Wien: Dr.-Karl-Lueger-Ring heißt künftig "Universitätsring"

19.04.2012 | 11:00 |   (DiePresse.com)

Der Ring-Abschnitt zwischen Burgtheater und Stadiongasse wird umbenannt. Der bisherige Namensgeber, Bürgermeister Lueger, gilt als "Begründer des modernen Antisemitismus".

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Nach jahrelangen Debatten ist es nun fix: Der Dr.-Karl-Lueger-Ring in Wien wird umbenannt. Der betreffende Abschnitt der Ringstraße, an dem unter anderem die Universität und das Burgtheater liegen, wird künftig "Universitätsring" heißen. Wirksam wird die Namensänderung mit dem Beschluss im zuständigen Gemeinderatsausschuss, der noch vor dem Sommer erfolgen soll. Das sagte Kulturstadtrat Andreas Mailath-Pokorny (SPÖ) am Donnerstag.

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Die Stadt wolle damit ein "Zeichen für ein differenziertes Lueger-Bild" setzen. Er komme nicht zuletzt dem Wunsch der Uni Wien nach einer Änderung der Adressbezeichnung nach, betonte der Ressortchef. Der frühere Bürgermeister Lueger (1844 - 1910) sei nicht nur ein "kommunaler Erneuerer" gewesen, sondern gelte auch als "Begründer des modernen Antisemitismus". Außerdem gebe es Belege für die Wissenschaftsfeindlichkeit des ehemaligen Stadtoberhaupts. So habe er Universitäten als "Brutstätten der Religions- und Vaterlandslosigkeit" verunglimpft.

Von der Umbenennung betroffen ist der Ring-Abschnitt zwischen Burgtheater und Stadiongasse. Während die Adressänderung mit dem Beschluss im Ausschuss rein formal erledigt wird, wird der tatsächliche Austausch der Straßenschilder noch etwas dauern. Mailath-Pokorny rechnet damit, dass rund um den Beginn des Wintersemesters - also gegen Anfang Oktober - die erste neue Bezeichnungstafel feierlich enthüllt werden kann.

Umbenennung soll Ausnahme bleiben

Mailath-Pokorny betonte, die Namensänderung solle eine Ausnahme bleiben: "Ich habe grundsätzlich nicht vor, Umbenennungen in der Stadt vorzunehmen." Namensgebungen spiegelten immer auch die Geschichte einer Stadt wider - und "man soll nicht so tun, als ob es keine dunklen Seiten gegeben hätte". Im Fall von Karl Lueger könne man aber eine Ausnahme machen, da der Politiker im Stadtleben auf vielfältige Weise gewürdigt werde - unter anderem durch zwei Denkmäler.

Der Kulturstadtrat wird demnächst noch eine Stellungnahme der Inneren Stadt einholen. Die Bezirksvorsteherin der Inneren Stadt, Ursula Stenzel (ÖVP), habe sich zuletzt eher negativ geäußert. Das ändere aber nichts am städtischen Entschluss, da der Bezirk in dieser Sache kein Entscheidungs-, sondern nur ein Anhörungsrecht habe. Der endgültige Beschluss wird dann im Gemeinderatsausschuss für Kultur und Wissenschaft gefasst. Eine separate Abstimmung in einer öffentlichen Gemeinderatssitzung ist nicht mehr nötig.

Für die am Straßenabschnitt ansässigen Institutionen und Büros - betroffen sind insgesamt acht Hausnummern - würden nur geringe Kosten entstehen, versicherte Mailath-Pokorny. Außerdem sei mit der Post vereinbart, dass die alten und neuen Adressen parallel ein Jahr lang ab Wirksamwerdung der Umbenennung gültig seien.

ÖVP: "Unglaubliche Arroganz"

Kritik kommt von der Wiener ÖVP. Landesparteichef Manfred Juraczka erklärte, es zeuge "von unglaublicher Arroganz, dass der Stadtrat diese Änderung als fix ankündigt, ohne den zuständigen Ausschuss beschäftigt zu haben und ohne mit den anderen Parteien darüber ein Gespräch geführt zu haben". Außerdem tauge "eine Stadtregierung, die lustvoll Denkmäler für den Massenmörder Che Guevara errichtet, nicht als moralische Instanz über längst vergangene politische Zeiten."

(APA/Red.)

