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Invaliditätspension: Neue Pflichten für unter 50-Jährige

17.07.2012 | 17:07 |  KARL ETTINGER (Die Presse)

Statt einer Pension wird ab 2014 ein Rehab-Geld ausbezahlt. Der Entwurf ist fast fertig, die Begutachtung läuft ab 24. Juli. Der Berufsschutz für Angestellte bleibt.

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[Wien] Personen, die jünger als 50 Jahre alt sind, werden künftig nicht mehr schnurstracks krankheitsbedingt via Invaliditätspension vorzeitig in den Ruhestand gehen können. Über Änderungen wird schon seit Längerem diskutiert, jetzt ist ein entsprechender Gesetzesentwurf bis auf letzte Details, die noch diese Woche geklärt werden, unter Dach und Fach. Das wurde der „Presse" bestätigt. Fix ist, dass Sozialminister Rudolf Hundstorfer (SPÖ) die Vorlage nach dem Ministerrat am Dienstag kommender Woche zur Begutachtung aussenden wird.

Was kommt nun? Statt einer Pension wird ab 2014 ein Rehab-Geld ausbezahlt. Betroffene müssen neue Auflagen erfüllen, etwa in Form verpflichtender Rehabilitationsmaßnahmen. Für Angestellte und gelernte Facharbeiter wird es - zum Leidwesen der Wirtschaftsvertreter - beim sogenannten „Berufsschutz", der die Zuweisung auf alternative Berufe regelt, doch keine Verschärfung geben.

Für Hundstorfer war es ein hartes Stück Arbeit. Ursprünglich sollte der Gesetzesentwurf bereits am 9. Juli fix sein. Wegen Differenzen der Sozialpartner hat sich die Fertigstellung verzögert. Zwischen Arbeitnehmerorganisationen und Wirtschaftskammer herrscht zwar noch immer nicht in allen Punkten Einigkeit. Der Sozialminister will aber seine im Ministerrat im Februar abgegebene Zusage, bis Juli einen Entwurf vorzulegen, einhalten. Nach letzten Klärungen wird der Entwurf bis 24. Juli und damit vor seinem Urlaub fertiggestellt.

► Keine befristete Pension: Um zu verhindern, dass jüngere Personen unter 50 Jahren gleich den direkten Weg in die krankheitsbedingte Invaliditätspension antreten, wird es im Gegensatz zu bisher keine befristete Invaliditätspension bei dieser Altersgruppe mehr geben. Derzeit ist rund ein Drittel der Neuzugänge in die Invaliditätspension - das sind etwa 10.000 Personen - unter 50 Jahre alt.

► Zahlung für Übergangszeit: Statt einer Pension wird ein sogenanntes Rehab-Geld ausbezahlt. Das ist eine Art Sonderkrankengeld. Der Bezug ist aber an strengere Auflagen gebunden: Betroffene werden verpflichtet, entweder medizinische Rehabilitation, um weiter arbeitsfähig zu bleiben, oder eine berufliche Rehabilitation in Form einer Umschulung oder zusätzlichen Ausbildung in Anspruch zu nehmen. Warum nur für unter 50-Jährige? Weil sich bei diesen Personen teure Rehab-Maßnahmen langfristig auszahlen und günstiger kommen als eine lange Invaliditätspension.

► Berufsschutz: Die für Angestellte und gelernte Fachkräfte geltenden Zumutbarkeitsbestimmungen werden nun entgegen ursprünglichen Plänen doch nicht angetastet. Das bedeutet, Angestellte und gelernte Kräfte können statt einer Invaliditätspension nicht von ihrem bisherigen Beruf auf jeden angebotenen Alternativarbeitsplatz verwiesen werden. Damit will man sich allerdings in der Wirtschaftskammer noch nicht abfinden: „Dieser Berufsschutz schadet und gehört weg."

