Britische Journalisten werden doch geladen

03.12.2012 | 10:01 |   (DiePresse.com)

Einer der beiden „Sunday Times“-Journalisten erklärt, eine „Verhüllung“ vor Gericht sei nie Bedingung für eine Aussage gegen Strasser gewesen.

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Die britischen Journalisten, die mit heimlich mitgefilmten Gesprächen mit Ernst Strasser die Affäre um den ehemaligen Innenminister und ÖVP-Delegationsleiter im EU-Parlament ins Rollen gebracht hatten, werden nun doch zum laufenden Prozess geladen. Sie sollen am 13. Dezember im Wiener Straflandesgericht als Zeugen aussagen. Das gab Richter Georg Olschak am Montag zu Beginn des vierten Verhandlungstags gegen Strasser bekannt.

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Am Sonntag hatten die beiden Journalisten der Darstellung widersprochen, sie wären nicht zu einer Aussage bereit gewesen. Die „Sunday Times" kooperiere voll mit der österreichischen Justiz und die beiden Journalisten hätten sich auch gerne den Fragen im Gericht gestellt, schrieb Jonathan Calvert, einer der beiden Aufdecker-Journalisten, in einem Mail (siehe Faktbox unten) an mehrere österreichischen Medien - darunter „Die Presse".

Sie wollten während des Prozesses nur nicht gefilmt oder fotografiert werden, um ihre Identität nicht preiszugeben und weiterhin undercover arbeiten zu können. Um einen „verhüllten" und „total anonymen" Zeugenauftritt, wie ihn Richter Georg Olschak als Bedingung der Reporter für eine Aussage genannt hatte, sei es aber nie gegangen. Die „Sunday Times" führt das auf ein mögliches Missverständnis oder eine Fehlübersetzung zurück. Olschak hatte zuvor erklärt, ein verhüllter Zeugenauftritt sei „nach der Strafprozessordnung nicht vorgesehen", es gebe „keine Aussagebereitschaft der Journalisten."

Olschak: "Interne Kommunikation offenbar nicht die Beste"

Die Stellungnahme vom Sonntag lasse die Aussagebereitschaft der Reporter "in einem ganz anderen Licht" erscheinen, erklärte der Richter nun. Er verlas in diesem Zusammenhang zwei Mails vom 28. November, in denen der Anwalt der "Sunday Times" für den Fall einer Zeugenaussage von Calvert und Newell umfassenden Schutz verlangt und erklärt hatte, sie würden nicht persönlich erscheinen, sollte die Wahrung ihrer Anonymität nicht garantiert werden können.

VIDEO: Undercover-Journalisten sollen doch aussagen

Bild: (c) rca

Die britischen Journalisten, die Ex-Minister Ernst Strasser heimlich filmten, werden nun doch geladen und sollen am 13. Dezember in Wien aussagen.

"Offenbar ist die interne Kommunikation bei der 'Sunday Times' nicht die Beste", konstatierte Olschak. Er will die beiden Journalisten, die sich Strasser gegenüber als Lobbyisten ausgegeben hatten, nun am 13. Dezember laden und feststellen, "ob sie bereit sind auszusagen, wenn keine Film- und Fotoaufnahmen gemacht werden".

Die Stellungnahme im Wortlaut
The Sunday Times has read reports in the Austrian press which suggest that our journalists Jonathan Calvert and Claire Newell (who now works for the Daily Telegraph) had asked to appear in "disguise" when giving evidence in the trial of Ernst Strasser, the former MEP. This is not correct and is probably due to a misunderstanding or mistranslation. The Sunday Times has given its full cooperation to the Austrian authorities who are prosecuting Herr Strasser. The newspaper has provided the prosecutors with all the relevant evidence including documents, emails and the unedited footage/recordings. Furthermore, the two journalists have provided detailed witness statements to the Austrian authorities and have been happy to answer questions from the prosecutors. Our lawyers asked the court if it could ensure that the journalists would not be photographed or filmed during the proceedings. This would not be regarded as unusual in the UK where photography and filming are not permitted in open court. The two journalists may have to work undercover in future and their ability to do so would be severely limited if their photographs were to appear on the internet. We were happy to speak directly to the judge via video link from London or in an open court room where filming was temporarily suspended. This request was not granted. "Disguise" was never mentioned at any point in our dealings with the prosecution team or court.

