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"Das ist Rache": Hinrichtungen und Folter in Syrien

01.08.2012 | 09:34 |   (DiePresse.com)

Während die Lage der Zivilbevölkerung immer katastrophaler wird, tobt in der syrischen Metropole Aleppo weiter der Krieg. Im Internet zeigt ein Video das brutale Vorgehen im Land auf.

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Der Kampf um die syrische Metropole Aleppo tobt weiter. Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International sieht in dem Angriff der Regierungstruppen auf die Stadt den Höhepunkt eines monatelangen brutalen Vorgehens. Das schreibt Amnesty in einem am Mittwoch veröffentlichten Bericht. Demnach hätten Regierungstruppen und die regimetreue Shabbiha-Miliz Protestierende - darunter auch Kinder - getötet und verletzt. Folter sei routinemäßig eingesetzt worden, hunderte Menschen sollen hingerichtet worden sein.

Ein weiterer Beleg für die brutalen Kämpfe in Syrien wurde am Dienstag auf der Internetplattform "Youtube" publik. Das Video zeigt, wie Anhänger von Diktator Bashar al-Assad in Aleppo von Aufständischen hingerichtet werden. Zu sehen sind bewaffnete Männer, die "Lang lebe die Freie Syrische Armee" rufen, gefangene mutmaßliche Mitglieder des Stammes al-Berri auf einen Platz führen. Einer der Gefangenen hat das Gesicht voller Blut und ist fast nackt. Er wird mit weiteren Gefangenen an eine Wand gestellt, während die Rebellen "Gott ist groß" rufen und dann das Feuer eröffnen.

Nach Angaben des Leiters der in London ansässigen Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte ist der Stamm der al-Berri Assad treu ergeben. Stammesmitglieder hätten an der Seite der Sicherheitskräfte die Proteste in Aleppo niedergeschlagen, sagte Rami Abdel Rahman. "Aber es verstößt gegen jedes Recht - internationales wie islamisches - Gefangene hinzurichten. Das ist kriminell. Das ist Rache."

Unübersichtliche Fronten in Aleppo

Die Lage der Zivilbevölkerung in der zweitgrößten Stadt Syriens wird somit immer katastrophaler. Aufständische und Regimetruppen liefern sich seit Tagen erbitterte Gefechte. Hunderttausende sind bereits geflohen, viele andere sitzen fest. Die unübersichtlichen Fronten ziehen sich mitten durch Wohngebiete. Nach UN-Angaben leiden mindestens zwei Millionen Menschen unter der Gewalt im Land.

Die Aufständischen kämpften sich in Aleppo nach eigenen Angaben Richtung Stadtzentrum voran. Das Militär beschoss die Viertel in Rebellenhand mit Artillerie und Hubschraubern. Mindestens 70 Menschen starben binnen weniger Stunden. Allein etwa 40 Polizisten sollen nach Angaben der syrischen Menschenrechtsbeobachter getötet worden sein, als Hunderte Rebellen in mehrstündigem Kampf zwei Polizeistationen in den Vierteln Salihin und Bab al-Nairab eroberten.

"Wir schieben nun die Front in Richtung Stadtzentrum vor", sagte Abu Omar al-Halebi, ein örtlicher Kommandant der oppositionellen Freien Syrischen Armee (FSA), der Deutschen Presse-Agentur am Telefon. Die Angaben lassen sich von unabhängiger Seite nicht überprüfen, weil Journalisten und andere Beobachter unter den Kriegsbedingungen kaum arbeiten können.

Dissident will mit "allen Kräften" sprechen

Der syrische Dissident und Menschenrechtsanwalt Haitham al-Maleh erklärte indes, ein neues Oppositionsbündnis habe ihn mit der Bildung einer syrischen Exil-Regierung mit Sitz in Kairo beauftragt. Er werde "mit allen Kräften der Opposition sprechen", sagte Al-Maleh. Der 70 Jahre alte ehemalige Richter ist ein langjähriger Kritiker des Assad-Regimes. Aus politischen Gründen saß er mehrfach im Gefängnis.

Die UNO-Generalversammlung berät unterdessen seit Dienstag in New York über eine neue Syrien-Resolution. Ein Beschluss wird nicht vor Donnerstag erwartet.