► Finanzierung: Mit dem jetzigen Gesetzesplan ist nach heftigsten Debatten die Aufteilung der Kompetenzen, Steuerung und Finanzierung zwischen Pensionsversicherungsanstalt (PVA), Krankenkassen und Arbeitsmarktservice (AMS) geklärt. Die PVA übernimmt zentral die Untersuchungen („Gesundheitsstraße") und refundiert den Krankenkassen im Nachhinein Kosten für die medizinische Rehabilitation. Bei der beruflichen Rehab erfolgt die Kooperation mit dem AMS.

PVA hätte Milliarde tragen sollen

Ein erstes Papier im Juni hatte die PVA auf die Barrikaden getrieben. Dieses hatte vorgesehen, dass der Pensionsanstalt für Arbeiter und Angestellte auch neue Kosten für Umschulungen und Weiterbildung von Ungelernten - etwa Hilfsarbeitern - aufgebürdet werden. Das hätte Mehrkosten bis zu einer Milliarde Euro zur Folge gehabt.

 

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91 Kommentare
 
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Gast: Schmerz
29.07.2012 09:43
0 0

was kommt als nächstes

Was ist mit die die was im Jahr 7 000 Tabletten brauchen,zwei Schmerzpumpen haben kaum gehen können und noch Psychische Probleme haben und noch andere 10 Sachen.(und unter 50 sind).
Was geschieht mit solchen Leuten!!!

Gast: w 42
19.07.2012 20:46
0 0

Traurig

Komisch, um die Mindestpension sind mir viele neidig, obwohl ich nach Abzügen von Miete, Strom, Versicherung usw. noch 160 Euro zum Leben habe. Wer mein Gesamtpaket (Pension und Kranheit-Krebs,bipolare Störung) haben will, bitte melden

Gast: Der Hundstorfer
19.07.2012 12:17
0 0

Umschulung

Der Hundstorfer und Umschulung, das passt ja gut zusammen, der hat ja selber nicht einmal was Gescheites gelernt und ist heute trotzdem Minister.

Antworten Gast: Dr. Dieter Hundt
30.07.2012 21:27
0 0

Re: Umschulung

Wieso "trotzdem"? Genau deshalb ist er heute Minister!

Antworten Gast: Ausbildung
19.07.2012 13:22
0 0

Re: Umschulung

Mit der Ausbildung, die der hat und mit dem Alter, mit dem er noch Minister geworden ist, könnte man maximal als Normalsterblicher eine Putzstelle haben.

Gast: Hanelore II
19.07.2012 00:56
0 1

Mit 45 Invalidenpension und fest Jagen gehen!

Es ist ein Frechheit. Manche benötigen eine finanzielle Unterstützung und erhalten nichts. Andere gehen in Invalidätspension, gehen JAgen und arbeiten nebenbei als Aushilfskraft beim Fleischer!

So schauts aus!

Gast: xxxx
18.07.2012 21:29
1 0

Wer sein Lebtag nix hackeln will, der muss eben Beamter werden

Dann brauchts keine Frühpension und so Dinge.

Gast: trust 12
18.07.2012 19:07
2 0

man spart bei den kranken

damit für die Luxuspensionen der Bonzen genug übrig bleibt.

Gast: (x) FPÖ
18.07.2012 16:21
0 4

Wer nichts leistet, sollte auch nichts bekommen. Er lebt ja dann auf Kosten der anderen.

Und wenn er nicht bis zur Normalpensi arbeiten kann, na dann soll er sich was anderes suchen, bitteschön.
Wie kommen all die Arbeitenden dazu jemanden zu erhalten und durchzufüttern, der eben nur für SEINE Qualifikation zu krank ist. man kann ja auch mit 2500 Euro brutto je Monat arbeiten anstatt der zigtausende als Spitzenkraft. Putzfrauen, Teilzeitaufpasser etc werden doch eh dauernd gesucht.
Kann man ja zumindest stundenweise machen auch wenn man nicht mehr fit ist.

Antworten Gast: Gast (-) FPÖ
19.07.2012 00:58
2 0

Re: Wer nichts leistet, sollte auch nichts bekommen. Er lebt ja dann auf Kosten der anderen.