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203 Kommentare
 
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Es gibt auch entlastende Fakten...

...für den Ernstl.
Weil er als Bub durch viele James Bond Filme traumatisiert wurde, entwickelte er schon als Jugendlicher eine paranoide Haltung, die später als Innenminister manifest wurde.
Das und seine Charakterlosigkeit sind als mildernde Umstände zu werten.

"Die Geschichte vom Geheimdienst“

Geschichte ??

G'schichterl !!


paranoia

der liebe ernsti sollte paranoia nach dem prozess schleunigst behandeln lassen .... am besten bei wasser und brot....

Er sollte drei Tage prozessfrei bekommen, wegen St. Nikolaus ...

Weil Geschichten erzählen vom hohen Norden, den dunklen Wäldern und der harten Leben könnte er....

Robin Hood war a Lercherl gegen den "Ernstl allein zuhaus" ...

Als Angeklagter darf er lügen, selbstverständlich. Aber, ob das am Ende nicht die Torte dann besonders fett macht, die ihm das Gericht in die Fratze drücken wird?

Der kleine Ernstl

mit der großen Phantasie möchte Märchen auftischen die ihm sowieso keiner glaubt. Trotzdem verhindern seine Seilschaften dass er dorthin kommt wo er hingehört.

Was für ein Wohltäter!

Ein aufrechter Kämpfer und Vertreter der österreichischen Interessen! So aufrecht, dass Ihm sogar der Geheimdienst auf den Fersen war. Beim vorletzten James Bond hat er einen seinen Verfolger ganz deutlich wiedererkannt! Und jetzt diese Ungerechtigkeit! Diese Frechheit! Er, der aufrechte und unfehlbare Lobbyist muss sich jetzt vor Gericht diesen unglaublichen Fragen stellen! Was für eine Ungerechtigkeit, was für Pöbel und Plebs ist dies in Österreich nur? Für diese hat er all seine Energie, seine Intelligenz, seine Arbeit, seinen Fleiß unter unsagbahren Enbehrungen in Brüssel und Strasburg aufgebracht. Oh Du armer, missverstander Strasser, Du! Schämem Sie sich!!

0 0

Re: Was für ein Wohltäter!

Ja und so unglaublich mutig war auch noch, als er sich den Geheimdienstleuten zu unser aller Wohle stellte!

man kann doch nicht 6 Stunden durchlügen!

Ist doch logisch dass man in so einem Fall auch teilweise die Wahrheit sagt.

Craig

mag eh nimmer. E.S. sollte sich für die nächste Folge beim Casting bewerben, Titel: EUROFINGER

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Auf Krankenschein behandeln

"... „Ich hatte schon als Minister das Gefühl, Zielobjekt eines Geheimdienstes zu sein. Schon damals habe ihn das Bundesamt für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung, im Stich gelassen ... "

Verständlich. Der Verfassungsschutz behandelt nicht auf Krankenschein.

alle einsperren ...

strasser ist unglaubwürdig und ohne vorverurteilen zu wollen, gehört er meiner meinung nach ins gefängnis.

nur was ist mit den journalisten? die werden als helden gefeiert, sind aber an dem fall ja auch beteiligt. klar, kann man jetzt argumentieren, die wollten ja nicht wirklich bestechen, nur entwischt dann strasser nicht auch, wenn er nicht "korrekt" bestochen wurde?

immerhin haben die beide ja auch nicht als polizeiermittler agiert, genauso wenig wie hr strasser als geheimdienstjäger, sondern waren nur auf einen skandal aus!

