Ungarn: Orban ortet "Putschversuch auf drei Beinen"

10.02.2012 | 12:09 |   (DiePresse.com)

Ungarns Ministerpräsident Viktor Orban wirft mehreren Diplomaten, Geheimdiensten und dem Nachrichtensender CNN vor, seine Regierung stürzen zu wollen.

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Der ungarische Ministerpräsident Viktor Orban hat angeblich dem US-Nachrichtensender CNN vorgeworfen, den Sturz seiner Regierung herbeiführen zu wollen. Wie ungarische Medien am Freitag berichteten, hatte Orban zwei Tage zuvor auf einer Fraktionsklausur seiner rechtskonservativen Regierungspartei Fidesz behauptet. Demnach sei gegen ihn "ein auf drei Beinen stehender Putschversuch" unternommen worden. Daran soll auch CNN beteiligt gewesen sein.

In den Umsturzversuch verwickelt seien auch ungarische Diplomaten, die mit der Opposition sympathisierten, und nicht näher genannte Geheimdienste. Der US-Sender CNN habe in seiner Berichterstattung über Ungarn im Dezember "absichtlich den Eindruck erwecken wollen", dass die Unzufriedenheit mit seiner Person innerhalb von Fidesz wachse und sein Einfluss deshalb sinke, zitierten die Medienberichte den Regierungschef unter Berufung auf Teilnehmer der Klausur.

Rückzugsmentalität

Konkrete Anhaltspunkte für einen Putsch hat Orban den Berichten zufolge nicht genannt. Er habe aber den Großteil seiner eineinhalbstündigen Eröffnungsrede auf der Klausur nur diesem Thema gewidmet. Orban muss wegen Kritik der EU und des Internationalen Währungsfonds (IWF) seine bisherige Politik in einigen Punkten ändern. Beobachter meinen, das Erzeugen einer Rückzugsmentalität durch das Beschwören angeblicher Putschbestrebungen könne die mögliche Verunsicherung unter den eigenen Anhängern abschwächen.

Ungarn sieht sich derzeit mit drei Vertragsverletzungsverfahren und einem Defizitverfahren seitens der EU-Kommission konfrontiert. Das Land ist zugleich wirtschaftlich angeschlagen und bemüht sich bei IWF und EU um einen neuen Notkredit. Kritiker werfen Orban autoritäre Tendenzen und den Abbau der Demokratie in Ungarn vor.

(Ag.)

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26 Kommentare
 
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ORBANIEN

Nach der signalisierten Kompromissbereitschaft von Orban sollte man nun genau beobachten ob auch die Kompromisse umgesetzt werden. Aber weiter die Anti-Orban-Hysterie zu schüren, nützt auch den Ungern nicht und das Image des ganzen Landes leidet. Deswegen sollte man ihm nun eine gewisse Zeit geben und die Angriffe einstellen. (Das sage ich als eher kritischer Orban-Beobachter).

Gast: gost342
10.02.2012 20:06
3

geh bitte sads ned kindisch

schaut euch doch cnn an oder andere nachrichtensender, dann erkennt ihr die propaganda.

alle sender weltweit sind gleichgeschalten weil die einzige quelle reuters ist, von der alle kopieren, und reuters gehört dem rothschild bankenimperium, wunderts wen?

Gast: OMVler
10.02.2012 17:58
2

Also das glaube ich dem Orban

Der Orban ist zwar ein Rechter der weg sollte aber das glaube ich ihm.
CNN ist ein Werkzeug der US Regierung und das ist ja auch kein Geheimnis. Kennt wer die Ansprache von H. Clinton in der sie mehr Geld für die Propagandamaschinerie fordert weil die Russen und Chinesen jetzt auch englisshsprachige Sender haben welche der CNN die Zuseher klauen?
Die CNN ist ja dazu da die Geschehnisse dieser Welt aus der Sicht der USA darzustellen. Druck auf einen Politiker auszuüben ist da ja nichts ungewöhnliches. Wir alle glauben an die Freie Presse, die unparteilichkeit der Gerichte uvm. aber das gibt es leider nur rein theoretisch.

Gast: megatron
10.02.2012 15:42
0

Vielleicht sollte

man ihm zu moralischen Unterstützung ein paar
Kapperlständer schicken ?

Gast: hunter666
10.02.2012 15:27
3

jetzt

dreht der Orban komplett durch...

in anderen Ländern sind Leute wie Orban in der geschlossenen Psychatrie

Gast: timeo
10.02.2012 14:38
10

Ungarns Wahl

Die Ungarische Bevölkerung hat einen Fehler gemacht: Sie hat nicht so, wie die Linken es sich wünschen, gewählt.

Die ganze Szenerie erinnert an das – letztlich
gescheiterte – Vorgehen gegen Wien anno 2000, wobei sich nicht wenige Politiker und
Publizisten, die seinerzeit die „besonderen Maßnahmen“ („Sanktionen“) der damals 14
Regierungen gegen die fünfzehnte guthießen, heute dazu versteigen, die angeblich „von Orbán ausgehende Gefahr“ um „ein Vielfaches“ höher zu bewerten als das „Vergehen“ der
„Schüssel-Haider-Koalition“.
Vor zwölf Jahren wurde gegen die Entscheidung zur Regierungsbildung in Österreich kampagnisiert, heute trifft es der Ungarn „falsche“ Wahl.


Gast: ROTFRONT
10.02.2012 14:29
1

Da hält sich wieder einer für einen neuen Adi!

