Neuer Trend: Discgolf mit Frisbees

Neben der Prater Hauptallee entsteht der erste Discgolf-Parcours Wiens, wo Frisbeefans ihr Geschick unter Beweis stellen können. Besonders in Skandinavien und Nordamerika erfreut sich das Spiel großer Beliebtheit.

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Neuer Trend Discgolf Frisbees
Symbolbild Fresbee – (c) Mirjam Reither

Wien. Manchmal muss man alte Ideen nur neu verpacken, um etwas Neues oder gar einen sogenannten Trendsport entstehen zu lassen. „Die Spielidee ist die des Ballgolfs“, sagt Michl Priester, Sprecher des österreichischen Discgolf-Verbandes. Nur ohne das ausgeklügelte Handicap-System. Discgolf versteht sich als eine von inzwischen mehreren Disziplinen des Frisbeesports.

Das Ziel: Die Scheibe in den vorgesehenen Korb befördern. Geworfen wird das Frisbee dabei ganz klassisch mit der Hand. Gewonnen hat, wer am Ende für alle zu bewältigenden Bahnen die wenigsten Würfe benötigt.

 

Stadtgartenamt baut mit

Seit Kurzem finden sich nun Metallkörbe und Abwurfstationen neben der Prater Hauptallee. Und zwar in unmittelbarer Nähe der Süd-Ost-Tangente. Initiiert wurde der erste Parcours der Hauptstadt vergangenen Herbst vom Golden Discgolf Club. Das Stadtgartenamt (MA42) stellte die Fläche zur Verfügung und ließ einen „Kurs“, wie die Anlage im Discgolf-Jargon heißt, mit sieben Bahnen bauen. Zwei Körbe sollen noch versetzt werden, weil sie zu nahe am Weg liegen, heißt es aus der MA 42. Außerdem fehle noch eine Informationstafel. Die offenbar dringend notwendig ist: Verwunderte Passanten fragten in der Vergangenheit schon mehrfach nach dem eigentlichen Zweck der seltsamen Gebilde am Wegesrand.

 

Nordamerika als Vorreiter

Besonders in Skandinavien und Nordamerika erfreut sich das Spiel derzeit großer Beliebtheit. Österreichweit spielen etwa 200Menschen professionell Discgolf. Seit dem Jahr 2009 ist die Sportart offiziell anerkannt. Seit damals finden auch regelmäßige Turniere statt.

Weitaus mehr Menschen dürften Discgolf jedoch als ganz gewöhnliches Hobby betreiben. „Man merkt, dass mit jedem neuen Fix-Parcours die Spielerzahl wächst“, sagt Verbandssprecher Priester. 18 Bahnen umfasst ein klassischer Kurs. Derzeit gibt es davon sechs in ganz Österreich. Wer woanders spielen will, muss auf mobile Körbe zurückgreifen. Anders als beim Ballgolf spiele man mit dem Gelände, sagt Priester, natürliche Gegebenheiten wie eine Waldschneise würden dabei einfach in das Spiel miteingebunden. Um die 100 Spieler sind es in Wien, meint Karl Seper vom Golden Discgolf Club. Ihn fasziniert es einfach, „wie eine Scheibe fliegt. Sie schwebt richtig.“

Den Kurs im Wiener Prater sieht er als Möglichkeit, um Discgolf einem größeren Publikum näherzubringen. „Für einen Spieler, der es als Sport betreibt, ist der Kurs zu kurz“, sagt er. Anspruchsvolle Bahnen wären schwieriger und zwischen 70 und 200 Meter lang. Im Prater seien es höchstens 50 Meter. Zum Trainieren kommt Karl Seper dennoch regelmäßig hierher. Die nächsten Fix-Parcours sind nämlich in Eisenstadt und Retz.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 12.08.2011)

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