon! Sind das die 30 Krügerl Bir auf 3 Meter Tresen wie bei der FPÖ?

Ihr Deutsch spiegelt direkt proportional Ihre Intelligenz.

die wiener deppen schaffen nicht nur die

sanierung eines hallenbades - nein, messen könnens auch nicht!

aber olympiastadt wollens werden!

leute, die verarschen uns hoch3 und ihr wählt die auch noch?????

und der Veranstalter ist:

echo event ges.m.b.h.
bzw.:
echo medienhaus ges.m.b.h.

Klingelt's schon??

Da war doch so was bei der EURO2008 ...


Re: und der Veranstalter ist:


Wär also ein Wunder, wenn's dabei keine Betrügereien gegeben hätt. Die GenossInnen können gar nicht mehr anders.

an alle, die jtzt nörgeln werden:

ich find's schön, wenn jemand was organisiert, v.a. was sportliches.

Dass beim ersten Mal was schief geht, ist fast klar, und dass das Vermessen dem Veranstalter peinlich ist, kann man wohl annehmen.

Aber ich sag: weiter so, das nächste Mal halt richtig messen.

Re: an alle, die jtzt nörgeln werden:

Aha, die dürfen sich also mal vermessen ...um 1760 Meter. Die machen das nicht um nichts zu verdienen. Es hat sich nur rausgestellt das da Amateure am Werk waren. Mal ehrlich, wie kann man sich um fast 1800 Meter vermessen oder verrechnen ?Als Profi Veranstaltungsagentur ? Die sind einfach nur blöd.

Ungut

Das ist peinlich für die Veranstalter, aber für die Teilnehmer wirklich ungut, weil viele sich auf einen Marathon ja extra wochen- und monatelang vorbereiten, und dann kann man die Zeit nicht werten.
Es gibt immer wieder einmal Pannen - z.B. heuer beim Innsbrucker Nightrun oder beim Bodensee-3Länder-Marathon, wo jeweils viele Teilnehmer wegen Problemen mit der Chipzeitnehmung nicht gewertet werden konnten - das lässt sich nie ganz ausschließen. Aber wenn von vornherein schon einmal die Strecke nicht stimmt, da ist zu 100% der Veranstalter schuld. Als Vorschlag: Geld zurück oder Freistart fürs nächste Jahr (wie beim Bodenseemarathon).

Re: Ungut

Die Zeit kann man sehr wohl werten.

Einfach 4,17% (1,76/42,2) auf die Zeit aufaddieren, schon hat man eine Vergleichszeit zu einem richtigen Marathon.

Wer nicht davon ausgeht die letzten knapp 2km mit der selben Geschwindigkeit laufen zu können zählt von mir aus 4,5% dazu...

Re: Re: Ungut

Für mich privat, natürlich. Aber viele Hobbyläufer sind eben sehr stolz auf ihre jeweiligen persönlichen Bestmarken, und da kann man das leider eben nicht so einfach "umrechnen", da wollen die Kollegen (und auch Läufer selbst) die Ergebnisliste und urkunde sehen :).

Abgesehen davon sind fast 2km schon extrem viel, da kann man auch mit 4,5% noch schön danebenliegen (bin letztes Jahr einmal bei einem Marathon ab km38 "eingebrochen", da aber so richtig).

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