Dann bekommen die FPÖ & FPK Politiker am wenigsten bis gar nix!

Re: Wer nichts leistet, sollte auch nichts bekommen. Er lebt ja dann auf Kosten der anderen.

Ja genau, und von dem Gehalt, das man bekommt, wenn man stundenweise als Putzfrau arbeitet, kann man sicher leben...

Mal abgesehen davon, dass putzen körperlich sehr anstrengend ist und sicher nicht für Invaliden geeignet sind (die gehen ja oft wegen z.B. Bandscheibenvorfällen in Krankenstand).

Ich habs heute schon einmal bei einem Ihrer Kommentare geschrieben und ich schreib's nochmal: Herr, lass es Hirn regnen.

Antworten Gast: podiru
18.07.2012 17:28
2 0

Re: Wer nichts leistet, sollte auch nichts bekommen. Er lebt ja dann auf Kosten der anderen.

na da hat einer gerade sein studium in wirtschaft abgeschlossen den viel gearbeitet werden sie wohl noch nicht haben.und vielleicht wohnen sie sogar noch zu hause.den sonst würden sie nicht so einen unsinn posten

Antworten Gast: E.T.
18.07.2012 17:12
3 0

Re: Wer nichts leistet, sollte auch nichts bekommen. Er lebt ja dann auf Kosten der anderen.

Sie haben offenbar sehr wenig Ahnung von den tatsächlichen Einkommensverhältnissen.

Gast: mummy
18.07.2012 15:55
4 0

na klasse

lieber Gott lass mich sterben ! Denn krank sein ist in Österreich nicht erlaubt...hakeln bis zum in den Sarg reinfallen scheinbar schon!

Pfui Teufel! Sowas nennt sich soziale Gerechtigkeit.

Antworten Gast: Gebeinebeauftragter
18.07.2012 17:36
4 0

Lebensscheue: WKO fordert Reform

Dem Grabmissbrauch soll ein Riegel vorgeschoben werden. Wer künftig frühzeitig stirbt, muss sich umschulen lassen und dem Arbeitsmarkt weiterhin zur Verfügung stehen. Der Sarg als Hängematte hat ausgedient!

Antworten Antworten Gast: mummy
18.07.2012 18:31
1 0

Re: Lebensscheue: WKO fordert Reform

add:
Wer künftig frühzeitig stirbt, muss sich umschulen lassen und dem Arbeitsmarkt weiterhin zur Verfügung stehen.

achtung zynismus pur!

Ja, Umschulung auf Geisterfacharbeiter rumspuken erlaubt ;-)

Gast: podiru
18.07.2012 15:32
1 0

Invaliede

die gesetzten maßnahmen gelten ja schon lange.jeder weiss das man nicht so schnell die pension bekommt.ausser man ist im staatsdiens toder bei der gemeinde wien!
leider gibt es speziell in der privatwirtschaft kien pardon.viele kranke haben schon einige operatione hinter sich(wirbelsäule,krebs..)und haben immer noch große schmerzen.das ein wieder volles arbeiten nict bei allen funktioniert.
auch ein eingliedern ins berufsleben ist nicht immer leict das viele dieser personen durch den krankheitverlauf chronisch krank sind.der verlust des arbeitsplatzes ist bei vielen sowieso schon vollzogen.bei der öbb,post,nationalbank oder lehrern geht das natürlcih wesentlich einfacher und kostet uns allen seit jahrzenten!!!millionen.

"...Wirtschaftskammer noch nicht abfinden: „Dieser Berufsschutz schadet und gehört weg."..."

Sagt die Interessenvertretung der Wirtschaft. Nur: welches Unternehmen beschäftigt einen (schwer)kranken, hoch Qualifizierten in einer subalternen Position? Ganz abgesehen davon, dass sich der Hochqualifizierte durch entsprechend höhere Beitragszahlungen wohl einen "besseren" Versicherungsschutz, der ihn gegen demütigende Abstiege schützt, (teuer) eingekauft hat....