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423 Kommentare
 
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Weitere dringend nötige Umbenennungen

Warum auch der Karl-Marx-Hof und die Lassalle-Straße umbenannt werden sollten, kann man im SPIEGEL aus 29/1962 nachlesen.

http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-45140960.html

Antworten Gast: ASVG-Sklave
22.04.2012 01:47
0

Dann setz dich doch dafür ein,

statt hier den Internet-Maulhelden zu spielen

Re: Weitere dringend nötige Umbenennungen

Danke für den Tipp.

70 Jahre danach entdeckt man aus polit. Willkür angebliche Vergehen (beträfe aber alle Parteien damals) und eine Art Säuberungen könnte beginnen.

Wie praktisch, wenn zwei marxistische Parteien koalieren und die Bevölkerung bevormunden (gelinde gesagt).

In diesem Zusammenhang wird immer klarer , dass man all den ungerechtfertigen Machtambitionen aller dafür sich prädestiniert fühlenden linken Politikern mit aller Kraft auch heute, mehr denn je, entgegentreten muss, damit es nicht wieder, wie damals (Nachkriegszeit), siehe Klassenkämpfe, Kommunismus , Real -Sozialismus , wenn auch heute in kleinen Schritten zu einer solchen unsäglichen polit.Situation kommt(wäre ein bürgerl. Katastrophe).

Die linkslastigen Medien dominieren nach wie vor.
(Es gibt nur noch Restbestände sogenannter bürgerlicher Medien)

Gast: Nordlicht
21.04.2012 14:43
3

Umbenennung: Aus für Lueger-Ring

So weit ich mich erinnern kann hieß Chemnitz einmal für 40 Jahre Karl-Marx-Stadt und St. Petersburg ghieß Leningrad. Dann haben sich die Zeiten geändert, andere kamen an die Macht und haben den Orten den alten Namen wieder gegeben. So wird es da auch sein. Die Zeiten für die linken Rotgrünen werden einmal enden und dann sieht man weiter.

Gast: Gast111
21.04.2012 13:37
3

Das größere

Übel ist RotGrün in Wien!

Gast: Lessak4
21.04.2012 12:18
1

Irrtum

Ich hätte nicht geglaubt, dass rot-grün noch mieser sein könnte als schwarz. Ist wie ein schlechtes Kabarett.

Gast: kritischer Frager
21.04.2012 10:27
3

in Wien wird an die "wirklich Großen" gedacht

Ehre sei Stalin und seinen Schriften
http://de.wikipedia.org/wiki/Stalin-Gedenktafel_(Wien)

Herr der Ringe

bin ein guter Freund von Herr der Park(Herderpark) und seiner Frau Frei Bad.

ich muss Mr.gasti vollkommen beipflichten ausserdem würde Night Rider Ring doch am besten passen,vorallem weil der Schwedenplatz doch langsam für Jugendliche aus der Mode(ring)kommt.


Lueger-ein Mann ohne Intellekt

Zitat Lueger:"Ja, wissen`S, der Antisemitismus is` a sehr gutes Agitationsmittel, um in der Politik hinaufzukommen; wenn man aber einmal oben is`, kann man ihn nimmer brauchen, denn des is` a Pöbelsport!"

dagegen unsere Universität:"Rektor Heinz Engl wünschte sich zum 650-Jahr-Jubiläum, das 2015 begangen wird, eine neue Adresse. Schließlich sei Lueger nicht nur als Antisemit, sondern auch Intellektuellenfeind"

immerhin um die jahrhundertwende und bis dahin allgemein die mittelklasse Disskussions,Lese und Cafehausfreudig war..grosse Männer und Schriften im 19.jhdt.

Den Unglauben der Juden allgemein viele für lächerlich hiehlten-immerhin der planet der affen woanders sein müsste,und hier bis auf die juden alle von Gott überzeugt waren und sind...und über dem allen-man lese das Zitat in diesem kommentar.Ein mann der sich über jene durchaus gebildete schicht erhebt und deren intellektuellen Denk und diskussionssport,klar auch ablehnung-als Pöbel bezeichnet-gewiss kein Intellektuellenfeind gewesen sein kann-es sei denn unser herr Engl,mit anderer Bezeichnung:
"auf Wunsch der Uni Wien",meint genau diese ablehnung gegenüber die Intellektuellenschicht..Er versteht die geschichte offenbar jedoch nicht und weiss demnach vermutlich und somit nicht,warum denn Lueger ein Intellektuellenfeind gewesen sei..swoar hoit so-über gschichte losst si ned streitn Oder?"gegen Wissenschaft und Professoren gewettert"Professoren und Rektoren anzweifeln..pff,welch Prolet

Gast: gasti
20.04.2012 22:32
13

mir ist grad ein super name eingefallen

"gendering" ist doch viel besser als universitätsring

dass die spö noch nicht drauf gekommen ist wundert mich wirklich ;-)

Antworten Gast: hubert koarl oder wie auch immer
22.04.2012 12:08
0

Re: mir ist grad ein super name eingefallen

naja, wenn, dann wärs doch der renderring, oder?

