Mariahilfer Straße: Fußgänger vs. Autofahrer

29.03.2013 | 18:34 |   (Die Presse)

Die Wirtschaftskammer klagt: Durch Verkehrsberuhigung verdoppelt bzw. verdreifacht sich Fahrzeit für Autofahrer.

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Wien/Cim. Startet man sein Auto in der Windmühlgasse in Mariahilf und steuert die Zollergasse in Neubau an, so passiert man derzeit in drei Minuten 900 Meter und drei Ampeln. Ist das neue Verkehrskonzept für die Mariahilfer Straße und die umliegende Gegend erst umgesetzt, würden daraus 2,6 Kilometer und sieben Ampeln in elf Minuten. Ähnlich sieht laut einer Berechnung die Erschwernis auf einer zweiten Route aus: Von der Lindengasse in die Stumpergasse brauche man dann statt bisher fünf Minuten zwölf Minuten, aus 1,6 werden 2,7 Kilometer.

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Das geht aus Modellrechnungen hervor, die die Wiener Wirtschaftskammer von Verkehrsexperten hat erstellen lassen. Denn die Kammer bekämpft das Modell zur Verkehrsberuhigung vehement, litten doch die Händler besonders unter Einschränkungen.

 

Erste Sperren schon im Mai

Für die Stadt wohl ein notwendiges Übel. Ist es doch deklariertes Ziel, den Verkehr, besonders den Durchzugsverkehr, einzuschränken, um die Mariahilfer Straße für Fußgänger und Anrainer attraktiver zu machen, wie es dazu aus dem Büro von Vizebürgermeisterin Maria Vassilakou heißt.

Zuletzt wurde das Modell für die Mariahilfer Straße mit Begegnungszone und Fußgängerzone fixiert. Die Durchzugsrouten, gern als Alternative zum Gürtel genutzt, Otto-Bauer-Gasse/Zieglergasse und Schottenfeldgasse/Webgasse werden unterbrochen, das hätten die Bürger entschieden. Der Kernbereich der Mariahilfer Straße zwischen Kirchengasse und Andreasgasse wird zu einer Fußgängerzone, der Bus 13A wird auf der gewohnten Linie fahren. Zwischen Museumsplatz und Kirchengasse bzw. zwischen Andreasgasse und Kaiserstraße werden erstmals Begegnungszonen umgesetzt, die eine Zufahrt zu Parkgaragen oder Lieferverkehr erlauben, aber Durchzugsverkehr verhindern sollen. Fix ist auch, dass Gumpendorfer Straße, Neustiftgasse und Burggasse Tempo-30-Zonen werden.

Nun gehe es darum, die Änderungen in den Bezirken einem „Realitäts-Check“ zu unterziehen, so Vassilakou. Die Anrainer sollen einbezogen werden, auch wenn es um die Oberflächengestaltung geht: Dazu wird am 12. April eine Dialogbox aufgestellt, bei der sich Anrainer informieren und Anregungen abgeben können. Im Mai wird der Kfz-Verkehr erstmals eingeschränkt, wenn kleine Abschnitte als „Proberäume“ für Autos testweise gesperrt werden.

Das neue Verkehrskonzept für die Mariahilfer Straße soll im Sommer umgesetzt werden. Im Herbst ist dann die Präsentation der Ergebnisse der Bürgerbeteiligung für die Umgestaltung der Straße angesetzt. Bis Ende des Jahres soll die neue Verkehrslösung getestet und evaluiert werden. Die Bauarbeiten zur Umgestaltung könnten im Frühjahr 2014 starten.

 Mariahilfer Strasse

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("Die Presse", Print-Ausgabe, 30.03.2013)

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315 Kommentare
 
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Wer in die SCS fährt legt meistens sowieso mehr als 900 m zu Fuß zurück

vom Parkplatz ins Geschäft + im riesen Geschäft herum laufen + zum Parkplatz zurück.
Trotzdem lieben Autofahrer SCS. dabei ist die SCS die größte überdachte "Fußgängerzone"!!!

900 m Marathon, den nur Marathonläufer schaffen zu Fuß zu gehen!!!

