Übergangsrat will Leiche Gaddafis nicht obduzieren

22.10.2011 | 15:41 |   (DiePresse.com)

"Niemand wird den Körper öffnen", stellte der Militärrat in Misrata klar. Die Forderungen nach einer Untersuchung der Todesumstände des früheren libyschen Machthabers Muammar al-Gaddafi halten einstweilen an.

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Die Leiche des getöteten früheren libyschen Machthabers Muammar al-Gaddafi soll nach dem Willen der neuen Führung des Landes nicht näher auf seine Todesumstände hin untersucht werden. Es werde keine Autopsie geben, sagte ein Vertreter des Militärrats in der Küstenstadt Misrata am Samstag der Nachrichtenagentur AFP. Die Forderungen aus aller Welt nach einer Klärung der verwirrenden Todesumstände Gaddafis hielten an.

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Leiche in Einkaufszentrum aufgebahrt

"Niemand wird den Körper öffnen", stellte der Vertreter des Militärrats in Misrata klar. Zwei weitere Verantwortliche in der Stadt bestätigten die Angaben. Am Freitag hatte ein Vertreter des Militärrats in Misrata DNA-Tests an der Leiche angekündigt. Sie wurde im Kühlraum eines Einkaufszentrums am Stadtrand ausgestellt, wo Hunderte sie sehen wollten. Im Gegensatz zum Vortag wurde der Leichnam aber mittlerweile mit einem Tuch bedeckt, dass nur den Kopf freilässt und so die Wunden am Oberkörper verdeckt. Auch der Kopf Gaddafis wurde nach links gedreht, wodurch das zuvor klar erkennbare Einschussloch an der linken Schläfe nicht mehr zu sehen ist.

Geheime Beisetzung

Nach dem Willen des Nationalen Übergangsrats soll Gaddafi an einem geheimen Ort beigesetzt werden. Gaddafi war am Donnerstag in seiner Heimatstadt Sirte offenbar nach einem NATO-Angriff auf seinen Konvoi lebend gefangen genommen, dann jedoch unter bisher ungeklärten Umständen getötet worden. Zahlreiche Vertreter der Weltgemeinschaft, unter anderem die Vereinten Nationen, die USA und die Menschenrechtsorganisation Amnesty International, verlangten eine genaue Untersuchung der Todesumstände.

Witwe fordert Untersuchung

Gaddafis Witwe Safia Gaddafi rief aus ihrem Exil in Algerien die Vereinten Nationen auf, Druck auf den Übergangsrat auszuüben, damit er die Leiche ihres Mannes und seines ebenfalls am Donnerstag in Sirte getöteten Sohns Motassim seiner Familie übergebe. In der von dem syrischen Fernsehsender Arrai übertragenen Erklärung forderte sie zudem eine Untersuchung der Todesumstände.

Stamm fordert Bestattung in Sirte

Auch der Stamm Gaddafis hat den Nationalen Übergangsrat aufgefordert, die Leichen des Ex-Diktators und seines Sohnes unverzüglich herauszugeben. Sie sollten nach islamischem Brauch in ihrer Heimatstadt Sirte bestattet werden, heißt es in einer Mitteilung des Gaddadfa-Stammes, die der Pro-Gaddafi-Sender Al-Rai mit Sitz in Syrien veröffentlichte.

Kämpfer outet sich als Gaddafis Mörder

Für Aufsehen sorgte unterdessen ein im Internet veröffentlichtes Video. Darin ist ein junger Kämpfer des Übergangsrats zu sehen, der behauptet, Gaddafi getötet zu haben. Der junge Mann sagt in dem Video, er habe sich am Donnerstag Truppen aus Misrata beim Einmarsch in Sirte angeschlossen. Dort habe er Gaddafi trotz eines Huts auf der Straße erkannt.

Da die Kämpfer aus Misrata den langjährigen Machthaber hätten mitnehmen wollen, habe er auf Gaddafi geschossen, sagte der junge Kämpfer. Er habe ihn in die Achsel und in den Kopf getroffen, doch sei Gaddafi erst eine halbe Stunde später gestorben. In dem Video wird eine blutbefleckte Jacke gezeigt, die angeblich Gaddafi gehörte. Zudem zeigen die Kämpfer einen goldenen Ring, der das Datum der Hochzeit Gaddafis mit seiner zweiten Frau Safia tragen soll.

Wiederaufbau Libyens wird schwierig

Der Regierungschef des Übergangsrats, Mahmoud Jibril, der zuvor versichert hatte, Gaddafi sei bei seiner Ergreifung bereits schwer verletzt gewesen, sagte in Jordanien, er sei "erleichtert" über dessen Tod. Zugleich warnte er davor, dass der Wiederaufbau Libyens sehr schwer werde. Aus Regierungskreisen in Niger hieß es, dort sei Gaddafis vom Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag gesuchter früherer Geheimdienstchef Abdallah Senussi gesichtet worden.

