Grüne: Kritik an Gaucks Äußerungen über Sarrazin

21.02.2012 | 10:18 |   (DiePresse.com)

Die Grünen sprachen sich für Joachim Gauck als Bundespräsident aus. Einige von ihnen üben nun Kritik an seiner Meinung zum Thema Zuwanderung. Ein CSU-Politiker fordert das "Ordnen seiner wilden Ehe".

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Aus den Reihen der Grünen kommt Kritik an der Nominierung von Joachim Gauck zum neuen Bundespräsidenten - obwohl die Grüne Parteführung diese mitgetragen hat. Als Grund nennen der integrationspolitische Sprecher Memet Kilic und der Bundestagsabgeordnete Hans-Christian Ströbele Gaucks Äußerungen zu den umstrittenen Zuwanderungs-Thesen von Thilo Sarrazin und zur weltweiten Occupy-Protestbewegung. Der frühere DDR-Bürgerrechtler hatte Sarrazin Mut bescheinigt und Occupy als "unsäglich albern" bezeichnet.

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Ströbele kritisierte in der "Frankfurter Rundschau" vom Dienstag die Aussagen Gaucks zu den Protesten gegen die Bankenmacht. "Inzwischen beklagen selbst die härtesten Kapitalisten Übermacht und Machtmissbrauch des Finanzsystems. Wie kann Herr Gauck den Protest dagegen auf der Straße 'unsäglich albern' nennen", sagte Ströbele. Kilic sagte dem "Tagesspiegel": "Durch seine Äußerungen zu Sarrazin fühle ich mich nun umso mehr vor den Kopf gestoßen." Er werde sich der Stimme enthalten.

Der parteilose Theologe Gauck war am Sonntag von Union, FDP, SPD und Grünen als gemeinsamer Kandidat für das Amt des Bundespräsidenten nominiert worden. Die Wahl findet am 18. März statt. Gauck war bereits vor knapp zwei Jahren Kandidat für das höchste Staatsamt von SPD und Grünen, er verlor damals im dritten Wahlgang gegen den von Union und FDP aufgestellten Christian Wulff, der am Freitag zurückgetreten war.

CSU: Gauck soll Lebensverhältnisse ordnen

Der CSU-Bundestagsabgeordnete Norbert Geis hat den seit Jahren in "wilder Ehe" lebenden designierten Bundespräsidenten Joachim Gauck am Dienstag dazu aufgefordert, seine Lebensverhältnisse zu ordnen. "Es dürfte wohl im Interesse des Herrn Gauck selbst sein, seine persönlichen Verhältnisse so schnell als möglich zu ordnen, damit insoweit keine Angriffsfläche geboten wird", sagte Geis der "Passauer Neuen Presse".

Gauck lebt seit 1991 von seiner Frau Gerhild getrennt, das Paar hat sich bisher aber nicht scheiden lassen. Seit zwölf Jahren ist die Nürnberger Journalistin Daniela Schadt die Lebensgefährtin des 72-Jährigen. Im Vorfeld der Bundespräsidentenwahl 2010 hatten Gauck und Schadt für den Fall eines Wahlerfolgs eine Hochzeit in Betracht gezogen. Gauck war damals aber gegen den Kandidaten von Union und FDP, Christian Wulff, unterlegen.

Union und FDP: Kein Koalitions-Problem

Mehrere FDP-Politiker haben die Festlegung von Gauck verteidigt. "Er ist einfach der beste Mann", sagte Entwicklungsminister Dirk Niebel dem "Mannheimer Morgen" (Dienstag-Ausgabe). Trotz zahlreicher Unmutsäußerungen von CDU-Politikern über das FDP-Vorgehen bei der Entscheidung über den Bundespräsidentenkandidaten sieht die Unionsfraktion im Bundestag das Koalitionsklima nicht nachhaltig gestört.

Auch FDP-Chef Philipp Rösler hält die schwarz-gelbe Regierungskoalition nach dem Streit nicht für beschädigt. "Das Vertrauen ist nicht zerstört", sagte der der deutsche Wirtschaftsminister der Zeitung "Die Welt" (Dienstag-Ausgabe). Dafür gebe es auch keinen Grund. "Wir haben in den Gesprächen mit der Union lediglich deutlich gemacht, dass unterschiedliches Abstimmungsverhalten von Koalitionspartnern in der Bundesversammlung nichts Ungewöhnliches wäre." Eine eigenständige Partei wie die FDP habe auch eine eigene Position, sagte Rösler.

69 Prozent für Gauck

Rückhalt bekommt Gauck auch von mehr als zwei Drittel der Deutschen. Laut einer Blitzumfrage der Forschungsgruppe Wahlen für das ZDF-Politbarometer finden 69 Prozent einen möglichen Bundespräsidenten Gauck gut. Gegen die Nominierung sind demnach 16 Prozent, und 15 Prozent haben dazu keine Meinung. Für die Extra-Ausgabe des Politbarometers waren am Montag 1122 zufällig ausgewählte Wahlberechtigte telefonisch befragt worden.

