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Wiener U1 wird nach Oberlaa verlängert

21.03.2012 | 20:16 |  MARTIN STUHLPFARRER UND MAGDALENA KLEMUN (Die Presse)

Die U1 fährt 2017 nicht bis Rothneusiedl, sondern nach Oberlaa. Ein Hotspot der Stadtentwicklung wartet dort (noch) nicht, aber eine Therme. Insgesamt wird die U1 um 4,6 Kilometer verlängert.

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Wien. Für einen Knalleffekt sorgte Vizebürgermeisterin Renate Brauner am Mittwoch. Gemeinsam mit der grünen Verkehrsstadträtin Maria Vassilakou erklärte sie beim Spatenstich für die U1-Verlängerung: Die U1 werde nicht in das Stadtentwicklungsgebiet Rothneusiedl, sondern vom Reumannplatz nach Oberlaa (zur dortigen Therme) führen.

„Mit der Entscheidung für Oberlaa binden wir nicht nur die Therme Wien, sondern auch die Bewohner des südöstlichen Teils der Hansson-Siedlung ein“, so Brauner. Insgesamt hätte die neue U1-Führung zwischen Alaudagasse und Oberlaa ein Einzugsgebiet von 21.000 Menschen. Dazu kommen die künftigen Bewohner der Entwicklungsgebiete südlich der Donauländebahn, für die derzeit das Widmungsverfahren läuft.

Zumindest für den grünen Teil der Stadtregierung hat die Entscheidung dabei auch Zwangscharakter: Stadtentwicklungsgebiete lieber mit Straßenbahnen als mit teuren U-Bahnen ans öffentliche Verkehrsnetz anzubinden ist eine alte grüne Prämisse, die nun konterkariert wird. Noch dazu fährt schon jetzt die Straßenbahnlinie 67 nach Oberlaa. „Natürlich hege ich weiterhin eine gesunde Portion Skepsis im Zusammenhang mit großen U-Bahn-Ausbauten“, sagt Vassilakou im Gespräch mit der „Presse“. Doch die Stadt habe sich vor der grünen Regierungsbeteiligung für den Ausbau entschieden, die Endstation Oberlaa sei nun die „günstigste Version, die uns auch die Flexibilität gibt, mit einer Verlängerung nach Rothneusiedl auf aktuelle Prozesse der Stadtentwicklung zu reagieren“. Eine längere U1 mache zudem nicht nur die Therme, sondern „ein gesamtes Naherholungsgebiet“ schneller zugänglich.

(c) DiePresse

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Kritik, dass die U1-Endstelle im Niemandsland liegt, die teure U-Bahn für dieses Gebiet unsinnig ist, weist auch Wiener-Linien-Sprecher Answer Lang zurück: „Wir rechnen mit genügend Auslastung. In dem Gebiet ist eine Bevölkerungsmasse, die eine U-Bahn fast nötig macht.“

Insgesamt wird die U1 um 4,6 Kilometer verlängert – und mit 19,2 Kilometern zur längsten U-Bahn der Stadt. Die Option auf Rothneusiedl ergibt sich durch ein Weichensystem, das bei einer der neuen Stationen eingebaut wird. So soll die U1, falls die bisher ausgebliebene Stadtentwicklung in Rothneusiedl doch stattfindet, die Endstationen Oberlaa und Rothneusiedl abwechselnd anfahren können – „in zehn bis zwanzig Jahren“, wie es Lang formuliert.

Die neue Trasse umfasst fünf Stationen, die ersten drei unterirdisch: Troststraße, Altes Landgut, Alaudagasse, Neulaa und Oberlaa. Die Kosten betragen rund 600 Mio. Euro, die Eröffnung soll 2017 gefeiert werden. Dann wird die Straßenbahnlinie 67 eingestellt oder umgeleitet.

Die Entscheidung gegen Rothneusiedl ist auch ein Abbild enttäuschter Erwartungen: Tausende Wohnungen, das neue Austria-Stadion von Frank Stronach und ein großes Einkaufszentrum hätten entstehen sollen. Nachdem Stronach das Interesse am Stadion verloren, es Probleme beim Grundstückskauf gegeben hatte und das geplante Einkaufszentrum heftig kritisiert worden war, stellte die Stadt das Projekt Rothneusiedl zurück.

Begeistert von der Entscheidung zeigte sich (naturgemäß) die Therme Wien. „Das ist nicht nur ein wichtiger Schritt für nachhaltigen Gesundheitstourismus, sondern auch ein Meilenstein zur Entwicklung des Areals“, erklärte Sigrid Oblak, Geschäftsführerin der Wien Holding, zu der die Therme gehört. Die Vorarbeiten für die U1-Verlängerung laufen seit 2010. Nun wurden die Tunnelarbeiten beim Verteilerkreis Favoriten gestartet. Die unterirdischen Bauarbeiten gelten als komplex. Sie führen unter die Südosttangente.