Kämpfe in Aleppo und Damaskus

In Aleppo versuchen die Regierungstruppen seit Samstag, die Aufständischen mit einer Großoffensive aus der strategisch wichtigen Handelsstadt zurückzudrängen. Bisher scheint das Regime vor allem auf Bombardements aus der Luft und Artilleriebeschuss zu setzen, um die Aufständischen in ihren Stellungen mürbe zu machen. Die in der Stadt Zurückgebliebenen suchten zu Tausenden Schutz in Moscheen und öffentlichen Gebäuden, sagte die Sprecherin des UN-Flüchtlingshilfswerks, Melissa Fleming.

In der Hauptstadt Damaskus attackierten die Aufständischen nach eigenen Angaben Kontrollpunkte der Sicherheitskräfte beim palästinensischen Flüchtlingslager Jarmuk und in den Stadtteilen Al-Tadamun und Al-Kassas. Dabei setzten sie automatische Waffen und Panzerfäuste ein, wie Aktivisten berichteten. Die Regimetruppen versuchten, die Rebellen mit Artillerie auf Distanz zu halten.

(APA/dpa/AFP/Reuters)

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48 Kommentare
 
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Gast: Gustav Gunkel
12.08.2012 08:41
0 0

"während die Rebellen "Gott ist groß" rufen..."

"Gott ist groß" - arabisch "Allahu Akbar" ist der Kampfruf der ISLAMISTISCHEN KÄMPFER.

Auf so gut wie jedem Video, auf dem "Rebellen" zu sehen sind, wird mehrfach dieser islamistische Kampfruf gerufen!

Fazit: Dies ist ein Umsturzversuch von fast ausschließlich islamistischen Kämpfern, welche vom Westen, den Golf-Diktaturen und dem "großen Führer der Türken" unterstützt wird.

warum rufen sie "gott ist groß" und nicht "die demokratoe ist groß"

wenn das doch alles astreine demokraten sind...

ach ja sind sie ja nicht, das sin von saudi arabien verngesteuerte salafisten, die die shaira für ganz syrien wollen samt allen begleiterscheinungen, wie händeabhacken, frauen halb totpeitschen wenn sie autofahren, niederbrennen von kirchen und einen dazugehörigen massenmord an den christen!

warum unterstützt die der westen noch mal?

Gast: henschl
02.08.2012 12:36
1 1

Tyrann Assad hat seit 17 Monaten sein eigenes Volk hingerichtet


Und dazu gibt es doch nun endliche Beweise, Videos und und und...

z.B. wie Tote Zivilisten von Assads-Miliz am hellichsten Tage durch die Strassen der Städte geschliffen werden (Videos).

Oder Zivilisten am hellichsten Tage von Assads-Miliz lebendig begraben (!!!) werden (Videos).

Und ganze Dörfer von Assads-Armee massakriert und wehrlose Syrier (Fraune, Kinder, Alte) einfach ermordet werden.

Das alles hat die mordende Armee Assads seit mehr als 17 MONATEN getan und sie tun es immer noch.

Wer diese Verbrechen einfach weg sieht, kann kein Mensch sein.


Antworten Gast: Jochen Rind
12.08.2012 08:34
0 0

Re: Tyrann Assad hat seit 17 Monaten sein eigenes Volk hingerichtet

Nein, nicht sein "eigenes Volk", sondern vom Ausland eingesickerte, schwer bewaffnete und gewalttätige TERRORISTEN!

Gast: Das Freie Österreichische Bundesheer
01.08.2012 16:27
3 0

Waldner: "Waffen gegen eigene Bevölkerung durch das Regime"

Mit anderen Worten Terroristen sind lauter Engerl.

Das Aussenministerium spricht:
http://www.bmeia.gv.at/aussenministerium/pressenews/presseaussendungen/2012/waldner-un-sicherheitsrat-muss-schutz-der-zivilbevoelkerung-in-syrien-sicherstellen.html

Haben euch eure Geldgeber aus Saudi-Arabien wieder gedroht ...

..da ziehen die Hunde doch schnell wieder ihren Schwanz ein ....

Gast: Ggrufti
01.08.2012 15:13
5 0

Unglaube

Je laenger die Konflikte in den Laendern des suedlichen Mittelmeerufers dauern, dest mehr verlaesst mich der Glaube,dass es sich dabei um einen Kampf um Demokratie handelt. Vielmehr koennte man vermuten, dass diese Aufstaende tatsaechlich von aussen angezettelt, zumindest aber unterstuetzt werden. Herr Assad hat mit seiner Aussage sicher recht. Ich stelle mir auch die Frage, ob es sich in Syrien tatsaechlich um einen Buergerkrieg handelt. Die Zivilbevoelkerung flieht oder bleibt passiv in den Staedten, beteiligt sich also nicht an den Gefechten. Zu fuerchten ist in Wahrheit der Sturz diese "Diktators", der dann durch islamistische Diktatoren(Mullahs) ersetzt werden wird. Unter welcher Herrschaft leidet die Bevoelkerung mehr?

