Schlechtes Integrationsklima bessert sich

09.07.2012 | 12:36 |   (DiePresse.com)

Zeugnis für Sebastian Kurz: 57 Prozent der Österreicher finden, dass der Integrationsprozess nicht funktioniert. 2011 waren es aber noch 69 Prozent. Der Integrationsstaatssekretär: "Es gibt noch unendlich viel zu tun."

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Es ist das erste Zeugnis für Sebastian Kurz - und der VP-Integrationsstaatssekretär ist zumindest nicht durchgefallen: Am Montag legte die Statistik Austria ihren Integrationsbericht „migration & integration" vor. Und darin zeigen sich erste Erfolge in der Integrationspolitik, das Klima hat sich demnach verbessert - allerdings von sehr niedrigem Ausgangsniveau. Denn das Zusammenleben funktioniert aus Sicht der Mehrheit immer noch schlecht.

Demnach sind mehr als die Hälfte der befragten Österreicher, 57 Prozent, mit dem Integrationsprozess unzufrieden. Das mag zwar ein alarmierender Wert sein, im Vergleich zum Vorjahr haben sich die Zahlen aber deutlich verbessert: Damals hatten noch 69 Prozent der Befragten angegeben, dass die „Integration von Migranten eher schlecht oder sehr schlecht funktioniert".

Türken fühlen sich mehrheitlich nicht zugehörig

Zugewanderte Bürger beurteilen den Integrationsprozess

traditionell positiver: 87 Prozent der befragten Personen fühlen sich in Österreich heimisch. Auffallend ist, dass Zuwanderer aus der Türkei anders als jene aus dem ehemaligen Jugoslawien sich weiter mehrheitlich nicht Österreich sondern ihrem Heimatland zugehörig fühlen (55,9 %).

65 Prozent der Migranten standen im Vorjahr im Erwerbsleben und 74 Prozent der Nicht-Migrantinnen. Wie die Statistik-Austria schreibt, drückt den Schnitt vor allem die niedrige Erwerbstätigenquote von türkischen Frauen (45 Prozent).

Ausländer öfter Opfer und Täter

Und zu Sicherheitsfragen hält der Bericht fest: "Viermal soviele Ausländer (1,4%) wie Österreicher (0,4%) wurden 2011 gerichtlich verurteilt. Gleichzeitig waren Ausländer knapp doppelt so oft Opfer von Straftaten als Österreicher."

Zuwanderung gestiegen

Die Zuwanderung hat im Vorjahr übrigens zugelegt, 130.000 Personen emigrierten nach Österreich, im selben Zeitraum verließen 95.000 Menschen das Land, macht also eine Nettozuwanderung von 35.000 Personen. Insgesamt lebten im Vorjahr durchschnittlich 1,569 Millionen Personen mit Migrationshintergrund im Land, ihr Anteil an der Gesamtbevölkerung betrug 18,9 Prozent (2010: 18,6). Auch die Zahl der Asylanträge ist wieder angestiegen - und zwar von 11.000 im Jahr 2010 auf 14.000 im Vorjahr. Die meisten Asylwerber stammten dabei aus Afghanistan (3609). 

"Gutes Jahr für Integrationspolitik"

"2011 war ein gutes Jahr für Migrations- und Integrationspolitik in Österreich", resümierte Heinz Fassmann, Vorsitzender des Expertenrats. Sein Gremium hatte Integrationsstaatssekretär im Vorjahr 20 Punkte nahegelegt, die überwiegend bereits umgesetzt wurden oder im Werden sind, so Fassmann. Im kommenden Jahr sollen noch Schwerpunkte bei Spracherwerb und Bildung sowie Werten und Religion gesetzt werden.

