USA, Südkorea und Japan drohen Nordkorea

07.12.2010 | 09:49 |   (DiePresse.com)

China solle seinen Einfluss auf das Regime in Pjöngjang stärker ausspielen, wünscht sich US-Außenministerin Hillary Clinton. Indes schwärmt der US-Generalstabschef von einen "Anti-China-Block".

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Die USA signalisieren in der Korea-Krise demonstrativ Härte. Als neusten diplomatischen Zug rief Außenministerin Hillary Clinton China zum Handeln auf. Peking unterhalte besondere Beziehungen zum kommunistischen Nordkorea und habe daher bei der Krisenbekämpfung eine "besondere Rolle", sagte Clinton nach einem Dreier-Treffen mit ihren Amtskollegen aus Südkorea und Japan in Washington. Die Minister drohten Pjöngjang mit "ernsten Konsequenzen", sollte es sein "kriegerisches" Verhalten fortsetzen.

Clinton und die südkoreanischen und japanischen Kollegen, Kim Sung-hwan und Seiji Maehara, waren sich bei dem Treffen einig: Schuld trage allein Nordkorea. Pjöngjangs "provokatives und kriegerisches Verhalten gefährdet Frieden und Stabilität", sagte Clinton. Nordkorea müsse ernsthaft unter Beweis stellen, dass es "die Provokationen beenden will", sagte Clinton nach dem Treffen am Montag (Ortszeit). Die Minister hielten eine Schweigeminute zum Gedenken an vier Südkoreaner ab, die beim nordkoreanischen Artilleriebeschuss einer zum Süden gehörenden Insel vor zwei Wochen ums Leben kamen.

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USA und Nordkorea demonstrieren Stärke

Die Außenminister bekräftigen ihre Entscheidung, Chinas Einladung zu den auf Eis liegenden Sechser-Gesprächen, die sich grundsätzlich um das nordkoreanische Atomprogramm drehen, zu ignorieren.  Bevor es weitere Verhandlungen mit Nordkorea gebe, müsse Nordkorea der Welt beweisen, dass es seinen Verpflichtungen nachkomme, betonte Clinton.

Weitere Entwicklung in der Krise: Der Stabschef der US-Armee, Admiral Mike Mullen, bricht überraschend zu einem Besuch nach Seoul auf. Man wolle "die Stärke der amerikanisch-südkoreanischen Allianz demonstrieren", wie das Pentagon bekanntgab. Ausdrücklich warnt das US-Verteidigungsministerium: "Niemand sollte unsere Entschlossenheit falsch einschätzen."

Druck auf China

US-Präsident Barack Obama machte demonstrativ Druck auf China. In einem Telefongespräch mit Staats- und Parteichef Hu Jintao rief er Peking auf, Nordkorea zur Vernunft zu bringen. Er forderte von Peking "eine klare Botschaft an Nordkorea, dass die Provokationen inakzeptabel sind".

Zugleich begann die südkoreanische Marine am Montag erneut mit Schießübungen. Die Artillerieübungen sollten rund um die Küste, darunter auch vor einer grenznahen Insel im Gelben Meer, abgehalten werden, teilte der Generalstab mit. Allerdings solle es zunächst keine Übungen um die Insel Yeonpyeong geben, die Nordkorea am 23. November unter Beschuss genommen hatte. Vier Menschen wurden bei der erneuten Eskalation getötet.

"Anti-China-Block"

Nach Angaben der "Washington Post" wollen die USA ihre Beziehungen zu Seoul und Tokio "neu definieren", um einen möglichen "Anti-China-Block in Nordostasien zu schaffen, den sie Regierungsbeamten zufolge nicht wollen, aber vielleicht brauchen". Mullen wird bei seinem Besuch in Seoul mit dem neuen Verteidigungsminister Kim Kwan-jin sowie hohen Militärs zusammentreffen. Es gehe um konkrete Fragen der militärischen Zusammenarbeit und um die Kompatibilität von Waffensystemen, sagte ein Sprecher des Admirals.

Chinas Staatschef Hu warnte in dem Telefonat mit Obama, die Krise könnte außer Kontrolle geraten. Er verlangte nach chinesischen Angaben eine "ruhige und vernünftige Reaktion von allen Seiten". Er sei besorgt. "Die anfällige Situation auf der koreanischen Halbinsel könnte zu einer weiteren Eskalation der Spannungen führen oder sogar außer Kontrolle geraten, wenn nicht angemessen damit umgegangen wird", zitierte ihn das Außenministerium in Peking.

Der Internationale Strafgerichtshof hat unterdessen Ermittlungen zu dem nordkoreanischen Artillerieangriff auf Yeonpyeong vor zwei Wochen aufgenommen. Nach Angaben der Anklage soll auch die Versenkung des südkoreanischen Kriegsschiffes "Cheonan" im März, die dem Norden angelastet wird, von dem Haager Tribunal untersucht werden. Südkorea hatte 2002 den Vertrag zur Errichtung des IStGH unterzeichnet, daher fallen alle Verstöße auf südkoreanischem Hoheitsgebiet nach Darstellung der Anklage in den Zuständigkeitsbereich des Gerichts.

(Ag.)