Ungarn wird wohl das erste Land der EU mit einer Diktatur.

Antworten Gast: Pensador
10.02.2012 14:52
5

Re: Da hält sich wieder einer für einen neuen Adi!

Ich kenn keinen Staat, der von Mitterechts-Politikern in den Bankrott getrieben wurde.
Höchstens wenn man sie von aussen hineintreibt und sie mit Krediten erpressen will, während man Griechenland das Geld nachhaut.
Aber ich kenn nicht nur Länder, sondern ganze Regionen, wie Osteuropa, die Opfer roter Pleite wurden. Diese linken Erlöser haben die Ungarn gründlich kennen gelernt, drum wählen sie die auch nicht und daher gibts den roten Mief dort nicht mehr.
Und wennst Dir Sorgen machst um eine eventuelle Diktatur mitten in Europa:
Schau zuerst, wohin Österreich geht!

Re: Re: Da hält sich wieder einer für einen neuen Adi!

nur dass sein Wirtschaftspolitik nicht rechts ist sondern (Teilenteignungen, Sondersteuern, Nationalbankzugriff) = sozialistisch

seine Gesellschaftspolitik (Zigeuner, Juden, Homosexuelle, Rechtsstaatlichkeit, Postenschacher, Medienpolitik, Außenpolitik ...) = nationalkonservativ

was dabei raus kommt = sozial und national / national+sozial (istisch)

wie man das nicht sehen kann is mir schleierhaft.

Re: Re: Re: Da hält sich wieder einer für einen neuen Adi!

Sie sind nicht ganz bei Trost.

Re: Re: Re: Re: Da hält sich wieder einer für einen neuen Adi!

bin hingerissen von der argumentativen Tiefe ihres Statements. Da kann ich nicht umhin mit grünen Stricherln nur so um mich zu werfen

Re: Re: Da hält sich wieder einer für einen neuen Adi!

Es geht nicht um "links" oder "rechts", es geht um autoritär oder nicht autoritär.

Autoritäre Politiker

sind so ganz nach dem Geschmack vieler der p.t. Poster in diesem Forum dieser "Qualitätszeitung".

"Der Standard" und der ORF

schießen ebenfalls aus allen Rohren und konzertiert gegen Ungarn.

Antworten Gast: uibel
10.02.2012 14:51
2

Re: "Der Standard" und der ORF

Urlaub in Ungarn jetzt!
Der Forint ist abgestürzt - jetzt ists richtig billig!

Antworten Antworten Gast: timeo
10.02.2012 15:11
1

Re: Re: "Der Standard" und der ORF

Nicht nur Urlaub machen.
Einkaufen, und, vor allem besonders billig, Auto reparieren, Service machen etc. In Ungarn gibt es genau wie in Österreich Fachwerkstätten, wie Opel, Mercedes, etc , die Garantien bleiben erhalten, die Arbeiten sind manchmal besser als in Österreich, dafür um ca. 1/3 billiger !

Also ich habe bisher in "Der Presse" nur die Meinungen von Orban-Kritikern gelesen....

Wenn der CNN ähnlich einseitig berichtet, dann kann ich Orbans Meinung durchaus nachvollziehen.

Re: Also ich habe bisher in "Der Presse" nur die Meinungen von Orban-Kritikern gelesen....

Hier wird verschwiegen, sogar die gestern stattgefundene Sitzung der EU-Kommission zu dem Verfahren gegen Ungarn.

Die Diskussionen darüber sind in Ungarn in vollem Gange.

Gast: ido
10.02.2012 13:32
1

logisch...

...kommt an die Macht, baut monatelang nur Sch... und legt sich mit jedem an, und wenns dann nicht geklappt hat sind erst recht die Anderen Schuld - Hauptsache selbst keine Verantwortung tragen.

Genauso stellt man sich einen Möchtegern-Diktator vor

EU-Kommission

Warum berichtet Ihr nicht von der gestrigen Sitzung der EU-Kommission zu Ungarn ? Zusammenfassend: dumpfe Anschuldigungen der so genannten Demokraten und Liberalen gegen FIDESZ, qualitativ sehr gute Argumentation der Verteidiger der ungarischen Demokratie.
Die Inqisitionssitzung wurde im ungarischen TV voll übertragen, seitens intnl. Medien aber offensichtlich verschwiegen.

Gast: gasti
10.02.2012 12:59
10

was wäre denn daran so neu

die usa haben schon immer gern geputscht und wenns nicht ging, da kann man ja immer noch den eigenen kandidaten hinbomben

Re: was wäre denn daran so neu

Bin gespannt, wann CNN über Orbáns geheime ABC-Waffen-Fabriken berichtet.

Orban

ein klarer Fall von Verfolgungswahn

Wie praktisch ...

.. sind doch die omnipräsenten "Beobachter", die politisch korrekte Beobachtungen machen. Sie sind - sofern es sie überhaupt gibt - stets anonym, sodass man ihnen genau das in den Mund legen kann, was ausgestreut werden soll. Schon verwunderlich, dass die Journalisten so gar nicht durchschauen, wie sie von den Nachrichtenagenturen auf den Leim geführt werden.

Gast: spartacussi
10.02.2012 12:32
4

ach du meine Güte,

schon wieder ein unschuldig Verfolgter, gibts nur
mehr Heulsusen ?

Gast: Hubschraubereinsatz
10.02.2012 12:29
10

Naja

wird schon recht haben mit dieser Vermutung.

 
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