Jetzt ist schon wieder was passiert! Frank live im ORF

30.11.2012 | 18:30 |  NORBERT MAYER (Die Presse)

Im Ranking der schärfsten TV-Komödien hat Stronach soeben Sido überholt. Sein Auftritt in der „ZiB2“ erfüllt auch den Bildungsauftrag.

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Und wieder hat der begabte Zulieferer Frank Stronach ein Gegengeschäft getätigt, wiederum mit dem ORF. Am Donnerstag bekam der austrokanadische Industrielle 13 Minuten und 16 Sekunden Sendezeit in der „ZiB2“. Er lieferte dafür dem staatlichen Sender reine Unterhaltung. Diese Art von Deal hat er bereits wiederholt gemacht. Seit er aber mit einer eigenen Fraktion ins Parlament drängt, hat sich sein Sendungsbewusstsein intensiviert. Diesmal assistierte ihm Moderator Armin Wolf.

Die Informationsabteilung des Gegengiftes meint: Mit solch einer Sendung hat der ORF seinen Bildungsauftrag mindestens bis zur nächsten Wahl erfüllt. Gnadenlos wurde am Donnerstagabend enthüllt, in welchem Zustand sich die heimische Politik befindet, bis hin zu der medienpolitisch interessanten Nebenbemerkung von Stronach, der ORF habe ihm zugesagt, er dürfe Minuten lang einen Text ohne Unterbrechung vorlesen. Klingt ungewöhnlich. So viel Entgegenkommen kann vielleicht ein Kanzler, Vizekanzler oder Landeshauptmann erwarten. Aber eine Splittergruppe des BZÖ, bei einem Vollblutjournalisten, der Interventionen ganz sicher ablehnt?

Noch einmal: Worüber wurde in 13 Minuten und 16 Sekunden gesprochen? Schwer zu sagen. Alle zehn Sekunden rief Wolf „Herr Stronach!“ und drohte mehrmals mit Abbruch, aber das bremste den Drang des 80-Jährigen nicht, der simplen Frage auszuweichen, ob seine Firma von Eurofighter-Gegengeschäften profitiert habe. Er beschimpfte die Politik, den ORF und das Land an sich, nur die braven Arbeiter blieben verschont. Der prägnanteste Satz Stronachs, für den Interviewer persönlich bestimmt: „Von der Wirtschaft verstehst Du nichts!“

Aus der Sicht des Unternehmers ist solch eine Wertung sogar verständlich. Stronach verlässt sich lieber auf den ökonomischen Spürsinn seines einstigen Mitarbeiters Siegfried Wolf, den er am liebsten als Bundeskanzler sähe, und seines einstigen Untergebenen Karl-Heinz Grasser. Als der Manager 2001 samt Minister mit dem Magna-Flieger nach Bayern flog, um EADS zu besuchen, hatte das überhaupt nichts mit Business zu tun, sondern nur mit dem Wohl anderer auf Kosten von Stronach! In einem anderen Punkt aber hat der Firmen- und Parteigründer sogar recht. Die Auflistung der Gegengeschäfte durch die Regierung ist ähnlich zwielichtig wie das Verhalten von ÖVP, SPÖ, FPÖ und ihrer Zwischenhändler im Waffenhandel.

Bravo Frank! Du verstehst ja nichts von Manieren, aber für die Quote tust du alles! Im Vergleich zum Fight mit dem bösen Wolf in der „ZiB2“ war der Schwinger von Sido gegen Heinzl zartes Schattenboxen. Was kommt nun in der heißen Wahlkampfphase? Hosen runter bei Karlich? Shitstorm auf Twitter? Oder gar ein Paintball-Match mit H.-C. für „Die große Chance“?

E-Mails an: norbert.mayer@diepresse.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 01.12.2012)

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113 Kommentare
 
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Auf den Punkt gebracht

Unter den bisherigen Polit-Verbrechern gesellt sich nun ein Polit-Kasperl.