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10 Kommentare
Gast: Eurrora
07.12.2010 18:29
0

Es ist schade das Süd Korea sich ,als Handlanger der

Amis sich her gibt,aber auch Japan ,welches derZeit Probleme wegen der Seltenen Erde mit China hat ,sollte besser sich fern halten. ZUm Schluß heisst es wieder :die Dummen sterben nicht aus.

Ja, ja, die braven Japaner, die schön nach der Pfeife der USA tanzen müssen

Eine Anmerkung: Bis zum heutigen Tage(!) haben die Bevölkerungen Chinas, auch Taiwans, beider Koreas und auch anderer Länder, die von Japans Armee mit rücksichtslosen Angriffen gegen Zivilisten, Massenhinrichtungen, Massenvergewaltigungen, totaler Ausplünderung u. dgl. überfallen wurden, den Japanern noch nicht verziehen. Bei den USA hat es hingegen nur äußerst kurze Zeit gedauert, bis sie Japan zu ihrem Freund und Verbündeten machen. Und das große Opfer der Japaner, China, zum Feind.

Wobei man ausdrücklich festhalten muss, dass die jungen Generationen Japans - so wie auch die jungen deutschen Generationen - keineswegs kriegsgeil sind. Im Gegenteil. Aber die Politiker sind völlig US-hörig. Wie z.B. auch die Merkel-CDU. Und andere rechte Politiker in Europa.

Gast: gastistda
06.12.2010 15:53
1

Der erste

Tag wäre der Beste,wo Nordkorea angegriffen würde.
Ich denke,daß gar nicht so wenige Nordkoreaner genauso denken.

Re: Der erste

@gastistda

... im Sinne einer dann evtl. möglich werdenden Befriedung in dieser Region mag man so denken oder so diskutieren --- aber weiß "man" ( USA und/oder Südkorea ) welche Beistandsverpflichtungen die Chinesen gegenüber Nordkorea eingegangen sind ?? Oder ob es nicht gar noch Verpflichtungen älteren Datums zwischen NK und Rußland gibt.

Ein "Wahnsinns-Risiko" sich ohne Not darauf einzulassen - könnte es nicht auch sein, daß ( im Hintergrund wartende ) vorhandene Beistandsmächte trotz allem nicht das Feld in NK den USA ( via. Südkorea ) überlassen mögen ........ und vorab erst einmal "die Drecksarbeit" andere machen lassen ?

Dem armen nordkoreanischen Volk kann man natürlich nichts Anderes als eine Stabilisierung und bessere Wirtschaftsbedingungen ihres Landes ( inkl. Wiedervereinigung mit SK) wünschen !

Gast: Eurrora
06.12.2010 15:40
1

Ein biserl einen Krieg brauchen wir doch ,

um die fianazielle Pleite, zu kaschieren ?

Was die Amerikaner für einen Kreig nicht alles tun...

Amerikaner wollen Nordkorea einen Kreig anzetteln. Dafür provozieren Nordkorea staendig. Nordkorea ist im November in die Falle gegangen aber schnell die amerikanische Absichten durchschaut. Jetzt versuchen Amerikaner mit allen Mittel aber überwiegen mit Manövern Nordkorea einem Krieg zu zwingen...
Die Amerikaner könen ohne einen Kreig ihre Schulden nie abbauen!

Kreig

Svenco hat schon wieder schlechte Ware gekreigt, darum kreigt er sich nie ein.

Antworten Gast: Pronstar
07.12.2010 11:43
1

Re: Was die Amerikaner für einen Kreig nicht alles tun...

So ein ausgemachter Bloedsinn! Sie haben vom Konflikt auf der koreanischen Halbinsel keine Ahnung. Ersparen Sie den anderen Kommentatoren doch bitte ihr hausgemachtes Weltbild dass nur Amerika als Bösewicht kennt.

Gruesse aus Daejeon/Suedkorea!

Re: Was die Amerikaner für einen Kreig nicht alles tun...

@svenco

Was ist denn das für eine wirre Argumentation? Wie kann man mit oder durch "- wie Sie es nennen: einen KREIG"Schulden abbauen ?? Sie sollten versuchen herauszufinden, wie sich der US-Schuldenstand seit Afghanistan und Irak dramatisch erhöht hat ???

Abbauen ??????? ("Kreisch")

Antworten Antworten Gast: KarlKarl
07.12.2010 10:46
0

Re: Re: Was die Amerikaner für einen Kreig nicht alles tun...

Ich glaube sie wollten dem Beitrag von Eurrora antworten.
Svenco spielt bloss auf die bekannte Taktik an, die bereits öfters einen Großmacht benutzt hat, um einen Kriegseintritt zu legitimieren. Siehe Tonkin-Zwischenfall (Aug. 1964), bei dem angeblich nordvietnamesiche Schnellboote USA-Kriegsschiffe im Golf von Tonkin (vor N-Vietnam) angegriffen haben. Daraufhin erklärte die USA den offiziellen Kriegseintritt in den Vietnamkrieg. Dieser Zwischenfall hat aber nie stattgefunden, was vom NSA 2005 auch bestätigt wurde. Oder die verzweifelte Jagd nach Bio-Chem-Waffen im Irak, etc...
....wenn es keinen Grund für einen Krieg gibt, dann mach ich mir eben einen...

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