Antworten Gast: bergziege
21.04.2012 11:16
2

Re: mir ist grad ein super name eingefallen

Ja, das könnte gut passen. Um das (schwachsinnige) Gendern auch richtig anzuwenden, gehörte ebenfalls eine Portion Intellekt, über die jene, welche es einfordern, sehr oft nicht verfügen. Man verfolge nur aufmerksam Nachrichten, lese amtliche Informationen, usw. Lustig bei dieser Aktion ist, dass Männer nun öfter "unter den Tisch" fallen, weil das "INNEN" nicht selten sehr dominant hervorgehoben wird. Wir haben wohl keine anderen Sorgen, als dass der Lueger Ring umbenannt werden muss. Wer sich in Wien aktiv umsieht, würde erkennen, dass es Wichtigeres gibt.

Kosten

Wer ersetzt eigentlich den betroffenen Bewohnern und Firmen die dadurch entstehenden Kosten?

Antworten Gast: hubert koarl oder wie auch immer
22.04.2012 12:07
0

Re: Kosten

welche kosten?
briefpapier der uni? - hier steht die adresse gar nicht drauf.

sonst?

Antworten Gast: bergziege
21.04.2012 11:19
2

Re: Kosten

Die Kosten sollten jene tragen, die diese grandiose Idee umsetzen wollen. Bei ROTGRÜN ist Zwangsbeglückung auf Kosten der Wiener jedoch Methode. Ganz im Sinne der Demokratie. ... Macht ist alles. Die Untertanen haben zu SCHWEIGEN und zu ZAHLEN.

Re: Kosten

Und den Behörden? Tausende Datensätze müssen umgeschrieben werden.


Krank

Krankes Österreich.

Antworten Gast: L.W.
21.04.2012 01:52
1

dann Auf Wiedersehen !

hier wird dich keiner vermissen

Antworten Antworten Gast: L.W.
23.04.2012 15:13
0

Such Dir gefälligst einen eigenen nick !

Ich distanziere mich hiermit ausdrücklich von obigem posting, dass definitiv NICHT von mir stammt !

Jeder, der ab und zu meine postings sieht, wird das mühelos anhand der Wortwahl, Rechtschreibung und Interpunktion erkennen...

L.W. (der echte)

Ich bin schon weg...........

seit vielen jahren - vermisst werde ich eventuell von meiner familie - aus oe gehen immer mehr spezialisten weg - aus verschiedenen beweggruenden - was so abgeht in meiner immer noch geliebten heimat kann ich jeden tag in 'der presse' lesen - diese umbenennung ist prioritaet 17 - bestenfalls - ihr habt da ganz andere probleme - eines davon ist, dass spezialisten abwandern...............

Keine anderen Sorgen

Wir haben ja keine anderen Sorgen.Glückliches Österreich.

Doch, ja

Da wären die rot-grüne Stadtregierung, die SPÖVP-Einschränkungspartei sowie der Genderismus zu nennen.

Übertreibung

Eine günstigere Möglichkeit wäre gewesen, den Ring in Lugner-Ring umzubenennen. Damit hätte man ein paar Buchstaben gespart, die politisch einseitige Ausrichtung vermieden und das Niveau der Aktion wäre ähnlich tief geflogen.

Gast: ncg
20.04.2012 20:34
3

keine anderen Sorgen

da sieht man dass die lieben Politiker keine anderen Sorgen haben.

bei den aktionen die sie sich (auf unsere kosten)leisten ist es wohl das gerinere übel wenn sie ein paar straßennamen hin und her benennen.

Gast: grtatn
20.04.2012 20:24
3

wenn schon...

... dann bitte konsequent ALLE Straßennamen, Gedenktafeln etc überprüfen! Und ALLE politisch unkorrekten Namen, egal von welcher Seite, entfernen!

 
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