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IWF: Österreich bereit, sechs Milliarden Euro zu zahlen

19.12.2011 | 20:43 |   (Die Presse)

Die EU-Finanzminister einigten sich auf frische Mittel für den Internationalen Währungsfonds. Österreich müsste mit sechs Mrd. Euro beteiligen.

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Brüssel/Wien/go/wb. Am Montag lief die Frist aus, die sich die Regierungen der EU vor zehn Tagen selbst gesetzt hatten, um rund 200 Milliarden Euro an frischen Mitteln für den Internationalen Währungsfonds (IWF) zu finden. In einer kurzfristig angesetzten Telefonkonferenz einigten sich die Finanzminister der Mitgliedstaaten dann Montagabend, 150 Milliarden aufzustellen. Die Nachrichtenagentur AFP berief sich auf deutsche Regierungskreise. Die Minister seien zuversichtlich, den angestrebten Betrag von 200 Milliarden zu erreichen.
Klar war vor Beginn der Besprechung jedenfalls eines: Österreich müsste sich an dieser Aktion mit sechs Milliarden Euro beteiligen. Das wurde der „Presse“ auf Anfrage aus dem Finanzministerium bestätigt. Diese Summe kommt allerdings nicht aus dem Bundeshaushalt. Vielmehr ist das ein Kredit, den die Österreichische Nationalbank dem IWF zur Verfügung stellt, wofür sie von selbigem Zinsen erhalten soll.

Bundesbank legte sich quer

Die Geldsammelaktion der Europäer stand anfangs unter keinem guten Stern. Das Grundproblem besteht in dem inneren Widerspruch, dass die Europäer einerseits durch die Organisation dieser Summe andere Staaten dazu bewegen wollen, sich ebenfalls mit Geld an der Stabilisierung der Eurozone zu beteiligen – andererseits aber selbst durch das geltende EU-Recht an dieser Rettungsaktion gehindert werden. Denn die nationalen Notenbanken dürfen ebenso wenig wie die Europäische Zentralbank (EZB) Geld schaffen, um damit die Schulden von Ländern der Eurozone zu bezahlen. Genau das versuchen aber mehrere europäische Regierungen über den Umweg des IWF zu tun. Sie fordern, dass der IWF diese bis zu 200 Milliarden Euro in einen Sonderfonds legt, der gezielt der Eurozone zugutekommt. Diese Umgehungskonstruktion ist so offensichtlich, dass die Deutsche Bundesbank gleich nach ihrem Beschluss auf dem EU-Gipfeltreffen am 8. und 9. Dezember ihn rundweg abgelehnt hat. Die Bundesbank sagte damals, zwar bereit zu sein, dem IWF Geld zur Verfügung zu stellen, um ihm bei der Stabilisierung des globalen Finanzsystems zu helfen. Eine gezielte Umleitung von Zentralbankengeldern über den IWF in die Budgets von Spanien, Italien oder Frankreich lehnt die Bundesbank aber strikt ab.

Deutschland kündigte bereits im Vorfeld an, 45 Milliarden Euro einzuzahlen, Großbritannien rund zwölf Milliarden Euro, Schweden rund elf Milliarden Euro, die Niederlande 17 Milliarden Euro, Polen 6,3 Milliarden Euro. Die USA werden sich voraussichtlich nicht beteiligen, weil die erforderliche Zustimmung des Kongresses höchst unwahrscheinlich ist. Kanada und Japan warteten auf die Vorleistung der Europäer.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 20.12.2011)

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8 Kommentare
Gast: Hemingway
19.12.2011 22:17
3 0

Wie lange läßt sich das Volk das alles noch gefallen ?


Gast: v. Faltin
19.12.2011 22:13
3 0

Ausplünderung Österreichs

Österreich müsste sich an dieser Aktion mit sechs Milliarden Euro beteiligen, muß aber nicht.
Wenn das die Politiker machen, verraten sie nicht nur ihre Wähler und das österreichische Volk.
Sie verraten auch die Demokratie und ihre Werte.
Wenn sie eines Tages dann angeklagt werden, wegen Hoch- und Landesverrat und des Betrugs und Ausplünderung an Millionen von kleinen Leuten, also dem gemeinen Volk, dann sollten sie sich eine Pistole besorgen und den letzten Rest von Ehre erhalten und sich erschießen.

kapitalist
19.12.2011 22:11
2 0

Ein völlig sinnloses Unterfangen,

man tut gerade so als ob es vor dem Euro kein Leben gegeben hätte...es wird auch eines nach dem Euro geben! Man sollte dieses Kapitel endlich abschliessen bevor uns diese Totgeburt in noch mehr Schulden treibt und Europa noch mehr auseinander dividiert, anstatt es zu einen!
Ausser Spesen nix gewesen!!!

Gast: Hans im Glück
19.12.2011 21:42
2 0

Diese Geldverprasser, dafür wollt ihr neue und höhre Steuern???

Neuen oder höhere Steuern haben keine Daseinsberechtigung bis ihr nicht alle schwarzen Löcher zugestopft habt:
-Griechenlandhilfe
-ESM und EFSM
-IWF
-Die Sparvorschläge des Rechnungshofes umgesetzt sind

Ihr wollt nur die Leute gegen einander ausspielen, das beherrscht ihr perfekt.

Was wir dringend brauchen ist eine Senkung der Lohnnebenkosten.

Folgender Vorschlag: Senkung der Lohnnebenkosten (Arbeitnehmer- und Arbeitgeberbeitrag) um je 3% pro Jahr. Der Vorteil für die Bundesregierung liegt in der Planungssicherheit. Sie dürfen jetzt schon überlegen in welchem Bereich sie diesen Steuerausfall einsparen will.

Diese Überlegungen werden in Zukunft ALTERNATIVLOS sein.

Gast: werbistdu
19.12.2011 20:59
3 0

Man kann es Cameron nicht verübeln

daß er bei dieser Verar...schungs-Show nicht mehr mitmacht.

1 0

es müßte hier eigentlich genug Platz vorhanden sein,

um alle jene Österreicher namentlich aufzulisten, die dazu "bereit sind, sechs Milliarden Euro zu zahlen"...

jerry91
19.12.2011 19:59
3 0

die Fekter

erzählt sicher bald wieder was das für ein tolles Geschäft wird...

Gast: Inländerrum
19.12.2011 19:32
4 0

4 Milliarden einsparen, 6 Milliarden raushauen.... mit hoams jo!

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