26.05.2012 04:30 | Meine Presse Merkliste 0

UNO: Gräueltaten auf Befehl von Syriens Regime

23.02.2012 | 13:50 |   (DiePresse.com)

Die syrischen Streitkräfte sollen auf Befehl Kinder und unbewaffnete Demonstranten erschießen. Die Protesthochburg wird erneut mit Granaten und Raketen beschossen.

Artikel drucken Drucken Artikel versenden Senden Merken AAA Textgröße Artikel kommentieren Kommentieren

Die Gräueltaten in Syrien werden nach einem Bericht der Vereinten Nationen auf Anordnung der politischen und militärischen Führung verübt. In einem am Donnerstag veröffentlichten Bericht an den UNO-Menschenrechtsrat wird eine Anklage gegen die Verantwortlichen wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit gefordert. Die unabhängigen Ermittler haben nach eigenen Angaben eine vertrauliche Liste mit den Namen von entsprechenden syrischen Politikern und Armee-Angehörigen erstellt. Die von dem Brasilianer Paulo Pinheiro geleitete Kommission befand zwar, dass auch die Aufständischen Verbrechen begangen haben. Diese seien "allerdings vom Umfang nicht vergleichbar".

In dem Bericht wird beschrieben, wie die syrischen Streitkräfte auf Befehl Kinder und unbewaffnete Demonstranten erschießen, verwundete Gefangene in Krankenhäusern foltern, Soldaten töten, die entsprechende Befehle verweigern, grundlos Menschen festnehmen und wahllos Wohngebiete mit Panzern und Maschinengewehren angreifen.

Granaten- und Raketenangriffe auf Homs

Die Truppen des syrischen Machthabers Bashar al-Assad haben nach Oppositionsangaben in der Protesthochburg Homs den 20. Tag in Folge Wohngebiete angegriffen. Auf die sunnitischen Stadtteile Al-Khalidiya, Al-Inshaat und Baba Amro hagelten auch am Donnerstag Granaten und Raketen ein, wie Aktivisten berichteten. "Die ganze Stadt wird von Explosionen erschüttert. Gott, sei uns gnädig", sagte Anwohner Abdallah al-Hadi. Die Zahl der Toten war zunächst unklar.

Eine größere Zahl von Deserteuren soll sich in der Stadt Daraa von den Regierungstruppen abgesetzt haben. Die fahnenflüchtigen Soldaten hätten sich heftige Gefechte mit ihren ehemaligen Kameraden geliefert, hieß es.

Am Vortag sollen in Syrien nach Informationen der Opposition 97 Menschen getötet worden sei. 60 von ihnen seien in Homs gestorben. Eine unabhängige Überprüfung dieser Angaben ist wegen der Behinderung der Arbeit von Journalisten durch die Regierung nicht möglich.

Zwei Journalisten getötet

Am Mittwoch waren zwei westliche Journalisten bei einem Angriff in Homs ums Leben gekommen - die US-Reporterin Marie y Colvin und der französische Fotograf Remi Ochlink. Der syrische Informationsminister, Adnan Mahmud, sagte nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur Sana, er habe von der Anwesenheit der beiden Journalisten in Syrien nichts gewusst. Jeder Journalist, der illegal eingereist sei, solle sich bei den Behörden melden.

Die Assad-Truppen nehmen Homs seit Anfang Februar unter Dauerbeschuss. Bei Angriffen auf den Stadtteil Baba Amro wurden am Mittwoch nach Oppositionsangaben mehr als 80 Menschen getötet. Zudem kamen in der Stadt zwei ausländische Journalisten ums Leben. Am Freitag kommt eine internationale Syrien-Konferenz in Tunis zusammen. Die USA schlossen zuletzt eine Bewaffnung der Rebellen nicht mehr aus.

Brennpunkt Syrien: Der Aufstand gegen Assad

Alle 16 Bilder der Galerie »

(Ag./Red.)

Testen Sie "Die Presse" 3 Wochen lang gratis: diepresse.com/testabo
Als Gast kommentieren

...oder einloggen um als registrierter Benutzer zu kommentieren (Vorteile dieser Variante)


Mit dem Absenden Ihres Kommentares erklären Sie sich mit den Forenregeln einverstanden.

*... Pflichtfelder

Sicherheitscode
(Was bringt das?)*



Schwer lesbar?
Neuen Code generieren

Verbleibende Zeichen

7 Kommentare
Gast: Jochen Rind
24.02.2012 18:45
0 0

"Die Gräueltaten in Syrien werden nach einem Bericht der Vereinten Nationen auf Anordnung der politischen und militärischen Führung verübt"

Ist die UNO überhaupt vor Ort in Syrien, um solche Aussagen tätigen zu können, oder bezieht sich die UNO dabei auf das Einmann-Büro "für Menschenrechte" in London?

Pete
24.02.2012 17:26
0 0

Einfach zum Nachdenken

Wem nützen die Gräueltaten? Dem Regime um Assad wohl kaum. Könnte es nicht sein dass die Gewaltakte von den ach so unbewaffneten Zivilisten provoziert werden um einen Umsturz herbeizuführen?

cougar
23.02.2012 15:35
1 0

Hab mich schon gefragt wo das tägliche Syrien-Bashing bleibt.


Antworten celsius
23.02.2012 19:22
2 0

Hab mich schon gefragt wo das tägliche Syrien-Bashing bleibt.

ja es kam noch, ganz klein und unscheinbar.
Der Tod der beiden Journalisten ist so unnütz für die Wahrheit, denn ihre Bilder und Berichte werden offensichtlich nicht veröffentlicht. Die Fotos zum Artikel sind so stümperhaft und nichtssagend ...

Gast: Goooooooogl
23.02.2012 14:08
0 0

Militärische Übungen in der Nähe der Grenzen von Karabach


jerry91
23.02.2012 13:54
1 0

ja ne is klar Presse...


Gast: schonwiedereingast (dauerzensuriert)
23.02.2012 11:30
2 0

"...sagte Anwohner Abdallah al-Hadi"

total ganz echter Augenzeuge, cool