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Analyse: Wie teuer wohnen die Wiener wirklich?

Bild: (c) Bruckberger 

Wien liegt bei Wohnungskaufpreisen unter den Top Ten Europas, zeigte eine Studie. Bei Rankings der teuersten Städte drücken die Mieten Wien aber nach unten.

 (DiePresse.com)

Wien/b. l. Wohnen in Wien ist teuer geworden. Das werden viele Wohnungssuchende bestätigen. Doch ist Wien überdurchschnittlich teuer? Das kommt darauf an, was man misst.

Eines steht fest: In kaum einem anderen EU-Land sind die Preise für Wohnungen seit 2007 so emporgeschnellt wie in Österreich. Laut Europäischer Zentralbank belief sich das Plus auf 30 Prozent. Während andere Länder von der Immobilienkrise gebeutelt wurden, flüchteten hierzulande Anleger in Immobilien und sorgten für Nachfrage und steigende Preise. Vor allem im innerstädtischen Raum.

Ob man Wien nun als teure Stadt betrachtet, hängt davon ab, womit man es vergleicht. Laut einer Deloitte-Studie, für die die Kaufpreise von Neubauwohnungen in 32 europäischen Metropolen verglichen wurden, liegt Wien mit Quadratmeterpreisen knapp unter 4000 Euro auf Platz zehn ex aequo mit Hamburg. Deutlich teurer sind London, Paris, München oder Moskau. In Brüssel und Berlin findet man dagegen noch mit weniger als 3000 Euro das Auslangen. Generell wohnt man in Deutschland billiger als in Österreich. Doch wer sich hierzulande eine ältere Wohnung zulegt, kann fast 40 Prozent gegenüber Neubau sparen. Deutsche sparen nur 25 Prozent, Briten zahlen für Altbauwohnungen sogar mehr als für neue. Laut Wirtschaftskammer kostet ein Quadratmeter Neubauwohnung in Wien 3600 Euro, bei gebrauchten Wohnungen sind es 2320 Euro.

Einmal vor, einmal hinter Chicago

Wer neu auf dem freien Markt mietet, zahlt 9,1 Euro netto pro Monat und Quadratmeter. Die meisten Wiener Haushalte mieten billiger. Einer UBS-Studie aus 2012 zufolge sind die Mieten hierzulande relativ günstig. Während Wien in einem Ranking der teuersten Städte weltweit unter 72 Metropolen Platz 17 einnimmt, wird es um vier Plätze nach unten gedrückt, berücksichtigt man die Mieten: Dann schieben sich Mailand, Rom, Chicago und Dubai vor Wien.

 

("Die Presse", Print-Ausgabe, 24. Juli 2013)

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18 Kommentare

Bezüglich Lebensqualität liegt Wien eher im unteren Bereich

Baulärm, Strassenlärm, immer weniger Grünflächen (weil die ja verbaut werden).

Altbauten haben oft noch eine großzügig dimensionierte Grünfläche zwischen den Häusern - das schafft Abstand und dämpft Lärm. Allerdings dürfte so viel finanziell ungenutzter Platz manche stören - zB die Grünen. Warum also den Menschen, die eh schon hier wohnen und zahlen, die Lebensqualität bewahren - wenn man genausogut noch ein paar weitere Sozialbauten reinzwängen kann und bei gleicher Grundfläche fünfzig zusätzliche Wohnungen vermieten kann?

Ich bin oft in anderen Städten in der EU, so viel Lärm und so wenig Grün gibt es nirgendwo sonst. Die Stadtentwicklung von Wien ist reine Ausbeutung von Ressourcen ohne Rücksicht auf Lebensqualität.

Re: Bezüglich Lebensqualität liegt Wien eher im unteren Bereich

Natürlich könnte es noch viel besser werden, aber so schlecht ist Wien nicht, im Vergleich.

Bestimmte Entwicklungen gibt es leider in jeder Stadt. Die Städte werden größer, der Lärm wird mehr.


Re: Bezüglich Lebensqualität liegt Wien eher im unteren Bereich

Achso, darum werden gerade die Grünflächen Wiens in internationalen Studien immer wieder positiv hervorgehoben, klar...

Re: Re: Bezüglich Lebensqualität liegt Wien eher im unteren Bereich

innerstädtisches grün ist in den dicht verbauten innenbezirken rar... klar gibt es den wiederwald und die donauinsel und die kann man in die statistik hineinrechnen, aber was hilft das im 4.5.6.7.8.9. außerdem sind die innerstädtischen grünflächen, wo vorhanden relativ klein, im vergleich zu berlin, wo praktisch jede straße mindestens zwei baumreihen aufweist und parks oft mindestens so groß sind wie der burggarten.... wien ist hier zum großeteil eine versiegelte wüste... trotzdem wünschen sich die meisten eine verdichtung... denn an den stadtrand siedeln ist trotz ubahn für viele tabu...arme kinder

Dieser internationale Vergleich

sagt wenig, wenn man die Mieten nicht in Relation zum Einkommen setzt, also, wie viele Prozent vom Einkommen für die Miete aufkommen. Die Quadratmeterpreise für Wohnimmobilien sind für den Durchschnittsbürger = für das Durchschnittseinkommen ohnehin uninteressant.