*staun*

letzte Munition

Wow, da kämpfen aber einige mit der allerletzten Munition.
Welcher vermeintliche Verkehrsexperte nimmt eine einzige Relation (zudem selektiv zur Negativmaximierung ausgewählt) eines einzigen Verkehrsmittels her, um die Wirkung einer Infrastrukturmaßnahme abzubilden?
"Unseriös" ist in diesem Fall eine schon zu milde Bezeichnung.

Die Wirtschaftskammer klagt

Ausnahmsweise gebe ich der WK im vollen Umfang recht.

Es kann ja echt nicht sein, dass ich zu Fuß schneller bin als mit dem Auto! Für was habe ich das Ding denn? Wo komma denn dahin?!
-> Nordkorea?!?!?
Ich bestehe auf mein Recht auf sinnvolles und schnelles Autofahren!
Wir wissen ja eh alle wem wir die Autobahnen zu verdanken haben!
Wer mit der Ubahn fährt oder zu Fuß geht ist ein Stalinist!
Rotfunk!
Also logisch, eh kloar.

Eine sinnvolle Verkehrsregelung muß allen dienen ..

.. und darf nicht nur der Selbstdarstellung einiger Möchtegern- Grün- Stalinisten dienen.
Die geplante Regelung schadet allen: Den Anwohnern, Unternehmern und der Umwelt.
Warum findet keine Ja / Nein Abstimmung unter den Bezirksbewohnern statt?

Und wo ist das Problem?

Es gibt so viele unnötige Autofahrten, und wer so kurze Strecken mit dem Auto fährt, ist ohnehin selbst schuld.
Der öffentliche Raum gehört halt nicht den Blechkisten alleine, auch wenn's für manche schwer ist, das zu kapieren.
Dass das bei manchen zu Entzugserscheinungen führt, sieht man den den vielen Rotstrichlern. Aber das geht vorbei.

"Es gibt so viele unnötige Autofahrten..."

Und das ist Ihr Problem?
Es gibt auch viele unnötigen Fussgängerbesuche der Mariahilferstrasse, oder?

Die Lösung nach Vasilaku: das grüne ZK entscheidet welche Autofahrten und welche Fussgänge notig sind und verbietet die anderen -> damit ist der Umbau der Mariahilferstrasse überhaupt nicht notwendig und die Stadt muss die im Stadtbudget nicht existierende Millionen nicht ausgeben.
Alles klar, Herr Politkommisar?

Re: Und wo ist das Problem?

"Aber das geht vorbei."

Ja, 2015 wird der Terror der grünen 10%-Sekte beendet werden.

Feiertag is

Heut Frau und Kinder noch nicht geschlagen? - Ich vergaß - hamse ja nicht

Re: Feiertag is

Nicht 2015 dann zum Weinen anfangen, wenn Sie festellen müssen, dass der Großteil der Wähler die weltfremden Spinnereien der Grünologen nicht weiterhin goutiert.

Re: Re: Feiertag is

2013 is - für die meisten quasi 21. Jahrhundert

Re: Re: Re: Feiertag is

Meinen Sie mit "die meisten" die 10% Grünologen?

Re: Re: Re: Re: Feiertag is

Depp bleib Depp - da hilft auch die Gebetsmühle nix - und übrigens - die Wissenschaft ist sich relativ einig über die Zeitrechnung - und die Zukunft hat auch schon begonnen - also hübsch überlegen ob die eigene Position nicht etwas zu vorvorgestrig ist

Re: Re: Re: Re: Re: Feiertag is

Naja, so knapp 90% der Wähler halten offensichtlich nichts vom "modernen" Extremismus der Grünologen.

Faschismus ist und bleibt vorgestrig - auch in der Ausprägung Ökofaschismus.

Re: Re: Re: Re: Re: Re: Feiertag is

Schon wieder nix verstanden? Noch nicht lächerlich genug gemacht? Schönen Tag noch

Die letzten 40 Jahre verschlafen?

Die Geschäftsleute in der Kärntnerstraße nagen wie man weiß am Hungertuch - keiner kauft mehr dort ein - die Lieferanten demonstrieren am Ring für freie Zufahrt - und Hunderttausende die dort gerne spazierenfahren müssen auf die Tangente ausweichen - und hörts ma auf mit dem Möbelkauf beim Leiner - die paar Riedelgläser sind zu tragen und den Rest lass ma uns liefern

auf der MaHü speilt es sich anders ab!

