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Neos: Die Neuen in der Mitte

27.10.2012 | 18:03 |  von Ulrike Weiser (Die Presse)

Pink der Farbe nach und in der Ausrichtung schwarz-grün-liberal: Die Partei Neos traf sich am Samstag zum Gründungskonvent. Man will mehr Autonomie für Schulen, weniger Parteienförderung und einen EU-Bundesstaat.

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Das Logo ist Magenta-Pink, der Dresscode Jeans mit Hemd und die Erwartungen, die sind vor allem groß: Wenn es nach den Hoffnungen der geschätzt 250 Leute (die vielen Babys in Kinderwägen nicht mitgezählt) geht, die sich im Dachgeschoß der Wiener Urania versammelten, muss sich die ÖVP bei den nächsten Wahlen weniger vor Stronach als vor einer anderen jungen Partei fürchten: Neos wollen ernsthaft 2013 mit zehn Prozent ins Parlament einziehen. Um es mit den Worten des frisch gekürten Vorsitzenden (und daher gut gelaunten) Matthias Strolz zu sagen: „Hier im Raum ist eine Lebendigkeit, eine Leichtigkeit – wann wurden solche Worte schon zuletzt im Zusammenhang mit Politik verwendet? Ich glaube, das wird geil.“

Vergangenen Samstag – parallel zur Bundesversammlung der Piraten in Graz – traf sich die Partei zu ihrem Gründungskonvent, zur Vorstandswahl (offene Vorwahlen) und zur Vorstellung des Programms. Strolz, Unternehmer, ehemaliger ÖVP-Mitarbeiter und zusammen mit Unternehmer Veit Dengler Neos-Erfinder, wurde dabei mit 96,2 Prozent zum Vorsitzenden gewählt. Darüber hinaus wurden weitere zehn Vorstandsmitglieder (zur Hälfte Frauen, zur Hälfte Männer) bestätigt. Sie kommen aus verschiedenen Berufen (Ärzte, Unternehmer. . .), die meisten waren vorher nicht politisch tätig.

Mit Ausnahmen: Im Vorstand sitzt auch Nikolaus Scherak, der Chef der JuLis (Jungen Liberalen). Die „Jugendorganisation ohne Mutterpartei“ hat den Beschluss gefasst, Neos zu unterstützen – vor allem mit Doppelmitgliedschaften: Scherak versteht sich als Fürsprecher für die „jüngeren, etwas radikaleren liberalen Ideen“ im Vorstand. So sind die JuLis für eine Flat Tax – die Neos hingegen fordern einen geringeren Eingangssteuersatz und eine Anhebung der Schwelle für den Höchststeuersatz. Insgesamt spiegelt das Programm das Spektrum der Anhänger wider, die Strolz so beschreibt: vor allem Grün- und ÖVP-Wähler, aber auch heimatlose Liberale – mit dem Liberalen Forum wird noch über eine mögliche Kooperation verhandelt.

Was über den inhaltlichen Details steht, ist jedoch das – omnipräsente – Versprechen des „Neuen“, das man ja im Namen führt. Für Strolz sind das „neuer Stil, neue Politik und neue Köpfe“. Letztere kämen aus der „Mitte der Gesellschaft“ – und nicht aus Bünden oder Interessenvertretungen: „Wir nehmen unsere Sessel aus der Mitte des Lebens und tragen sie ins Parlament.“

Prominente Namen sucht man bis jetzt vergebens, aber das sei nicht wichtig, sagt Strolz. Einige hätten ja bereits „zart angeklopft“, genauso wie einige Abgeordnete. Aber – Seitenhieb auf Stronach – man habe es nicht nötig, „wilde Abgeordnete mit Geld zu zähmen“. (Abgesehen davon, dass die Finanzmittel das nicht erlauben würden.)Auch im Stil will sich Neos abheben: Positiv wolle man sein, kooperativ – „Wenn wir pinkeln müssen, gehen wir aufs Klo und machen das nicht am Bein unserer Mitbewerber.“ Inhaltlich setzt man die Schwerpunkte bei Bildung, Europa und direkter Demokratie: Neos tritt für eine starke Autonomie der Schulen ein. Es solle einen Wettbewerb der Schulmodelle geben und eine mittlere Reife mit einheitlichen Standards. Beim Thema Europa bekennt man sich als langfristiges Ziel zu einem europäischen Bundesstaat. Mittelfristig soll ein EU-weiter Konvent, dessen Mitglieder von der Bevölkerung gewählt werden, eine neue Verfassung ausarbeiten. Beim Thema Demokratiereform tickt man ähnlich wie die Junge ÖVP. Strolz will aber die Parteienförderung um 75 Prozent senken.