Vor einigen Monaten konnte man in Aleppo noch gemütlich spazieren gehen

"Einer der Gefangenen hat das Gesicht voller Blut und ist fast nackt. Er wird mit weiteren Gefangenen an eine Wand gestellt, während die Rebellen "Gott ist groß" rufen und dann das Feuer eröffnen."

Auch wird dauernd in der Berichterstattung das Wort "Himrichtung" gebraucht. Hinrichtung ist etwas gesetzlich gedecktes - das hier ist Mord.

Ich kann diese dauernden Platituden über "Diktaturen" und "sich von einem Regime befreien" nicht mehr hören. Sehen denn die Leute nicht was da vorgeht? Das hat mit einem Volksaufstand rein gar nichts zu tun. Jetzt wird Syrien ins düstere islamische Mittelalter zurück geworfen.

Gast: Großes Erstaunen:
01.08.2012 13:26
13 5

Rebellen brechen jedes Recht!

Das ist aber wirklich nicht neu, daß selbsternannte Freiheitskämpfer jedes Recht ignorieren. Ganz gerne wird gefoltert, in der Öffentlichkeit gehenkt und die Massen so eingeschüchtert. Oder man versteckt sich feig hinter Zivilisten, ist dank fehlender Uniform nicht als Kombattant zu erkennen.

Deshalb haben reguläre Soldaten das Recht, solche Gesellen umgehend zu erschießen, denn auf Kriegsrecht können die sich nicht berufen!

Wenn das aber passiert, schneiden in der Regel die Regulären schlecht ab in der Presse. Kaum jemals wird das Treiben von "Freiheitskämpfern" hinterfragt.

Re: Rebellen brechen jedes Recht!

Da ihnen in einer Duiktatur gar keine anderen Möglichkeiten zur Verfügung stehen als durch das Brechen von Gesetzen sich von einem Regime zu befreien, ist dies auch nicht verwunderdlich.

Re: Re: Rebellen brechen jedes Recht!

Hört auf ihr Muslim- Brüder , mit eurem scheinheiligen Geschwätz über Demokratie ...

Antworten Antworten Gast: Etwa?
01.08.2012 16:19
3 0

Hätten Wahlprogramm aufstellen

und bei den Parlamentswahlen mitmachen können, die im Frühjahr stattgefunden haben? 9 Parteien sind angetreten, im Rahmen der dieses Jahr *mehrheitlich* vom *syrischen Volk* angenommene neuen Verfassung. Oder bei den Präsidentenwahlen nächstes Jahr antreten?

Wäre das nicht eine Möglichkeit denn Willen der syrischen Wähler zu respektieren?

Antworten Antworten Gast: Großes Erstaunen
01.08.2012 14:10
1 3

Mag sein!

Aber eine Diktatur wird doch hoffentlich international geächtet, wie zB Nordkorea?

Dort wären aber auch Rebellen vom Völkerrecht her angehalten, Uniform zu tragen und sich Gefangenen und Zivilisten gegenüber korrekt zu benehmen. Ansonsten wären sie keine Soldaten, sondern Mörder.

Abgesehen davon: Wie viele Rebellen unterdrücken in Syrien ihrerseits die Bevölkerung? Welche Mittel wenden sie dabei an?

Krieg ist immer Mord, auch wenns rechtlich anders zu sehen ist!

Der Unterschied, ob man als Opfer staatlicher Kollateralschaden oder durch Rebellenfeuer verstümmelt oder getötet wird, ist nur eine statistische Größe!

PS: Das Völkerrecht, das ist eben das Problem, behandelt eben keine innerstaatlichen Konflikte, sondern ist ein Gesetzeswerk, dass die Beziehung zwischen zwei souveränen Saaten regelt!

Krieg ist eben nicht Mord, egal was Ihre "Meinung" dazu ist

Das ist der Unterschied. Was Mord ist, ist im Gesetz genau geregelt und wenn Krieg ist und jemand als Soldat kämpft und töten muss, dann ist das kein Mord.

Das Kriegsvölkerrecht regelt alles ganz genau. Erst durch Besserwisser und Leute, die sich über die Regeln stellen, wird der Krieg zu etwas regellosem.

In Syrien allerdings sieht die Sache anders aus. Sollte Assad es sich etwa gefallen lassen, dass Eiferer und Chaoten ihm den Staat zerfetzen? Ich hätte das nicht so geren in unserem Land. Sie etwa? Na los, was ist Ihre Meinung?