Kurz: "Es gibt noch unendlich viel zu tun"

Österreich habe nach wie vor mit dem "Erbe der Gastarbeiter" zu kämpfen, die Defizite in der Integrationspolitik in den vergangenen 50 Jahren seien kumuliert und ließen sich nicht von heute auf morgen lösen, konstatierte Fassmann. Auch Kurz blieb trotz der Freude realistisch: "Es gibt noch unendlich viel zu tun", verwies er ebenfalls auf "jahrzehntelange Versäumnisse": "Es besteht daher in Wahrheit alles andere als ein Grund für Euphorie."

Kein Lob von Grünen und SOS Mitmensch

Die Grünen vermissten am Montag neue Maßnahmen: "Für eine echte Verbesserung des Zusammenlebens brauchen wir mehr als Ankündigungen, nämlich gelebte Chancengleichheit und Gleichberechtigung", so die Grüne Integrationssprecherin Alev Korun. Auch SOS Mitmensch fand "zahlreiche Leerstellen" im Bericht. Der "Stillstand" bei der Erarbeitung weiterer Maßnahmen sei "gravierend", so Sprecher Alexander Pollak.

 

(Red.)

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60 Kommentare
 
12
Gast: Britta02
15.07.2012 17:05
0 0

Kommentar

Was macht der lange Kurz eigentlich Sinnvolles für die Steuerzahler? Für Sinnlos-Projekte Geld mit beiden Händen hinauswerfen.

Und zu den Moslems: ich kann mich einigen Kommentaren nur anschliessen: diese religiöse, stützungsabhängige Sub-Unterschicht mit unendlichen Forderungen an die autochtonen Österreicher sollten ihre Integration in der Türkei durchführen. Wir wollen diese Leute nicht - bringen nichts ein in die Gesellschaft außer Zores und kosten den Großteil der Sozialtranfers.

Der lange Kurz kann endlich Sinnvolles machen: den Türken die Rückkehr in die Heimat schmackhaft machen!

Gast: plebs potus
14.07.2012 17:01
0 0

nicht auf der saualm

da ist das klima ganz schlecht...

Die Weichzeichnung wird fortgesetzt

Wir wiederholen unsere Einwände gegen die wissenschaftlich-statistische Weichzeichnung der Probleme durch den Expertenrat im Integrationsbericht: neuer Unterschichtstatus der ehemaligen Gastarbeiter und ihrer Nachkommen *unter* den heimischen Fach- und Hilfsarbeitern/Messung der rassistischen Ausgrenzung im Rahmen des Anti-Muslimismus und Anti-Türkismus/ wissenschaftliche Beachtung der Identitätsformen der Migranten im Rahmen einer Hybriditätstheorie/erweiterte Integration von Migranten-Expert_innen in den Expertenrat beim BMI / Errichtung des angekündigten Online Integrations-Wissensportals, wo auch die Publikationen der jetzt ausgeschlossenen Migranten-Expert_innen integriert werden (vgl. http://or-om.org/krmigration.docx ).

Gast: illepu
10.07.2012 18:08
2 0

das machen die medien

Diese Einstellungsänderung der Ösis beweist nur, dass die unbewusste Infiltrierung über die Medien gut funktioniert. Seit einiger Zeit sind alle Medien höchst bemüht Menschen mit Migrationshintergrund positiv darzustellen (z.B. beim Neujahrskonzert 2012 wo im Großformat ein kleiner Bub von den Sängerknaben mit schwarzer Hautfarbe gezoomt wurde) oder bei einem negativen Anlassanfall - z.B. Kriminalität - den Migrationshintergrund einfach nicht zu erwähnen.