Rehabgeld für unter 50jährige I n v a l i d e = Streichung der 13. und 14. Pensionszahlung!

Nur darum geht es!!! Das Ganze ist eine Riesensauerei und kein Verantwortlicher erwähnt diese Tatsache. Schwerkranken und I n v a l i d e n werden nun also die lebensnotwendigen Zahlungen gekürzt und diese werden mit unnotwendigen und teuren Maßnahmen traktiert die unterm Strich mehr kosten werden, als sie tatsächlich bringen. Äußerst ärgerlich, aber man braucht halt das Geld für teure Bankenhilfspakete und für die europäischen Pleitestaaten!!!
.
Danke Herr Unsozialminister Huntsdorfer.

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Re: Rehabgeld für unter 50jährige I n v a l i d e = Streichung der 13. und 14. Pensionszahlung!

Leute, die an schwerer Epilepsie oder Multipler Sklerose leiden, werden sich sicherlich für diese "Wohltat" bedanken!

Meine Meinung über die Sozialdemokratie hat das nur bestärkt!

Es kommt, wie es denkende Menschen schon befürchtet haben. Die Leute, die sich nicht wehren können, werden den ganzen EU-Wahnsinn zahlen können!

Gast: Regierung, EU und du
18.07.2012 14:17
2 0

Hurra! Neue Pflichten!

Das kann ich nur befürworten. Schließlich ist die Regierung bemüht unser Lebn zu verbessern.

Gast: Schulungsopfer
18.07.2012 11:44
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"... in Form einer Umschulung"

Das Wachstum von AMS-Internierungsmaßnahmen scheint den korrupten Säulen des Proporzstaates ein hochheiliges Anliegen zu sein: von der WKO über den Hundsrudi und den AK-Trumpel bis hin zum Volksanwalt. Offenbar hat man große Angst davor, das Geld dem zugute kommen zu lassen, von dem es kommt: dem Volk!

Antworten Gast: international_
18.07.2012 12:00
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Re: "... in Form einer Umschulung"

kleiner irrtum ihrerseits:
das geld kommt zwar vom volk, kommt aber nicht dem gesamten volk zugute, sondern nur einem kleinen teil.
die maßnahmen sollen einfach erreichen, dass der volksteil der empfänger möglichst klein bleibt und daher der volksteil der zahler nicht über gebühr belastet wird.

natürlich gibt es manche, die eine umschulung strikt ablehnen - ist doch bequemer, auf kosten der anderen zu leben als selbst zu arbeiten!


Re: Re: "... in Form einer Umschulung"

Gegen eine vernünftige Umschulung, mit der man auch was anfangen kann, wird niemand was haben.

Aber AMS-, Wifi-, und bfi-Kurse sind keine solchen Umschulungen. Wenn sich jemand mit einem solchen Kurszeugnis irgendwo vorstellen geht, wird er höchstens ausgelacht. Einen Job bekommt er damit nicht.

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Re: Re: "... in Form einer Umschulung"

Ihr Kommentar erinnert mich an einen Zeitungsartikel, der vor Jahren gebracht wurde.
Da wird einer Frau die Unterstützung gestrichen, da sie ja arbeiten kann. Dabei konnte diese Frau kaum gehen und hatte bei Bewegung der Arme große Schmerzen.
Die Begründung des sogenannten Fachmanns war, daß sie ja sitzend arbeiten und Briefe in Kuverts geben kann. Auf die Frage, wo es so einen Arbeitsplatz gibt, sagter der gute Mann, das weiß er nicht, denn er ist ja kein Stellenvermittler!

So Leute gehen einem richtig ans Herz. Nämlich beide, die Frau durch tief empfundenes Mitleid und der "Fachmann" durch blanken Zorn!

Antworten Antworten Gast: Idiotologe
18.07.2012 16:45
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Leute_, die die Großschreibung strikt ablehnen, sich aber für Maßnahmen ereifern, die den Zahler pro Jahr mit einer Milliarde € belasten ...

 
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