Höhenstraße: Weiter keine Entscheidung zu Sanierung

11.01.2013 | 13:04 |   (DiePresse.com)

Die Stadt ist für eine Asphaltierung, das Denkmalamt für die Reparatur der historischen Pflastersteine. Die Testphase wurde bis 30. Juni verlängert.

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Die Wiener Höhenstraße soll saniert werden - nur wie, daran scheiden sich nach wie vor die Geister. Weiterhin fehlt die Entscheidung, ob Millionen historischer Pflastersteine repariert werden oder die mehr als 70 Jahre alte Verkehrsfläche mit einem Asphaltbelag überzogen wird.

Um Klarheit in die Sache zu bringen, wurden bereits im Sommer 2010 zwei Teststrecken errichtet. Geprüft werden sollte ursprünglich lediglich ein Jahr lang. Nach Verschiebungen wurden Resultate bis Jahresende 2012 angekündigt. Nun hat man sich entschieden, die Tests noch einmal bis Ende Juni 2013 zu verlängern.

Ergebnisse noch nicht eindeutig genug

Einer der rund 200 Meter langen Testabschnitte wurde in Asphalt-, der andere in Pflasterbauweise errichtet. Untersucht werden Abnutzungserscheinungen. Erste Resultate zeigten, dass es beim Asphalt keinerlei "Verdrückungen" gab, bei der Pflasterung aber sehr wohl. Diese lägen allerdings im Normbereich und würden somit keine Auswirkungen auf die Verkehrssicherheit haben, sagt Matthias Holzmüller, Sprecher der für Straßenbau zuständigen Magistratsabteilung 28.

Warum dann die neuerliche Verlängerung der Testphase? "Die Ergebnisse sind noch nicht eindeutig genug, um seriöse Aussagen zu treffen, welche Art der Fahrbahnkonstruktion sich bewährt hat", argumentierte Holzmüller. Man habe nun mit dem Bundesdenkmalamt vereinbart, den Test bis 30. Juni laufen zu lassen. Danach sollen die konkreten Sanierungsschritte geplant werden.

Jahrelang unter Denkmalschutz

Zum Hintergrund: Die Höhenstraße, die unter anderem Cobenzl, Kahlen- und Leopoldsberg miteinander verbindet, stand jahrelang unter Denkmalschutz. Mit Beginn 2010 lief der Schutz automatisch aus. Das Bundesdenkmalamt hält die 14,9 Kilometer lange Straße nach wie vor für denkmalwürdig und prüft eine neuerliche Unterschutzstellung. Es geht um mehr als 100.000 Quadratmeter Fahrbahnfläche, die zwischen 1934 und 1938 großteils aus Granitkleinsteinbelag errichtet wurde.

Die Stadt steht einer Sanierung nach historischem Erscheinungsbild jedoch skeptisch gegenüber - nicht zuletzt wegen der hohen Kosten. Holzmüller konnte keine aktuellen Zahlen nennen. 2010 sprach der damalige SP-Verkehrsstadtrat Rudolf Schicker aber von geschätzten 30 Millionen Euro. Außerdem entspreche die Konstruktion nicht mehr dem Stand der Technik, der Erhalt sei "nicht sinnvoll", so der MA-28-Sprecher. Zudem gebe es Anrainerbeschwerden wegen der lauten Abrollgeräusche durch das Pflastermosaik.

"Dokument des Ständestaates"

Barbara Neubauer, Präsidentin des Denkmalamts, verweist hingegen auf die Bedeutung der Höhenstraße. Diese sei Dokument des Ständestaates und "steht in einer Reihe von frühen Bergstraßen in Europa, von denen in dieser Form nur mehr sehr wenige erhalten sind".

(APA)

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17 Kommentare

verkehrsplanung´


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?

* Zudem gebe es Anrainerbeschwerden wegen der lauten Abrollgeräusche durch das Pflastermosaik. *

das ist ja wohl das schwächste argument - oder waren die ainrainer bereits VOR errichtung der höhenstraße dort?

Wieso...

...macht man keine Fahrradstrasse daraus - im grünen Wien....

Weil ...

... auch Sie nicht ewig jung bleiben und mit 70 den Tour d'Höhenstraße auch mit Doping nicht mehr oft schaffen werden, gell! Mögen Sie viele Jahre gesund bleiben und uralt werden – leider geht es nicht allen so!

... Traditionalisten?

... meinen da manche, eine neue Straße wird die - angeblich plötzlich umweltschützende - Gesellschaft noch weitere 80 oder 120 Jahre brauchen?
***1874 wurden, 60 Jahre vor dem Bau der Kahlenberg-Höhenstraße, die beiden baugleichen Ausflugs-Dampf-Zahnradbahnen auf den Wiener Kahlenberg und auf den Budapester Schwabenberg eröffnet. Der Budapester Zwilling wurde 1929 elektrifiziert, überlebte den Kommunismus und ist beliebter denn je – seit bald 140 Jahren! Der Wiener Zwilling wurde 1923 stillgelegt. *** Der Wiederaufbau dieser elektrischen Zahnradbahn (Nußdorf-Grinzing-Krapfenwaldl-Kahlenberg) würde die Abnützung der Höhenstraße durch Wiener-Linien- und Touristenbusse drastisch reduzieren (zusätzlich noch zeitliche Pkw-Fahrverbote) – freilich müssten Zugsteile ohne Zahnstange bis zur Wiener Ringstraße durchfahren. Nur, diese Form der volkswirtschaftlichen Einsparung würde einer Magistratsabteilung für STRASSENBAU (MA 28) nicht schmecken, denn die sind dazu da Straßen zu bauen. Und um langfristige Volkswirtschaftlichkeit geht es auch in der Wiener Politik schon lange nicht – bei keiner Partei.

Ein Laus

im Pelz kann ganz schön lästig bleiben.

P.S: Mir kommt vor, dass das Denkmalamt den Blick auf das Wesentliche und Erhaltenswerte in dieser Stadt recht häufig verloren hat.

Zumindest scheint er ziemlich getrübt....

o je, schon wieder eine apa meldung -

mit dem immer öfter dazugehörenden schwachsinn - übernommen.
die "reparatur" von granitpflastersteinen kann doch wohl nur von restauratoren übernommen werden.

nehmt dem Denkmalamt...

...Strom und Computer weg - Kerzen und Tintenfass müssten bei dieser Denke wohl genügen!

Re: nehmt dem Denkmalamt...

Mit dieser Forderung, würden Sie unsere Denkmalschützer tief in ihrer modrig verwundbaren Seele treffen. Die wollen am althergebrachten eisern festhalten. Oft schreit die Sinnlosigkeit solchen Unterfangens, unter anderem in der Auseinandersetzung mit pedantischen Traditionalisten im Fall der Höhenstraße, aus jeder Pflastersteinritze.

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