Pakistan: Mehrere Tote bei Anschlag auf Polizeichef

29.03.2013 | 09:20 |   (DiePresse.com)

Der Attentäter soll auf einem Fahrrad unterwegs gewesen sein und rund zehn Kilogramm Sprengstoff an seinem Körper zur Explosion gebracht haben. Der Befehlshaber der Einheit entging dem Anschlag.

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Ein Selbstmordattentäter der Taliban hat bei einem Anschlag auf den Chef einer paramilitärischen Polizeieinheit im Nordwesten Pakistans elf Menschen mit in den Tod gerissen. Zehn weitere Menschen wurden bei der Explosion im Zentrum der Provinzhauptstadt Peshawar am Freitag verletzt, hieß es nach offiziellen Angaben laut dpa. Ein Krankenhaussprecher und ein hoher pakistanischer Sicherheitsvertreter sprachen gegenüber AFP von 30 Verletzten.

Der Anschlag richtete sich nach Angaben der örtlichen Polizei gegen Abdul Majeed Marwat, der in der Prinz Khyber Pakhtunkhwa der paramilitärischen Polizei Frontier Constabulary (FC) vorsteht. Er selbst sei aber nur leicht verletzt worden, hieß es in Sicherheitskreisen. Die paramilitärischen Sicherheitskräfte der FC werden vor allem im Kampf gegen Aufständische in den Stammesgebieten an der afghanischen Grenze eingesetzt und sind immer wieder Ziel von Anschlägen.

Explosion nahe US-Konsulat

Der Attentäter war laut Polizei auf einem Fahrrad unterwegs und brachte die rund zehn Kilogramm Sprengstoff an seinem Körper in der Nähe der Fahrzeugkolonne des FC-Chefs zur Explosion. Dabei seien neben dem Angreifer vier Zivilisten sowie zwei Polizisten gestorben. Vier weitere Menschen erlagen im Krankenhaus ihren schweren Verletzungen, wie ein Sprecher des Lady Reading Hospital sagte.

Die Explosion ereignete sich an einem Kontrollpunkt rund 300 Meter vom stark gesicherten US-Konsulat entfernt. Der Anschlagsort war mit abgerissenen Körperteilen übersät, wie ein AFP-Reporter berichtete.

Taliban warnen vor weiteren Anschlägen

Die Taliban bekannten sich zur Tat und warnten vor weiteren ähnlichen Anschlägen. Der FC-Chef sei angegriffen worden, weil seine paramilitärische Polizeieinheit Taliban töte, hieß es in einem Statement. Vor drei Jahren hatte ein Selbstmordattentäter den damaligen Chef der Frontier Constabulary und zwei seiner Bewacher getötet.

(APA/dpa)

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