Fussgänger gegen Taschendiebe, gegen Trickdiebe und gegen organisierte Bettler ...
Die Autofahrer sind am Gehsteig keine Gegner ...

Re: auf der MaHü speilt es sich anders ab!

Auf den Punkt gebracht!

Kann ich als Anrainerin leider nur bestätigen!

Marokkanerdiebe statt Heimatliebe?

Oder doch lieber Bundesrat statt hocknstad - Herr Sympathisant?

Wer steigt wegen 900m in ein Auto?

Ich nutze in Wien alle Verkehrsmittel, dh Auto, Fahrrad, öffentliche Verkehrsmittel, je nachdem wie ich halt am schnellsten bin.
Bei den beiden Routen frage ich mich aber, wer mit dem Auto von einem Bezirk in den anderen wegen 900m fährt. Einerseits braucht man dafür einen Parkschein, andererseits dauert die Parkplatzsuche wsl länger als der Fußweg.

Die Verkehrsberuhigung selbst finde ich ganz gut und da ich für einen Kunstkurier gearbeitet habe, weiß ich dass für jeden Spediteur die Mahü derzeit die Hölle ist. Man achte einmal darauf wie wenige Ladezonen es gibt. Ich glaube, dass sich die Situation für Spediteure durch die Beruhigung verbessern wird. Ob die Straße als Durchzugsstraße wichtig ist, kann ich nicht beurteilen, da ichdie Route nicht benützen muss.

Re: Wer steigt wegen 900m in ein Auto?

Z.B. jemand der Termine in A, B, C, D etc. hat - also jemand der Runden fährt.

Ist halt nicht jeder Fließbandarbeiter, der in der Früh zum Fließband und am Abend retour fährt.

Re: Wer steigt wegen 900m in ein Auto?

In Zukunft wird die MAHI-FUZO eben eine no- go- Zone für Spediteure, kein Wunder daß sich die Unternehmer querlegen.

Re: Re: Wer steigt wegen 900m in ein Auto?

Es ist schlicht und einfach falsch, dass die Mahü eine "no-go" Zone für Spediteure werden soll. Wie soll das auch gehen, sollen sie die Waren zu Fuß ins Geschäft schleppen?
Es wird aber diskutiert, wann eine Zufahrt möglich sein soll und da bin ich auf jeden Fall dafür, dass dies ganztägig möglich ist.

Die Unternehmer legen sich laut einem anderen Artikel deshalb quer, weil sie Umsatzeinbußen befürchten. Diese Meinung wird von den meisten Unternehmern vertreten. Es wird sich zeigen ob diese Befürchtung eintritt. (http://diepresse.com/home/panorama/oesterreich/1347612/Mariahilfer-Strasse_Widerstand-gegen-Fussgaengerzone-)

Re: Re: Wer steigt wegen 900m in ein Auto?

Sollen sie sich doch querlegen. Die fuzo kommt und das ist auch gut so!

Re: Re: Re: Wer steigt wegen 900m in ein Auto?

Typischer Grün- Stalinismus

Als Radfahrer

bin ich ja sehr froh darüber, dass ich mich nicht mehr zwischen Kfz herumschlingen muss. Doch anstatt den Kfz-Verkehr zu verbannen, sollte man lieber einen Parkstreifen opfern, um Platz für den Radverkehr zu schaffen und die Autos in Garagen parken. Ich bezweifle, dass die umliegenden Straßen genug Kapazität haben, um den Kfz-Verkehr aufzunehmen.

Auch in der Neustiftgasse sollte der Radverkehr vom Kfz-Verkehr getrennt werden. Damit der 48A ungehindert fahren kann. Motorradfahrer sollten die Busspur mitbenutzen dürfen und Radfahrer dort fahren, wo jetzt Autos parken. Letztere müssten dann in Garagen.

Zusammenfassend: nicht der Fließverkehr gehört verbannt, sondern der ruhende Verkehr in Garagen verlagert. Dann ist auch mehr Platz für Fußgänger und Radfahrer vorhanden.

 
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