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(Ag./Red.)

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41 Kommentare
 
12
Gast: pächter der wahrheit
21.02.2012 22:09
7

Ja und ausserdem

- pinkelt er im stehen,
- hat er schon einmal den Playboy gelesen,
- hat er schon Coca Cola getrunken
- ist er kein Vegetarier
- trägt Lederschuhe

Machts Euch nicht lächerlich.

Antworten Gast: fieguth
21.02.2012 23:16
0

So ist es !


Gast: Wahrheit zählt auf dieser Welt NICHTS mehr???
21.02.2012 21:44
2

Grüne: Kritik an Gaucks Äußerungen über Sarrazin.......

....GEHT SCHON LOS!....Der Gauck ist der NEUE Strache!

Gast: Guckst du
21.02.2012 21:04
5

Besser sich vor den Kopf gestoßen als in den Hintern getreten zu fühlen...

...Hr. Hans-Christian Ströbele.

"Anwalt von RAF-Mitgliedern und Sozialistisches Anwaltskollektiv (1970–1979).

Seit dem 3. Juni 1967 leistete er als Rechtsreferendar seine Anwaltsstation im Anwaltsbüro von Horst Mahler ab. Am 1. Mai 1969 gründete er mit Mahler und dem späteren Berliner Verfassungsrichter Klaus Eschen das so genannte Sozialistische Anwaltskollektiv in Berlin. Ziel war, Demonstranten und anderen Aktivisten, die sich zahlreichen Strafverfahren ausgesetzt sahen, juristische Unterstützung anzubieten.

Ab 1970 übernahm Ströbele die Verteidigung von RAF-Angehörigen..."

Quelle: Wikipedia

Re: Besser sich vor den Kopf gestoßen als in den Hintern getreten zu fühlen...

Weils gerade so schön passt:
Cohn-Bendit Vorsitzender der Grünen im Europaparlament

Gast: Geld istweg!
21.02.2012 19:23
3

Schon mutig der neue deutsche BP,

wenn er Sarrazin mutig nennt, die Occypy- Bewegung als das nennt was sie ist- albern und die Finanzhaie kritisiert. So viel Feinde wie er sich da SCHON GESCHAFFEN HAT, läßt ein spannendes Politgeschehen mit und um Gauck erahnen.

Gast: geoopster Heike
21.02.2012 18:42
7

Wenn sie Pech haben, haut der Gauck

schon den Hut drauf, bevor sie ihn gewählt haben.

Der wird sich kaum von einem CSU-Fuzi aus der siebten Reihe belehren lassen, ob er heiraten muss - und er wird auch nicht warten, bis er sich als Bundespräsident am Pranger von braunen Rechtsrotz-Seiten wiederfindet, zu denen die WAZ höchstpersönlich ihre Leser schon mit BETTINA Wulff freizügig hinverlinkt hat.
http://www.derwesten.de/politik/christian-und-bettina-wulff-und-ihre-hannover-connection-id6163782.html

Von der Online-WAZ kommt man mit einmal Anklicken ganz unten bei BETTINA Wulff mühelos bis zu tief brauner (!) Online-Kacke. Sooo OFFEN grindig wie die WAZ war ja nicht einmal die BILD.

Unglaublich, welche MEDIEN mit welchen Mitteln die Meinungsführerschaft im Moment an sich gerissen haben und als "Königsmacher" deutsche Bundespräsidenten wegjagen oder küren.

ha ha ha
.

Warum nur?

Kann ich die Grünen nicht ernst nehmen?

Antworten Gast: VRH
21.02.2012 21:36
1

Re: Warum nur?

Müssen Sie nicht. Ich tu es ja auch nicht.

Gast: HR Preiller
21.02.2012 15:50
11

Ein guter Präsident

Wenn er Sarazzin lobend erwähnt!

Antworten Gast: Der (nicht) mit dem Wolf tanzt
21.02.2012 21:24
1

Re: Ein guter Präsident

Gauck hat im Fall Sarrazin einfach nur gemeint, dass selbstständiges Denken das Gegenteil von Mainstream ist. Oder anders ausgedrückt: Mainstream und Mut sind krasse Gegensätze.

Re: Ein guter Präsident

Gauck hat Sarrazin nicht gelobt, sondern ihm Mut attestiert. Jemandem Mut zugestehen ist etwas anderes als ihn loben. Dennoch, Gauck vertritt eine neutrale Linie und die Grünen, die ihn vor kurzem erst in den Himmel gehoben haben, schauen nun dumm aus der Wäsche. Als ob sie nicht gewusst hätten, wie Gauck zu all den Problemen steht, die Deutschland belasten. Und dass Gauck nicht unbedingt ein Freund von Königin Angela ist, das sah man während der Pressekonferenz sehr deutlich. Natürlich hat Gauck auch Schwächen, doch wer hat die nicht? Was sein Privatleben jedoch betrifft, so sollten sich besonders die Schwarzen in Bayern zurückhalten, denn ihr Parteischef Seehofer hat auch keine reine Weste.