Apropos Geld: Wie will Neos den Wahlkampf finanzieren? Strolz zufolge wird man ein bis zwei Mio. Euro brauchen. Der Einsatz von Social Media werde die Kampagnen relativ günstig halten, aber man rede natürlich mit potenziellen Großspendern aus der Wirtschaft. Was viele zögern lasse: Alle Spenden werden auf der Website veröffentlicht, auf Wunsch anonym bleiben kann man nur bis zu 5000 Euro. Bis jetzt hat Neos durch Microfinanzierung 70.000 Euro beisammen. Kleinspenden sollen weiterhin die Basis bilden. Auch Mitgliederbeiträge werden einfließen: Derzeit hat Neos 350 Sympathisanten, bis Frühsommer sollen es 1200 sein. Zum Geldsammeln nutzt man indes jede Gelegenheit: Auch in der Urania steht beim Ausgang eine Spendenbox.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 28.10.2012)

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277 Kommentare
 
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die ratten verlassen das sinkende schiff

die nicht zum zug gekommenen gründen eine neue partei.

solche parteien haben wir schon einige....

aber bitte ! alles was die schwarzen schwächt und nicht ins paralment kommt ist gut!

Wieder ein Pickel mehr...........

auf dem A..... der Gesellschaft. Solange sie nicht vorhaben, die Geldschöpfung weg von den Privatbanken hin zum Staat (zum Volk) zu holen, wird sich nicht wirklich etwas ändern.

es wird wieder liberal

wie schön. leider gibts auch ein paar ungereimtheiten. http://www.andreas-unterberger.at/2012/10/neos-und-altos-stronachs-und-wuetende/

Gast: Bossanova
29.10.2012 15:54
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Was bitte ist daran NEO?

Ein Unternehmer, der bisher stets von einer Partei abhängig war, gründet eine neue Partei.
Die Leute, die ihm zulaufen, sind selber in vielen Fällen bisher von einer Partei abhängig oder haben sich an prominente PolitikerInnen angehängt.
Und das soll NEO sein?

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Re: Was bitte ist daran NEO?

ÖVP kernwähler ?

...bleiben wir doch beim status quo !
...es ist alles eh so gut !
...wir fühlen uns durch die dzt. politik hervorragend vertreten !

jeder noch so irre versuch die politische landschaft in Ö bunter zu machen ist besser ALS NIX ZU TUN !!


positiv!

ob ich sie wirklich mal wähle weiss ich heute noch nicht. die pure alternative zu den ansässigen parteien empfinde ich aber als höchst erfreulich. bitte mehr davon!

Gast: Leon Ding
29.10.2012 09:26
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Geraunze

Da wird permanent geraunzt, dass es in Ö. keine wählbaren Alternativen zu den Großparteien gibt, und dann kommt endlich eine, und die wird gleich heruntergemacht. Jedenfalls scheinen die Neos um Häuser vernünftiger als die Stronachs, BZÖs oder gar die Piraten. Von den Großparteien gar nicht zu reden. Geben wir ihnen (und damit uns) eine Chance.

Gast: eso-policier
28.10.2012 23:46
1 9

Neos

Ein europäischer Bundesstaat, wie ihn die Neos fordern, ist Unsinn. Der Globalismus soll nicht ganz beseitigt, aber stark begrenzt werden. Ein nicht-grüner Ökologismus muss etabliert werden. Zudem ist es sinnvoll, den Gottglauben und den Atheismus zu bekämpfen. Ein Mensch sollte zumindest ein Pantheist sein; besser ein Freireligiöser. Mehr dazu auf dem Blog Esopolice (bitte googlen).

Gast: neue Seuche, genannt Neospathie
28.10.2012 23:13
0 8

Etwas Intelligentes fällt den rosa Lollipops als Fußvolk der IV nicht ein

EU-Hörigkeit ist spätestens seit dem ESM gänzlich out, außer natürlich bei den reichen Abzockern.

Antworten Gast: Der runde Gsunde
29.10.2012 10:37
2 1

Re: Etwas Intelligentes fällt den rosa Lollipops als Fußvolk der IV nicht ein

Die Bemerkung "Fussvolk der IV" stimmt leider: Einige sind jahrelange amtsbekannte Geldempfänger der Industriellenvereinigung, zB Frau Schwarz, Organisatorin des Journalistinnenkongresses und Ex-Sekretärin von Rauch-Kallat. Saurer alter Wein in neuen pinken Schläuchen!

