60 Männer aus Österreich im syrischen Jihad

24.04.2013 | 17:11 |  CHRISTIAN ULTSCH UND JUTTA SOMMERBAUER (Die Presse)

Österreichische Sicherheitsbehörden befürchten eine Radikalisierung: Bis zu fünf Dutzend Flüchtlinge aus Syrien, Afghanistan, Pakistan und vor allem Tschetschenien sind in den Syrien-Krieg gezogen.

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[WIEN] Der Bürgerkrieg in Syrien zieht Tausende Gotteskrieger aus aller Welt an. Die meisten pilgern aus arabischen Nachbarländern zum Kampf gegen den syrischen Diktator Bashar al-Assad. Zunehmend folgen zudem junge Muslime aus Europa dem Ruf zu den Waffen. Der Terrorismusexperte Gilles de Kerchove schätzt, dass derzeit rund 500 Islamisten aus Europa in Syrien kämpfen.

Auch Österreich ist zu einem Ausgangspunkt für den bewaffneten Jihad geworden. Wie „Die Presse" aus Sicherheitskreisen erfuhr, haben sich bis zu 60 Männer aus Österreich auf die Seite der Rebellen in Syrien geschlagen. Es handle sich dabei großteils um syrische, pakistanische, afghanische und tschetschenische Asylwerber oder Flüchtlinge. In den vergangenen Monaten hätten sich zehn bis 15 Tschetschenen aus Österreich auf den Weg in den Syrien-Krieg gemacht. Die österreichischen Behörden betrachten diese Entwicklung mittlerweile als „Sicherheitsrisiko". Denn die Kriegserfahrung radikalisiere die Kämpfer oft. Besonders unter die Lupe genommen haben österreichische Verfassungsschützer in diesem Zusammenhang die tschetschenische Szene in Graz.

Insgesamt leben rund 26.000 Tschetschenen in Österreich, die meisten davon sind infolge der Tschetschenienkriege (1994-96, 1999-2009) gekommen und leben hier als Asylwerber oder anerkannte Flüchtlinge. Die Konfliktlinien ihrer Heimat trennen sie auch hier: Es gibt Anhänger des früheren separatistischen Pragmatikers Aslan Maschadow, aber auch Sympathisanten Doku Umarows. Umarow ist ein islamistischer Rebellenführer („Kaukasus-Emirat"), der sich in den Wäldern der russischen Teilrepublik versteckt hält und gegen die Moskau-treue Führung von Ramsan Kadyrow kämpft. Auch Parteigänger Kadyrows halten sich in Österreich auf.

Der Weg der Jihad-Touristen führt meist über die Türkei. Dort verliert sich ihre Spur. Deshalb kann die Polizei nur schätzen und nicht genau angeben, wie viele verdächtige Personen nun tatsächlich die Grenze nach Syrien überquert haben, um sich den Rebellen anzuschließen.

Werbevideos aus Syrien

Kämpfer mit Nordkaukasus-Hintergrund sind in Syrien recht aktiv. Nach Angaben der syrischen Armee seien es 100 Männer. Es dürften freilich um einige mehr sein: Allein im Februar sollen 17 nordkaukasische Kämpfer in der Region Aleppo ums Leben gekommen sein, geben die Rebellen an.

Eine Schlüsselrolle im Engagement tschetschenischer Jihadisten spielt der Kommandant Abu Omar al-Shishani (auch al-Chechen genannt, „der Tschetschene"), ein Verbündeter Umarows und Veteran aus den Tschetschenienkriegen. Al-Chechen stammt aus dem georgischen Pankisi-Tal und befehligt in Syrien die „Brigade der Migranten und Unterstützer" („Jaish al-Muhajireen wa Ansar"), die 1000 Kämpfer umfassen soll.

Es ist eine internationale Brigade, der neben Tschetschenen auch Kämpfer aus Russland, der Ukraine, Türkei und Tadschikistan angehören - sogar ein Han-Chinese soll darunter sein. Ob es tatsächlich 1000 Kämpfer sind, ist schwer zu überprüfen. Auf einem Video, abrufbar auf der Webseite der Brigade, sind bei einer Versammlung höchstens 200 bis 300 schwer bewaffnete und teils vermummte Rebellen zu sehen. Die Brigade soll Mitte 2012 ursprünglich von libyschen Kämpfern gegründet worden sein.