Gast: Walterskirchen G
10.07.2012 07:27
5 1

"Gutes Jahr für Integrationspolitik"

Man sieht es an der Zunahme verhüllter Gestalten in allen Vierteln Wiens.

dieser integrationsbericht ist alles andere als berauschend.

im grunde genommen die fortsetzung seiner vorgänger mit nahezu unverändertem inhalt.
aus den angaben des berichtes und den daten der statistik-austria ist nach wie vor nur schwer erkennbar, dass der zuzug und familiennachzug bestimmter gruppen auch nur irgendeinen sinn gehabt hat.
zusammengefasst kann man sagen "ausser spesen nix gewesen".
interessant in diesem zusammenhang auch die in einer deutschen zeitschrift präsentierten umfrage wonach ca. die hälfte aller türken deutschland verlassen würde sobald es keine sozialleistungen mehr regnen würd ...
na dann.
problem erkannt - problem gebannt.
worauf wartet man dann noch.
das klingt hart?
ja, natürlich klingt das hart. andererseits, um einen bekannten ex-rennfahrer zu zitieren, wir haben ja nix zu verschenken.
und auf das läuft es hinaus wenn man die türkische migranetngruppe gesondert betrachtet. sie kostet nur geld und bringt ausser zores genau gar nichts.
.


Antworten Gast: gast gast
10.07.2012 10:42
2 0

Re: dieser integrationsbericht ist alles andere als berauschend.

..gesondert betrachtet. sie kostet nur geld und bringt ausser zores genau gar nichts."

Vollkommen rchtig! Zumindest eine deutliche Einschränkung der Zuwendungen wäre angebracht!


Gast: Weinberger I
09.07.2012 21:23
6 1

Wenn Kurz erscheint

Sind kritische Kommentare unerwünscht!

Also toll wie die Türken sich integrieren und in den Sozialstaat einbringen!

hat man die fehlenden 3% nicht mehr befragt?


13 0

An alle grünInnen

Solange kleine Mädchen Kopftuch tragen müssen, und weder am Schwimm Unterricht noch am Turn Unterricht oder am Wandertag teilnehmen dürfen solange kann Gleichberechtigung nicht funktionieren und Chancengleichheit schon gar nicht! Wenn ich sehe wie traurig diese Kleinen Mädchen sind dann bricht mir fast das Herz. Hier wäre ein Aufgabengebiet für Gleichberechtigung und Chancengleichheit zu sorgen !!!

Bitte wo?

In Ihrer Bussi-Bussi Gesellschaft............vielleicht

Antworten Gast: licknaano
09.07.2012 21:06
0 3

Re: Bitte wo?

noch so ein kasperl, der meint, in urlaub in 'licknaano' an schnitzel essen zu müssen :-)

Nach Fiskalpakt und ESM...


....die nächste Jubelbotschaft dieser Regierung.

Bis auf ein paar Problemchen alles super.

Ja, wer´s glaubt, der wartet auch auf den Osterhasen.

Lügen haben KURZE Beine ;-)


interessant ist übrigens auch,

dass religion überhaupt kein thema des integrationsberichtes ist - traut man sich nicht mehr, vermutlich.

Gast: Es ist alles sehr kompliziert
09.07.2012 16:21
13 0


Re: In Deutschland haben sie ja auch die gleichen Probleme...

"Fast jeder dritte Türke würde sofort in die Türkei zurückgehen, wenn er in Deutschland bei Arbeitslosigkeit keine Sozialleistungen mehr bekäme."

na, da weiß man ja, wo man ansetzen muss.

Re: In Deutschland haben sie ja auch die gleichen Probleme...

Ergänzend...Na ja, man überlegt es vielleicht bzw. fast 50 Prozent "planen " eine Rückkehr in die Türkei. Fast jeder dritte Türke würde sofort in die Türkei zurückgehen, wenn er in Deutschland keine Sozialleistungen mehr bekäme ( lt Medien). Rund die Hälfte aller Türken in Deutschland ist berufstätig – vor allem die Männer (Frauen um vieles weniger).

Antworten Gast: globetrotterneu
09.07.2012 16:37
8 0

Re: In Deutschland haben sie ja auch die gleichen Probleme...

warum machen sie es nicht wir warten alle auf diesen tag.

Re: In Deutschland haben sie ja auch die gleichen Probleme...

In D will aber jeder 2. zurück in die Türkei - und was ist bei uns der Fall?

Multikulturalismus These...vorbei am Volk, vorbei am Verstand !

