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PRO: Die EU braucht mehr Macht, um zu überleben

28.06.2012 | 11:52 |   (DiePresse.com)

PROEine EU-Regierung mit weitreichenden Kompetenzen ist das beste Mittel im Kampf gegen Schuldenkrise und Reformstau.

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Die „Zukunftsgruppe" aus zehn Außenministern schlägt ein völlig neues Modell für die Europäische Union vor. An der Spitze einer bundesstaatlichen Struktur soll eine europäische Regierung mit einem direkt gewählten Regierungschef stehen. Zum direkt gewählten Europäischen Parlament soll - ähnlich dem US-Modell mit Senat und Repräsentantenhaus - eine Länderkammer dazukommen.

Vier Argumente, warum eine solche neue Struktur sinnvoll wäre.

EU handlungsfähig machen

Derzeit treffen die Staats- und Regierungschefs der EU-Mitgliedsstaaten als Europäischer Rat alle wichtigen Entscheidungen. Allerdings: Meist bleibt es bei endlosen Beratungen auf EU-Gipfeln, große Würfe scheitern an den völlig unterschiedlichen nationalen Interessen. Eine Entmachtung der Staats- und Regierungschefs würde den Weg für Reformen freimachen.


Schuldenkrise bewältigen

Dass die EU handlungsfähiger werden muss, um zu überleben, zeigt allein schon die Wirtschaftskrise. „Wir betrachten die gegenwärtige Krise als Weckruf; die Zeit für weitreichende Reformen wird knapp", schreibt die „Zukunftsgruppe" in ihrem Reformpapier. Es war ein Konstruktionsfehler der Eurozone, eine Währungsunion ohne gemeinsame Finanzpolitik zu schaffen. Wie an der Griechenland-Misere überdeutlich wird, braucht es Instrumente, um Schuldenländer zu Einsparungen und Strukturreformen notfalls auch zu zwingen. Ein EU-Finanzminister mit Kontroll- und Eingriffsrechten würde die Währungsunion erheblich stärken.


Demokratiedefizit beseitigen

Das Europäische Parlament spielt derzeit nur eine untergeordnete Rolle im Entscheidungsprozess und wird beim Euro-Krisenmanagement von den Staats- und Regierungschefs umgangen. Ähnliches gilt auch für die nationalen Parlamente, die oft nur noch die Beschlüsse der EU-Gipfel absegnen. In einer neuen Struktur mit einem Zweikammernsystem würde die Volksvertretung aufgewertet werden. Eine gemeinsame EU-Regierung mit einem direkt gewählten Regierungschef könnte außerdem helfen, das bröckelnde Zusammengehörigkeitsgefühl unter den EU-Bürgern wieder zu bestärken.


Europa Gehör verschaffen

Der Vorschlag der „Zukunftsgruppe" sieht vor, neben Budgetangelegenheiten auch noch weitere Kompetenzen nach Brüssel zu verlagern. Das wäre in mehreren Bereichen zu begrüßen. Eine echte gemeinsame Außenpolitik etwa würde Europa in der Welt wesentlich mehr Gehör verschaffen als es die einzelnen Mitgliedsstaaten derzeit haben.

--> Umfrage: Sind Sie für einen ''EU-Staat''?

--> CONTRA: EU-Staat ist kein Ausweg aus der Krise

PRO und CONTRA
Die Serie "PRO und CONTRA" ist eine Sammlung von Für- und Wider-Argumenten zu einem aktuellen Thema, die nicht die Meinung der Autoren widerspiegelt.

(Red.)

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48 Kommentare
 
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EU überlebt nicht

Auch dann nicht, wenn alle Macht in Brüssel ist.
Dann gibt es jedenfalls keinen Staat Österreich mehr, was soviel bedeutet, dass SPÖ-ÖVP die 2. Republik abgeschafft hätten.

mehr macht - àla EUDSSR ?

wenn die macht nicht vom volk ausgeht, brauchen die technokraten nicht mehr, sondern weniger macht.
ja, europa muss neu gebaut werden. die fehler sind zu korrigieren. es ist nicht das europa, das ich gewählt habe. noch weniger bei diesen vorschlägen.
vorsicht ! trojanisches pferd !

Gast: Hutbürger
29.06.2012 18:11
1 0

die Sowjetunion

hätte damals auch mehr Macht gebraucht, um zu überleben. Meine Sympathien verhalten sich ähnlich.