Die Wähler sind in einem echten Dilemma: Pest oder Cholera?
Das ist die Frage.

Tritt jetzt als nächstes der Kasperl von der Puppenbühne auch mit einer Partei an?

Gegen Stronach, Saftsack und Metusalem hat der sicher gute Schanzen!
Und Programm hat ja der Kasperl schon seit Jahrzehnten und die Pa... kann er ja auch toll aufreissen.
Hauptsache Millionen an Förderungen, Spenden, Steuerbefreiungen etc kann er sich für wirre Flausen einsacken!

Re: Tritt jetzt als nächstes der Kasperl von der Puppenbühne auch mit einer Partei an?

Sie wollen eine Partei gründen?

Re: Tritt jetzt als nächstes der Kasperl von der Puppenbühne auch mit einer Partei an?

Der Kasperl hat Schanzen ??
Meinen Sie Flugschanzen, oder einen Festungsbau ?
Soweit mir bekannt ist, kann der Kasperl nicht skifliegen und verteidigen braucht er sich auch nicht, da alle kleinen Kinder ihn gerne haben.
Kinder sind unschuldig.
Sie als Büßender, also kein Kind mehr, sind daher mit Fehler(n) behaftet. Kann man von Ihnen erwarten, daß Sie das schreiben was Sie ausdrücken wollen? Wie wäre es wenn Sie bei Ihrer Kritik einmal bei sich selbst anfangen und nicht immer andere Kommentierende niedermachen wollen.


Re: Tritt jetzt als nächstes der Kasperl von der Puppenbühne auch mit einer Partei an?

Man muss schon sehr voller Hass, Angst, Frustration und Neid sein, um solch formulierte Kommentare zu veröffentlichen wie du bedauernswerter Mensch. Es gäbe natürlich noch die Möglichkeiten des Besoffenseins oder Unterdrogenstehens. So wie es aber aussieht, dürftest du sogar nüchtern zu solch unsinnigem Gelaber imstande sein, wenn man all deine Kommentare betrachtet.
Alter Mann, wenn man mit der Zeit nicht mehr mitkommt mental, sollte man am besten schweigen...

Stellen wir uns vor, Wolf hätte das Interview abgebrochen,

Stronach wäre aber nicht freiwillig gegangen.
Wolf und ein paar Helfer hätten den zappelnden und schreienden Stronach aus dem Studio getragen!
Das wäre einmal lustig gewesen!

Ein frischer Wind weht durch Österreich...

ich freue mich auf die kommenden Wahlen.

Hoffentlich erhält Herr Stronach mehr als 30% der Stimmen.

Re: Ein frischer Wind weht durch Österreich...

gut möglich, dass der haider-klon sämtliche haider stimmen abräumen könnte. doch dann bliebe für strache nichts mehr übrig.

denn die anzahl der dummen östereicher, die auf rattenfänger mit schönen worten aber ohne jeglichen inhalt reinfallen, ist doch nicht beliebig erweiterbar.

Es sind alles nur Rattenfänger.

Der Unterschied zu den anderen Parteien besteht darin, dass die Stronach-Partei wahrscheinlich am ehesten Reformen angehen wird.

Die anderen Rattenfänger haben Jahrzehnte vertan.

Re: Es sind alles nur Rattenfänger.

Ich finde es schön, dass einige Leute noch immer in der Lage sind an "die gute Sache" zu glauben, doch aus welchem Grund glauben Sie, dass es Stronach sein wird der Reformen durchsetzen wird?

Oder besser: Welche Reformen erwartet man sich eigentlich? Das "Parteiprogramm" vom Team Stronach kann man auf eine A4 Seite zusammenfassen und 3/4 davon würde unter die Kategorie "Na eh klar" fallen.

Bis jetzt hat er eigentlich nur bewiesen, dass seine TV Auftritte mitunter recht unterhaltsam ausfallen können und er Politiker aus der dritten bzw. vierten Reihe ins Team holt.