Al-Chechen - er trägt eine Wollmütze, einen auffälligen roten Vollbart und tritt stets in sportlicher Survivalkleidung auf - ist in der Stadt und Provinz Aleppo aktiv. Laut einschlägigen Webseiten hat die internationale Brigade am Dienstag den Militärflughafen von Aleppo erobert und 20 Schützen- und Kampfpanzer russischer Bauart erbeutet. Auch bei anderen Anschlägen in der Region soll sie sich beteiligt haben. In einem anderen Video ruft al-Chechen, umringt von Kämpfern, zum Jihad auf. „Wir haben viele Chancen verpasst", sagt er. „Aber hier und heute besteht eine reale Chance, die Scharia in anderen Staaten zu verbreiten." Und al-Chechen verrät in seinem Werbevideo auch, was er und seine Kämpfer am dringendsten benötigen: „in erster Linie Geld".

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327 Kommentare
 
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heilige krieg

hat der verfassungsschutz auch damals interesse gehabt, als hauptschüler und dessen eltern und anderen während der jugoslavienkonflikt als wohenendkämpfer "da unten" mitgekämpft haben?
haben die irgendetwas unternommen, als yugoslavische flüchtlinge zu uns kamen, die keine yugoslaven waren, sondern solche die aus verschiedene arabische länder an diese heilige krieg teilgenommen haben und mit papieren der gefallene jugoslaven bei uns aufnahme fanden?
was ist mit denen?
ist schon gras darauf gewachsen?

warum ist gerade diese 60 interessant und die anderen nicht?

die sollen gleich dort bleiben

ich hoffe, dass diese typen, nachdem sie - durch den krieg verroht - nicht mehr
zu uns zurückkommen, sondern gleich dortbleiben. ich hab keine lust, leute zu
begegnen, die freiwillig menschen töten wollen, denn was anders ist es nicht.

Re: die sollen gleich dort bleiben

sehe ich auch so.

Wird die Jihadisten Zeit

Eh pensionswirksam in Österreich anerkannt?

10

Re: Wird die Jihadisten Zeit

Nein, aber die Kinderbeihilfe und der Heizkostenzuschuss sowie die anderen Förderungen der Gemeinde Wien laufen weiter!

;-)

Das Asylwesen in Österreich hat

dieselbe Funktion wie die Erdölkriege der Amerikaner : Wirtschaftswachstum und Einflussnahme auf ander Länder zu erhöhen. Hat mit Moral nichts zu tun.

31

Bei diesem Thema,

kann davon ausgegangen werden, dass die Mehrheit der Kommentare zensuriert wurden und ebenso kann davon ausgegangen werden, dass für bei der Mehrheit der österr. Bürgerinnen eine innerliche Wut über dieser österr. Politik hochkommt. Jeder vernunftbegabte Mensch erkennt die Fehlentwicklung, ausgenommen die österr. Politik.

Re: Bei diesem Thema,

Es gibt aber zu wenig vernunftbegabte Menschen.

2013 wird Rotschwarz wieder die Wahl gewinnen und es geht erneute 5 Jahre alles so weiter wie bisher.

Österreich wird man in 10 Jahren nur mehr unter dem Namen "Al Namsa" kennen.

Re: Re: Bei diesem Thema,

"2013 wird Rotschwarz wieder die Wahl gewinnen und es geht erneute 5 Jahre alles so weiter wie bisher"
Besonders für den Steuerzahler werden es weitere 5 teure Jahre.

"Zeig mir doch, was Mohammed Neues gebracht hat, und da wirst du nur Schlechtes und Inhumanes finden wie dies, daß er vorgeschrieben hat, den Glauben, den er predigte, durch das Schwert zu verbreiten"

(Manuel II. Palaiologos)

In Namen Allahs

Möge Allah Seine Religion auf diese Erde verbreiten! Auch wenn die ungläubigen dagegen sind!

Re: In Namen Allahs

Ich hoffe für Dich,dass Du nicht in Österreich lebst.

Re: In Namen Allahs

Möge allha Dir die Sozialhilfe nehmen.Ohne Die wärst Du nur a Wurschtel.

Re: In Namen Allahs

Im Namen des Verstands -
beenden Sie Ihr nnutzloses Dasein freiwillig!

10

Re: In Namen Allahs

Schlechter "Scherz"

Re: Re: In Namen Allahs

Das Problem ist - die meinen das wirklich ernst, auch wenn man es kaum glauben kann, daß jemand im 21. Jahrhundert noch so blöd ist.

Ganz einfach, sollten österreichische Staatsbürger darunter sein,

Staatsbürgerschaft aberkennen und nicht mehr einreisen lassen. Die sollen in Syrien für ihre Sache kämpfen und sterben. 99 Jungfrauen warten im Paradies bereits auf sie.

keine Rückkehr

Wer sich einmal dorthin begibt, hat jegliches Recht auf Rückkehr mit anschließender Verköstigung durch "alle" Österrechischen Staatsbürger verwirkt.

Außerdem kein Anrecht auf jegliche juristische Spielereien.