Gast: Paria
29.06.2012 12:58
4 0

Demokratiedefizit beseitigen???

* Wie kann ein Staatenbund, bestehend aus 27 (zum Teil sehr alten) Demokratien nicht demokratisch sein?

* Wenn die EU immer nur demokratischer wird (zuletzt angeblich durch den Lissabonvertrag), was ist sie dann jetzt eigentlich? Undemokratisch?

* Wer bestimmt dann, ob das Demokratiedefizit erfolgreich beseitigt wurde?

* Wieso wird immer noch behauptet, dass die USA eine Demokratie sind?

Re: Demokratiedefizit beseitigen???

Dann haben wir ganz einfach : " Eine parlamentarische Diktatur !" Denn wenn von Demokratie spricht, benötigt er einen Duden und ein Lexikon , im Duden nach sehen ,wie man Demokratie schreibt, damit er im Lexikon nachlesen kann, was das überhaupt ist, von was er spricht !

3 0

Wenn man berücksichtigt

wie weit die Prioritäten, die Lebensart, das Rechtsverständnis und nationales Verantwortungsfühl in den 27 Mitgliedsländern auseinanderklaffen, der wünscht sich bestimmt keinen Europa Staat der womöglich aus einer gewählten Regierung von Politikern aus Litauen, Sizilien und Rumänien etc. etc. besteht.

Gast: netter gast
29.06.2012 11:20
1 1

Das Anschlußargument ,durchgesetzt mit Angst

Europa ist ein Europa der Vielfalt .
Und Europa ist heute ein Europa der Demokratie .

Was sollte an einem Europa mit Brüsseler Machtzentrale besser sein ?

Europa würde zu einem diktatorischen Machtapperat reduziert . Diktaturen waren für Machtgruppen immer eine Verführung und
heute haben solche Machtgruppen wieder große Öffentlichkeit .
Dieses Projekt kann aber nur mit autoritärer Propaganda und gegen den Willen der Europäer durchgesetzt werden .

Re: Das Anschlußargument ,durchgesetzt mit Angst

Ja leider können die Neoliberalen wie Spindelegger, Faymann und ihre Freunde in Brüssel nicht damit leben dass wir nunmal unterschiedlich sind. Man will alle gleich schalten und walten fast wie im Sowjetreich.

Aber gerade diese Vielfalt macht Europa zu einem schönen Kontinent. Mit einer vereinheitlichung wie in der USA (die unter völligen anderen bedinungen entstand) setzt man all dass aufs Spiel.

Ich finde es schade dass gerade Spindelegger hier so für eine vereinheitlichung ist. Solche Aktionen zerstören unsere Kulturen massiv und was ist ein Volk noch wert wenn es nur noch zum Geld machen und wirtschaften da ist? auf kosten der Identitäten und Kulturen?

Der EU-Staat muss künftigen Generationen zuliebe verhindert werden!

um die Nettozahler

auf griechisches Niveau zu drücken. Wie kommen die Steuerzahler der paar fleißgen Länder in der EU dazu, den faulen Rest zu erhalten!?

Schwindsüchtige Spieler

würden von der Bank längst keinen Cent mehr erhalten, ebenso Unternehmen die keinerlei Gewinn erwirtschaften. Diese Union hat längst jegliche Existenzberechtigung verloren.

Sollten 18 Jahre Bewährungsprobe nicht ausreichen um zu zeigen welches Potential vorhanden ist? Wir sehen doch wohin die Entwicklung führt.

Vorallem aber fehlt es an Verantwortlichen, wie insbesondere der ESM zeigt.

Re: Schwindsüchtige Spieler

In dem sich Unsere Politiker Gebetsmühlenartig einreden "Österreich hätte es ohne die EU viel schlechter" hält man ein überleben ohne EU für unmöglich. Leider vergessen sie dabei dass es Österreich vor der EU bestens gegangen ist. Andere Länder gehören auch nicht diesem Verein an leben aber trotzdem recht gut ohne EU und sogar in Kooperation nur nicht mit den Zwangsverpflichtungsaufgaben.

Ich will auch dass Österreich aussteigt.
Was soll denn schon groß passieren. Ich werde von der Bundesregierung und den Österreichern nicht verlangen dass wir Wirtschaftlich mit den "Supermächten" Schritthalten müssen. Und Strafzahlungen sollte man einfach nicht überweißen.