Gast: Presseabo beenden?
21.02.2012 14:50
9

Ströbele ist doch offensichtlich sehr dement.

Der weiß vermutlich heute nicht mehr, welchen Blödsinn e gestern gesagt hat.

Hochmoralisch

Claudia Roth(Grüne) war es , die X-Mal die Moral im Mund spazierenführte. Ach ja, die Moral: Verheiratet, aber mit einer Freundin lebend. Und das als Pfarrer! Wer zieht als First Lady ein? Sarazin schätzt er,dafür findet er die Occupy-Bewegung albern. Stolz hat er keinen, denn er ist doch als BP nur zweite Wahl. Aber wie man sieht, wollte er unbedingt das gutbezahlte Pöstchen. Alt ist er auch und langweilig sowieso. Die grauen Panter Fischer und Gauck werden sich gut verstehen.
Und die FDP? Nicht das erste Mal, dass sie sich als Wendehälse betätigten. Mann erinnere sich nur, als sie Schmidt zu Fall brachten. Deshalbs ind sie ja nur mehr eine 3% Partei...

Antworten Gast: Lasse
21.02.2012 16:36
0

Und die FDP?

Sie sollten aber schon mit Respekt anerkennen, dass sich die FDP mit diesem genialen Coup in den Umfragen von 2 auf 3 Prozentpunkte verbessert hat. Das ist eine Steigerung um satte 50 Prozent!

Antworten Antworten Gast: Prozentrechnerkontrollierer
21.02.2012 21:39
0

Re: Und die FDP?

Wow! Ich glaub mich knutscht ein Elch. So vieeel?

Gast: GNessmann
21.02.2012 14:07
14

Einer der Occypy beim Namen nennt

Und die Linken regen sich auf. Ach herjeh ...

Occypy ist nicht nur albern sondern auch freiheitszerstoerend.

Gast: Österreicher
21.02.2012 13:40
7

Aha, es geht schon los!

Ist doch auch einmal schön das als Österreicher erste Reihe fußfrei mitverfolgen zu dürfen.

Deutschland 2025

...Ihr lieben Deutschen Nachbarn, werdet es noch lernen zu betten und zu heulen!

Wartet ab!

London und Paris sind erst der Anfang!

Gast: USer
21.02.2012 13:37
7

Er ist es noch garnicht

und schon setzt das übliche Präsidentenwatschnen ein. Wir werden sehen wann er die Patschen streckt.

Linke und Grüne

werden erst dann aufhören zu keifen, wenn Gauck die Zauberformel spricht: "Der Islam ist Teil Deutschlands."

Also, s.g. Herr Gauck, bitte bleiben sie standhaft und zitieren sie öfter mal Sarrazin - als Vorbild für alle Präsidenten Europas.

Typisch

In zwei Aussagen nicht identer Meinung mit den Grünen Chaoten und schon fallen sie über ihn her.

Meinungsfreiheit geht dieses Personen über alles, soferne es nicht eine zu ihren Ansichten divergierende Meinung ist.

Gast: xxxx
21.02.2012 12:38
1

Wozu die sich den Kopf zerbrechen..........

Der gleiche Kasperl im derselben Position.
Da bin ich richtig stolz auf unseren Hein Fischer; der ist auch Chef der Naturfreunde. Also versteht der was von seinem Geschäft als Präsident.

Wie peinlich ist das eigentlich!

Stellen einen Anti-CDU-Kandidaten auf, um Merkel zu schaden, und sobald es ernst wird, fällt ihnen auf, dass sie den eigentlich selber nicht wollen.

Die Grünen sind sowas von peinlich, in der BRD noch mehr als hierzulande. Sie haben es tatsächlich geschafft, aus "Merkels größter Schmach" ein Eingeständnis ihrer eigenen Unfähigkeit zu machen.

Re: Wie peinlich ist das eigentlich!

Wenn das so weitergeht, wird Deutscher Bundespräsident der meistgesuchte Job des Planeten.
Den Grünen passt nicht, dass er beim Sarrazin auch richtige Sätze findet und dass occupy lächerlich agiert, für die CSU muss er "sein Familienleben in Ordnung bringen".

Dabei hat die Bild-Zeitung noch nicht einmal Luft geholt.

Ich habe mir schon einen Logenplatz reservieren lassen.

Das Recht auf Meinung

Warum ist es heute üblich, Proteste auf der Strasse auszutragen? Viel vernünftiger wäre es, wenn die Besserwisser die bestehenden Parteien "unterwandern" und dort ihre Theorien umsetzen würden. Aber Autos anzünden, Cocktails zu werfen ist halt etwas interessanter als effektiv zu arbeiten. Auch ich finde die Proteste auf der Strasse albern. Gaucks Privatleben geht niemand etwas an. Denn eine saubere Trennung ist nun einmal keine Schande. Wulff scheiterte ja auch nicht wegen seiner zweiten Ehe. Da gab es andere Gründe.

 
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