Drei Buben missbraucht

06.02.2013 | 18:06 |   (Die Presse)

Neun Jahre Haft für den Haupttäter, acht Monate für seinen Komplizen. Der 46-Jährige Wiener hat sich mit einem 15-Jährigem, an drei Minderjährigen auf brutalste Weise vergangen.

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Wien/Apa. Neun Jahre Haft und Einweisung in eine Anstalt für geistig abnorme Rechtsbrecher – mit diesem Urteil endete am Mittwoch der Prozess gegen einen 46-jährigen Wiener wegen schweren sexuellen Missbrauchs. Sein 15-jähriger Komplize, selbst auch Opfer des Haupttäters, muss für acht Monate hinter Gitter. Beide sollen sich über viele Monate hinweg in einem Gemeindebau in Favoriten an drei minderjährigen Buben vergangen haben.

Während dem 46-Jährigen laut Richterin Beate Matschnig lediglich sein Geständnis die Höchststrafe von zehn Jahren erspart hat, soll der 15-jährige Mittäter nach Verbüßung seiner Haft in einer Wohngemeinschaft leben, eine Therapie erhalten und Bewährungshilfe bekommen. Beide Täter haften für künftige psychische Schäden ihrer Opfer. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.

Der 46-Jährige mutierte innerhalb kurzer Zeit vom netten Nachbarn zum Peiniger: Als im Jahr 2008 eine junge, alleinerziehende Mutter mit ihrem damals sechsjährigen Buben in die Wohnung eines Gemeindebaus in Wien Favoriten einzog, sah dieser im späteren Vergewaltiger einen Freund, eine Vaterfigur. Doch bald schon war der Bub – gemeinsam mit zwei Gleichaltrigen – den sexuellen Abartigkeiten des Mannes ausgeliefert. Bereits 2010 kam es zu ersten Übergriffen. Der 46-Jährige näherte sich dem Buben systematisch und versuchte auch mehrmals, sich an ihm zu vergehen. Bald gesellte sich der damals 13-jährige Zweittäter hinzu.

 

Täter war in Therapie

Im Zeugenstand gab sich der 46-Jährige kleinlaut und sein Komplize schuldbewusst. Während der heute 15-Jährige angab, eigentlich nur deshalb mitgemacht zu haben, weil er Angst vor dem Älteren gehabt hätte, beteuerte der 46-Jährige immer wieder, es tue ihm leid, was passiert sei: „Ich weiß nicht, was mir da eingefallen ist.“ Was besonders schwer wog: Der Mann war im Tatzeitraum in Therapie.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 07.02.2013)

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15 Kommentare

Nur glaubt wer,

dass er das auch absitzen wird ?

Nach zwei Jahren gibt Fußfesseln und nach drei Jahren ist er geläutert.


Das ist gut so!

Hoffentlich bekommt der,der in Wien drei Frauen vergewaltigt hat auch soviel!

21

Neun Jahre?

Ein Schnäppchen! Dann is er 55 und darf wieder an die kleinen Kinderlein ran!


Warum bitte...

NUR 9 JAHRE ????

Re: Warum bitte...

Na ja, der Täter hatte halt eine schlechte Jugend!

Therapien

Bezahlen wir wieder einmal kostspielige Therapien für die pädophilen Täter, oder auch für die Opfer?

Re: Therapien

Pädophilie (ICD-10-Code: F65.4) ist eien Krankheit;
Bestraft wird man in Österreich wegen einer rechtlichen Bestimmung im StGB

Re: Therapien

Warum weigern sich bloß immer alle, die Artikel vollständig zu lesen? Steht doch eh alles da...."Beide Täter haften für künftige psychische Schäden ihrer Opfer."

Re: Re: Therapien

"....haften für Schäden an ihren Opfern"
eh klar
der 15 jährige Millionär und der auf ewig in die Klappse Eingesperrte zahlen wie die Bösen
da kommen doch locker € 15,50 raus für die Geschädigten - super

Re: Re: Therapien

Das ist doch wohl lächerlich! Wenn die nix haben, gibt's auch keine Therapien.

Nein, Opfer gehören von Staats wegen unterstützt, auf Jahre hinaus sollen sie Therapien genießen können!

Opferschutz statt Täterschutz

Re: Re: Therapien

Ja eh... Und wenn's bei denen aber möglicherweise nie was zu holen geben wird, weil zB selber Sozialfälle?

Im gegenständlichen Fall schweigt sich der Autor ja bezüglich Beruf des Haupttäters aus: Mehr als dass er 46 Jahre alt ist, in einem Favoritner Gemeindebau wohnt und in Therapie war/ist, erfährt man ja nicht - und vom jungen Mittäter steht auich nichts von einer Schule, Ausbildung etc.

Re: Therapien

Für Schäden bei den Opfern haften die Täter.

Re: Therapien

..die Opfer müssen ihre Therapien schon selber blechen...
Wo kämen wir da hin wenn Opfer Entschädigungen verlangen dürften??

Dafür darf der "brave" Pädophile nach wenigen Jahren und dementsprechender psychiatrischen Gutachten als "geheilt" nach Hause gehen und in gewohnter Manier weitermachen....

Oder noch besser: Ersparen wir uns die "Häfenkosten" .... verpassen wir ihm Fußfesseln !!!!

Re: Therapien

Natürlich nur die der Täter.

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