Auf einen Blick

Die Linie U1 wird nicht wie ursprünglich geplant ins Stadtentwicklungsgebiet Rothneusiedl geführt, sondern nach Oberlaa. Die Kosten betragen rund 600 Millionen Euro. Insgesamt wird die U1 um 4,6 Kilometer verlängert – es wird fünf neue Stationen geben: Troststraße, Altes Landgut, Alaudagasse, Neulaa und Oberlaa. Bei Neulaa wird zusätzlich eine Weiche eingebaut, um bei Bedarf die U1 auch bis nach Rothneusiedl zu verlängern. Diese Entscheidung soll aber erst in etwa zehn bis 20 Jahren fallen.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 22.03.2012)

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93 Kommentare
 
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U-Bahn ist einzig wahre Alternative zum Individualverkehr

Nur ein Ausbau der U-Bahn ist die einzig echte Alternative zum ausufernden PKW-Verkehr.
Alles andere ist Quatsch sogenannter ExpertInnen!

Allerdings müssten an den Endstellen der U-Bahn (Oberlaa bzw. später Rothneusiedl) ausreichend viele Park&Ride-Parkplätze (kostenpflichtig, zu vernünftigen Preisen) geschaffen werden.
Ein sehr gute Sache!!!

Gast: iopl
23.03.2012 13:51
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und bitte VIELE, VIELE Kameras installieren ...

... damit schön überwacht werden kann, WER WANN WOMIT fährt ... kann ja schließlich alles einmal nützlich sein, dass diese Daten gesammelt werden.

Re: und bitte VIELE, VIELE Kameras installieren ...

in Anbetracht der Überfälle in dt. ubahnen bin ich froh um jede Kamera!

Gast: SDJ
22.03.2012 18:48
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Kann die Spepsis die Vassilakou nicht ganz nachvollziehen

Wenn in meine Wohngegend eine Ubahn fahren würde, würde ich wahrscheinlich auf die Öffis umsteigen. Wegen einer Straßenbahn sicher nicht.

Alternativvorschlag

Straßenbahnlinien an den Randbezirken- wie die Linie 67 nach Vorbild der Badner Bahn ins Umland weiterführen. Die Strecke kann sich unter Umständen "verästeln" um mehrere Orte zu erreichen. Das Konzept der Badner Bahn ist erfolgreich und könnte rund um Wien ausgedehnt werden. Sogeannte "Express- Straßenbahnen hätten den Vorteil viel billiger als U-Bahnen zu sein, den Pendlerverkehr zu dezimieren (Park & Ride wird aus Wien raus verlagert), und hätte viel kürzere Fußwege als eine U-Bahn (Umsteigewege).
Das Konzept wäre zu gut für Wien. Darum wird weiter an U-Bahnen gebaut, die leer an die Stadtgrenze fahren, teuer im Bau und Erhaltung sind, wenige Menschen erreichen, und Autos in die Stadt importieren.
Wien ist halt rot.

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Re: Alternativvorschlag

Straßenbahnen = Konzept von Vorvorgestern
(like Grüne)

Staßenbahnen werden vorwiegend nur noch von Jugendlichen und sehr alten Personen angenommen; dies mangels Alternativen!

Die Zukunft liegt im Ausbau der U-Bahn! Dies ist auch die Meinung der PKW-Fahrer, die bei einem Ausbau der U-Bahn auf den PKW verzichten könnten!

Gast: estoc
22.03.2012 07:41
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wenn es nach den presselesern ginge ...

... würden wir heute noch 3 std von einem ende wiens zum anderen mit der bim tingeln.

Gast: najaa
21.03.2012 23:14
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Hätte der dicht besiedelte 14. bezirk -

mehr wasser, dann bekäme er auch eine (dringend benötigte) u-bahnstrecke IM bezirk...?

Re: Hätte der dicht besiedelte 14. bezirk -

Die Erschließung des 14. ist aber mit U3 und U4 jetzt auch nicht sooo schlecht.

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Wem wien als Stadt

nicht gefällt kann sich gerne schleichen, gem. Verfassung haben wir hier in Österreich und mittlerweile sogar in der EU das Recht, uns dort niederzulassen, wo es uns gefällt; niemand wird gezwungen in Wien oder sonstwo zu leben; also wenn jemanden Wien nicht gefällt in ihrer Art: schleichts euch ganz einfach!


Antworten Gast: fugazi
22.03.2012 18:21
0 0

Re: Wem wien als Stadt

nanananaa, man muss sich ned schleichen..

sondern ganz einfach mal wien verlassen und sich gut und gerne wo anders wieder niederlassen wo das riesengejammere ein ende hat!

kann ich nur weiterempfehlen!

so, und jetz könnts weiterraunzen!

Antworten Gast: Gast987
22.03.2012 10:25
5 0

Re: Wem wien als Stadt

Wir haben aber auch eine Demokratie, die uns gestattet gemeinsam zu bestimmen wie wir das Umfeld gestalten in dem wir leben. Man muß sich nicht "schleichen", man kann auch was ändern.

Re: Wem wien als Stadt

Erstaunlich, dass derartige (Wiener) Proleten im Presse-Forum landen, anstatt beim Österreich-Käseblatt ...