31

26.000

nachdem bekannterweise tschetschenien nicht an österreich oder der eu grenzt, dürfte es hier keinen einzigen asylwerber geben.

26.000 zu viel !

Gibts bald einen Jihad-Beauftragten der Stadt Wien??


woher haben die das Geld um nach Syrien zu können?

Caritas, Votivkirche ?

Re: woher haben die das Geld um nach Syrien zu können?

Am vergangenen Sonntag wurde in den Kirchen für die Syrienhilfe der CARITAS gesammelt! - echt!

Re: woher haben die das Geld um nach Syrien zu können?

... von unseren Steuerbescheiden...

Europas viele Wege in den Abgrund

Sie kommen zu uns, weil sie von den Kämpfen in ihrer Heimat "traumatisiert" sind und um ihr "Leben fürchten", und dann gehen sie nach Syrien, um zu kämpfen und um ihr Leben zu riskieren? Danach dürfen sie wieder - als Asylanten? - zurück nach Österreich? Das sind unsere Gesetze? Dann hätten diese schon längst geändert gehört! An die 30 000 Tschetschenen leben in Österreich, insgesamt an die 500 000 Muslime - das will der Verfassungsschutz im Griff und unter Beobachtung haben? Das ist absurd. Wie man immer wieder sieht, leben solche zukünftigen Terroristen jahrelang/jahrzehntelang "völlig integriert" und unauffällig in den Gastländern. Wie soll man da "brave" Muslime von den bösen unterscheiden können? Das ist unheimlich. Insbesonders, da sich die "Braven" nicht oder zu wenig von den Verbrechern distanzieren und ganz allgemein super-religiös (90% in Österreich) und den demokratischen Werten gegenüber recht distanziert sind. Wohin geht Europa: fast alle Entscheidungen der EU (freie Grenzen, Zuwanderung, Euro-Einführung etc) führten biher ins Chaos - siehe auch: "Der große Euro-Schwindel":
http://www.youtube.com/watch?v=MesFQ4cb5P8

Re: Europas viele Wege in den Abgrund

warum sollte der Verfassungsschutz alle Muslime im Griff und unter Beobachtung haben?
Haben Muslime nicht die selben Grundrechte wie CHRISTEN? betohnung auf Christen weil ja die meisten Muslime in österreich auch Staatsbürger sind.
Ihrer Meinung nach sollte man also in zwei verschieden Klassen diferenzieren.

Ich bin zwar nicht für eine Gewaltsame Lösung des Konfliktes aber was unterscheidet einen amerikanischen oder europäischen Söldner im Irak und einem "Gotteskrieger" (wobei ich mir sicher bin das sie sich selber so nicht nennen) in Syrien! Der Eine aus Geld und der andere aus überzeugung!

Wenn dem kleinen tschitschenischem Ramadanov die entscheidung damals durch seine Eltern genommen wurde im Krieg zu bleiben oder zu gehen, so soll es ihm Heute frei zur Entscheidung stehen! So ist er in Syrien nicht mehr das Problem des österreichischen Staates mehr....

IGGiÖ & Jihad made in Austria

Wie steht eigentlich, die ja sonst so gesprächige, IGGiÖ dazu? Gibt es schon eine Stellungnahme? Eine deutliche Verurteilung der Jihadisten? Nein? Nicht sonderlich überraschend.
Die IGGiÖ ist offensichtlich nur in der Lage den Mund aufzumachen, wenn es darum geht, zu fordern oder über die bösen islamophoben Österreicher (bzw islamophobe Europäer) zu schimpfen!

Auch interessant wäre es zu erfahren, wie es denn nur dazu kommen konnte, dass das christliche Österreich zum Ausgangspunkt für islamistische Jihadisten werden konnte?!
Hat die IGGiÖ eine Idee? Wohl eher nicht!
Vielleicht sollte man in den Moscheen, die von den Gotteskriegern regelmäßig aufgesucht wurden fragen woher diese Ideen der Jihadisten denn kommen! Es ist bestimmt ganz einfach herauszufinden in welche der, Achtung fest halten, 205 (ZWEIHUNDERTFÜNF!!!) Moscheen in Österreich sie häufig anzutreffen waren!

Hauptsache der Herr Kurz hat eine supertolle Studie darüber, wie toll die Muslime sich in Österreich integrieren und auch die IGGiÖ war voller Lob dafür! (Wenn man die Studie mal richtig liest, zeichnet sie eher ein bedenkliches Bild bezügl. Integration)

Zum Abschluss habe ich noch eine Frage an Rot, Schwarz, Grün und NGO's, die ihnen bestimmt viele besorgte Österreicher stellen würden!

SEIDS IHR EIGENTLICH OLLE VOLLKOMMEN DEPPERT?

 
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