Mariahilfer Straße: Fußgänger vs. Autofahrer

Die Wirtschaftskammer klagt: Durch Verkehrsberuhigung verdoppelt bzw. verdreifacht sich Fahrzeit für Autofahrer.

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Einkaufsbummel – Clemens Fabry

Wien/Cim. Startet man sein Auto in der Windmühlgasse in Mariahilf und steuert die Zollergasse in Neubau an, so passiert man derzeit in drei Minuten 900 Meter und drei Ampeln. Ist das neue Verkehrskonzept für die Mariahilfer Straße und die umliegende Gegend erst umgesetzt, würden daraus 2,6 Kilometer und sieben Ampeln in elf Minuten. Ähnlich sieht laut einer Berechnung die Erschwernis auf einer zweiten Route aus: Von der Lindengasse in die Stumpergasse brauche man dann statt bisher fünf Minuten zwölf Minuten, aus 1,6 werden 2,7 Kilometer.

Das geht aus Modellrechnungen hervor, die die Wiener Wirtschaftskammer von Verkehrsexperten hat erstellen lassen. Denn die Kammer bekämpft das Modell zur Verkehrsberuhigung vehement, litten doch die Händler besonders unter Einschränkungen.

 

Erste Sperren schon im Mai

Für die Stadt wohl ein notwendiges Übel. Ist es doch deklariertes Ziel, den Verkehr, besonders den Durchzugsverkehr, einzuschränken, um die Mariahilfer Straße für Fußgänger und Anrainer attraktiver zu machen, wie es dazu aus dem Büro von Vizebürgermeisterin Maria Vassilakou heißt.

Zuletzt wurde das Modell für die Mariahilfer Straße mit Begegnungszone und Fußgängerzone fixiert. Die Durchzugsrouten, gern als Alternative zum Gürtel genutzt, Otto-Bauer-Gasse/Zieglergasse und Schottenfeldgasse/Webgasse werden unterbrochen, das hätten die Bürger entschieden. Der Kernbereich der Mariahilfer Straße zwischen Kirchengasse und Andreasgasse wird zu einer Fußgängerzone, der Bus 13A wird auf der gewohnten Linie fahren. Zwischen Museumsplatz und Kirchengasse bzw. zwischen Andreasgasse und Kaiserstraße werden erstmals Begegnungszonen umgesetzt, die eine Zufahrt zu Parkgaragen oder Lieferverkehr erlauben, aber Durchzugsverkehr verhindern sollen. Fix ist auch, dass Gumpendorfer Straße, Neustiftgasse und Burggasse Tempo-30-Zonen werden.

Nun gehe es darum, die Änderungen in den Bezirken einem „Realitäts-Check“ zu unterziehen, so Vassilakou. Die Anrainer sollen einbezogen werden, auch wenn es um die Oberflächengestaltung geht: Dazu wird am 12. April eine Dialogbox aufgestellt, bei der sich Anrainer informieren und Anregungen abgeben können. Im Mai wird der Kfz-Verkehr erstmals eingeschränkt, wenn kleine Abschnitte als „Proberäume“ für Autos testweise gesperrt werden.

Das neue Verkehrskonzept für die Mariahilfer Straße soll im Sommer umgesetzt werden. Im Herbst ist dann die Präsentation der Ergebnisse der Bürgerbeteiligung für die Umgestaltung der Straße angesetzt. Bis Ende des Jahres soll die neue Verkehrslösung getestet und evaluiert werden. Die Bauarbeiten zur Umgestaltung könnten im Frühjahr 2014 starten.

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Mariahilfer Strasse –

("Die Presse", Print-Ausgabe, 30.03.2013)

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