NATO beendet Einsatz

Die NATO hatte am Freitag das Ende ihres Einsatzes in Libyen zum Monatsende angekündigt. Nach eigenen Angaben wusste sie nichts von der Anwesenheit Gaddafis, als sie seinen Fahrzeugkonvoi angriff. Die russische Regierung forderte die sofortige Aufhebung der Flugverbotszone über Libyen sowie ein Ende aller Sanktionen gegen das Land. Dazu brachte sie eine entsprechende Resolution in den Sicherheitsrat der Vereinten Nationen ein.

(APA/AFP/Reuters/dpa)

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11 Kommentare
Gast: schonwiedereingast
22.10.2011 17:57
1

News aus dem Netz:

habe diese Nachricht jetzt schon 2 x unabh. voneinander gelesen, also
- seit Clintons Besuch in Libyen wurde Sirte von einem massiven Flächenbombardement überzogen, auch von Bomben mit chemischen Kampfstoffen ist die Rede, es wurde buchstäblich alles bombardiert, ganz Sirte war mit Leichen übersät, eine Schätzung geht von 20.000 (?) Toten aus, derzeit werden Leichen verbrannt um alles zu vertuschen

(und ich beziehe mich hier nur auf Quellen, die sich als vetrauenswürdig erwiesen haben, ich habs nicht erfunden)

Antworten Gast: grrrrr x 13
22.10.2011 18:18
1

Re: News aus dem Netz:


Aus welchem Netz? Dem Fischnetz???

Antworten Gast: Wanderer.
22.10.2011 18:12
1

Re: News aus dem Netz: Da findet sich viel Blödsinn



Deine "glaubwürdigen Quellen" haben nicht mal einen Link, wie?

Vergiß diesen Blödsinn!

Gast: estoc
22.10.2011 17:45
1

die ...

... witwe fordert? die sollte lieber froh sein, wenn sie im exil nicht besuch von ihren landsleuten bekommt.

Antworten Gast: Ellos
22.10.2011 18:10
0

Re: die ... Witwe besser auch gleich aufhängen!


Denke, si hat es doch verdient.

Übergangsrat will Leiche Gaddafis nicht obduzieren

weils auch keinen gibt

wie bei bin laden

Re: Übergangsrat will Leiche Gaddafis nicht obduzieren

Vollkommen richtig!

Ein DNA Vergleich dieser Doppelgänger-Person mit Kopfschuß

mit noch lebenden Gaddafi-Söhnen

wäre auch interessant oder doch?

Durch einen Kopfschuß werden ja biometrische Daten stark verändert und eine klare Identifizierung ist dann nicht möglich.

Gast: Kopfschüttelstaun
22.10.2011 16:11
5

Meine Fresse

Was ist denn das für ein barbarisches Land. Erst foltern sie den Gefangenen, dann schießen sie ihm in den Bauch, in den Kopf.... dann stellen sie seine Leiche zur Schau.... dann verweigert der Übergangsrat(!) eine Obduktion zur Klärung...
Da fühlt sich der Beobachter ins Mittelalter zurückversetzt. Es wird also wahrscheinlich noch Generationen dauernd, bis die annähernd an derzeitigen westlichen Standard in jeder Beziehung anknüpfen können...

Antworten Gast: Betrachtungsweisen
22.10.2011 16:58
1

Was meinen Sie mit westlicher Standard?

Meinen Sie den von Europa oder den der USA?

Ergänzungen zum weiteren Nachdenken, ab "-" gekennzeichnet

zu ihrem Text:
"Was ist denn das für ein barbarisches Land"- bei dem man den Tod eines Menschen feiert (Ihr Beginn erinnert an: http://www.youtube.com/watch?v=A93yK2Wvk6Q - ist allerdings von der Betrachtungslogik verkehrt)

"Erst foltern sie den Gefangenen" - Guantanamo

", dann schießen sie ihm in in den Kopf "- oder wenden im Zivilen den elektrischen Stuhl an, im Militärischen knallen Sie ihn ab und versenken seine Leiche im Meer (OBL)

.... und somit verweigert man eine nähere Identifizierung...

"Da fühlt sich der Beobachter ins Mittelalter zurückversetzt."

-Letzter Satz stimmt.

Antworten Antworten Gast: Freund der Ansichten
22.10.2011 17:20
0

Betreff: Westlicher "Standard"

Finde diese Videoantwort einer Amerikanerin auf YouTube recht interessant, die den westlichen - im Sinne von amerikanischen Standard - mit dem libyschen Gaddafi Standard vergleicht.

http://www.youtube.com/watch?v=P8Mg4ALIPxw

Sie kommt beim "Standard-Vergleich" zum Schluss, dass sie lieber gerne im Gaddafi-Libyen gewohnt hätte.

Re: Meine Fresse

>>...westlichen Standard.....anknüpfen...<<

Die neuen Machthaber haben nur die westlichen Bomben gebraucht, um an die Macht zu kommen. Und ansonsten werden sie ihren Helfershelfern im Westen wahrscheinlich beizeiten erklären, wo sie sich ihre Standards hinstecken können... ;-)

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