Springender Punkt ist doch

das wir keine Bedenken haben innerstaatlich umzuverteilen, dort ist das gang und gäbe aber gehts einmal einen Schritt weiter, EU weit, dann kommt der Aufschrei. Wie soll ein Europa jemals zusammenwachsen wenn man sofort wenn es einmal um Solidarität geht wieder die Mitgliedstaaten nur noch auf den eigenen Vorteil bedacht sind. Wir brauchen eine starke EU. Wir hätten alle gern ein geeintes Europa, mit der Diversität die uns näher bringt und nicht entfernt. Mit den selben Zielen und Prinzipien. Europa ist nicht nur ein politisches Konstrukt, es braucht auch eine Seele und das fängt im einzelnen an zu verstehen dass wir über den Tellerrand blicken müssen, und umverteilen müssen dass auch strukturschwache gegenden eine Chance bekommen

Re: Springender Punkt ist doch

Alles richtig aber Sie übersehen ein in der Praxis wesentliches Detail:
Solange niemand sagen will, wieviel Wohlstand umzuverteilen ist (und somit, was das den Einzelnen kostet) darf man sich über eine gewisse Skepsis nicht wundern.
Denn: "Damit steigt der Wohlstand Aller" (vulgo "Ederer-Tausender") ist nicht belegt. Ab einem gewissen Punkt ist Werbung zu machen nicht mehr genug. Dann muss auch das Produkt passen.

Gast: Gast 2012
28.06.2012 23:33
2 1

vorwärts Kameraden, wir müssen zurück!

die EU-Politiker haben uns in ein Dilemma geführt. An die Regeln, die bei der Einführung des Euro beschlossen wurden hat sich niemand gehalten. Jetzt heißt es zurück an den Start und den Weg nochmals in kleinen Schritten gehen. Vor allem aber müssen die Bürger Europas endlich in die Entscheidungen eingebunden werden. So wie es jetzt läuft ist ein Ende mit Schrecken besser als ein Schrecken ohne Ende!

Gast: dietotalemacht
28.06.2012 23:10
3 3

noch mehr macht nach brüssel und zu den banken- was haben die bilderberger u. finanzeliten mit europa vor- wohl nichts soziales und friedliches


Sag mir keiner, die EU hätte nicht auch bisher

Kontroll- und Sanktionmöglichkeiten gehabt - wir in Österreich wissen das zu gut. Aber im politischen Betrieb gelten offensichtlich Buchhalterregeln nicht. Warum soll ich glauben, das die die sich jetzt "alternativlos" bezeichnen, die Sache in Zukunft besser machen werden. Ganz abgesehen von der allgemein zugegebenen Tatsache, daß offensichtlich die Länder im Geschäftsbetrieb unterschiedlich funktionieren. Und Herr Draghi dirigiert die EZB eben nach "südlichem" Rezept. 1000 Mrd. zu 1% für die Banken um Staatsanleihen zu kaufen und ausserdem ein Nostroportefolio in toxischen Staatsanleihen von mehreren 100 Mrd. €. So war die EZB von Herrn Waigel nicht konzipiert. Und warum diese "Gesetzmäßigkeit", daß seit Jahrzehnten immer die selben zahlen. Wenn das das EU-Konzept ist, dann ohne mich und ohne EMS. W.

Fragt doch das Orakel von Delphi

Aus demokratischer Sicht habt ihr auf voller Länge versagt um ein Prestige Projekt am Rücken und auf Kosten der hart arbeitenden Menschen umzusetzen.

Demokratiedefizit beseitigen

als Pro-Argument. Der war gut.

Gast: trust 12
28.06.2012 19:58
6 1

einen Vorteil hätte es schon

wenn EU Politiker wie z.B. Swoboda oder Karas mehr Macht hätten, würde der Todeskampf der EU nicht so lange dauern

Der Wähler braucht mehr Macht - so ist das halt

in der "blöden Demokratie".
Die EU-Dementen werden den Tritt bekommen, den sie verdienen.

Gast: Die Ente Lippens
28.06.2012 18:33
3 0

ein EU staat waere nicht wie frueher vorgestellt ein zusammenschluss von deutschland, niederlanden, luxemburg, schweden, italien usw sondern von rumaenien, bulgarien, zypern, kroatien, slowenien, polen, (bald) Mazedonien, (bald) Albanien, uU Tuerkei.