Eins muss man ihm (oder eher seinen Beratern) aber lassen: Er versteht es "die Bürger bzw. den kleinen Mann" anzusprechen. Das haben vermutlich die meisten, wenn nicht alle anderen Parteien verlernt.
Mir graut allerdings Übles, falls es fürs Team ernst wird und sie tatsächlich Verantwortung übernehmen müssen.

Re: Re: Es sind alles nur Rattenfänger.

Die Länge eines Parteiprogramms hat nicht viel Bedeutung.

Angst vor einer neuen Partei brauchen wir nicht haben. Im schlimmsten Fall wird in 4-5 Jahren sowieso neu gewählt.

Den alteingesessenen Parteien würde eine Auszeit gut tun.

Re: Es sind alles nur Rattenfänger.

Ja wer zu viel fett angesetzt und Zugang zu den Futtertrögen hat ist dazu nicht fähig !!!

Re: Ein frischer Wind weht durch Österreich...

Na ja, wenn Rüpelhaftigkeit, Selbstgerechtigkeit, schlechtes Benehmen und Realitätsverweigerung "frischer Wind" sind, dann sollte man sich den Ankauf eines Segelflugzeuges zum Verlassen des Landes ernsthaft überlegen.
Im Ernst: Diese Karikatur eines Politikers - wie hat der eigentlich seine Unternehmen je zu einem Erfolg führen können? - könnte nur eines erreichen: Unser schönes Land international endgültig der Lächerlichkeit preiszugeben. Wenn das wirklich genügend Wähler wollen - nur zu!

Rot, Schwarz, Blau und Grün die letzten Jahre nicht viel bewegt.

Und wenn was bewegt wurde, dann in die falsche Richtung. Der grünenSPÖVP sei Dank haben wir den ESM.

Die Stronach-Partei wird die anderen Parteien dazu motivieren mehr auf das Volk zu hören.

Dies allein ist schon super.

Ein Land in dem ein Stronach zu wählen ist, dem ist nicht mehr zuhelfen!

Aber die haben ja schon einen Strache gewählt!
Unfassbar!

Re: Ein Land in dem ein Stronach zu wählen ist, dem ist nicht mehr zuhelfen!

Alter Mann, deine Kommentare sind jetzt echt schon überflüssig, denn wer ist denn schon auf deine irgendwo vor 70 Jahren hängen gebliebenen Befindlichkeiten neugierig? Höchstens die, die selber ewiggestrig sind. Du auf deiner, die anderen auf der anderen Seite. Aber da habt ihr wenigstens doch etwas Gemeinsames: Ihr seid alle durch die Bank geistig irgendwo hängen geblieben und es einfach verabsäumt wenigstens in der Gegenwart anzukommen. Von der Zukunft gar nicht zu reden!

Re: Re: Ein Land in dem ein Stronach zu wählen ist, dem ist nicht mehr zuhelfen!

Tatsachen zum Nachdenken für die ewigen Gestrigen !!!!
in den 50er Jahren gab es drei Leute die auf einem Flughafen in Nordafrika gearbeitet haben. Der eine wurde Begründer eines der größten japanischen Elektronikkonzerne, einer ging zu einer Raumfahrtsbehörde, und einer war der Leiter des Deutschen Clubs in dieser Stadt. Eines Tages bekam er einen Anruf er solle kommen er hätte etwas das von Interesse ist für ihn. Er flog nach USA kam mit dem Produkt zurück und hat es seinem Vorstand hingelegt mit der Bemerkung, in Zukunft gibt es keine mechanischen Schreibmaschinen und Rechner mehr , alles wird um ein vielfaches kleiner. Er wurde sofort entlassen.
In den 70er Jahren wurde ein BHKW gebaut, das erste seiner Art für die Energieeinsparung, die Gegenwehr von Etablierten war sehr massiv.
Die Windkraft wurde bereits in den 70er Jahren als reine Spinnerei abgetan auch von Etablierten.
In den 80er Jahren war bereits eine Entwicklung für Hybridantrieb fertig. Da es sich um nichts anderes bei Rückspeisung der Bremsenergie um einen Vierquadranten Antrieb handelt.
So jetzt komme ich zum Thema, die Technik von heute ist vielfach die verhinderte Technik von gestern. Wir sind nicht stehengeblieben, wir sind wieder diese Zeit voraus, wir reden von Zukunft, alle anderen von der Vergangenheit. Das ist das Problem!!!!!