Wien wird, wenn man (zu hohes Einkommen) keine Genossenschaftswohnung bekommt, zunehmend uninteressant

ich zieh aufs Land, fahre zum Arbeitsplatz auch eine 3/4 Stunde wie durch Wien.
Wegen Nacht/Schichtarbeit fahr ich sowieso nur 4x pro Woche statt 5x.
Und für 350.000.- bekommt man am Land deutlich mehr als beim Häupl.
Die Wohnungsangebote von der Arweg lass ich mir weiter zusenden- zur Belustigung: 85m2 verschachtelt mit wenig Fenster im 3.Bezirk für über 300.000.- da zerkugelt sich jeder Häuslbauer.

Re: Wien wird, wenn man (zu hohes Einkommen) keine Genossenschaftswohnung bekommt, zunehmend uninteressant

Das hat doch nichts mit dem Häupl zu tun - Stadt ist nun einmal teurer als Land.

Re: Wien wird, wenn man (zu hohes Einkommen) keine Genossenschaftswohnung bekommt, zunehmend uninteressant


Anscheinend

werden bei diesen Beurteilungen weder die Steuern noch die im Stundentakt steigenden Gebühren und Abgaben an den Michi gewertet.

Genossen und Freunderln

Gute Freunde können in Wien noch immer sehr billig wohnen.

Re: Genossen und Freunderln

Sie müssen es ja wissen....

Zu den Mieten stiegen auch Lebensmittel deutlich...

Wenn ich mir Obst und Gemüsepreise anschaue...
oder gutes Brot...
fast alles ist in der BRD günstiger.
Demgegenüber steht bei meiner Oma eine Pensionserhöhung von 1% für 2013, wenn ich bedenke was sie an Heizkosten berappen muß...

Re: Zu den Mieten stiegen auch Lebensmittel deutlich...

Man kann wohl sagen, die fetten Jahre sind vorbei, traurig aber wahr!

Ist das eine tolle Statistik

Denn die sagt absolut nichts über die Einkommen in diesen Ländern aus.
Wenn Wien um 30% zugelegt hat, sind dann die Löhne auch im gleichen Zeitraum so gestiegen?

Dann kommen Maklerprovision, Kaution, Mietvertragerstellung und Vergebührung auch noch hinzu.
Mit der ersten Miete bist dann leicht auf 6.000,00 €, ohne Übersiedlungskosten!
Statistik:
Denn alleine der Vergleich, Einkommen, Mieten und die übrigen Lebenshaltungskosten sind letztlich entscheidend in der Statistik.
So kommen laut deutscher Studie manche Menschen aus dem Mittelstand, dank der horrenden Mittel mit den übrigen Lebenshaltungskosten auf Unterschicht Niveau.


"Ob man Wien nun als teure Stadt betrachtet, hängt davon ab, womit man es vergleicht."

Ich würde das Durchschnittseinkommen mit den Mietkosten für eine ordentliche Wohnung vergleichen. Dann wird's, glaube ich, eine eher teure Stadt.

Re: "Ob man Wien nun als teure Stadt betrachtet, hängt davon ab, womit man es vergleicht."

Da glauben sie falsch. Der Durchschnittslohn in Österreich liegt deutlich über dem Europa-Schnitt. Übrigens auch über jenem in Deutschland.
So ungern man das auch hört - rechnet man das ein, wird die Miete in Relation sogar noch billiger.
Was aber nichts bringt, da bei uns so manches andere teurer ist als anderswo und uns der Gehaltsvorteil vor allem durch Steuern weggefressen wird.
Gegen dies hilft aber weder ein Bauprogramm noch eine "Mieten runter" - Aktion sondern nur ein effizienterer Staat der keine neuen Schulden macht und solcherart irgendwann einmal dafür sorgt, dass die Steuerbelastung in Österreich sinkt und den Österreichern mehr Geld im Börsel bleibt.
Sowas ist aber mit den Genossen nicht zu machen, da werden auf Teufel-komm-raus neue Steuern erfunden.

Re: Re: "Ob man Wien nun als teure Stadt betrachtet, hängt davon ab, womit man es vergleicht."

Sie argumentieren aus einer politischen Ecke, ich gehe vom realen status quo des Einzelnen aus. Wie sich aus Ihren Ausführungen ergibt, ist das durchschnittliche Nettoeinkommen des Bürgers keineswegs fulminant, während die Mieten ständig überproportional teurer werden. Das ist nicht gut. Oder?

Marktverzerrung durch sozialen Wohnbau

eigenartig manche mietenfür geförderte € 5,60. andere für 9,10.

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