Antworten Antworten Gast: DieSchwarz
30.10.2012 11:38
1 0

Re: Re: Etwas Intelligentes fällt den rosa Lollipops als Fußvolk der IV nicht ein

Die IV stellt dem Journalistinnenkongress seit 1998 die Räumlichkeiten zur Verfügung und ich habe nie Geld bekommen. Weiters war ich nie Sekretärin von Maria Rauch-Kallat, sondern (bis 1994 - also vor 18 Jahren) Büroleiterin von Dr. Erhard Busek.

Antworten Antworten Antworten Gast: Der runde Gsunde
31.10.2012 10:19
0 3

Re: Re: Re: Etwas Intelligentes fällt den rosa Lollipops als Fußvolk der IV nicht ein

Jo, eh. Fehlt nur noch: Es gilt die Unschuldsvermutung!

Gast: warumnur?
28.10.2012 22:04
5 0

Die neos?

Zehn mal besser mit eigenen Leuten eine ehrliche solide Basis aufzubauen, als mit windigen Ideen andere Parlamentarier abzuwerben und für die eigenen Zwecke zu missbrauchen. Hier wird das Ende der Demokratie gesehen: http://spiegel-der-gesellschaft.at/?p=451 Aber vielleicht bringen die neos ja wieder neues Leben in die Geschichte...

Angst? Neid?

wenn man sich die comments so durchliest, gewinnt man doch irgendiwe den Eindruck, dass heir einigen ÖVPlern der kalte Angsstschweiß aus der Stirn perlt und die Ex-BZÖ-nun-Strohsack-Dirndl-Buberln gar ein wenig neidig sind :-)

Antworten Gast: xxxyyyzzz
29.10.2012 02:04
1 0

Nein, man ist nur der vermeintlichen Heilsbringer überdrüssig


Neue Parteien die mit Aufgeregtheit ihren Stein der Weisen, die Eier legende Wollmilchsau präsentieren sind mittlerweile so glaubwürdig wie Faymann und Spindelegger oder die anderen Ikonen der heimischen Politik.

Das Programm der Neos ist doch ein Sammelsurium von halbgaren Ideen.

Beispiel: Einerseits Steuersenkungen, die im 2stelligen Milliardenbereich liegen werden und gleichzeitig verrät man nicht wie man den Einnahmenentfall durch Ausgabenkürzungen kompensieren will. Tatsächlich will man sogar Überschüsse erwirtschaften um die Schuldenlast abzubauen.

gähn

noch eine nichtanecker-gutmenschenpartei die aus angst vor den konsequenzen vor den echten herausforderungen europas im 21. jahrhundert die augen verschliesst. völlig irrelevant.

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Re: gähn

Die da wären?

Re: Re: gähn

die irrtümer letzten 20 jahre rückgängig machen:
- einwanderung aus der islamischen welt
- klimahysterie
- atomphobie
- wirtschaftsphobie
- gentechnikphobie
- und das wichtigste von allem: wieder den menschen und seine freiheit in den mittelpunkt der politik stellen, und nicht die gesellschaft und imaginierte ungerechtigkeiten.

es sollte nicht die aufgabe der politik sein, menschen zu wohlstand zu verhelfen, sondern die aufgabe der politik sollte es sein, den rahmen zu schaffen, wo menschen SELBST wohlstand erlangen können und jenen ein bescheidenes leben zu ermöglichen, die aus diversen gründen an dem streben nach wohlstand nicht oder nur eingeschränkt teilnehmen können.

die aktuelle gleichmacherei scheitert wie bereits der kommunismus daran, dass die menschen ganz einfach nicht gleich sind.

"man rede natürlich mit potenziellen Großspendern aus der Wirtschaft"

womit dankenswerterweise gleich mal geklärt wurde, in wessen interesse diese "neue" partei mit dem alten marktliberalen schmus politik machen will: für die "großspender", also für millionäre. gibts für solche leute nicht schon genug parteien?

Gast: PÖHSE
28.10.2012 17:12
9 14

Naja, der FPÖ nehmen diese Lulus sicher nix


weg :

Pro-EU, pro-Zuwanderung, und als Ausgleich pseudodirektdemokratische Lutschzuckerln...

Wirklich nur was für übriggebliebene ÖVP-Wursteln und Ju-Lis .