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Re: Wem wien als Stadt

Es geht nicht drum dort zu wohnen oder nicht zu wohnen, es ist mein hart erarbeitetes Steuergeld das da in den Rauchfang geblasen wird. Ihr primitives Argument: Wem's nicht passt, der kann ja gehen, ist Stammtischniveau, und nein, Niveau ist keine Creme.

Normalerweise wird eine U-Bahn geplant, wenn

jede Station rund 20.000 Einwohner als Einzugsgebiet hat, nicht eine Strecke von fast 5km. Es ist zum wahnsinnig werden, was hier schon wieder mit Steuergeld gemacht wird.
Es gibt genug Nachweise, dass eine Spezial-Strassenbahnführung mit komplett niveaufreier Linienführung nur 1/10 kostet aber weit attraktiver ist, weil die Stationen näher beieinander liegen und damit die gesamte Wegzeit (Gehzeit+Fahrzeit) auch nicht länger wird, aber die Gehwege kürzer sind.
Die U-Bahnen auf diese Art ausbauen ist Geldverschwendung erster Ordnung. Dass die Grünen da jetzt auch mitmachen ist ein Drama. Ich bin gelinde gesagt enttäuscht...

Antworten Gast: lucy
21.03.2012 21:49
2 0

Re: Normalerweise wird eine U-Bahn geplant, wenn

Das Problem liegt für mich darin, dass unsere Stadtpolitiker aus irgendeinem unerfindlichen Grund nach dem Wohlwollen von recht einfach gestrickten Personen gieren und sich deren Argumente inhaltlich kaum vom "waun eich wos ned passt, schleichts eich" abheben.

Re: Normalerweise wird eine U-Bahn geplant, wenn

Baby, träume weiter

Re: Re: Normalerweise wird eine U-Bahn geplant, wenn

Welch schlüssige Argumentation gepaart mit schlagkräftigen Argumenten. So führt man sich selbst ad absurdum.

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^^

Da bin ich jetzt aber neugierig ob es gegen dieses Projekt auch einige Kontra Artikel geben wird.
Als nicht-Wiener fällt halt auf, dass die Tunnelprojekte im Süden dauernd kritisiert wurden, aber wenns um Wien geht, kann selbst in Zeiten des Sparens nichts zu teuer sein.

Re: ^^

Ja das ist Thema weil In Wien und Umgebung mehr als 2,5 Mio Menschen leben, abgesehen von den Touristen, und damit keine ander Region in Österreich nur ansatzweise mithalten kann. ... ja verstanden?

Re: Re: ^^

Herr, Frau plaschke oder wie immer sie sich nennen, diese 2,5 Millionen sind ein Klacks. In anderen Großstädten haben die Vororte mehr Einwohner als Wien. Wien ist ein Dorf und seine Regierenden agieren auch so.

3 0

Re: Re: ^^

und alle 2.5 Millionen Menschen profitieren jetzt von den paar U-Bahnstationen oder wie?
Ich könnte jetzt genauso vorrechnen, dass ganz Wien usw von den Tunneln profitieren würden....

Re: Re: Re: ^^

Die Wiener sind halt so wichtig und jeder Zweifel an diesem Status wird von Anfang an niedergeschlagen. Alles klar?

U1 reloded 2.0

Die U1 ist jetzt schon an ihrer Belastungsgrenze, die 3 Min Intervalle nicht zu unterbieten; nicht auszumalen, wie das funktionieren soll, wenn der neue Hauptbahnhof in Betrieb geht ...
also eine U1 2.0, eine paralell geführte highspeed Variante, die nur Hotspots anfährt wie zb. von einem Megaparkdeck in Rothneusiedl, Reumannplatz, Hauptbahnhof, Karlsplatz, Praterstern, Kagran zu einem Megaparkdeck in Gerasdorf ...

Antworten Gast: Hintertupfinger
22.03.2012 08:14
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Re: U1 reloded 2.0

Natürlich hat jeder Wiener ein Recht auf seine eigene U-Bahnlinie, die restlichen Bundesländer die das mitfinanzieren dürfen haben das Recht zu warten und auf bessere Zeiten zu hoffen!

So völlig sinnlos!

Man hätte sich wohl viel Geld und Arbeit sparen können, wenn diese Festlegung nicht schon von Haus aus getroffen worden wäre.

Im Prinzip wird hier - wieder einmal - lediglich eine Straßenbahnlinie durch eine U-Bahn ersetzt - und zwar haargenau.

Das einzige, was wirklich für die Verlängerung nach Rothneusiedl gesprochen hätte, wäre die Anbindung an die dortige Außenring-Schnellstraße gewesen. Somit hätte es für Pendler ENDLICH EINE vernünftige Möglichkeit zum Umstieg vom Auto auf Öffi an der Stadtgrenze gegeben (Hand aufs Herz: Die U6 nach Siebenhirten ist diesbezüglich ja auch lächerlich). Aber zur Therme Wien???

Die Anrainer in Oberlaa und Unterlaa werden der lieben Frau Mospointer sicher dankbar sein.


 
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