Das wird ein schweres Erbe bisheriger rot/grüner Multikulturalismus-Chaospolitik...viel zu spät erfolgten die (eher lasche )Kontrolle und Regulierungen inkl. Integrationspflichten f. Zuwanderer/Asylanten!
Es ist eher schon alarmierend die Problemlagen und Auswüchse vieles wurde billigend in Kauf genommen von gewissen Kreisen (s.linke Ideologie steht ja über allem/Kollateralschaden hin od. her).

Es macht auch keinen Sinn, noch mehr Leute anzulocken, die bevorzugt an unserem Sozialsystem interessiert sind (wie eine Chefredakteurin v.Kurzem meinte).

13 0

Zeugnis für Sebastian Kurz: 57 Prozent der Österreicher finden, dass der Integrationsprozess nicht funktioniert. 2011 waren es aber noch 69 Prozent.

Von WEM in Auftrag gegeben, liest man solch ebenso schwache Ergebnisse ab ?!

Ein ebenso wie grossügig überbezahlter Kurz kann ebenso wenig tun wie der Faulfahrradbeauftragte, da beide das heimische Volk zusätzlich ausser belasten, nichts zustande brachten oder gar eines Tages bringen zu erwarten sein kann !!!

Warum erinnert man sich an GR; indem es ebensolche gleichwertige Machenshaften nur unter anderem Namen gab und weiterhin geben soll und darf ???


Gast: diller
09.07.2012 16:10
23 0

Die Lügen werden immer dreister.

Und die Kritiker werden bequem ins "rechte" Winkerl gestellt. Aber aufgepasst meine lieben Vertreter des linken Kuschelkurses: Die Bürger dieses Landes glauben euch schon längst nichts mehr. Es sind die Massenmedien in eurer Hand, die das jetzt einstürzende Multikulti-Lügengebäude jahrzehntelang gestützt haben

Gast: Callisto
09.07.2012 16:10
22 0

1,43 Mio Neo`s sind zuviel bei 6.75 Mio Bürgern

Da gibt es nichts mehr herumzudeuten.
Dazu gibts nur mehr ein Zitat: Wehe, wehe wenn ich auf das Ende sehe.

30 0

Migranten jammern zu oft

Es ist selbstverständlich, daß das Erlernen der Sprache und die Anpassung an die Mehrheitsbevölkerung eine Bringschuld ist. Nur dann kann ein Entgegenkommen erwartet werden. In meinem beruflichen und privaten Umfeld habe ich Umgang mit Menschen verschiedenster Herkunft, aber die größte Fehlentwicklung erlebe ich bei Türken. Einerseits kaufen Türken nur bei Türken und andererseits bejammern sie, daß niemand auf sie zugehen würde. So kann es nicht funktionieren. Positive Beispiele kenne ich auch, aber daß Leute wie Dogudan, Jukic und Co. von Seiten der Politik als Regelfall dargestellt werden, ist eine Verarschung und Negierung der Realität. Die größte Chuzpe ist allerdings, daß die Sprachkenntnisse nach 20 Jahren Aufenthalt und Erhalt der Staatsbürgerschaft noch nicht einmal für ein normales Gespräch ausreichen. Es sollte schon eine gewisse Sympathie für die Aufnahmeländer bestehen, was aber bezweifelt werden kann, wenn man überall türkische Fahnen wehen sieht. Das geht so weit, daß sich schon Exjugoslawen beklagt haben, daß am Brunnenmarkt kein Wort serbokroatisch mehr zu hören ist. Österreich ist ein freies und liberales Land, aber wem es hier nicht gefällt, kann gerne gehen. Dumm nur, daß es wo anderes keine Sozialleistungen gibt, was die ach so armen Leute zwingt, hier zu bleiben.

Re: Migranten jammern zu oft

In Ottakring (16.Bez.) gilt mittlerweile Deutsch als eine Art 3. Amts-u.Bezirkssprache.

 
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