Re: alle einsperren ...

ich vermute auch, dass bei Strasser nicht alles die reine Wahrheit ist.

wenn sie schreiben, sie wollen ihn nicht vorverurteilen, dann aber schreiben, er gehöre ins Gefängnis, machen sie das aber!

Re: Re: alle einsperren ...

das ist einfach meine subjektive meinung, die auf den medieninformationen beruht. möglicherweise habe ich das nicht ganz klar zum ausdruck gebracht.

ich kenne den akt nicht und bin nicht im gerichtssaal anwesend. wenn er unschuldig sein sollte und tatsächlich einen unerbitterlichen kampf gegen geheimdienste führt, muss er freigesprochen werden. auch wenn meine meinung dazu immer noch eine andere bleibt!


Re: Re: Re: alle einsperren ...

Ich bin ja ganz Ihrer Meinung; aufgrund der Medienberichte und der haarsträubenden Verteidigungslinie, muss man fast davon ausgehen, dass er "Dreck am Stecken" hat.

Korr.: ....Traditionswachkörpers....


Dieser Strasser - ich schreibe nicht, er sei ein Gangster - ist jedenfalls der Totengräber der österreichischen Bundesgendarmerie, eines sehr erfolgreichen Tradidionswachkörpers.


Mich wundert noch immer, dass sich die österreichischen Gendarmeriebeamten und vor allem das öst Volk die Zerschlagung und Zerstörung einer äußerst erfolgreichen Institution - die Bundesgendarmerie - gefallen lassen haben. Seither gings und gehts mit der öst Exekutive nur noch bergab und mit der Kriminalität in diesem Land nur noch steil bergauf .....


Re: Mich wundert noch immer, dass sich die österreichischen Gendarmeriebeamten und vor allem das öst Volk die Zerschlagung und Zerstörung einer äußerst erfolgreichen Institution - die Bundesgendarmerie - gefallen lassen haben. Seither gings und gehts mit der öst Exekutive nur noch bergab und mit der Kriminalität in diesem Land nur noch steil bergauf .....

Eine Reform war überfällig, nur wie und was Strasser gemacht hat war Schwachsinn. Ob man es nun Gendarmerie oder Polizei nennt ist schnurzegal.

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nau und die Parteifreinderl

haben brav zugeschaut, und wissen von nichts!!!?
wenn man das Parlament zu einem Straflager umfunktioniert , tut man der Gerechtigkeit gutes.

Herr Strasser hatte schon früher das Gefühl, vom Geheimdienst verfolgt zu werden.

Dazu fällt mir der Begriff "Verfolgungswahn" ein.
Mann hätte ja auch einen Psychiater konsultieren können.

heute twittert

Florian Klenk ‏@florianklenk

Bald sticht Ernst Strasser mit seiner Nase dem Richter die Augen aus.

:-)

Ein früherer Oberösterreicher namens Strasser

Auf einem Grabstein an der Pfarrkirche zu Steinbach an der Steyr (also in der oberösterreichischen Heimat Ernst Strassers) wird der im Jahre 1801 verstorbene Wolfgang Adam Strasser als "Ein Mann Von deutscher Redlichkeit und wahrem Christenthum" gerühmt. Vielleicht war dieser Mann nicht nur ein Namensvetter, sondern sogar ein Vorfahre Ernst Strassers. Ist er ein Vorbild für diesen oder nicht?

Re: Ein früherer Oberösterreicher namens Strasser

Der Ernst Strasser ist halt ein Mann von österreichischer Redlichkeit

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Re: Ein früherer Oberösterreicher namens Strasser

1. Was wollen sie damit sagen?

2. Strasser wurde in Grieskirchen geboren

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Re: Ein früherer Oberösterreicher namens Strasser

1. Was wollen sie damit sagen?

2. Strasser wurde in Grieskirchen geboren

 
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