Das soll besser sein? Deswegen geben wir unsere selbstbestimmung auf?

Gast: Liberty Force
28.06.2012 16:59
6 0

Ein "EU-Staat" wäre genauso pleite wie seine Einzelstaaten

Auch eine EU-Regierung kann die Schuldenberge nicht verschwinden lassen, sondern bestenfalls hin- und herschieben.

Die Freimaurer, Bilderberger, etc. greifen angesichts der nicht mehr lange zu haltenden Situation nun offen nach der Macht. Ihre NWO wird scheitern, da immer mehr Menschen bereits wissen, was gespielt wird.

Gast: Ibisxi
28.06.2012 16:22
9 1

In Deutschland

wird geprüft, ob eine Abgabe von Kernkompetenzen des Staates überhaupt mit der Verfassung vereinbar wäre. Sie ist es nicht.

Hierzulande scheint man sich diese Frage gar nicht mehr zu stellen. Herr Spindelegger tut so, als ob das alles längst abgesegnet wäre. Eine ernsthafte Diskussion ist auch in den Medien kaum zu finden, wir sind ja permanent damit beschäftigt, uns von den Korruptionsskandalen unserer Politiker unterhalten zu lassen.

Vor ein paar Jahren wurde noch die "Neutralität" Österreichs beschworen, jetzt soll das Land nach dem Willen unserer Regierung am besten gleich in der EU aufgehen.

Das einzige, was unsere Politiker können, ist, für sich selbst ein Parteiengesetz zu basteln, mit dem sie unsere Steuergelder verjubeln.

Gut, dass mit Merkel wenigstens eine Politikerin da ist, die die Interessen der Geberländer vertritt. Unsere Politiker sind Schafe, die überall mit laufen und mäh machen.

Re: In Deutschland

Das hat einen recht einfachen Grund.

Im deutschen System steht die Verfassung über dem Volk, bei uns ist es umgekehrt.
(Realverfassung mal außen vor).
Sprich bei uns kann man ALLES einführen, schlimmstenfalls halt mit zusätzlicher Volksabstimmung.
In Deutschland kann aber gewisse Grundsätze (theoretisch) nicht einmal mehr das Volk per einstimmigem Beschluss ändern.

Antworten Gast: Der Bremer
28.06.2012 17:47
6 0

Re: In Deutschland

Völlig zutreffend! Deswegen bin ich auch vorsichtig optimistisch, dass der ESM vom Bundestag nicht ratifiziert werden kann, selbst mit einer Zweidrittel-Mehrheit nicht. Ich bin zwar ansonsten kein Anhänger "der Linken", aber sie tun zur Zeit das einzig Richtige. Sie werden Klage beim Bundesverfassungsgericht erheben. Und ebenso werden es Herta Däubler-Gmelin und Peter Gauweiler tun.

Und das ist meiner Meinung auch mit ein Grund dafür, weshalb die Streitereien zwischen den Nehmer- und Geberländern beim jetzigen EU-Gipfel so offen hervortreten. Denn die Nerven bei den Politikern liegen offensichtlich blank. Der Handlungsspielraum wird immer enger. Irgendwann wird die Situation derart verfahren sein, so dass der Euro auch politisch keine Zukunft mehr hat. Und der freie Markt und die Ratingagenturen tun ohnehin schon ihr Übliches. Und bis es zu einer Volksabstimmung in Deutschland kommt, vergeht noch viel Zeit. Und diese Zeit haben die Euro-Beführworter nicht mehr.

Und hoffentlich kriegt dieser unfähige, pfälzische Saumagenfresser noch zu Lebzeiten mit, wie sein schönes Europa großen Schaden nimmt und der Euro zerstört wird.

Die EU braucht mehr Macht, um ...

sich in den Selbstmord zu stürzen;

Das künstliche Konstrukt der einheitlichen Währung war schon vor der Erfindung zum scheitern verurteilt - "die UR-Gemeinschaft" hat funktioniert, wo die einzelnen Staat noch per Sonderverträgen die eigene Souveränität inne hatten; das das System mit den "Kommissaren" sich selbst erledigt, haben doch die "Sowjets" vorgeführt ... und der Westen lachte über die 5-Jahres Pläne, die er sofort übernahm: es musste so kommen und wird so enden wie Comecon (Kommen con):-(

 
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