Antworten Antworten Antworten Antworten Gast: Großes Erstaunen:
01.08.2012 15:13
3 0

Die böse Frage: Handelt es sich wirklich um einen Bürgerkrieg?

Oder sickern von außen Rebellen ein mit dem Ziel, den Staat zu übernehmen?

Und von woher kommen alle diese Waffen?

Da wird viel geschrieben, Näheres wissen wohl nur die unmittelbar Betroffenen in Syrien.

Gast: helmut44
01.08.2012 13:22
14 1

Ich bin kein Freund von Diktatoren,aber noch weniger von Islamisch "Religiösen" Fanatikern!

Ich mag gar nicht darüber nachdenken wie es den Christen und Alawiten ergeht wenn Assad weg ist und die Religiösen Fanatiker am Ruder sind.


Re: Ich bin kein Freund von Diktatoren,aber noch weniger von Islamisch "Religiösen" Fanatikern!

Besser als den Ureinwohnern von Amerika !
Christliche Zwangsbeglückung ist ja auch so eine Sache.

Antworten Gast: Österreichische Diplomatie gab es einmal
01.08.2012 14:56
3 0

Spindelegger empfiehlt aber den 2 Mio. syrischen Christen

sich der Opposition anzuschliessen. Es wäre sehr klug gewesen, das Aussenministerium der Republik hätte unter seiner Leitung nicht verbal einseitig in diesen dramatischen bewaffneten Konflikt eingegriffen. Syrischen Christen in den Tod zu hetzen muss Spindelegger mit seinem Gewissen ausmachen.

Jetzt ist nur zu hoffen, dass er grosszügig für die Flüchtlinge spendet, die vor den Terrorbanden fliehen, die er im Namen der Republik ermuntert hat!

Etwas der Caritas: http://www.caritas.at/auslandshilfe/projektschwerpunkte/kinder/syrien-herzoperationen/

Gast: Rater
01.08.2012 12:29
7 0

I see what u did there

Da wurde dich glatt der Kommentar von Emanuel Swedeborg (oder so ) gelöscht während ich geantwortet habe! Wars so unangenehm? Dass er die Wahrheit sagte, meine ich?

Re: I see what u did there

Danke, das bin ich gewohnt von der "freien" Presse....Saudi-Arabien lässt grüßen ... Zensoristen-Zitronisten bei ihrer Zwangsbeschäftigung ...

Gast: mir reichts
01.08.2012 12:27
8 1

wann endllich begreift die presse, dass

Nach Angaben des Leiters der in London ansässigen Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte...

das íst ein einmannunternehmen.

genausogut könnte ich von österreich aus bericht erstatten, wenn mir wer zuhört und mich bezahlt.

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Warum heisst die Überschrift nicht "Rebellen richten Zivilisten brutal hin"?

Nein, da wird von Hinrichtungen gesprochen, man könnte jetzt auch auf Assad tippen, und von "Regimetreuen".

War ja auch schon in Libyen so. Dort waren Videos in Umlauf, bei denen zB ein regierungstreuer Soldat Stich für Stich abgestochen wurde. Das wurde hier in der Presse nicht einmal erwähnt.

Re: Warum heisst die Überschrift nicht "Rebellen richten Zivilisten brutal hin"?

Weil die Zivilisten unter beiden Seiten leiden. Es ist kein Unterschied durch eine Rebellenkugel oder durch staatliches Artilleriefeuer getötet zu werden, genausowenig wie welche Seite diesen aufknüpft.

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Re: Warum heisst die Überschrift nicht "Rebellen richten Zivilisten brutal hin"?

Auch beim Satz: "das ist Rache" schwingt sprachliche Manipulation mit. Denn das vermittelt irgendwie, dass die anderen zuvor etwas schlimmes getan haben und die armen "Rebellen" nun gezwungen sind zur Selbstjustiz zu greifen.

Re: Re: Warum heisst die Überschrift nicht "Rebellen richten Zivilisten brutal hin"?

Selbstjustiz ist es dann, wenn eine nicht authorisierte Stelle ein Urteil fällt und dieses durchzusetzen. Da auch durch Rebellen Verbrechen verübt werden oder diesen möglicher Weise Verbrecher in die Hände fallen, muss diese über eine Form von Justiz haben um (zumindesten den Anschein) von Rechtmäßigkeit aufrecht zu erhalten.

Rache ist in diesem Sinn genau das Gegenteil!

 
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