Antworten Gast: machmuss verschiebnix
28.10.2012 18:20
10 2

Re: Nein, der FPÖ nimmt NEOS nichts weg, ABER:

besinnen Sie sich auf den wahren Grund Ihrer massiven "BÖHSE"-Postings - was
haben Ihre grünen Parteifreunde zu verlieren ?

Es sind die Stimmen all Jener, welche zwar mangels besserer Alternative Grün
wählen, insgeheim aber das Verhalten von "Partei-Größen" wie Pilz oder
Glawischnigg als Provokation für den gesunden Hausverstand empfinden (!).

NEOS wird - gegründet von Intellektuellen - zum Zufluchts-Ort für eben
solche, auch aus den Reihen der Grünen. Wären Sie ein FPÖler, dann wären Sie
wohl nicht BÖHSE darüber, wenn andere Parteien ausgedünnt werden.

Naja, und wären Sie ein Roter, dann würden Sie gegen Stronach wettern,
denn Intellektuelle kann man dort wohl nicht ausdünnen <kicher>


Antworten Antworten Gast: PÖHSE
28.10.2012 19:58
8 10

Re: Re: Nein, der FPÖ nimmt NEOS nichts weg, ABER:


Seit WANN wäre ich 'grünlich', Sie Plauderer ?

Ich wähle FPÖ, weil es gut für Österreich ist, die Grünen können ..... !

Und Neos kann man schmeißen !

Re: Re: Re: Nein, der FPÖ nimmt NEOS nichts weg, ABER:

Ich mag Ihre Kommentare ab und zu nicht, aber ich finde es gut, dass Sie sich erklären.
Dazu fehlt den meisten Postern in diesem Forum ohnedies der Mut.
Ich wähle nächstes mal zum ersten mal fpö.

Das einzige was mich an dieser massiv stört ist das latent und offensichtlich braune.

Ich finde, dass wir uns zu allererst einmal um Österreich und unsere Einheimischen kümmern sollten. Da haben wir genug zu tun!

Antworten Antworten Antworten Antworten Gast: PÖHSE
29.10.2012 10:04
0 1

Re: Re: Re: Re: Nein, der FPÖ nimmt NEOS nichts weg, ABER:



Meine Kommentare ?

Grober Klotz, grober Keil , Herr clausula .

Gast: Ösi
28.10.2012 16:56
3 8

Jooo, meine Freunde! Das mit den metastasierenden Parteien ist eine Fehlentwicklung. Denn was Österreich braucht sind nicht noch mehr und neue Parteien, nein, Österreich braucht NEUE WÄHLER!

Denn was soll sich denn bitte ändern mit neuen Parteien?
Ist wie mit der Unterhose. Da kann man im Kasten auch alle möglichen farben liegen haben, aber wenn derjenige, der in die Unterhose schlüpft ein verschi... Goarschtl ist, dann ist die Unterhose sofort wieder verschi...
Und so geht es halt jedem gutmütigen Parteigründer, dass derzeit seine saubere Partei sofort wieder verschi... ist.
War ja schon beim Haider Jörgli so. Alle wett eine neue Partei und alle wett schon wieder verschi....

Darum: neue Wähler.
Wenn man immer dieselben Blinden ins neue Auto setzt, dann ist es ja auch gleich wieder Schrott.
Jeder weiss, dass man seine Frau eigentlich nicht wählen lassen soll und schon gar nicht ans Steuer des eigenen Wagens setzen darf, also auch niemals in eine Partei lassen und wenn auch nur als Stimmvieh - Muuuuuuuh! daher 100% Wähleraustausch.
Das ist meine kllore Mähsitzsch!

so long
Ösenpower

Gast: xxxyyyzzz
28.10.2012 16:22
6 5

Das Programm ist größtenteils mit dem der ÖVP ident. Es wird also um die Glaubwürdigkeit der Neos gehen.


In diesem Sinne: Wieso sollten die Neos das umsetzen, was der ÖVP bisher nicht gelang?

Im wesentlichen wird die ÖVP nur in 2 Lager aufgespaltet und zwar in die Alt-ÖVP und die Neos. Zudem birgt dieser bunte Haufen ein großes Potential zur Selbstdemontage in sich. Interne Streitereien über den Kurs der Partei werden die erste Euphorie schnell ersticken und am Wahltag werden sie ein paar Prozent erreichen, aber am Einzug ins Parlament scheitern und irgendetwas von einem Achtungserfolg fabulieren.

 
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