Wer will eigentlich noch den ORF

Aus der ganzen Diskussion pro und kontra Sgtronach gehteigentlich eines klar hervor, dass der ORF eigentlich keine klaren Beürworter mehr hat. Wer will eigentlich noch den ORF. Niemand sieht mehr im ORF eine Institution die zu mehr als verpflichtet ist, als Erfüllungsgehilfe einer jeweiligen Machtelite zu sein. Am meisten stößt auf, dass die Bezahlung der dort etablierten Wichtlinge und Günstlinge natürlich über Zwangsbegühren von allen getragen wird. Ich kann mir keine Befragung vorstellen, die bei eintsprechendem breitem Sampling zu einem anderen Ergebnis kommt. Das Fayman und Konsorten und seine Biomarxisten den ORF als neutral ansehen, darf angenommen werden.
Aber in unserem System der Günstlingswirtschaft und der Subventionskratie leben auch die Printmedien gut. Wohlverhalten lohnt und geht vor kritischer Berichterstattung. Wenn sich die Zeitungen zu einen AntiORF begehren zusammenschließen, drehen sie sich auch den Geldahn der Subventiion zu!

17

ganz schön vital

für sein alter, der herr stronach. aber gebrüllt hat er nicht.

na wer hätte es gedacht...

selten so eine peinliche Vorstellung gesehen. Stronach sollte sich nicht mehr interviewen lassen, das schadet der Partei und ihm selbst auch. Ein geistiger Offenbarungseid war das.


8

Die einzige Alternative

..die Maennerpartei. Da kann man sich wenigstens gegen den auswuchernden Feminismus im Familienrecht wehren..

Origineller Kommentar!

Am wenigsten sollte und darf sich der ORF über Stronach beschweren, seit ein volltätowierter, kiffender Prolo-Rapper nicht nur wiederholt Gewalt angedroht sondern im Studio vor laufenden Kameras mit einem Faustschlag auch ausgeübt hat, und er dann von der Programmdirektorin als ganz toller Hecht rehabilitiert und zum "ORF-Star" hochgejubelt wurde.

Stronach hat sich lediglich verbal dagegen gewehrt, dass ihm Vorteilsnahme für Magna im Zusammenhang mit den Eurofightern unterstellt wurde, obwohl die Firma ohnenhin seit Jahrzehnten mit Daimler/Mercedes im Geschäft war. Seine Verärgerung ist daher durchaus nachvollziehbar, vor allem da die provokative "Ja/Nein"-Frage von Armin Wolf ohne nähere Erläuterungen nicht zu beantworten war.

Der Sinn eines Interviews ist es ja eigentlich..

Dass der Interviewte auf die ihm gestellten Fragen kurz

Re: Der Sinn eines Interviews ist es ja eigentlich..

Ihrer Fomulierung nach dürften Sie einen Kurzschluss haben. Aber einen gewaltigen!

Re: Re: Der Sinn eines Interviews ist es ja eigentlich..

Ihr posting ist echt köstlich !

Re: Der Sinn eines Interviews ist es ja eigentlich..

Der Sinn eines Interviews ist es, dass die Menschen die Ansichten des Interviewten kennenlernen und sonst nichts!
Ein Verhör, das den Interviewten zu einer Aussage verleitet, die er gar nicht machen will, kann dem Interviewer ein Erfolgserlebnis bringen, der Informationsgehalt ist aber Null und die Zeit ist verschwendet!

 
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